Belgische Streitkräfte

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BelgienBelgien Belgische Armee
Armée belge
Belgisch leger
Coats of arms of Belgium Military Forces.svg
Führung
Oberbefehlshaber: König Philippe
Verteidigungsminister: Pieter De Crem (CD&V)
Militärischer Befehlshaber: General Gerard Van Caelenberge
Militärische Stärke
Aktive Soldaten: 32.000 (2011)[1]
Wehrpflicht: Aufgehoben
Wehrtaugliche Bevölkerung: Männer 1.973.167 im Alter von 16–49

Frauen 1.915.990 im Alter von 16–49

Wehrtauglichkeitsalter: 18
Haushalt
Militärbudget: 3,98 Mrd. Euro (2011) [1]
Anteil am Bruttoinlandsprodukt: 1,1 % (2011) [1]
Geschichte
Belgische Soldaten im Rahmen des UNOSOM II-Einsatzes in Somalia, November 1993

Die Belgische Streitkräfte (französisch Armée belge, niederländisch Belgisch leger) sind die Streitkräfte des Königreichs Belgien. Sie untergliedern sich in Heer, Marine, Luftstreitkräfte und medizinisches Korps (niederländisch Medische Component, französisch Composante Médicale).

Es gibt rein niederländisch- und rein französischsprachige Einheiten. Bis Anfang 2010 gab es auch eine gemischtsprachige Einheit, das 1°Bn Para, das im Zuge der Armeereform aufgelöst wurde. Offiziere müssen – auch in Abhängigkeit von der Dienstdauer – mindestens in der Lage sein, sich Angehörigen der jeweils anderen Sprachgruppe verständlich zu machen.

Im dreisprachigen Belgien gab es in der Armee bis 1994 auch eine deutschsprachige Einheit: Das 3. Bataillon der Ardennenjäger in Vielsalm.

Geschichte[Bearbeiten]

Ein Teil der Geschichte der Belgischen Streitkräfte betrifft auch Deutschland. Belgische Soldaten in Deutschland, die Armée Belge d'Occupation, gab es bereits nach dem Ersten Weltkrieg von 1918 bis 1929 im entmilitarisiertem Gebiet des linksrheinischen Raumes.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Belgischen Streitkräfte in Deutschland als Hilfskräfte im Auftrag der britischen Besatzungsarmee im Süden der Britischen Besatzungszone stationiert. Das Hauptquartier befand sich in Köln.

Mit dem Ende der Besatzung wurden sie in die militärischen Pläne der NATO eingebunden und in einem bilateralen Vertrag zwischen Deutschland und Belgien die weitere Stationierung vereinbart. 1996 wurden sie als eigenständiges Kommando aufgelöst.

Auftrag[Bearbeiten]

Die belgischen Streitkräfte haben den Auftrag, die territoriale Integrität des Staates Belgien zu schützen und im Kriegsfall die Landesverteidigung zu gewährleisten. Im Frieden leisten sie durch Ausbildung, Bereitstellung und Versorgung von Militär einen Beitrag zu Belgiens Bündnisverpflichtungen innerhalb der NATO.

Organisation[Bearbeiten]

2006 hatten die belgischen Streitkräfte eine Stärke von 35.000 Mann. Der freiwillige Wehrdienst wurde formell 1994 abgeschafft. Die Verteidigungsausgaben betrugen 2006 2,5 Milliarden Euro.

Teilstreitkräfte und Ausrüstung[Bearbeiten]

Heer[Bearbeiten]

Die Landstreitkräfte sind mit 24.600 Soldaten die größte der Teilstreitkräfte. Sie erfahren derzeit eine grundlegende Neuausrüstung. In diesem Zusammenhang sollen sämtliche Kettenfahrzeuge gegen Radfahrzeuge ausgetauscht werden. Das belgische Heer verzichtet somit zukünftig vollständig auf Kampfpanzer und Panzerhaubitzen. Dieser Transformationsprozess soll 2015 abgeschlossen sein.


Organisation der belgischen Landstreitkräfte
4e Régiment de Chasseurs à Cheval


Fahrzeuge:

sowie diverse weiter Fahrzeug für Transport-, Logistik- und Pioniereinheiten.

Handwaffen:

FN P90 5,7-mm-Maschinenpistole

Ensign of Belgian Air Force.svg Luftwaffe[Bearbeiten]

Hauptartikel: Belgische Luftkomponente

Die Belgische Luftkomponente ist mit 6350 Mann die zweitgrößte Teilstreitkraft. Ihr stehen 68 F-16-Kampfflugzeuge sowie 31 Hubschrauber zur Verfügung.

Ausrüstung (2007)[Bearbeiten]

Quelle:[2] spätere Aktualisierung wie angegeben

Lockheed F-16 MLU bei der Radom Air Show 2005 in Polen

Luftwaffenstützpunkte[Bearbeiten]

Belgien unterhält vier größere Militärflugplätze:

Zwei kleinere Plätze beherbergen Helikopter:

Einige Alpha Jet des 1 Wing sind permanent auf dem südwestfranzösischen Militärflugplatz Cazaux stationiert.

Naval Ensign of Belgium.svg Marine[Bearbeiten]

Die belgische Marine hat eine Stärke von 2400 Mann. Sie verfügt über zwei Fregatten, sechs Minenjäger und ein Flusspatrouillenschiff.

Die Marine ist eine enge Kooperation mit der Königlich niederländischen Marine eingegangen. Seit dem 1. Januar 1996 besteht ein gemeinsames Flottenkommando in Den Helder, dessen Befehlshaber, der Admiral Benelux, bislang immer von den Niederlanden gestellt wurde. Bereits 1965 wurde der Aufbau einer gemeinsamen Minenschule EGUERMIN in Ostende vereinbart, die seit 2006 von der NATO als Centre of Excellence genutzt wird. Sie bildet außer den Minenabwehrkräften beider Marinen auch solche aus anderen NATO-Marinen aus, unter anderem im Rahmen des Programms Mine Countermeasure Vessels Operational Sea Training (MOST).

Schiffe der Belgischen Marine:

F930 Leopold I. (ex-HNLMS Karel Doorman)
F931 Louise-Marie (ex-HNLMS Willem van der Zaan)
Ein französisches Minenräumboot der Tripartite-Klasse, wie es auch von der belgischen Marine benutzt wird
A962 Belgica, Ozeanographie-Forschungsschiff
  • Unterstützungsschiffe:
    • A950 Valcke, Ready Duty Ship
    • A960 Godetia, A960 Godetia – Command and Logistic support ship
    • A962 Belgica, Oceanographie-Forschungsschiff
    • A963 Stern, Ready Duty Ship
    • A996 Albatros, Ready Duty Ship
    • A962 Belgica
  • Flusspatrouillenschiffe:
    • P902 Liberation
  • Schulungsschiffe:
    • A958 Zenobe Gramme, Segelschiff.
  • Reserveeinheiten:
    • A961 Zinnia (Kommando- und Unterstützungsschiff)
    • M903 Dufour (iii) (ex USN AM 498, ex USN MSO498, ex KNM Lagen, 1966 erworben)
    • M904 De Brouwer (ii) (ex USN AM 498, ex USN MSO499, ex KNM Nansen, 1966 erworben)
    • M908 Truffaut (ex USN AM515, ex USN MSO515, 1956 erworben)
    • M909 Bovesse (ex USN AM516, ex USN MSO516, 1957 erworben)

Siehe auch[Bearbeiten]

 Commons: Military of Belgium – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b c „Financial and Economic Data Relating to NATO Defence“, Press Release Communique PR/CP(2012)047, NATO Public Diplomacy Division, 12. April 2012 (PDF, 99kB)
  2. World Military Aircraft Inventory, Aerospace Source Book 2007, Aviation Week & Space Technology, January 15 2007.
  • The World Defece Almanac 2006. Mönch Publishing Group, Bonn 2006.

Weblinks[Bearbeiten]