Bürgersaal (München)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Bürgersaal München
Innenansicht gegen den Hochaltar
Schutzengel, Ignaz Günther

Der Bürgersaal in München, seit der Weihe des Hochaltars am 13. Mai 1778 inoffiziell auch „Bürgersaalkirche“ genannt, ist der Bet- und Versammlungssaal der Marianischen Männerkongregation »Mariä Verkündigung« am Bürgersaal zu München. Er wurde 1709/10 nach Plänen von Giovanni Antonio Viscardi erbaut. Seit 1778 wird der Saal als Kirche genutzt.

Lage[Bearbeiten]

Der Bürgersaal (Neuhauser Straße 14) befindet sich im Kreuzviertel der historischen Altstadt an der Fußgängerzone Nähe Karlstor.

Geschichte[Bearbeiten]

Nachdem der alte Kongregationssaal zu klein wurde, entschlossen sich die Sodalen der 1610 gegründeten Marianischen Männerkongregation »Mariä Verkündigung« zu einem Neubau. Da er zuerst nicht für Gottesdienstfeiern vorgesehen war, entschied man sich für eine Lage an der Ost-West-Magistrale der Salzstraße in unmittelbarer Nähe zu dem Jesuitenkloster St. Michael, in deren Gymnasium die Marianische Männerkongregation gegründet worden war. Auch hatten die Jesuiten die seelsorgerliche Leitung. Insofern ist der Bau des Bürgersaales rein privat durch die Marianische Männerkongregation finanziert.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde der Bürgersaal bei Fliegerangriffen 1944 bis auf die Außenmauern zerstört; nur die Hauptfassade blieb unbeschädigt.

Architektur[Bearbeiten]

Die Fassade folgt dem Aufbau im Inneren, die eine Unterteilung in eine Oberkirche und eine Unterkirche kennt.

Die Oberkirche entspricht dem Bürgersaal vor seiner Zerstörung. Lediglich das Deckenfresko „Mariae Himmelfahrt“ (Martin Knoller, 1773/74) wurde nicht rekonstruiert. Der Gesamtentwurf stammt von Johann Andreas Wolff. Deutlich erkennbar ist der ursprüngliche Verwendungszweck als Saal, der durch den Hochaltar im Norden eine neue Orientierung erhält.

Die Unterkirche besteht aus einem fensterlosen, dreischiffigen Raum, der erst seit Ende des 19. Jahrhunderts zusammen mit der Kongregationsdruckerei zur Krypta umgewandelt wurde. Der 1898 von Erzbischof Franz Joseph von Stein eingeweihte Kreuzweg wurde vom Münchner Architekten Joseph Elsner entworfen und von seinem Mitarbeiter Hans Sprenger geschaffen.[1]

Bedeutende Werke[Bearbeiten]

Grablege bedeutender Personen[Bearbeiten]

Pater Rupert Mayer

Orgel[Bearbeiten]

Die Orgel der Bürgersaalkirche wurde 1994 von der Orgelbaufirma Vleugels (Hardheim) erbaut und dem seligen Pater Rupert Mayer SJ[2] gewidmet. Das Instrument hat mechanische Spieltrakturen und elektrische Registertrakturen.

Orgel
I Hauptwerk C–a3
1. Praestant 16'
2. Principial 8'
3. Tibia 8'
4. Gamba 8'
5. Octave 4'
6. Spitzflöte 4'
7. Vox angelica 4'
8. Quint 22/3'
9. Superoctave 2'
10. Terz 13/5'
11. Larigot 11/3'
12. Cornetmixtur III 22/3'
13. Mixtur V 11/3'
14. Fagott 16'
15. Trompete 8'
Tremulant
II Positiv C–a3
16. Bordun 16'
17. Geigenprincipal 8'
18. Rohrflöte 8'
19. Principal 4'
20. Traversflöte 4'
21. Quintflöte 22/3'
22. Flautino 2'
23. Terzflöte 13/5'
24. Sifflöte 1'
25. Cymbal 1'
26. Klarinette 8'
27. Vox humana 8'
Tremulant
III Schwellwerk C–a3
28. Gamba 16'
29. Soloflöte 8'
30. Salicional 8'
31. Vox coelestis 8'
32. Viola 4'
33. Querflöte 4'
34. Nasat 22/3'
35. Piccolo 2'
36. Violine 2'
37. Terz 13/5'
38. Harmonia aeth. III 22/3'
39. Oboe 8'
40. Clarine 4'
Tremulant
Pedal C–g1
41. Principalbaß 16'
42. Violonbaß 16'
43. Subbaß 16'
44. Quintbaß 102/3'
45. Octavbaß 8'
46. Flötbaß 8'
47. Superoctavbaß 4'
48. Hintersatz III 22/3'
49. Posaune 16'
50. Zinke 8'
  • Koppeln: II/I, III/I, III/II, I/P, II/P, III/P (mechanisch und elektrisch)
  • Nebenregister: Cymbelstern, Vogelsang, Glockenspiel (c0 - a3), Spielbar auf dem I. oder II. Manual
  • Spielhilfen: 2560fache elektronische Setzeranlage, Sequenzer Crescendowalze mit zwei Kombinationen. Feste Kombinationen: Zungen an, Zungen ab, Tutti

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kreuzwegstationen
  2. Die Pater-Rupert-Mayer-Orgel in der Oberkirche.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Klaus Gallas: München. Von der welfischen Gründung Heinrichs des Löwen bis zur Gegenwart: Kunst, Kultur, Geschichte.. DuMont, Köln 1979, ISBN 3-7701-1094-3 (DuMont-Dokumente: DuMont-Kunst-Reiseführer).
  • Lothar Altmann, Horst Th. Esterer, Christoph Kürzeder, Peter Linster SJ: München. Bürgersaal-Kirche der Marianischen Männerkongregation „Mariä Verkündigung“. (Schnell, Kunstführer Nr. 95), Schnell & Steiner, Regensburg 2009, ISBN 978-3-7954-4134-0 (dt.), 978-3-7954-6798-2 (engl.), 978-3-7954-6799-9 (ital.)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bürgersaal München – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

48.13898888888911.568219444444Koordinaten: 48° 8′ 20″ N, 11° 34′ 6″ O