HSC Montpellier

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Montpellier HSC
HSC Montpellier Logo.svg
Voller Name Montpellier Hérault Sport Club
Ort Montpellier
Gegründet 1919
Stadion Stade de la Mosson
Plätze 32.500
Präsident Louis Nicollin
Trainer Frédéric Hantz
Homepage www.mhscfoot.com
Liga Ligue 1
2015/16 12. Platz
Heim
Auswärts

Der Montpellier Hérault Sport Club ist ein französischer Fußballverein aus der Stadt Montpellier im südfranzösischen Département Hérault.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mannschaft von Stade Olympique Montpelliérain 1919

Gegründet wurde der Verein 1919 unter dem Namen Stade Olympique Montpelliérain. Diesen Namen trug er bis 1926, dann wieder 1937–1941 sowie 1945–1969. Dazwischen hieß er Sports Olympiques Montpelliérains bzw. US Olympique de Montpellier. 1969 wurde der Verein aufgelöst. Die anschließende Neugründung hieß Montpellier-Littoral FC, ab 1974 infolge einer Fusion Montpellier La Paillade SC; seit 1989 trägt der Verein seinen derzeitigen Namen. Die heutigen Vereinsfarben sind Dunkelblau und Orange; die Ligamannschaft spielt im Stade de la Mosson, das 32.500 Zuschauern Platz bietet.

2009 übernahm der ehemalige französische Jugendnationaltrainer René Girard den Erstligaaufsteiger und er führte den MHSC prompt auf einen Europa League-Qualifikationsplatz. Dort scheiterte das Team jedoch bereits in der dritten Qualifikationsrunde nach Elfmeterschießen an Győri ETO FC. Nachdem der Klub 2010/11 nur knapp dem Abstieg entgangen war, wuchs die Elf 2011/12 um Spieler wie Giroud, Belhanda und Yanga-Mbiwa weiter zusammen und spielte von Beginn an um die Tabellenspitze mit, woraus sich ein Zweikampf mit den finanzstarken „Kataris“ von Paris Saint-Germain entwickelte. Am 29. Spieltag übernahm Montpellier die Führung und gab diese bis zum Saisonende nicht mehr ab, beendete auch sein wegen Zuschauerausschreitungen mehrfach unterbrochenes letztes Spiel bei der AJ Auxerre siegreich und gewann so den ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte.[1] Die Männer hatten 1929 und 1990 bereits zweimal den Landespokal gewonnen. Für den Kolumnisten Jean-Michel Larqué war dies insbesondere der Arbeit von Trainer Girard zu verdanken, für den dies zudem eine „späte Revanche“ für seinen „Hinauswurf“ 2008 durch den französischen Verband darstellte.[2]

Vereinspräsident ist bereits seit 1974 Louis Nicollin, dessen Unternehmen der Verein gehört. Die erste Mannschaft wird seit Januar 2016 von Pascal Baills trainiert, der zum Jahreswechsel Rolland Courbis ablöste.

Ligazugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstklassig (Division 1, seit 2002 in Ligue 1 umbenannt) spielte der Klub 1932–1935, 1939–1943, 1944/45, 1946–1950, 1952/53, 1961–1963, 1981/82, 1987–2000, 2001–2004 und wieder ab 2009.

Logohistorie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kader 2015/16[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tor Abwehr Mittelfeld Angriff
01 Laurent Pionnier
16 Geoffrey Jourdren
30 Jonathan Ligali
02 Mamadou N'Diaye
03 Daniel Congré
04 Hilton BrasilienBrasilien
15 Ramy Bensebaini 1 AlgerienAlgerien
21 William Rémy
24 Jérôme Roussillon
25 Mathieu Deplagne
35 Dylan Gissi SchweizSchweiz
06 Joris Marveaux
08 Jonas Martin
10 Ryad Boudebouz AlgerienAlgerien
13 Bryan Dabo
14 Ellyes Skhiri
17 Paul Lasne
20 Morgan Sanson
22 Sébastien Wüthrich SchweizSchweiz
23 Jamel Saihi MarokkoMarokko
09 Mustapha Yatabaré 2 MaliMali
12 Florian Sotoca
19 Souleymane Camara SenegalSenegal
26 Kévin Bérigaud
28 Djamel Bakar
29 Casimir Ninga TschadTschad
31 Quentin Cornette
32 Jean Deza PeruPeru
1 ausgeliehen von Paradou AC
2 ausgeliehen von Trabzonspor

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Europapokalbilanz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Wettbewerb Runde Gegner Gesamt Hin Rück
1988/89 UEFA-Pokal 1. Runde PortugalPortugal Benfica Lissabon 1:6 0:3 (H) 1:3 (A)
1990/91 Europapokal der Pokalsieger 1. Runde NiederlandeNiederlande PSV Eindhoven 1:0 1:0 (H) 0:0 (A)
2. Runde RumänienRumänien Steaua Bukarest 8:0 5:0 (H) 3:0 (A)
Viertelfinale EnglandEngland Manchester United 1:3 1:1 (A) 0:2 (H)
1996/97 UEFA-Pokal 1. Runde PortugalPortugal Sporting Lissabon 1:2 1:1 (H) 0:1 (A)
1997 UEFA Intertoto Cup Gruppenphase RumänienRumänien Gloria Bistrița 2:1 2:1 (A)  
Jugoslawien Bundesrepublik 1992Jugoslawien FK Čukarički 3:1 3:1 (H)  
BulgarienBulgarien Spartak Warna 1:1 1:1 (A)  
NiederlandeNiederlande FC Groningen 3:0 3:0 (H)  
Halbfinale DeutschlandDeutschland 1. FC Köln (a)2:2(a) 1:2 (A) 1:0 (H)
Finale FrankreichFrankreich Olympique Lyon 2:4 0:1 (H) 2:3 (A)
1999 UEFA Intertoto Cup 2. Runde AserbaidschanAserbaidschan Qarabağ Ağdam 9:0 3:0 (A) 6:0 (H)
3. Runde SpanienSpanien Espanyol Barcelona 4:1 2:0 (A) 2:1 (H)
Halbfinale DeutschlandDeutschland MSV Duisburg 4:1 1:1 (A) 3:0 (H)
Finale DeutschlandDeutschland Hamburger SV 2:2
(3:0 i. E.)
1:1 (H) 1:1 n.V. (A)
1999/2000 UEFA-Pokal 1. Runde Jugoslawien Bundesrepublik 1992Jugoslawien Roter Stern Belgrad 3:2 1:0 (A) 2:2 (H)
2. Runde SpanienSpanien Deportivo La Coruña 1:5 1:0 (A) 2:2 (H)
2010/11 UEFA Europa League 3. Runde UngarnUngarn Győri ETO FC 1:1
(3:4 i. E.)
1:0 (A) 0:1 n.V. (H)
2012/13 UEFA Champions League Gruppenphase EnglandEngland FC Arsenal 1:4 1:2 (H) 0:2 (A)
DeutschlandDeutschland FC Schalke 04 3:3 2:2 (A) 1:1 (H)
GriechenlandGriechenland Olympiakos Piräus 2:5 1:2 (H) 1:3 (A)

Legende: (H) – Heimspiel, (A) – Auswärtsspiel, (N) – neutraler Platz, (a) – Auswärtstorregel, (i. E.) – im Elfmeterschießen, (n. V.) – nach Verlängerung

Gesamtbilanz: 38 Spiele, 14 Siege, 10 Unentschieden, 14 Niederlagen, 55:44 Tore (Tordifferenz +11)

Bekannte Spieler in der Vergangenheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frauenfußball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Frauenabteilung des MHSC entstand erst 2001, als sich die Spielerinnen des Erstligisten Entente Montpellier Le Crès dem Verein anschlossen. Bereits 2004 und erneut 2005 gewannen sie die französische Fußballmeisterschaft und spielen auch 2013/14 in der höchsten nationalen Liga. 2006 erreichten sie das Halbfinale im europäischen Meisterwettbewerb. Auch im französischen Landespokal waren Montpelliers Frauen mit drei Titeln und vier weiteren Endspielteilnahmen sehr erfolgreich.

Aus den Reihen des Klubs gingen zahlreiche Nationalspielerinnen hervor; die Titelgewinne sind aber insbesondere mit vier Namen verbunden: Hoda Lattaf spielte von 2001 bis 2006 und erneut seit Anfang 2009 für das Ligateam des MHSC, Élodie Ramos und Ludivine Diguelman sogar durchgehend seit 2002 beziehungsweise 2003; alle drei blieben dort bis zum Sommer 2014. Sarah M’Barek wirkte von 2001 bis 2005 als Spielerin und anschließend – als Nachfolgerin von Patrice Lair – bis 2013 als Cheftrainerin bei Montpellier.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Französischer Meister: 2004, 2005
  • Französischer Pokalsieger: 2006, 2007, 2009 (und Finalistinnen 2003, 2010, 2011, 2012, 2015)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thierry Berthou/Collectif: Dictionnaire historique des clubs de football français. Pages de Foot, Créteil 1999 – Band 1 (A-Mo) ISBN 2-913146-01-5, Band 2 (Mu-W) ISBN 2-913146-02-3

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. faz.net Montpellier Meister nach Chaos-Spiel
  2. France Football vom 15. Mai 2012, S. 11

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: HSC Montpellier – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien