Adolf

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Adolf oder Adolph ist ein männlicher Vorname und Familienname.

Herkunft und Bedeutung

Der Name ist in der Form Athaulf oder ähnlich, aus gotisch Aþawulfs, bereits in der Antike bezeugt (Athaulf war von 410 bis 415 rex, das heißt "König", der Westgoten) und ist wohl Gemeingermanisch, da er auch früh in Nordgermanischen vorkam. Für das Althochdeutsche kann er als zusammengesetzt aus adal (edel, vornehm) und wolf (Wolf) betrachtet werden. Dies kann als „edler Wolf“ oder „Edelwolf“ verstanden werden, doch sind viele altgermanische Personennamen einfach aus zwei positiv zu verstehenden Gliedern zusammengesetzt, ohne dass die Zusammensetzung als solche eine Bedeutung haben muss. Siehe hierzu auch den englischen Namen Æthelwulf.

Popularität

Sowohl im protestantischen Deutschland (wegen Gustav Adolf und Adolph von Knigge) als auch im katholischen (wegen Adolph Kolping) hatte Adolf eine gewisse Popularität. 1890 stand der Name an dreizehnter Stelle auf der Beliebtheitsskala aller männlichen Vornamen in Deutschland.[1] Doch schon seit Anfang des 20. Jahrhunderts nahm die Häufigkeit der Vornamensvergabe ab. Nach einem Aufschwung ab 1933, der bis 1942 andauerte, brach die Verwendung des Namens – wohl in Korrelation zur Beliebtheit Adolf Hitlers – stark ein. Seit Anfang der 1950er Jahre wurde der Vorname Adolf im deutschsprachigen Raum nur noch selten an Neugeborene vergeben.[2] Durch den Diktator Adolf Hitler und ferner durch weitere Nationalsozialisten wie Adolf Eichmann ist der Name sehr stark belastet.[3] Etwa 15-mal jährlich wird der Vorname in Deutschland vergeben. Über die Zulässigkeit entscheidet im Einzelfall das zuständige Standesamt, insbesondere anhand des Kindeswohls. In Zweifelsfällen können diese das Namenskundliche Zentrum der Universität Leipzig zuziehen.[4]

Beliebt war der Name auch in Schweden, wo mehrere Könige den Namen trugen. Jedoch war er in keinem Jahrzehnt seit den 1920er Jahren unter den zehn beliebtesten Vornamen.[5] Im Jahre 2015 gab es nur noch rund 2600 Träger dieses Namens in Schweden.[6] Seit spätestens 1998 wurde in jedem Jahr weniger als zehn neugeborenen Jungen dieser Name gegeben.[7]

Im Film Der Vorname von Sönke Wortmann aus dem Jahr 2018, ist der Name (genauso wie im französischen Originalfilm Le Prénom von 2012) der Auslöser für einen folgenlastigen Streit unter den Antagonisten. Ein werdender Vater erzählt darin todernst, dass er seinen Sohn Adolf nennen werde. Damit möchte er aber nur seinen Schwager provozieren, um diesem eine Retourkutsche für seine ständigen Spötteleien zu verpassen.[8]

Namenstag

Namenstage sind der 11. Januar und der 17. Juni.

Varianten

Vorname

Die weibliche Form ist Adolfine. Weitere männliche Varianten sind:

Kurzformen

Familienname

Namensträger

Adelige Herrscher

Vorname

A

B

C

D

  • Adolf Damaschke (1865–1935), deutscher Pädagoge und Bodenreformer
  • Adolf Dassler (1900–1978), deutscher Unternehmer, Gründer von Adidas
  • Adolf Dethmann (1896–1979), deutscher Staatswissenschaftler, Industriekaufmann und Antiquar
  • Adolf Deutsch (1867–1943), österreichischer Arzt und Freimaurer
  • Adolf Dresel (1828–1905), deutscher Bauingenieur und ranghoher preußischer Baubeamter
  • Adolf Dyroff (1866–1943), deutscher Philosoph

E

  • Adolf Eichmann (1906–1962), SS-Sturmbannführer, verurteilt wegen Verbrechen gegen das jüdische Volk, gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen
  • Adolf Elling (1901–1996), deutscher Filmproduktionsleiter und Herstellungsleiter
  • Adolf von Ernst (1845–1907), deutscher Ingenieur und Hochschullehrer
  • Adolf Ernst (Schauspieler) (1846–1927), deutscher Schauspieler und Regisseur
  • Adolf Ernst (Politiker) (* 1940), deutscher Politiker (FDP)
  • Adolf von Essen (1372–1439; Adolfus de Assindia), Kartäuser, hat den Rosenkranz in der heute bekannten Form etabliert
  • Adolf Exner (1841–1894), österreichischer Jurist und Rechtsprofessor
  • Adolf Eybel (1808–1882), deutscher Maler und Lithograf

F

G

H

  • Adolf Häckermann (1819–1891), deutscher Philologe, Gymnasiallehrer und Schriftsteller
  • Adolf von Harnack (1851–1930), deutsch-baltischer evangelischer Theologe
  • Adolf Heeb (* 1940), liechtensteinischer Radrennfahrer und Politiker (VU)
  • Adolf Hennecke (1905–1975), Bergmann, Vorbild für die Aktivisten-Bewegung in der sowjetischen Besatzungszone (später DDR)
  • Adolf Hering (1863–1932), deutscher Maler und Illustrator
  • Adolf Hitler (1889–1945), deutscher NSDAP-Politiker, Reichskanzler und Diktator in der Zeit des Nationalsozialismus (1933–1945)
  • Adolf Homburger (1905–1978), austro-amerikanischer Rechtswissenschaftler
  • Adolph Hofner (1916–2000), US-amerikanischer Country-Musiker
  • Adolf Holl (1930–2020), österreichischer Theologe
  • Adolf Horchler (1849–1929), deutscher Kommunalpolitiker und Heimatpfleger aus Kempten (Allgäu)
  • Adolf Horion (1888–1977), deutscher römisch-katholischer Geistlicher und Entomologe
  • Adolf Hütter, genannt Adi Hütter (* 1970), österreichischer Fußballspieler

K

L

M

  • Adolf Mahr (1887–1951), österreichischer Archäologe; später nationalsozialistischer Rundfunkpropagandist
  • Adolf Maislinger (1903–1985), deutscher Häftling im KZ Dachau
  • Adolph Arthur Marx, bekannt als Harpo Marx (1888–1964), US-amerikanischer Entertainer und Schauspieler
  • Adolph von Menzel (1815–1905), deutscher Maler
  • Adolf Merckle (1934–2009), deutscher Unternehmer
  • Adolf Andreas Meyer, genannt Andy Borg (* 1960), österreichischer Schlagersänger und Moderator
  • Adolf Muschg (* 1934), Schweizer Schriftsteller

O

  • Adolf Ogi (* 1942), Schweizer Politiker (SVP), UNO-Sonderberater für Sport im Dienste von Entwicklung und Frieden
  • Adolf Olland (1867–1933), niederländischer Schachmeister
  • Adolf Ostertag (* 1939), deutscher Politiker (SPD), Abgeordneter des Deutschen Bundestages

P

R

S

T

U

V

  • Adolf Vallaster (* 1940), österreichischer Dialektautor
  • Adolf Vančura (1900–1967), österreichischer Komponist, Dirigent, Pianist und Organist
  • Adolf Vögel (1891–1972), österreichischer Politiker (CS, VF, ÖVP)

W

Z

Familienname

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Adolf Stock: Was, wie heißen Sie?, in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung Nr. 21, 28. Mai 2017, S. 13.
  2. Auswertung bei beliebte-vornamen.de
  3. Darf man eigentlich ... sein Kind "Adolf" nennen?. n-tv.de
  4. David Scheu: Darf das Baby Adolf heißen? In: Stuttgarter Nachrichten. Band 76, 25. Januar 2021.
  5. Statistik der schwedischen Statistikbehörde (Memento vom 6. Oktober 2013 im Internet Archive) (schwedisch)
  6. Namensstatistik auf Allt för Föräldrar, abgerufen am 22. Juli 2016 (schwedisch)
  7. Schwedische Statistikbehörde: Geburtszahlen 1998-2012, alphabetisch nach Namen sortiert (Memento vom 12. November 2013 im Internet Archive)
  8. taz.deAdolf, ein deutsches Schicksal

Weblinks

Wiktionary: Adolf – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Flag of Slovenia.svg Häufigkeit, regionale Verbreitung und Alterskohortenverteilung des Namens Adolf in Slowenien