Das verflixte 7. Jahr

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Filmdaten
Deutscher Titel Das verflixte 7. Jahr
Originaltitel The Seven Year Itch
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1955
Länge 101 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Billy Wilder
Drehbuch Billy Wilder
George Axelrod
Produktion Charles K. Feldman
Doane Harrison
Billy Wilder
Musik Alfred Newman
Klavierstück: Sergei Rachmaninow
Kamera Milton R. Krasner
Schnitt Hugh S. Fowler
Besetzung
Synchronisation

Der Film Das verflixte 7. Jahr (auch Das verflixte siebente Jahr) wurde 1955 von Billy Wilder nach dem Theaterstück Meine Frau erfährt kein Wort (The Seven Year Itch) von George Axelrod gedreht.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie viele Ehemänner aus Manhattan schickt Richard Sherman seine Ehefrau und seinen Sohn im Sommer aufs Land nach Maine, während er über die Hundstage in der Stadt zurückbleibt. Der Verlagsmanager ist entschlossen, nicht wie andere Ehemänner seine Zeit mit Trinkgelagen und Liebeleien zu verschwenden. Aber seine Vorsätze sind vergessen, als eine sinnliche Blondine in die Wohnung über seiner einzieht. Das Mädchen, ein Model und Schauspielerin, dreht Werbespots für eine Zahnpasta und verdreht ihm sofort den Kopf. Gleichzeitig arbeitet Sherman an der Veröffentlichung eines Buches vom Psychiater Dr. Brubaker, der schreibt, dass fast alle Männer sich im siebten Jahr ihrer Ehe nach Affären umsehen. Mehrmals verfällt Sherman in wirre Tagträume, in denen er beispielsweise seiner Frau seine Attraktivität beweisen will oder sich „das Mädchen“ als Femme fatale vorstellt.

Abends trifft er sich mit dem Mädchen und behauptet zuerst, dass er unverheiratet sei, bis sie seinen Ehering bemerkt. Als er sie einmal versehentlich berührt, kommen Schuldgefühle bei ihm auf und er bittet sie, seine Wohnung zu verlassen. Dennoch verbringen Sherman und das Mädchen in den nächsten Tagen mehr Zeit miteinander, auch wenn sie nicht sonderlich an ihm interessiert ist, was er sich aber nicht eingestehen will. Seine Ehefrau Helen ruft mehrmals an, er möge doch endlich das zu Hause vergessene Paddel schicken, damit ihr Sohn Ricky Kajak fahren kann. Doch das Mädchen lenkt seine Gedanken ab und er vergisst es stets. Schließlich ruft Helen den Nachbarn McKenzie an, ob der nicht das Paddel vorbeibringen könne. In Paranoia-Tagträumen stellt Richard sich vor, wie McKenzie und seine Frau sich verlieben. Von Eifersucht, Schuldgefühlen und Angst geplagt, verabschiedet er sich von dem Mädchen und nimmt den nächsten Zug nach Maine zu Frau und Kind.

Hintergründe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Szene, in der der weite weiße Rock von Marilyn Monroe durch die Abluft der U-Bahn aufgewirbelt wird, wurde zunächst in Manhattans Lexington Avenue, Nähe 52. Straße aufgenommen. Die Außenaufnahmen in New York wurden durch kreischende und jubelnde Menschenmengen gestört, was für die Publicity des Films nützlich war. Dadurch war das gedrehte Filmmaterial jedoch nicht brauchbar. Die Filmsequenz wurde dann in Hollywood im Studio der 20th Century Fox nachgedreht. Das ikonische Foto mit Monroe über dem Lüftungsschacht schoss der Fotograf Sam Shaw. Nach dieser Szene wurde später der so genannte „Monroe-Effekt“ benannt.

Interessanterweise ist dieser Effekt jedoch keineswegs eine Erfindung von Billy Wilder. Der zweiminütige Stummfilm What Happened on Twenty-third Street, New York City von 1901 ist eine frühe Verfilmung exakt dieser Szene.

Der Film war ein internationaler Erfolg.

1952 lief das Theaterstück Meine Frau erfährt kein Wort (The Seven Year Itch) erfolgreich am Broadway. In Deutschland wird es seit den 50er Jahren regelmäßig aufgeführt. Fernsehaufzeichnungen wurden 1970 im Bayerischen Rundfunk und 1982 im ZDF ausgestrahlt.

Deutsche Fassung [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche Synchronbearbeitung entstand 1955 in den Ateliers der Elite-Film Franz Schröder in Berlin. Regie führte Konrad Wagner.[1]

Rolle Darsteller Synchronsprecher
Das Mädchen Marilyn Monroe Margot Leonard
Richard Sherman Tom Ewell Arnold Marquis
Helen Sherman Evelyn Keyes Elisabeth Ried
Tom MacKenzie Sonny Tufts Curt Ackermann
Mr. Kruhulik Robert Strauss Werner Lieven
Dr. Brubaker Oskar Homolka Walter Richter
Miss Morris Marguerite Chapman Hannelore Minkus
Installateur Victor Moore Carl Heinz Carrell

Psychologische Hintergründe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film ist als „Satire über Männer, ihre Projektion auf Frauen und abgewehrten Wünsche“ zu verstehen. Die Figur des Richard Sherman sollte eigentlich von Walter Matthau und nicht von Tom Ewell gespielt werden. Sie besitzt starke Schuld- und Eifersuchtsfantasien, welche bis zu Paranoia reichen. Die Ehefrau, hier als Mutter zu sehen, wird abgespaltet, durch ihr Verreisen kann Sherman sich der Nachbarin annähern. Hier spielt Monroe eine naive Mädchenfrau und gibt Sherman so eine „sexuelle Projektionsfläche“, wobei ihre Austauschbarkeit unterstrichen wird, indem sie nicht einmal einen Namen besitzt. Sie wird in der Dreiecksbeziehung als „Kindchen“ bezeichnet, wodurch auch sein Überlegenheitsgefühl ihr gegenüber zum Ausdruck kommt. „Was bildet sie sich ein, nur ein Drink und dann schmeiß' ich sie raus“ deutet auf eine starke Angst vor Zurückweisung durch Frauen und der Angst, nicht attraktiv zu sein, hin, wobei dann immer die Frau entwertet wird. Es gibt ein Objektaufspaltungsdreieck, bei der die Mutter abgespalten wird und Schuldgefühle entstehen, welche bei Sherman zu Paranoia und Größenideen führen. Der Über-Ich-Konflikt wird nicht gelöst. Seine Verlassenheitsängste zeigen sich in der Form, dass er bei seiner Frau anruft. Nach der These von Susanne Kaut vergibt der Protagonist die Chance auf seine Reifung, da er vor der sexuellen Vereinigung mit der Nachbarin zu seiner Ehefrau flieht.[2]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Von Billy Wilder auf überaus witzig-persiflierende Art dargeboten. Glanzrolle für Marilyn Monroe.“

„Die Versuchungen eines Ehemannes auf humorvolle und witzig-persiflierende Art eben noch angängig dargestellt. Für Großstadtpublikum.“

– 6000 Filme. Kritische Notizen aus den Kinojahren 1945 bis 1958. Handbuch V der katholischen Filmkritik, 3. Auflage. Verlag Haus Altenberg, Düsseldorf 1963, S. 460

„Miss Monroe bereichert den Film um eine besondere Persönlichkeit und ein gewisses physisches Etwas, was vielleicht nicht unbedingt den Vorstellungen des Autors der Vorlage entspricht, aber sicher etwas für sich hat. Von dem Moment an, in dem sie – in einem Kleid, das ihren wohlgeformten Körper umhüllt, als habe man sie kunstvoll hineingegossen – die Szene betritt, suggeriert der berühmte Filmstar mit dem silberblonden Haar und den unschuldigen großen Augen nur eines. Und diese Suggestion beherrscht so ziemlich den ganzen Film. Es ist – nun, warum es formulieren? Miss Monroe spielt eindeutig die Titelrolle.“

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DVD-Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das verflixte 7. Jahr. Cinema Premium Edition. 2-DVD-Set. Twentieth Century Fox Home Entertainment 2006.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • George Axelrod: Meine Frau erfährt kein Wort. Komödie in drei Akten (OT: The Seven Year Itch). Deutsch von H. H. Carwin. Felix Bloch Erben, Berlin o.J. [Bühnenmanuskript]
  • Susanne Kaut: Das verflixte 7. Jahr (The Seven Year Itch). In: Theo Piegler (Hrsg.): „Ich sehe was, was du nicht siehst“ – Psychoanalytische Filminterpretationen. Psychosozial-Verlag, Gießen 2010, ISBN 978-3-8379-2034-5, S. 51–67.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Das verflixte 7. Jahr – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Thomas Bräutigam: Lexikon der Film- und Fernsehsynchronisation. Mehr als 2000 Filme und Serien mit ihren deutschen Synchronsprechern etc. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-289-X, S. 380.
  2. Susanne Kaut: Das verflixte 7. Jahr (The Seven Year Itch). In: Theo Piegler (Hrsg.): „Ich sehe was, was du nicht siehst“ – Psychoanalytische Filminterpretationen. Psychosozial-Verlag, Gießen 2010, ISBN 978-3-8379-2034-5, S. 51–66.