Ramona Pop

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Ramona Pop, 2013

Ramona Pop (* 31. Oktober 1977 in Temeswar, Rumänien) ist eine rumänisch-deutsche Politikerin (Bündnis 90/Die Grünen). Sie ist seit dem 8. Dezember 2016 Bürgermeisterin von Berlin im Senat Müller II sowie Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe.

Zuvor war sie seit 2009 Vorsitzende – ab Oktober 2012 in einer Doppelspitze – der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Abgeordnetenhaus von Berlin. Als solche war sie von 2011 bis 2016 während der Amtszeiten des vierten Senats Wowereit und des ersten Senats Müller auch Oppositionsführerin im Abgeordnetenhaus.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ramona Pops Familie gehört zu den Banater Schwaben. Mit ihrer Mutter und den Großeltern zog sie 1988, fünf Jahre nach Bewilligung eines Aussiedlungsantrags, von Rumänien nach Münster, wo ihr Onkel lebte. Von ihrem Vater, der nicht ausreisen wollte, ließ sich die Mutter, eine Chemie-Ingenieurin, zuvor scheiden.[1] Von einer Mädchenschule wechselte Pop für das 1997 bestandene Abitur[2] an das Wilhelm-Hittorf-Gymnasium. Danach studierte sie bis 2003 an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster und der Freien Universität Berlin Politikwissenschaft und schloss ihr Studium am Otto-Suhr-Institut als Diplom-Politologin ab. Pop besitzt die rumänische und die deutsche Staatsangehörigkeit.[3]

Seit 1997 ist Ramona Pop Mitglied bei Bündnis 90/Die Grünen. In der Partei hatte sie verschiedene Ämter inne. Sie war von 1998 bis 2000 Kreisvorstandsmitglied in Münster und von 2000 bis 2001 Bundessprecherin der Grünen Jugend. Seit November 2001 ist sie Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses (MdA), zuerst als jugendpolitische Sprecherin der Fraktion, dann als stellvertretende Fraktionsvorsitzende und arbeitsmarktpolitische Sprecherin. Sie ist Mitglied im Hauptausschuss, im Unterausschuss Haushaltskontrolle sowie im Ausschuss für Integration, Arbeit, Berufliche Bildung und Soziales. Sie gehörte immer dem Realo-Flügel der Partei an und gilt innerparteilich nicht als Integrationsfigur zwischen den Flügeln.[4]

Im Oktober 2009 wurde sie zur Nachfolgerin der aus Altersgründen zurückgetretenen Fraktionsvorsitzenden Franziska Eichstädt-Bohlig gewählt und bildete bis zum Ende der 16. Legislaturperiode (2011) mit Volker Ratzmann eine Doppelspitze. Im September 2011 errang sie bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin das Direktmandat im Wahlkreis Mitte 1. Pop und Ratzmann wurden zunächst als Fraktionsvorsitzende wiedergewählt. Nach dem Rücktritt Volker Ratzmanns vom Fraktionsvorsitz am 15. November 2011 übte Pop die Funktion zunächst allein aus. Seit Oktober 2012 besteht wieder eine Doppelspitze aus Ramona Pop und Antje Kapek. Für die Berlin-Wahl im September 2016 stand sie auf Platz Eins der Landesliste, die Grünen traten allerdings als Viererteam aus der Partei- und Fraktionsspitze an. Als der CDU-Spitzenkandidat Frank Henkel im Wahlkampf ein Beenden der doppelten Staatsangehörigkeit forderte, nahm dies Pop als Doppelstaatsbürgerin persönlich.[4]

Pop ist Kuratoriumsmitglied des Berliner Lette-Vereins.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ramona Pop – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hildburg Bruns: Mit 4 las die kleine Ramona griechische Sagen. Bei: bild.de, 10. September 2016, abgerufen am 18. September 2016
  2. Solveig Rathenow: Sie passt sich nicht der Anzugswelt an. Bei: bild.de, 15. Juli 2013, abgerufen am 18. September 2016
  3. Grünen-Kandidatin Ramona Pop. In: Der Tagesspiegel
  4. a b Grüne Spitzenkandidatin Ramona Pop: Die Frau aus der Mitte. In: taz, 20.  August  2016, abgerufen 28. August  2016