Asmik Grigorian

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Asmik Grigorian (2010)

Asmik Grigorian (* 12. Mai 1981 in Vilnius) ist eine litauische Opernsängerin (Sopran).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1999 legte Asmik Grigorian ihr Abitur am Nationalen M. K. Čiurlionis Kunstgymnasium in Vilnius ab. Dort lernte sie Klavier und Chordirigat. Von September 1999 bis 2003 absolvierte Asmik das Bachelorstudium und 2006 das Masterstudium im Fach Gesang an der Litauischen Akademie für Musik und Theater in ihrer Heimatstadt Vilnius. Bei zahlreichen Auftritten an den Musiktheatern Litauens, der Lettischen Nationaloper und dem Mariinsky-Theater St. Petersburg stellte sie große Rollen des jugendlich-dramatischen Fachs u. a. in Opern von Giuseppe Verdi, Giacomo Puccini und auch von russischen und französischen Komponisten dar.

Seit 2011 wurde Asmik Grigorian häufiger an Opernhäusern im deutschsprachigen Raum engagiert.[1][2] Besondere Aufmerksamkeit fand sie als Hauptdarstellerin in Opern von Pjotr Iljitsch Tschaikowski, beispielsweise als Nastasja in Die Zauberin am Theater an der Wien im September 2014[3] und als Tatjana in Eugen Onegin an der Komischen Oper Berlin im Januar 2016.[4][5] Am Hessischen Staatstheater Wiesbaden stellte sie 2016 die Judit in Herzog Blaubarts Burg von Béla Bartók und im März/April 2017 wiederum die Tatjana dar.[6]

Bei den International Opera Awards in London wurde sie 2016 als beste Nachwuchssängerin („Young Female Singer“)[7] und 2019 als beste weibliche Sängerin („Female Singer“)[8] ausgezeichnet. An der Königlichen Oper (Stockholm) wirkte sie im Dezember 2016 bei der Premiere der Oper Fedora von Umberto Giordano in der Titelrolle mit.[9][10] Ihr Debüt bei den Salzburger Festspielen gab sie im August 2017 als Marie in Alban Bergs Wozzeck und fand damit große Anerkennung bei den Rezensenten.[11][12] Als Polina in Prokofjews Der Spieler war sie ab März 2018 am Theater Basel zu erleben.[13] Im Juli 2018 konnte sie bei den Salzburger Festspielen mit ihrer gesanglichen und darstellerischen Interpretation der Titelrolle in Salome von Richard Strauss Kritik und Publikum gleichermaßen überzeugen[14][15] und diesen inzwischen auch mit zwei Preisen gewürdigten Erfolg im Jahr 2019 wiederholen[16][17]. Ihr Debüt an der Mailänder Scala gab sie im Mai 2019 als Marietta in Korngolds Die tote Stadt.[18]

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Asmik Grigorian ist die Tochter des armenischen Tenors Gegam Grigorjan (1951–2016) und der litauischen Sopranistin Irena Milkevičiūtė (* 1947), LMTA-Professorin.

Von 2000 bis 2007 war sie mit dem Opernsolisten Giedrius Žalys (* 1969) verheiratet (2002 bekamen sie einen Sohn). Im Juli 2015 heiratete sie den russischen Regisseur Wasilij Barchatow (* 1983). Eine gemeinsame Tochter wurde 2016 geboren.[19]

Repertoire[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Asmik Grigorian trat u. a. in den folgenden Rollen an bedeutenden Opernhäusern auf:[20]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dmitri Hvorostovsky sings of War, Peace, Love and Sorrow mit Asmik Grigorian als Duettpartnerin in Szenen aus Krieg und Frieden von Sergei Prokofjew und Der Dämon von Anton Rubinstein. CD erschienen bei Delos, August 2016
  • Alban Berg: Wozzeck mit Asmik Grigorian als Marie, Salzburger Festspiele 2017. Wiener Staatsopernchor, Wiener Philharmoniker, Vladimir Jurowski. DVD/Blu-ray erschienen bei Harmonia Mundi, 2018
  • Richard Strauss: Salome mit Asmik Grigorian in der Titelrolle, Salzburger Festspiele 2018. Wiener Philharmoniker, Franz Welser-Möst. DVD/Blu-ray erschienen bei Unitel, 2019

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Asmik Grigorian bei Operabase (Engagements und Termine).
  2. Asmik Grigorian (Künstlerportrait). Ruhrtriennale 2012, abgerufen am 15. Dezember 2016.
  3. Rezension zu Charodeyka am Theater an der Wien, Tiroler Tageszeitung, Mo, 15. September 2014
  4. Rezension zu Eugen Onegin an der Komischen Oper Berlin, Kieler Nachrichten, 3. Feb. 2016
  5. Premierenkritik Eugen Onegin an der Komischen Oper Berlin. In: Der Neue Merker, Wien
  6. Asmik Grigorian, Sopran. Hessisches Staatstheater Wiesbaden, abgerufen am 12. August 2017.
  7. Preisträgerliste der International Opera Awards 2016
  8. Francisco Salazar: Charles Castronovo & Asmik Grigorian Win Big At The International Opera Awards. In: OperaWire. Abgerufen am 30. April 2019 (englisch).
  9. Laura Servidei: Asmik Grigorian a heartfelt lead in Fedora, framed by Christof Loy in Stockholm. Backtrack, 12. Dezember 2016, abgerufen am 31. Januar 2017 (englisch).
  10. Jochen Rüth: Umberto Giordanos FEDORA – Premiere am 10.12.2016 – Packende Leidenschaft. Der Opernfreund (Zeitschrift), 11. Dezember 2016, abgerufen am 13. Dezember 2016.
  11. Christoph Irrgeher: Unter Mörderpuppen – Salzburger Festspiele: Alban Bergs „Wozzeck“ als Vorspiel zum Ersten Weltkrieg. In: Wiener Zeitung. 9. August 2017, abgerufen am 30. Juni 2019.
  12. Michael Tschida: Salzburg/Premierenkritik – Hopp, hopp, hopp Richtung Abgrund. In: Kleine Zeitung. 11. August 2017, abgerufen am 30. Juni 2019.
  13. Siegbert Kopp: Pech im Spiel, Glück im Theater. In: Südkurier. 11. März 2018, abgerufen am 30. Juni 2019.
  14. Stephan Hilpold: „Kopf des Tages“: Asmik Grigorian: Umjubelte Salzburger Salome. In: Der Standard. 29. Juli 2018, abgerufen am 30. Juni 2019.
  15. Gerald Heidegger: „Salome“: Schock und Begeisterung. In: news ORF.at. 29. Juli 2018, abgerufen am 29. Juli 2018.
  16. C. F. Pichler: Salzburger Festspiele: „Salome“ triumphiert wieder. In: stol.it. 26. August 2019, abgerufen am 2. September 2019.
  17. Sophia Felbermair: „Salome“: Die Rückkehr eines Triumphs. In: orf.at. 26. August 2019, abgerufen am 2. September 2019.
  18. Christian Wildhagen: Ein Jahrhundert zu spät, aber so packend wie selten. In: Neue Zürcher Zeitung. 31. Mai 2019, abgerufen am 30. Juni 2019.
  19. A. Grigorian ir V. Barchatovas susilaukė kūdikio
  20. siehe auch Videobeispiele in Youtube
  21. Österreichischer Musiktheaterpreise an Grigorian und Petrov. Abgerufen am 23. Juni 2019.
  22. Umfrage unter Kritikern - "Opernhaus des Jahres" steht im Elsass. In: zdf.de. 18. September 2019, abgerufen am 19. September 2019.