Chapecoense

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Chapecoense
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Basisdaten
Name Associação Chapecoense de Futebol
Sitz Chapecó, Brasilien
Gründung 1973
Präsident Plínio David de Nês Filho[1]
Website www.chapecoense.com
Erste Mannschaft
Trainer Vágner Mancini
Stadion Arena Condá
Plätze 22.600
Liga Série A
2016 11. Platz
Heim
Auswärts
Alternativ

Associação Chapecoense de Futebol ist ein Fußballverein aus der brasilianischen Stadt Chapecó. Der Verein wurde 1973 gegründet und trägt seine Heimspiele in der Arena Condá aus, die Platz bietet für 22.600 Zuschauer. Der Verein spielt in der ersten brasilianischen Fußballliga, der Série A.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein Associação Chapecoense de Futebol wurde am 10. Mai 1973 in der Stadt Chapecó, im Westen des brasilianischen Bundesstaates Santa Catarina, gegründet. Der Vereinsgründung ging eine Fusion der beiden örtlichen Klubs Independiente und Atlético Chapecoense voran. Vier Jahre nach Vereinsgründung gewann Chapecoense seinen ersten Titel: Im Endspiel um die Staatsmeisterschaft von Santa Catarina besiegte man Avaí FC aus Florianópolis mit 1:0 und sicherte sich den ersten von bis heute vier Titeln in diesem Wettbewerb. Die weiteren Siege in der Staatsmeisterschaft folgten in den Jahren 1996, 2007 und 2011.

1978 trat Chapecoense erstmals auf dem höchsten Level des brasilianischen Vereinsfußballs an. Man beendete die Spielzeit auf Platz 51, ein Jahr später stieg man als 93. wieder ab. Nach 1979 schaffte es der Verein drei Jahrzehnte lang nicht mehr, in die Série A zurückzukehren. Erst 2013 gelang dies wieder. Man beendete die Série B auf dem zweiten Tabellenrang hinter Palmeiras São Paulo und stieg erstmals nach 34 Jahren wieder in die Série A auf. Im Zuge des Aufstieges wurde die Kapazität der Arena Condá, des Stadions von Chapecoense, von vorher 15.000 Zuschauerplätzen auf rund 22.000 erhöht.

Flugzeugabsturz am 28. November 2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: LaMia-Flug 2933

Am 23. November 2016 erreichte der Klub das Finale der Copa Sudamericana 2016.[2] Es wäre das erste Finale eines Vereins aus dem Staat Santa Catarina in einem internationalen Wettbewerb gewesen. Auf dem Weg nach Kolumbien zum Finalhinspiel gegen Atlético Nacional stürzte die Maschine mit der Mannschaft an Bord am 28. November in der Nähe des Flughafens José María Córdova ab.[3] Dabei starben Ananias, Matheus Biteco, Canela, Caramelo, Danilo, Dener, Gil, Gimenez, Lucas Gomes, Josimar, Kempes, Filipe Machado, Arthur Maia, Marcelo, Bruno Rangel, Cléber Santana, Sérgio Manoel, Tiaguinho und Thiego. Drei Spieler überlebten schwer verletzt den Absturz.[4] Bei diesen handelt es sich um Jakson Follmann, Neto und Alan Ruschel. Zehn weitere Spieler aus dem Kader Chapecoenses waren in Brasilien geblieben und befanden sich deshalb nicht in der abgestürzten Maschine. Diese sind Lima, Lourency, Hyoran, Marcelo Boeck, Moisés, Neném, Nivaldo, Cláudio Winck, Demerson und Alejandro Martinuccio. Das Pokalfinale wurde abgesagt.

Torhüter Jakson Follmann wurde nach seiner Bergung ein Teil des rechten Unterschenkels amputiert. Linksverteidiger Alan Ruschel erlitt mehrere Knochenbrüche. Der Abwehrspieler Neto konnte kurz nach einem ungefährlichen Hirnödem stabilisiert werden.[5] Torwart Danilo, der sein Team im letzten Spiel im Elfmeterschießen ins Finale rettete, starb auf dem Weg ins Krankenhaus.[6]

Neben weltweiten Beileidsbekundungen boten sämtliche brasilianische Erstligaklubs an, Chapecoense kostenfrei mit Leihspielern für die Saison 2017 auszustatten. Außerdem wurde der Antrag gestellt, den Klub drei Jahre lang vor sportlichen Abstiegen zu schützen.[7] Dieses Ansinnen des Schutzes vor Abstieg wurde am 6. Dezember 2016 von Ivan Tozzo, dem Präsidenten von Chapecoense, zurückgewiesen.[8]

Drei Tage nach dem Unglück wurde ein erhöhter Mitgliederandrang beim Verein festgestellt. Interimspräsident Ivan Tozzo gab am 1. Dezember 2016 an, dass es „in den letzten 24 Stunden mehr als 13.000 Anfragen außerhalb Chapecos“ gegeben habe.[9]

In der Meisterschaftsrunde 2016 hätte der Klub am letzten Spieltag am 11. Dezember noch ein Spiel gegen Atlético Mineiro bestreiten müssen. Am 1. Dezember 2016 erklärte der Präsident von Mineiro, dass sein Klub nicht zu diesem Spiel antreten wird.[10]

Am 2. Dezember 2016 erklärte der südamerikanische Fußballverband CONMEBOL auf Wunsch von Atlético Nacional den Klub zum Sieger der Copa Sudamericana 2016.[11] Im Zusammenhang mit der Titelvergabe wurde auch die Prämienausschüttung bekannt gegeben. An Chapecoense als Titelträger werden demnach zwei Millionen US-Dollar ausgeschüttet. Als Fair-Play-Auszeichnung wurden Atlético Nacional eine Million US-Dollar zugesprochen.[12]

Die Trauerfeier fand am 3. Dezember 2016 in der Arena Condá statt. Staatspräsident Michel Temer und der FIFA-Präsident Gianni Infantino nahmen neben 20.000 Trauergästen teil, um sich von den 50 Vereinsmitgliedern zu verabschieden, deren Särge zunächst in offenen LKWs zum Stadion gefahren und dann von Soldaten des brasilianischen Militärs hineingetragen wurden.[13]

Der nationale Verband CBF kündete ein Freundschaftsspiel zwischen den Nationalmannschaften Brasiliens und Kolumbiens für den 22. oder 25. Januar 2017 an. Die Erlöse dieses Spiels sollen den Hinterbliebenen der Opfer zugute kommen. Des Weiteren spendet der Verband dem Klub fünf Millionen Reais.[14]

Seinen ersten Sieg nach der Katastrophe konnte die neue Mannschaft gegen Inter de Lages (2:1) in der Staatsmeisterschaft von Santa Catarina feiern. Zukünftig sollen die 71 Opfer der Flugzeugkatastrophe in der 71. Minute jedes Heimspiels mit den Rufen „Vamos, vamos, Chape“ von den Fans geehrt werden.[15]

Aufbau einer neuen Mannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die bereits zurückgetretenen Fußballer Ronaldinho und Juan Román Riquelme boten sich als neue Spieler an.[16] Ebenso bot Eiður Guðjohnsen, ein ehemaliger Mitspieler Ronaldinhos aus Zeiten beim FC Barcelona, an, für den Klub aufzulaufen.[17]

Am 14. Dezember 2016 wurde bekannt, dass Douglas Grolli durch Cruzeiro Belo Horizonte für die Saison 2017 an Chapecoense ausgeliehen wird. Dieser spielte bereits in seiner Jugendzeit bei Chapecoense und spielte zuletzt bei Cruzeiro keine Rolle mehr. Die Leihe soll bis Ende 2017 gehen und Cruzeiro wird in der Zeit ca. 80 % des Gehaltes von Grolli übernehmen.[18] Der Spieler Elias Martello Curzel vom EC Juventude wurde ebenfalls bis Jahresende 2017 an Chapecoense ausgeliehen. Hierbei wurde eine Option auf Verlängerung bis Ende 2018 vereinbart.[19] Des Weiteren gingen Dodô von Atlético Mineiro und Moisés Wolschick von Grêmio Porto Alegre auf Leihbasis zu Chapecoense.[20] Am 7. Mai 2017 gewann der Verein, das Finale der Campeonato Catarinense de Futebol de 2016 - Série A, zum ersten Mal in Folge.[21] Insgesamt war der Titel nach 1977, 1996, 2007, 2011 und 2016, die 6 Staatsmeisterschaft der Provinz Santa Catarina.[22]

Kader der Saison 2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Stand 7. März 2017[23])

Nr. Position Name
1 BrasilienBrasilien TW Artur Moraes
2 BrasilienBrasilien AB João Pedro (geliehen von Palmeiras)
3 BrasilienBrasilien AB Grolli (geliehen von Cruzeiro)
4 BrasilienBrasilien AB Neto
5 BrasilienBrasilien MF Moisés Ribeiro
6 BrasilienBrasilien AB Reinaldo (geliehen von São Paulo)
7 BrasilienBrasilien ST Rossi
8 BrasilienBrasilien MF Andrei Girotto (geliehen von Tombense)
9 BrasilienBrasilien ST Wellington Paulista (geliehen von Fluminense)
10 BrasilienBrasilien ST Túlio
11 BrasilienBrasilien ST Niltinho (geliehen von Volta Redonda)
12 BrasilienBrasilien TW Elias (geliehen von Juventude)
13 UruguayUruguay AB Emilio Zeballos (geliehen von Defensor Sporting)
14 BrasilienBrasilien AB Fabrício Bruno (geliehen von Cruzeiro)
15 BrasilienBrasilien AB Nathan (geliehen von Palmeiras)
Nr. Position Name
16 BrasilienBrasilien AB Diego Renan
17 BrasilienBrasilien ST Arthur (geliehen von Londrina)
18 BrasilienBrasilien MF Luiz Antônio (geliehen von Flamengo)
19 BrasilienBrasilien ST Perotti
20 BrasilienBrasilien ST Nádson
21 BrasilienBrasilien AB Luiz Otávio (geliehen von Luverdense)
22 BrasilienBrasilien AB Apodi
23 BrasilienBrasilien MF Moisés (geliehen von Grêmio)
24 BrasilienBrasilien TW Jandrei
25 BrasilienBrasilien MF Lucas Mineiro
26 BrasilienBrasilien MF Dodô (geliehen von Atlético Mineiro)
27 BrasilienBrasilien MF Osman (geliehen von Luverdense)
28 BrasilienBrasilien AB Alan Ruschel (geliehen von Internacional)
29 BrasilienBrasilien AB Hiago
30 BrasilienBrasilien MF Neném
Zweite Mannschaft
Nr. Position Name
BrasilienBrasilien TW Luiz Felipe
BrasilienBrasilien AB Gabriel Alemão
BrasilienBrasilien AB Guarapuava
BrasilienBrasilien AB Lucas Scalon
BrasilienBrasilien MF Amaral (geliehen von Palmeiras)
Nr. Position Name
BrasilienBrasilien MF Andrei Alba
BrasilienBrasilien MF Bryan
BrasilienBrasilien MF Lucas Marques
BrasilienBrasilien ST Lourency
BrasilienBrasilien ST Wesley

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bola de Prata: Ehrenpreis 2016

Bekannte Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • BrasilienBrasilien Vitorino Hilton, heutiger Spieler von HSC Montpellier in Frankreich, begann seine Profilaufbahn 1996 bei Chapecoense und spielte vier Jahre lang bis 1999 für den Verein
  • DeutschlandDeutschland Paulo Rink, deutsch-brasilianischer EM-Teilnehmer von 2000, auf Vereinsebene lange Zeit bei Bayer Leverkusen unter Vertrag, 1995 für ein Jahr von Atlético Paranaense an Chapecoense ausgeliehen
  • BrasilienBrasilien Rômulo, brasilianischer Spieler von Hellas Verona, zuvor unter anderem bei Cruzeiro und Atlético Paranaense, 2009 für ein Jahr bei Chapecoense unter Vertrag
  • BrasilienBrasilien Diego Viana, einige Zeit in Österreich beim SV Grödig und dem SV Wiener Neustadt aktiv, weiterhin ein Jahr bei der SpVgg Greuther Fürth, spielte in der Jugend bei Chapecoense

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Darci Debona: Plínio David de Nês Filho é confirmado presidente da Chapecoense. In: Diário Catarinense. Grupo Globo, 16. Dezember 2016, abgerufen am 7. März 2017 (portugiesisch).
  2. Copa Sul-Americana: Final. globoesporte.globo.com, abgerufen am 29. November 2016 (portugiesisch).
  3. Avião com equipe da Chapecoense sofre acidente na Colômbia. oglobo.globo.com, 29. November 2016, abgerufen am 29. November 2016 (portugiesisch).
    Flugzeugabsturz in Kolumbien: Erste Überlebende aus Unglücksmaschine geborgen. sueddeutsche.de, 29. November 2016, abgerufen am 29. November 2016.
  4. faz.net vom 29. November 2016: Fünf Überlebende bei Flugzeugabsturz in Kolumbien, abgerufen am 29. November 2016
  5. Torwart von Chapecoense: „Ich fühle meine Beine nicht. Lasst mich nicht sterben“ | STERN.de. In: stern.de. 30. November 2016 (stern.de [abgerufen am 1. Dezember 2016]).
  6. Aeronáutica Civil da Colômbia exclui Danilo da lista de sobreviventes. In: O Globo. 29. November 2016 (globo.com [abgerufen am 1. Dezember 2016]).
  7. kicker online, Nürnberg, Germany: Nach Tragödie: Sonderrechte für Chapecoense? In: kicker online. (kicker.de [abgerufen am 1. Dezember 2016]).
  8. Kein Nichtabstieg für drei Jahre, Bericht auf oglobo.globo.com vom 6. Dezember 2016, Seite auf portug., abgerufen am 6. Dezember 2016
  9. Sport1.de: Nach Flugzeugabsturz: Mitgliederandrang bei Chapecoense. In: Sport1.de. (sport1.de [abgerufen am 1. Dezember 2016]).
  10. Spielabsage Mineiro Bericht vom 1. Dezember auf oglobo.globo.com, Seite auf portug., abgerufen am 2. Dezember 2016
  11. Copa Sudamericana 2016 Sieger, Bericht auf globoesporte.globo.com vom 2. Dezember 2016, Seite auf portug., abgerufen am 2. Dezember 2016
  12. Titelprämie, Bericht vom 5. Dezember 2016 auf espnfc.com, Seite auf engl., abgerufen am 6. Dezember 2016
  13. Trauerfeier Chapecoense: Soldaten tragen tote Fußballer in Särgen ins Stadion. In: MOPO.de. (mopo.de [abgerufen am 5. Dezember 2016]).
  14. Benefizspiel und Verbandsspende, Bericht vom 6. Dezember 2016 auf oglobo.globo.com, Seite auf portug., abgerufen am 6. Dezember 2016
  15. Roman Unger: Chapecoense: Eine neue Zeitrechnung hat begonnen. In: Goal.com. Perform Media Deutschland GmbH, 2. Februar 2017, abgerufen am 8. Februar 2017.
  16. Nach Absturz-Tragödie | Ronaldinho und Riquelme wollen für Chapecoense spielen! In: sportbild.de. 2. Dezember 2016 (bild.de [abgerufen am 2. Dezember 2016]).
  17. Eiður Guðjohnsen bietet sich an, Bericht vom 6. Dezember 2016 auf oglobo.globo.com, Seite auf portug., abgerufen am 6. Dezember 2016
  18. Grolli Leihe an Chapecoense 2016, Bericht vom 14. Dezember 2016 auf globoesporte.globo.com, Seite auf portug., abgerufen am 15. Dezember 2016
  19. Leihe von Elias Curzel, Bericht auf sabado.pt vom 20. Dezember 2016, Seite auf portug., abgerufen am 27. Dezember 2016
  20. Leihe von Dodô und Wolschick, Bericht auf esporte.band.uol.com.br vom 21. Dezember 2016, Seite auf portug., abgerufen am 27. Dezember 2016
  21. Chapecoense fatura bicampeonato do Catarinense mesmo com derrota para o Avaí na Arena Condá
  22. Chape perde, mas é campeã catarinense e conquista 1º título após tragédia
  23. CONMEBOL Libertadores Bridgestone 2017. Planteles – Chapecoense. In: estadisticas.conmebol.com. CONMEBOL, abgerufen am 7. März 2017 (portugiesisch).