Bettina Jarasch

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Bettina Jarasch (2014)

Bettina Jarasch (geborene Hartmann; * 22. November 1968 in Augsburg) ist eine deutsche Politikerin. Sie war von 2013 bis 2018 Mitglied im Bundesvorstand von Bündnis 90/Die Grünen und war von 2011 bis 2016 Landesvorsitzende der Berliner Grünen. Seit 2016 ist sie Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihr Vater ist der Augsburger Unternehmer Helmut Hartmann.[1] Jarasch studierte Philosophie und Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Sie arbeitete als Redakteurin, Beraterin und Autorin.

Jarasch ist mit dem Journalisten Oliver Jarasch verheiratet und hat zwei Kinder.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 2000 bis 2009 war Jarasch als Referentin der grünen Bundestagsfraktion beschäftigt, bis 2005 für Christa Nickels und zuletzt als Vorstandsreferentin von Renate Künast. Seit 2009 war sie Mitglied im Berliner Landesvorstand und Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft Bildung.

Jarasch ist am 6. März 2011 gemeinsam mit Daniel Wesener zur Vorsitzenden des Landesverbandes gewählt worden. Sie gilt als Vertreterin einer realpolitischen Strömung innerhalb der Grünen.[2]

Seit 2013 war sie Beisitzerin im Bundesvorstand von Bündnis 90/Die Grünen. Ihre Schwerpunkte im grünen Bundesvorstand waren Familienpolitik und Religionspolitik. Sie leitete federführend die grüne Kommission „Religionsgemeinschaften, Weltanschauungen und Staat“, die der Bundesvorstand im Dezember 2013 eingesetzt hat.

Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 2016 kandidierte sie in einem vierköpfigen Spitzenteam hinter Ramona Pop, Antje Kapek und vor Daniel Wesener auf Listenplatz 3 der Landesliste ihrer Partei und wurde über diese in das Abgeordnetenhaus von Berlin gewählt. Im Januar 2017 kündigte sie ihre Bewerbung um die Berliner Spitzenkandidatur für die Bundestagswahl 2017 an,[3] konnte sich bei der Kandidatenaufstellung für Listenplatz 1 im März jedoch nicht gegen Lisa Paus (ehemals Platz 3) durchsetzen.[4]

Kirchliches Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jarasch ist Vorsitzende des Pfarrgemeinderats der katholischen St.-Marien-Liebfrauen-Gemeinde in Berlin-Kreuzberg.[5] Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken wählte sie im November 2016 als eine von 45 Einzelpersönlichkeiten zum Mitglied.[6] Sie wurde am 24. November 2017 zur Sprecherin des Sachbereichs „Politische und ethische Grundfragen“ im Zentralkomitee gewählt.[7]

Mit acht weiteren Persönlichkeiten – Theologen und bekannten Katholiken – richtete sie einen Offenen Brief an Kardinal Reinhard Marx, der am 3. Februar 2019 in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung veröffentlicht wurde. Die Unterzeichner forderten einen „Neustart mit der Sexualmoral“ mit einer „verständigen und gerechten Bewertung von Homosexualität“, „echte Gewaltenteilung“ in der Kirche und den Abbau der Überhöhungen des Weiheamtes und seine Öffnung für Frauen. Sie appellierten an die Deutsche Bischofskonferenz, Diözesanpriestern die Wahl ihrer Lebensform freizustellen, „damit der Zölibat wieder glaubwürdig auf das Himmelreich verweisen kann“.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bettina Jarasch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Polit-Karriere in Berlin; Augsburger Allgemeine, 8. März 2011
  2. Christine Richter: Berliner Grüne nehmen sich spießiger Themen an. In: Berliner Morgenpost. 7. März 2011 (abgerufen am 8. März 2011).
  3. Berlins Grüne kämpfen um Listenplatz 1 auf tagesspiegel.de, 25. Januar 2017, abgerufen 9. November 2017
  4. Berliner Grüne: Lisa Paus deklassiert Bettina Jarasch auf morgenpost.de, 25. März 2017, abgerufen 10. November 2017
  5. Porträt von Bettina Jarasch als Pfarrgemeinderatsvorsitzende (Memento vom 20. April 2012 im Internet Archive)
  6. zdk.de: ZdK wählt Einzelpersönlichkeiten, abgerufen am 24. Februar 2017.
  7. zdk.de: ZdK Wahlen Sprecherinnen und Sprecher der Sachbereiche, abgerufen am 24. November 2017.
  8. „Offener Brief an Kardinal Marx: Forderung nach Umbruch in der Kirche“, domradio.de, 3. Februar 2019.