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Autonomer Bezirk (China)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Verwaltungsgliederung
der Volksrepublik China

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Autonome Bezirke (chinesisch 自治州, Pinyin zìzhìzhōu) sind Verwaltungseinheiten in der Volksrepublik China unterhalb der Provinzebene. Im Jahr 2021 existieren in China 30 autonome Bezirke.[1] Diese Zahl ist seit vielen Jahren stabil.

Nach den fünf autonomen Regionen (Provinzebene) sind die autonomen Bezirke die zweithöchste Verwaltungseinheit Chinas mit regionaler ethnischer Autonomie. Es ist gesetzlich vorgeschrieben, dass der Bezirksvorsteher Angehöriger der Nationalität sein muss, die die Autonomierechte ausübt. Autonome Bezirke setzen sich auf Kreisebene aus kreisfreien Städten, Kreisen und autonomen Kreisen zusammen.

Verwaltungssysteme der Bezirksebene

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Autonome Bezirke in der Volksrepublik China

In der Verwaltung Chinas gibt es unterhalb der Provinzebene die Bezirksebene (地級 / 地级). Auf dieser Ebene unterscheidet man bezirksfreie Städte (地級市 / 地级市), Regierungsbezirke (地區 / 地区), Bünde () und autonome Bezirke.

Autonome Bezirke und bezirksfreie Städte sind Verwaltungsgliederungen ersten Grades, d. h., sie verfügen – wie z. B. die übergeordneten Provinzen und die untergeordneten Kreise – über beide Parlamentskammern (Volkskongress und Konsultativkonferenz), sowie über eine Volksregierung (人民政府), die vom Volkskongress der Stadt bzw. des autonomen Bezirks gewählt wird. Regierungsbezirke und Bünde sind hingegen Verwaltungsgliederungen zweiten Grades, nämlich „Provinzmittelbehörden“, d. h., sie haben keine Volkskongresse, keine Konsultativkonferenzen und vor allem keine Volksregierungen. Stattdessen haben sie ein Verwaltungsamt (行政公署) als Regierung. Das Verwaltungsamt wird von der übergeordneten Provinz- bzw. Gebietsregierung eingesetzt. Damit nehmen autonome Bezirke und bezirksfreie Städte einen etwas höheren Rang ein, als Regierungsbezirke und Bünde. Das äußert sich z. B. darin, dass in Xinjiang zwei Regierungsbezirke (Tacheng und Altay) einem autonomen Bezirk (Ili) unterstellt sind. In diesem Sonderfall setzt die Regierung des autonomen Bezirks die Verwaltungsämter der beiden Regierungsbezirke ein.

Liste aller Autonomen Bezirke Chinas

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Provinz­ebene Name des autonomen Bezirks Chinesisch (vereinf.) Pinyin Volk Hauptstadt
Jilin Autonomer Bezirk Yanbian der Koreaner 延边朝鲜族自治州 Yánbiān Cháoxiǎnzú Zìzhìzhōu Koreaner Yanji
Hubei Autonomer Bezirk Enshi der Tujia und Miao 恩施土家族苗族自治州 Ēnshī Tǔjiāzú Miáozú Zìzhìzhōu Tujia und Miao Enshi
Hunan Autonomer Bezirk Xiangxi der Tujia und Miao 湘西土家族苗族自治州 Xiāngxī Tǔjiāzú Miáozú Zìzhìzhōu Tujia und Miao Jishou
Sichuan Autonomer Bezirk Ngawa der Tibeter und Qiang 阿坝藏族羌族自治州 Ābà Zàngzú Qiāngzú Zìzhìzhōu Tibeter und Qiang Barkam
Sichuan Autonomer Bezirk Garzê der Tibeter 甘孜藏族自治州 Gānzī Zàngzú Zìzhìzhōu Tibeter Kangding
Sichuan Autonomer Bezirk Liangshan der Yi 凉山彝族自治州 Liángshān Yízú Zìzhìzhōu Yi Xichang
Guizhou Autonomer Bezirk Qiandongnan der Miao und Dong 黔东南苗族侗族自治州 Qiándōngnán Miáozú Dòngzú Zìzhìzhōu Miao und Dong Kaili
Guizhou Autonomer Bezirk Qiannan der Bouyei und Miao 黔南布依族苗族自治州 Qiánnán Bùyīzú Miáozú Zìzhìzhōu Bouyei und Miao Duyun
Guizhou Autonomer Bezirk Qianxinan der Bouyei und Miao 黔西南布依族苗族自治州 Qiánxīnán Bùyīzú Miáozú Zìzhìzhōu Bouyei und Miao Xingyi
Yunnan Autonomer Bezirk Dehong der Dai und Jingpo 德宏傣族景颇族自治州 Déhóng Dǎizú Jǐngpōzú Zìzhìzhōu Dai und Jingpo Mang
Yunnan Autonomer Bezirk Nujiang der Lisu 怒江傈僳族自治州 Nùjiāng Lìsùzú Zìzhìzhōu Lisu Großgemeinde Liuku im Kreis Lushui
Yunnan Autonomer Bezirk Dêqên der Tibeter 迪庆藏族自治州 Díqìng Zàngzú Zìzhìzhōu Tibeter Shangri-La
Yunnan Autonomer Bezirk Dali der Bai 大理白族自治州 Dàlǐ Báizú Zìzhìzhōu Bai Dali
Yunnan Autonomer Bezirk Chuxiong der Yi 楚雄彝族自治州 Chǔxióng Yízú Zìzhìzhōu Yi Chuxiong
Yunnan Autonomer Bezirk Honghe der Hani und Yi 红河哈尼族彝族自治州 Hónghé Hānízú Yízú Zìzhìzhōu Hani und Yi Gejiu
Yunnan Autonomer Bezirk Wenshan der Zhuang und Miao 文山壮族苗族自治州 Wenshān Zhuàngzú Miáozú Zìzhìzhōu Zhuang und Miao Wenshan
Yunnan Autonomer Bezirk Xishuangbanna der Dai 西双版纳傣族自治州 Xīshuāngbǎnnà Dǎizú Zìzhìzhōu Dai Jinghong
Gansu Autonomer Bezirk Linxia der Hui 临夏回族自治州 Línxià Huízú Zìzhìzhōu Hui Linxia
Gansu Autonomer Bezirk Gannan der Tibeter 甘南藏族自治州 Gānnán Zàngzú Zìzhìzhōu Tibeter Hezuo
Qinghai Autonomer Bezirk Haibei der Tibeter 海北藏族自治州 Hǎiběi Zàngzú Zìzhìzhōu Tibeter Großgemeinde Xihai im Kreis Haiyan
Qinghai Autonomer Bezirk Hainan der Tibeter 海南藏族自治州 Hǎinán Zàngzú Zìzhìzhōu Tibeter Gonghe
Qinghai Autonomer Bezirk Huangnan der Tibeter 黃南藏族自治州 Huángnán Zàngzú Zìzhìzhōu Tibeter Rongwo
Qinghai Autonomer Bezirk Golog der Tibeter 果洛藏族自治州 Guǒluò Zàngzú Zìzhìzhōu Tibeter Maqên
Qinghai Autonomer Bezirk Yushu der Tibeter 玉树藏族自治州 Yùshù Zàngzú Zìzhìzhōu Tibeter Gyêgu
Qinghai Autonomer Bezirk Haixi der Mongolen und Tibeter 海西蒙古族藏族自治州 Hǎixī Měnggǔzú Zàngzú Zìzhìzhōu Mongolen und Tibeter Delhi
Xinjiang Kirgisischer autonomer Bezirk Kizilsu 克孜勒苏柯尔克孜自治州 Kèzīlèsū Kē'ěrkèzī Zìzhìzhōu Kirgisen Atux
Xinjiang Mongolischer autonomer Bezirk Bortala 博尔塔拉蒙古自治州 Bó'ěrtǎlā Měnggǔ Zìzhìzhōu Mongolen Bortala
Xinjiang Autonomer Bezirk Changji der Hui 昌吉回族自治州 Chāngjí Huízú Zìzhìzhōu Hui Changji
Xinjiang Mongolischer autonomer Bezirk Bayingolin 巴音郭楞蒙古自治州 Bāyīnguōlèng Měnggǔ Zìzhìzhōu Mongolen Korla
Xinjiang Kasachischer autonomer Bezirk Ili 伊犁哈萨克自治州 Yīlí Hāsàkè Zìzhìzhōu Kasachen Gulja
  • Sebastian Heilmann: Politisches System, 3. Volksrepublik. In: Stefan Friedrich, Hans-Wilm Schütte, Brunhild Staiger (Hrsg.) Das große China-Lexikon. Geschichte, Geographie, Gesellschaft, Politik, Wirtschaft, Bildung, Wissenschaft, Kultur. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2003, ISBN 3-534-14988-2, S. 575–578.
  • Erling von Mende, Heike Holbig: Lokalverwaltung. In: Stefan Friedrich, Hans-Wilm Schütte, Brunhild Staiger (Hrsg.) Das große China-Lexikon. Geschichte, Geographie, Gesellschaft, Politik, Wirtschaft, Bildung, Wissenschaft, Kultur. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2003, ISBN 3-534-14988-2, S. 456–458.
  • Meyers Atlas China. Auf dem Weg zur Weltmacht. Bibliographisches Institut AG, Mannheim 2010, ISBN 978-3-411-08281-0, S. 92–93.
  • Yin Zhongqing (尹中卿): Das politische System im heutigen China. China Intercontinental Press, Beijing 2004, ISBN 7-5085-0470-4.

Einzelnachweise

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  1. 2021年行政区划 („Verwaltungsgliederung im Jahr 2021“). xzqh.org, abgerufen am 14. September 2024 (chinesisch (vereinfacht)).