Ariane – Liebe am Nachmittag

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Filmdaten
Deutscher Titel Ariane – Liebe am Nachmittag
Originaltitel Love in the Afternoon
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch, Französisch
Erscheinungsjahr 1957
Länge 130 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Billy Wilder
Drehbuch I. A. L. Diamond
Billy Wilder
Produktion Doane Harrison
Lee Katz
William Schorr
Billy Wilder
Musik Franz Waxman
Kamera William C. Mellor
Schnitt Léonide Azar
Chester W. Schaeffer
Besetzung

Ariane – Liebe am Nachmittag ist eine US-amerikanische Liebeskomödie von Regisseur Billy Wilder aus dem Jahre 1957 mit Gary Cooper, Audrey Hepburn und Maurice Chevalier in den Hauptrollen. Das Drehbuch basiert auf dem 1920 erschienenen Roman Ariane, jeune fille russe von Claude Anet.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Musikstudentin Ariane ist die Tochter von Claude Chavasse, der sich als Privatdetektiv auf eheliche Seitensprünge in der Pariser Gesellschaft spezialisiert hat. Seine Tochter stöbert gerne in den Akten ihres Vaters, was dieser gar nicht gerne sieht. Beim heimlichen Studium lernt sie die umfangreiche Akte des reichen Amerikaners Frank Flannagan kennen und ist fasziniert von ihm.

Unterdessen observiert ihr Vater die Ehefrau von „Monsieur X“, die sich regelmäßig mit Flannagan in einem Pariser Hotel trifft und informiert ihn darüber. Der zürnende Ehemann beschließt Flannagan im Hotel auf frischer Tat zu erschießen. Ariane, die das Gespräch belauscht hatte, versucht erfolglos die Polizei zu benachrichtigen und geht schließlich selbst ins Hotel um Flannagan zu warnen. Monsieur X muss das Hotel unverrichteter Dinge verlassen, da er Flannagan mit der ihm unbekannten Ariane aufgefunden hat. Flannagan trifft sich nun mehrmals mit Ariane, ohne dass er ihren Namen oder weitere Informationen über sie erfährt. Ihr Vater bemerkt einen Stimmungswandel bei ihr, weiß aber nicht, dass es mit der Abreise Flannagans zu tun haben könnte.

Nach einem Jahr kehrt Flannagan nach Paris zurück und trifft zufällig in der Oper auf Ariane. Bei weiteren Treffen gibt sie ihm zu verstehen, dass er nur einer von vielen Liebhabern ist. Um mehr zu erfahren, erhält er von Monsieur X den Rat, sich an den Privatdetektiven Claude Chavasse zu wenden. Dieser kommt schnell dahinter, dass es sich um seine Tochter handelt, die die Liebhaber nur erfunden hat, um Flannagan zu beeindrucken. Er bittet Flannagan, seiner Tochter nicht weh zu tun.

Flannagan beschließt abzureisen und teilt seine Entscheidung Ariane im Hotelzimmer mit. Diese bittet Flannagan, ihn zum Bahnhof begleiten zu dürfen. Flannagan willigt ein. Am Bahnhof besteigt Flannagan den Zug. Während dieser im Begriff ist abzufahren, versucht Ariana aufgelöst Flannagan davon zu überzeugen, dass sie ihn nicht braucht, und mit anderen Männern glücklich wird. Flannagan nimmt Ariana in letzter Sekunde mit auf den Zug, und beide fahren gemeinsam ab.

Hintergründe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Für Drehbuchautor, Produzent und Regisseur Billy Wilder war es die einzige Zusammenarbeit mit Hauptdarsteller Gary Cooper, der die Hauptrolle nach der Absage von Cary Grant und Yul Brynner erhielt. Um bei der Uraufführung keinen Anstoß zu erregen, wurde das ursprüngliche Ende, die gemeinsame Abreise im Zug, durch eine Szene mit Maurice Chevalier ersetzt, der über ihre Heirat und ihr zukünftiges Leben in New York berichtete.
  • Die Allied Artists Pictures übernahm den Vertrieb in den USA. Die United Artists brachte den Film 1957 in die bundesdeutschen Lichtspielhäuser.
  • Durch den Film wurde die Melodie des bereits 1904 von Fermo Dante Marchetti komponierten Liedes „Fascination“ bekannt, das in dem Streifen mehrfach in Instrumentalfassung zu hören ist.[1]
  • John McGiver machte sein Filmdebüt als eifersüchtiger Ehemann Monsieur X.
  • An den damaligen Kinokassen war der Film ein Misserfolg, was viele Kritiker vor allem Coopers Alter – er war damals 55 Jahre alt – zuschrieben. Cooper zeigte sich von den Kommentaren, er sei zu alt für die Rolle des Liebhabers gewesen, schwer enttäuscht und soll sich als Reaktion darauf einem Facelifting unterzogen haben.[2]

Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche Synchronfassung entstand 1956 bei der Ultra Film Synchron GmbH, München.[3]

Rolle Schauspieler Dt. Synchronstimme
Frank Flannagan Gary Cooper Paul Klinger
Ariane Chavasse Audrey Hepburn Marion Degler
Claude Chavane (Erzähler) Maurice Chevalier Bum Krüger
Michel, Arianes Bekannter Van Doude Hans Clarin

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Claude Anets frivoler Roman verliert in Wilders Verfilmung durch die Fehlbesetzung mit Gary Cooper seine erotische Spannung und wird dank Audrey Hepburns koboldhaftem Charme zur romantischen Märchenkomödie.“

Lexikon des internationalen Films[4]

„Eine etwas langatmige, aber sympathisch dargestellte Liebesgeschichte. Gute Unterhaltung ab 16.“

Evangelischer Filmbeobachter[5]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Claude Anet: Ariane. Liebe am Nachmittag (Originaltitel: Ariane, jeune fille russe). Deutsch von Georg Schwarz. (314. – 318. Tausend.) Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1979, 122 S., ISBN 3-499-14230-9
  • Homer Dickens, Robert Fischer: Gary Cooper und seine Filme (OT: The Films of Gary Cooper). Citadel-Filmbücher. Goldmann, München 1982, ISBN 3-442-10218-9

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Details zum Lied in der englischsprachigen Wikipedia: Fascination
  2. Ariane bei der Internet Movie Database
  3. Ariane - Liebe am Nachmittag bei der Deutschen Synchronkartei
  4. Ariane – Liebe am Nachmittag im Lexikon des internationalen Films
  5. Evangelischer Presseverband München, Kritik Nr. 682/1957