Dieburg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel befasst sich mit der Stadt Dieburg, zur gleichnamigen Burg im Pfälzerwald siehe Burg Alsenborn
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Dieburg
Dieburg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Dieburg hervorgehoben
Koordinaten: 49° 54′ N, 8° 50′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Darmstadt-Dieburg
Höhe: 143 m ü. NHN
Fläche: 23,08 km2
Einwohner: 15.500 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 672 Einwohner je km2
Postleitzahl: 64807
Vorwahl: 06071
Kfz-Kennzeichen: DA, DI
Gemeindeschlüssel: 06 4 32 004
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 4
64807 Dieburg
Webpräsenz: www.dieburg.de
Bürgermeister: Frank Haus (Parteilos)
Lage der Stadt Dieburg im Landkreis Darmstadt-Dieburg
Erzhausen Weiterstadt Griesheim Pfungstadt Bickenbach (Bergstraße) Alsbach-Hähnlein Seeheim-Jugenheim Modautal Mühltal Ober-Ramstadt Messel Eppertshausen Münster (Hessen) Dieburg Roßdorf (bei Darmstadt) Fischbachtal Groß-Bieberau Reinheim Groß-Zimmern Otzberg Groß-Umstadt Schaafheim Babenhausen (Hessen) Darmstadt Bayern Odenwaldkreis Kreis Bergstraße Kreis Groß-Gerau Landkreis OffenbachKarte
Über dieses Bild
Dieburg – Plan der Innenstadt

Dieburg ist eine Stadt und ein Mittelzentrum im Süden von Hessen, etwa 15 km östlich von Darmstadt. Dieburg war vor 1977 Kreisstadt des Altkreises Dieburg und liegt im östlichen Teil des Landkreises Darmstadt-Dieburg. Die Stadt ist einer der Standorte der Hochschule Darmstadt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieburg liegt in Südhessen, circa 15 km östlich von Darmstadt im weitläufigen Tal der Gersprenz. Geologisch ist Dieburg durch das Tal der Gersprenz geprägt. Die Böden bestehen überwiegend aus tertiären Ablagerungen wie Kies, Sand und Ton überdeckt von jüngeren Flussablagerungen sowie Löss- und Flugsanddecken.[2] Die Stadt liegt nördlich des auslaufenden Mittelgebirges Odenwald in der Dieburger Bucht, die ein westlicher Ausläufer der Hanau-Seligenstädter Senke (Hanauer Becken oder auch Östliche Untermainebene) ist.[3] Nördlich und westlich der Stadt liegen ausgedehnte Waldgebiete der Dreieich. Höchste Erhebung ist der Mainzer Berg (auch Moret genannt) mit 227 m ü. NN.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Norden grenzt Dieburg an die Gemeinde Münster (Hessen), im Osten an den Ortsteil Münster-Altheim, im Südosten an den Ortsteil Groß-Umstadt-Semd, im Süden an die Gemeinde Groß-Zimmern und dessen Ortsteil Klein-Zimmern sowie im Westen an den Ortsteil Grube Messel der Gemeinde Messel.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieburg umfasst offiziell nur eine Gemarkung (Gmk.-Nr. 61067) und besitzt keine Stadtteile. Trotzdem gibt es für die Dieburger aber Viertel, die die Stadt weiter unterteilen. Eine Grenze zwischen Dieburg-Ost und Dieburg-West verläuft quer über den Leerparkplatz, den größten Parkplatz, westlich der Innenstadt. Die Grenzlinie zwischen Dieburg-Süd und Dieburg-Nord bildet die Bahnlinie Aschaffenburg – Darmstadt Hbf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgeschichte und Antike[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Besiedlung des Stadtgebietes reicht bis in die Bronzezeit hinein. Ob die sogenannte Ochsenfigur von Dieburg aus der Kupferzeit aus der Dieburger Gegend stammt, ist nicht mehr eindeutig verifizierbar.

In der auslaufenden Eisenzeit siedelte im Gebiet um die Stadt der Stamm der Auderiensier. Die fruchtbare Dieburger Bucht wurde dann in den Jahren von 85–90 n. Chr. in die Provinz Obergermanien des Römischen Reiches eingegliedert. Etwa um 125 n. Chr. wurde im Bereich des heutigen Südhessen die Civitas Auderiensium gegründet, deren Hauptort das heutige Dieburg mit dem nur unvollständig überlieferten Namen …MED… wurde. Als neuangelegte, stadtähnliche Siedlung befand sich das Forum im Kreuzungsbereich Frankfurter- / Aschaffenburger Straße. Zahlreiche Kultgegenstände, darunter ein bedeutendes Zeugnis des Mithraskultes, konnten ergraben werden und sind heute im Stadtmuseum zu sehen.

In der Zeit um 200 blühte die Siedlung auf. Das römische Dieburg war ein Vicus, allerdings mit städtischem Charakter. In der für Landwirtschaft gut geeigneten Umgebung entstanden zahlreiche Villae Rusticae, die als Wirtschaftsgüter MED... und die Truppen am nahen Limes versorgten.

Im Laufe des 3. Jahrhunderts häuften sich allerdings Raubüberfälle der Alamannen aus dem Gebiet außerhalb des Limes. Obwohl der Ort, der die spätere mittelalterliche Stadt in seiner Fläche weit übertraf, mit einer Stadtmauer gesichert wurde, konnte nicht verhindert werden, dass sich das Römische Reich ab 260 n. Chr. auf linksrheinische Gebiete Germaniens zurückziehen musste (Limesfall). Das Schicksal der Stadt bis zum frühen Mittelalter liegt im Dunkeln. Eine Kontinuität der Besiedlung ist aber, wenn auch in weit einfacherem Rahmen als zuvor, sehr wahrscheinlich. Münzfunde und Bebauungsspuren deuten darauf hin. So liegt die heutige Wallfahrtskirche im westlichen Bereich des römischen Forums, ihr Grundriss wird durch römische Vorgängerbauten bestimmt. Vermutlich vermischte sich der zurückbleibende Teil der römischen Bevölkerung, der hauptsächlich germanischen und keltischen Ursprungs war, mit den hinzuströmenden Alamannen, die eventuell als Föderaten im Vorfeld des römischen Mainz (Mogontiacum) noch regen Handel mit dem Imperium trieben.

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das älteste Siegel der Stadt Dieburg

Nach der Eroberung des Gebietes durch die Franken wurde in Dieburg und im nahen Groß-Umstadt ein Königshof installiert.[4] Die Siedlung war zu dieser Zeit als „Altenstadt“ bekannt und konzentrierte sich um den Bereich der Wallfahrtskirche, deren Ursprungsbau spätestens karolingisch ist, wie aber schon gesagt wurde, auch einen römischen Vorgängerbau besitzt, dessen Zweckbestimmung unbekannt ist. Die Hauptstraße dieser Siedlung trägt heute noch den Namen „Altstadt“, obwohl sie außerhalb der Mauern des mittelalterlichen Dieburgs lag.

Diese mittelalterliche Stadt Dieburg wurde erstmals im Jahr 1169 als „Castrum Dieteburg“ erwähnt. Sie ist eine Stadt, die planmäßig im Bereich zwischen der Wasserburg in der Gersprenz und der „Altenstadt“ angelegt wurde. Ihr mustergültiger Grundriss mit differenzierten Haupt- und Nebengassen, Stadtmauer mit Gräben, Burg, Markt und neuer Pfarrkirche ist heute noch im Stadtplan zu erkennen. Neuere Forschungen gehen anhand dieser Stadtanlage davon aus, dass das regierende Kaisergeschlecht der Staufer Dieburg zu einer Reichsstadt ausbauen wollte, um ihre Machtbasis im heutigen Rhein-Main-Gebiet zu verbessern. Allerdings geriet die Stadt schnell in die Abhängigkeit des Erzbistums Mainz. Nach der Stadtgründung blieb Altenstadt als Vorstadt mit der Wallfahrtskirche erhalten. Damals war die Wallfahrtskirche noch Stadtkirche St. Peter und Paul, erst im 16. Jh. ging das Patrozinium auf die heutige Stadtkirche in der Stadt über, danach wurde die Kirche in der Altstadt in Wallfahrtskirche umbenannt.

Der Name der Stadt bedeutet so etwas wie „Volksburg“, da das Wort „Diete“ vom altdeutschen „diot“ = Volk stammt. (Das Wort deutsch hat die gleiche Wurzel.)

In dieser Zeit bestand in Dieburg eine der 30 Wildhuben des Wildbannes Dreieich, welchem auch die umliegenden Wälder angehörten.

Um 1220 entstand die Stadtmauer. Ab 1239 waren die Herren von Münzenberg im Besitz der Burg. Nach deren Aussterben gelangte Dieburg in den Besitz der Grafen von Isenburg. 1277 gewährte Rudolf von Habsburg dem „oppidium Dippurch“ auf Bitten des Mainzer Erzbischofs Werner von Eppstein alle Freiheitsrechte und bestätigte die vorhandenen Stadtrechte. Zwischen 1284 und 1294 kaufte der Erzbischof von Mainz die Anteile an Burg und Stadt von den Grafen von Isenburg.

Im Jahre 1310 wurde Dieburg vollständig kurmainzisch und Residenz zahlreicher Adelsfamilien, die von hier aus ihre umliegenden Besitzungen verwalteten. Das Schloss der Familie von Fechenbach ist als Stadtmuseum erhalten, ebenso Reste des berühmten Parks des vergangenen Stockauer Schlosses derer von Groschlag. Die alte Burg wurde um 1810 fast vollständig abgerissen, zu einem Schloss der Familie Albini (Albinischloss) umgestaltet, kam 1857 in den Besitz der Stadt und dient nach einigen Umbauten heute (noch) als Landratsamt.

Für das Jahr 1368 ist die Verleihung des Münzrechts an den Henelin von Straßburg durch Erzbischof Gerlach von Nassau belegt.

Historische Namensformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historisch dokumentierte Erwähnungen des Ortes sind:[5]

  • Dieburch (1207)
  • Ditburg (1208)
  • Dipburg (1254)
  • Dippurch (1262)
  • Dipurg (1269)
  • Diepurg (1276)
  • Diepburg (1284)
  • Dippurg (1286)
  • Dyetburch (1291)
  • Deypurg (1293)
  • Dyburg (1297)
  • Dypburg (1314)
  • Dyppurg (1327)
  • Dyepurck (1339)
  • Ditpurg
  • Dytpurg (1354)

1500–1700[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieburg um 1700

Im Mittelalter entwickelte sich Dieburg vor allem aufgrund seiner Lage als Etappenort zwischen den kurfürstlichen Residenzen Mainz und Aschaffenburg zu einem aufstrebenden Verwaltungs- und Wirtschaftszentrum. Seit 1553 hatte der Erzbischof von Mainz den Land- und Marktzoll zu Dieburg inne.

Die urkundliche Ersterwähnung von Bewirtungen am Aschermittwoch im Jahre 1508 gilt als erster Beleg der Dieburger Fastnacht.

Innerhalb des Mainzer Oberstiftes war Dieburg Mitglied des Neunstädtebundes, mit umfangreichen Privilegien. Im Bauernkrieg stellte sich der Bund auf die Seite der Aufständischen. Nach dessen Niederschlagung wurden diese Vorrechte von Kurfürst Albrecht von Brandenburg in der Stadtordnung von 1527 vollständig aberkannt. Im Zuge des Bauernaufstandes 1525 wurden das Schloss und der kurfürstliche Vorratskeller geplündert. Die aufständischen Bauern wurden im Odenwald und am Main von einem Söldnerheer geschlagen.

Mitte des 16. Jahrhunderts war die Mehrheit der Bürger katholisch. In den Jahren 1582 bis 1586 kam es zu Konfessionsstreitigkeiten zwischen dem protestantisch dominierten Stadtrat und dem katholischen Pfarrer.

Um 1600 entstand mitten auf dem Marktplatz das (nicht mehr erhaltene) Renaissance-Rathaus. Zwischen 1606 und 1613 litt die Bevölkerung unter einer Pestepidemie, in deren Verlauf die Hexenprozesse (seit 1596) wieder aufloderten.

Im Dreißigjährigen Krieg kam es zu Truppendurchzügen der Spanier, Pfälzer und Bayern. Mit den Soldaten wurde wieder die Pest eingeschleppt. 1622 brandschatzte der protestantische Heerführer Ernst von Mansfeld die ungeschützten Vororte. Die zweite Welle der Hexenprozesse begann 1626. Beim Friedensschluss bot Dieburg ein trostloses Bild: Die Stadt halb zerfallen, die Vorstädte zerstört, die Verteidigungsanlagen desolat, die Bevölkerung stark auf nur noch 500 Einwohner dezimiert. Es folgten der religiöse Wiederaufbau und die Wiederbelebung der Wallfahrt (1675). Mit den neu errichteten Schlössern Stockau nebst weiträumigem Schlossgarten (1699) und Fechenbach (1717) entfaltete sich auch in Dieburg barocke Pracht.

Hexenprozesse in Dieburg 1600–1630[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1600 bis 1630 sind für das Erzstift Mainz Dokumente zum Tod von 1879 Menschen als Opfer der Hexenverfolgungen erhalten geblieben. In Dieburg fanden etwa 60 Menschen den Tod auf dem Scheiterhaufen.

Der „Drache zu Dieburg“ war der Glöckner und Kupferschmied Lorenz Drach aus Dieburg. Er wurde am 18. April 1603 im kurmainzischen Aschaffenburg zusammen mit anderen Männern durch Vierteilung hingerichtet. Wegen der Verfolgung ihrer Frauen hatten die Männer eine Schmähschrift verfasst, in der die Hexenprozesse des Erzbischofs angeprangert wurden. Sie wurden beschuldigt, angeblich die Ermordung des Erzbischofs geplant zu haben.[6][7]

1626 wurde Kurfürst Georg Friedrich von Greiffenclau gleich zu seinem ersten Besuch in Dieburg von der Zentmannschaft gebeten, die nötigen Untersuchungen zur Ausrottung des Lasters der Zauberei anzuordnen.

In Dieburg gab es viele der Hexerei verdächtige Personen, und das Volk war sehr aufgebracht. Zur Beruhigung der Einwohner wurde ein Hexenprozess begonnen gegen die Witwe von Martin Padt, deren Mutter zwanzig Jahre zuvor als Hexe verbrannt worden war. Am 26. Juni 1627 wurde sie verhört und am 7. Juli hingerichtet. Von der Padtin wurden viele Menschen als angebliche Mitschuldige besagt, so dass es zu einer Serie neuer Prozesse in Dieburg, Seligenstadt, Aschaffenburg usw. kam.

Als angebliche Hexentanzplätze wurden in den unter der Folter erpressten Geständnissen genannt: der Eichwasen bei Dieburg, der Humesbühl, der große Formel usw.

Ein Angeklagter, Philipp Krämer aus Dieburg, sagte im Verhör aus, dass alle Zeugenaussagen gegen ihn falsch seien und der Glaube an Hexerei nichts als Aberglauben wäre. Dafür wurde er am 6. September 1627 enthauptet und seine Leiche verbrannt.

1627 wurden nach den vorliegenden Akten in Dieburg 36 Personen hingerichtet, nach Notizen von Pfarrer Laubenheimer sogar 85 „Hexen“.

1629 begann im November eine neue Prozesswelle gegen 21 Verdächtige, und ganze Familien sind fast völlig ausgerottet worden.

19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der Napoleonischen Kriege kamen mehrmals französische Truppen nach Dieburg. Zu Beginn des 19. Jh. wurde das fast 500 Jahre lang kurmainzische Dieburg hessisch und Kreisstadt des Kreises Dieburg in der Provinz Starkenburg im Großherzogtum Hessen. Zeitweise war es Sitz des Regierungsbezirkes Dieburg. Durch die frühe Anbindung an die Hessische Ludwigsbahn – der Bahnhof wurde 1861 erbaut und 1863 fertiggestellt – konnte sich Dieburg auch industriell entwickeln. Ebenso entstanden ca. 200 Handwerksbetriebe. 1895 wurde Dieburg an die Dreieichbahn angebunden.

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1977 wurde der Landkreis Dieburg mit dem Landkreis Darmstadt zum Landkreis Darmstadt-Dieburg vereinigt. Dieburg verlor so seinen Kreisstadtstatus. Seit 2004 werden Teile des teilweise in Dieburg noch ansässigen Landratsamts nach Darmstadt-Kranichstein (das nicht dem Landkreis angehört) übersiedelt. Die Staatliche Abteilung wird dafür in Dieburg (auch für den Westkreis) konzentriert. Durch den von der Landesregierung betriebenen Abzug des Kataster-, Gesundheits- und Schulamts wird die 1900 Jahre währende Mittelpunktfunktion in der Verwaltung der Region aus finanziellen Gründen weiter erheblich geschwächt. Mittlerweile stehen zwei denkmalgeschützte Landesliegenschaften aus der Gründerzeit (das alte Amtsgericht und die alte Polizeistation, die durch einen Neubau am Stadtrand ersetzt wurde) leer.

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde die Stadt Dieburg als eine von nur 31 Kommunen in Hessen nicht verändert. die benachbarten Gemeinden Semd und Klein-Zimmern versuchten zwar 1972 eingemeindet zu werden, die Stadt Dieburg lehnte aber ab.[8]

siehe auch Dieburger Siegel, Dieburg in der Zeit des Nationalsozialismus

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belegte Einwohnerzahlen sind:[5][9]

  • 1485: 00040 Hofstätten in Altenstadt und Minnefeld
    in mainzischem Besitz, 11 Häuser auf dem Steinweg
  • 1508: 00341 Familien
  • 1545: 00333 steuerpflichtige Haushaltsvorstände
  • 1618: 01816 bzw. 2600 Einwohner
  • 1648: 00500 Einwohner
  • 1659: 00975 Einwohner
  • 1663: 01185 Einwohner
  • 1695: 01500 Einwohner
  • 1804: 02125 Einwohner
  • 1829: 02965 Einwohner
  • 1939: 06584 Einwohner
  • 1961: 09523 Einwohner
  • 1970: 11.394 Einwohner
  • 1987: 13.436 Einwohner
  • 1997: 15.012 Einwohner
Dieburg: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1967
Jahr     Einwohner
1834
  
3.042
1840
  
3.541
1846
  
3.602
1852
  
3.680
1858
  
3.707
1864
  
3.591
1871
  
3.736
1875
  
3.927
1885
  
4.160
1895
  
4.782
1905
  
5.557
1910
  
5.755
1925
  
6.139
1939
  
6.584
1946
  
7.884
1950
  
8.562
1956
  
8.979
1961
  
9.532
1967
  
10.629
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadtverordnetenversammlung ist das oberste Organ der Stadt. Ihre politische Zusammensetzung wird alle fünf Jahre in der Kommunalwahl durch die Wahlbevölkerung der Stadt bestimmt. Wählen darf, wer das 18. Lebensjahr vollendet hat und Deutscher Staatsbürger im Sinne des Grundgesetzes oder Staatsangehöriger eines der übrigen Mitgliedstaaten der Europäischen Union ist. Für alle gilt, dass sie seit mindestens drei Monaten in der Stadt gemeldet sein müssen.

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[10] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[11][12]

Sitzverteilung in der Stadtverordnetenversammlung 2016
     
Von 37 Sitzen entfallen auf:
Wahlvorschläge CDU SPD Grüneg FDP UWDu[13] Sitzverteilung
2016 Stimmanteila 38,8 22,3 16,9 11,6 10,4
Sitze (von 37) 15 8 6 4 4
2011 Stimmanteila 38,8 23,6 21,1 9,2 7,2
Sitze (von 37) 14 9 8 3 3
2006 Stimmanteila 45,7 21,9 12,8 11,0 8,5
Sitze (von 37) 17 8 5 4 3
2001i Stimmanteila 47,3 28,0 10,1 9,2 5,3
Sitze (von 37) 18 10 4 3 2
1997n Stimmanteila 49,6 23,9 10,9 6,4 5,9
Sitze (von 37) 19 9 4 3 2
CDU SPD Grüne FDP UWD Sitzverteilung
a prozentualer Anteil an den abgegebenen gültigen Stimmen
i seit der Wahl 2001 besteht die Möglichkeit zum Kumulieren und Panaschieren; die 5%-Hürde wurde abgeschafft
g 1997 als Grüne/LD
u Unabhängige Wählergemeinschaft Dieburg
n in der Tabelle feht: 1997 die NPD mit 3,4 %

Es waren 37 Stadtverordnete für die Legislaturperiode vom 1. April 2016 bis 31. März 2021 zu wählen. Von 11.868 Wahlberechtigten gingen 6.107 zur Wahl. Somit fiel die Wahlbeteiligung von 57,4 % im Jahr 2011 auf 51,5 % im Jahr 2016.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 9. August 2017 ist Frank Haus (parteilos) Bürgermeister der Stadt Dieburg, nachdem er am 12. März 2017 im ersten Wahlgang mit 50,2 Prozent der Stimmen gewählt wurde.[14]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Dieburg
Wappenbeschreibung: „In Blau der Hl. Martin mit goldenem Nimbus und goldener Rüstung auf einem nach links schreitenden silbernen Roß, seinen roten Mantel durch das linkshändig gehaltene Schwert mit dem zu seinen Füßen kauernden Bettler teilend.“[15]

Das Wappen ist ein Entwurf des Heraldikers Georg Massoth aus dem Jahr 1950. Im Oktober 1952 wurde der Stadt Dieburg durch den Hessischen Minister des Innern die Führung eines Wappens genehmigt.[16]

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge wurde am 20. Juli 1954 durch das Hessische Innenministerium genehmigt.

Flaggenbeschreibung: „Auf der weißen Mittelbahn des blau-weiß-blauen Flaggentuches das Wappen der Kreisstadt Dieburg.“[17]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieburg unterhält Partnerschaften mit folgenden Städten:

Blason Aubergenville01.svg Aubergenville, Frankreich, seit 1975
Wappen Vielau.png Vielau, Sachsen, seit 1990
Mladá Boleslav CoA CZ.svg Mladá Boleslav, Tschechien, seit 1997

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das durch seine zahlreichen Fachwerkhäuser geprägte Dieburg ist als Gesamtensemble sehenswert. Bedeutende Bauwerke sind:

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pietà in der Wallfahrtskirche
Fastnachtsbrunnen in Dieburg

Parkanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Park Fechenbach

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sportanlagen:

  • Ludwig-Steinmetz-Bad
  • Trainingsbad Dieburg
  • Trabrennbahn Dieburg
  • Sportplatz am Schlossgarten
  • Hassia Fussballplatz
  • DJK Sportgelände
  • Tennisplatz am Schlossgarten
  • Skatepark

Historische Bedeutung haben die von 1948 bis 1955 ausgetragenen Motorrad- und Automobilrennen um das Dieburger Dreieck.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eisenbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Strecke KBS 647: Dreieichbahn Dieburg–Ober-Roden (Umsteigemöglichkeiten auf die S1 in Richtung Offenbach–Frankfurt Innenstadt–Wiesbaden)–Dreieich-Buchschlag (Umsteigemöglichkeiten auf die S3 und S4 in Richtung Frankfurt City–Bad Soden/Kronberg): Montags bis freitags fahren stündlich Züge von Dieburg nach Frankfurt Hauptbahnhof sowie von Frankfurt Hauptbahnhof nach Dieburg.
  • Strecke KBS 651: Rhein-Main-Bahn Wiesbaden–Mainz–Darmstadt–Dieburg–Babenhausen–Aschaffenburg

Der Bahnhof wurde bis 2005 zu einem modernen Verkehrsknoten zwischen Bus und Bahn ausgebaut.

Buslinien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Linie Strecke Bemerkungen
K68 Dieburg–Semd–Groß-Umstadt–Mömlingen Montag-Freitag
K69 Dieburg–Semd–Groß-Umstadt–Wiebelsbach Montag-Freitag
671 Darmstadt–Dieburg–Groß-Umstadt–Wiebelsbach täglich
672 Darmstadt–Roßdorf–Gundernhausen–Groß-Zimmern–Klein-Zimmern–Dieburg täglich
674 Darmstadt–Dieburg–Münster–Eppertshausen–Ober Roden Montag-Freitag
677 Darmstadt–Dieburg–Babenhausen–Stockstadt–Aschaffenburg Nur im Spätverkehr
679 Reinheim–Groß-Zimmern–Dieburg–Münster–Eppertshausen–Ober-Roden täglich

In Dieburg gibt es ein Ruftaxi.

Radwegenetz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausgeschildertes Radwegnetz im Landkreis auf Karte L 6118.

Fußgängerzone[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zuckerstraße (Fußgängerzone) im Altstadtkern mit Läden und Gastronomie ist etwa 400 Meter lang.

Parkplätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehrere ausgeschilderte Parkplätze im Innenstadtbereich, teilweise kostenpflichtig. Park&Ride Parkplatz am Bahnhof sowie an der Auffahrt zu B 26 neu (Sauerkreuzung).

Fernstraßen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • B 26 westlich Richtung Darmstadt Anschluss zur A 5 (Basel–Karlsruhe–Frankfurt–Kassel) und A 67
  • B 26 östlich Richtung Aschaffenburg Anschluss zur A 3 (Köln–Bonn–Frankfurt–Würzburg–Nürnberg–Passau)
  • B 45 nördlich Richtung Hanau Anschluss zu A 3 und A 45 (Hanau)
  • B 45 nördlich Richtung Frankfurt/Offenbach über B 486 und A 661 (Egelsbach–Frankfurt)
  • B 45 südlich Richtung Michelstadt/Erbach

Die vierspurigen Abschnitte der B 26 und der B 45 liegen heute auf den Trassen der ehemaligen Autobahnen A 680 und A 683.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aula und Einfahrt zum Campus Dieburg der Hochschule Darmstadt

Einige Jahrzehnte der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts war Dieburg mit der Deutschen Bundespost eng verwoben, die am östlichen Rand 1968 eine Ingenieur-Akademie eröffnet hatte, um ihren Bedarf an Nachrichtentechnikern abdecken zu können. 1971 wurde die Akademie in die staatlich anerkannte Fachhochschule der Deutschen Bundespost, mit Studiengang Nachrichtentechnik, umgewandelt. 1979 wurde es zusätzlich eine Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung Fachbereich Post und Fernmeldewesen, an der angehende Beamte ausgebildet wurden. Nach der Aufteilung und späteren Privatisierung der Deutschen Bundespost entfiel der Bedarf an Beamten und auch der Bedarf an Nachrichtentechnikern sank signifikant, so dass der Eigentümer Deutsche Telekom im Jahr 2000 die Trägerschaft an das Land Hessen abgab, das in Dieburg eine Außenstelle der Hochschule Darmstadt ansiedelte (heutiger Campus Dieburg).

Heute bestehen in Dieburg folgende Bildungseinrichtungen:

  • Hochschule Darmstadt (h_da) Campus Dieburg; Hochschule für Angewandte Wissenschaften
  • Gutenbergschule; Grundschule
  • Marienschule; Grundschule
  • Goetheschule; Gesamtschule
  • Alfred-Delp-Schule; Oberstufengymnasium
  • Landrat-Gruber-Schule; Berufsbildende Schule mit Beruflichem Gymnasium
  • Anne-Frank-Schule; Förderschule für Lernhilfe
  • Gustav-Heinemann-Schule; Förderschule für geistige Entwicklung und körperlich-motorische Entwicklung.
  • PTI-Dieburg; Privatschule
Hauptartikel: Bildungswesen in Dieburg

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste enthält in Dieburg geborene Personen unabhängig davon, ob diese ihren späteren Wirkungskreis in Dieburg hatten oder nicht.

In Dieburg gelebt und gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alfred Delp (1907–1945), Jesuit und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, machte sein Abitur an der Goetheschule in Dieburg
  • Paulus Terwitte (* 1959), leitete von Februar 2006 bis April 2009 das Kapuzinerkloster Dieburg

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jürgen Heinel: Rundgang durch das alte Dieburg. Verlag Dieburger Anzeiger, Dieburg 1987, S. 6.
  • Horst Heinrich Gebhard: Hexenprozesse im Kurfürstentum Mainz des 17. Jahrhunderts. Aschaffenburg 1989, ISBN 3-87965-049-7.
  • Wilhelm Gottlieb Soldan, Henriette Heppe: Geschichte der Hexenprozesse. Müller, München 1911, Bd. II, S. 45 ff. (Nachdruck: outlook Verlag, Bremen 2011, ISBN 978-3-86403-186-1)
  • Krešimir Matijević, Rainer Wiegels: Inschriften und Weihedenkmäler aus dem römischen Dieburg. Reinheim 2003, ISBN 3-9805719-8-X.
  • Herbert Pohl: Hexenglaube und Hexenverfolgung im Kurfürstentum Mainz. Stuttgart 1988, ISBN 3-515-05330-1, S. 118 f.
  • Magistrat der Stadt Dieburg (Hrsg.): Dieburg eine Chronik. Dieburger Verlag, 2007, ISBN 978-3-00-023096-7.
  • Magistrat der Stadt Dieburg (Hrsg.): Dieburg als Kurmainzer Amtsstadt von 1310 bis 1803. Museum Schloss Fechenbach, Dieburg 2010, ISBN 978-3-941823-06-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dieburg – Sammlung von Bildern
 Wiktionary: Dieburg – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Aktuellster Bevölkerungsstand am 31.12.2015 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Geologie des Odenwald im Mineralienatlas
  3. Umweltatlas Hessen - Rhein-Main-Tiefland Gliederung
  4. Günther Hoch: Reichsgut in Dieburg? In: Der Odenwald – Heimatkundliche Zeitschrift des Breuberg-Bundes. Nr. 2, 1955, S. 55–56.
  5. a b Dieburg, Landkreis Darmstadt-Dieburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde (HLGL), abgerufen am 10. Juli 2014 (Stand: 2. Mai 2014).
  6. Als Beispiel für Tyrannei und Willkür der Obrigkeit ist er erwähnt in: Anton Praetorius: Gründlicher Bericht über Zauberey. 1613 Vorrede, S. 20.
  7. Herbert Pohl: Zauberglaube und Hexenangst im Kurfürstentum Mainz. 2., überarb. u. erw. Auflage. Stuttgart 1998, S. 118 f.
  8. Magistrat der Stadt Dieburg (Hrsg.): Dieburg eine Chronik. Dieburger Verlag, 2007, ISBN 978-3-00-023096-7, S. 64–166
  9. Stadt Dieburg: Einwohnerzahlen.
  10. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016 Hessisches Statistisches Landesamt
  11. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnisse der Gemeindewahlen von 2011 und 2006
  12. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnisse der Gemeindewahlen von 2001 und 1997
  13. Unabhängige Wählergemeinschaft Dieburg
  14. Vorläufiges Endergebnis vom 12. März 2017
  15. HStAD Bestand R 6 C Nr. 45/1-2 In: Archivinformationssystem Hessen (Arcinsys Hessen).
  16. Der Hessische Minister des Innern: Genehmigung zur Führung eines Wappens an die Stadt Dieburg im Landkreis Dieburg, Reg.-Bezirk Darmstadt. In: Staats-Anzeiger für das Land Hessen. Nr. 46, 30. Oktober 1952, S. 847 (Scan [PDF]).
  17. Der Hessische Minister des Innern: Genehmigung einer Flagge der Stadt Dieburg im Landkreis Dieburg, Regierungsbezirk Darmstadt. In: Staats-Anzeiger für das Land Hessen. Nr. 32, 20. Juli 1954, S. 780 (Scan [PDF]).
  18. Darmstädter Echo, 2. September 2017, S. 18.