Bogislaw von Bonin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Bogislaw von Bonin am 5. Mai 1945 in Niederdorf

Bogislaw von Bonin (* 17. Januar 1908 in Potsdam; † 13. August 1980 in Lehrte) war ein deutscher Offizier, Militärstratege und Publizist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bogislaw Oskar Adolf Fuerchtegott von Bonin wurde am 17. Januar 1908 als ältester Sohn des kaiserlichen Offiziers Bogislaw von Bonin und seiner Ehefrau Pauline Emilie Mathilde, einer Tochter von General Adolf von Bülow, in Potsdam geboren. Er hatte zwei jüngere Geschwister: Elisabeth (* 1911) und Jürgen-Oskar (* 1914). Von 1913 bis 1926 besuchte er die allgemeinbildenden Schulen in Karlsruhe, Potsdam, Greifenberg und Brandenburg/Havel.

Im Jahre 1933 heiratete Bogislaw von Bonin. Aus dieser Ehe gingen drei Kinder (Bogislaw, Wedig und Christian) hervor.

Reichswehr und Wehrmacht (1926–1945)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. April 1926 trat er als Fahnenjunker des 4. Reiterregiments in Potsdam in den Militärdienst der deutschen Reichswehr. Seine Beförderung zum Leutnant erfolgte am 1. Februar 1930. 1935 wechselte von Bonin zum 6. Panzerregiment nach Neuruppin. Von 1936 bis 1938 besuchte er die Kriegsakademie in Berlin. Seine hier 1938 erreichte Qualifikation ermöglichte ihm eine sofortige Verwendung in der 1. Aufmarsch-/Operationsabteilung des Generalstabes des Heeres beim Oberkommando des Heeres (O.K.H.).[1]

Generalstabsoffizier im Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs nahm er als Erster Generalstabsoffizier der 17. Panzer-Division am Westfeldzug, Russlandfeldzug und in gleicher Funktion bei der Deutsch-Italienischen Panzerarmee am Afrikafeldzug teil. In diesen Jahren hatte er seine Fähigkeiten als Generalstabsoffizier unter Beweis gestellt und genoss hohen Respekt. Nach der Beförderung zum Oberst wurde er 1943 Chef des Stabes des XIV. Panzerkorps in Sizilien. 1944 fungierte Bonin nacheinander als Chef des Generalstabs des VI. Panzerkorps und der 1. Ungarischen Armee.

Nach dem Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 wurde er von Generaloberst Heinz Guderian als Chef der Operationsplanung des Generalstabs des Heeres berufen und übte diese Funktion in enger Zusammenarbeit mit General Walther Wenck aus.

Verhaftung nach Räumung Warschaus gegen Hitlers Befehl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Januar 1945 veranlasste von Bonin gegen den ausdrücklichen Befehl Hitlers die Räumung Warschaus und überließ die Stadt kampflos der Roten Armee. Aus diesem Grund wurde am 17. Januar 1945, an seinem 37. Geburtstag, im Hauptquartier des O.K.H. in Zossen durch die Gestapo verhaftet.[2]

Ab dem 18. Januar 1945 befand sich von Bonin im Gefängnis Berlin Lehrter-Straße in Einzelhaft. Anschließend erfolgte seine Überführung in die Prinz-Albrecht-Straße. Anfang April 1945 wurde er gemeinsam mit weiteren Sonderhäftlingen über das KZ Flossenbürg in das KZ Dachau transportiert.[3]

In einem „Schnellbrief“ vom 5. April 1945 kündigte der Chef der Gestapo, SS-Gruppenführer Heinrich Müller, dem Leiter des KZ Dachau, SS-Obersturmbannführer Eduard Weiter, die Überstellung von zehn Sonderhäftlingen an. Zu diesen gehörten u. a. Kurt Schuschnigg (früherer österreichischer Bundespräsident) mit Frau und Kind, Hjalmar Schacht (früherer Reichsbankpräsident und Reichswirtschaftsminister), Generaloberst Franz Halder (früherer Chef des Generalstabes des Heeres) und Oberst i. G. von Bonin.[4] Auf der zweiten Seite heißt es dort:[5]

„v. Bonin war im Führerhauptquartier tätig und befindet sich in einer Art Ehrenhaft. Er ist noch aktiv Oberst und wird es voraussichtlich auch bleiben. Ich bitte, ihn daher besonders gut zu behandeln.“

Dieser „Schnellbrief“ ist ein wichtiges historisches Dokument, weil dort direkt nach dem obigen Zitat die unauffällige Liquidierung des Schutzhäftlings „Eller“ (Georg Elser) angeordnet wird. Elser wurde kurz nach Eingang des Schreibens im KZ Dachau erschossen, ohne, wie angeordnet, auf den nächsten Luftangriff zu warten und auch ohne das Schreiben „nach Kenntnisnahme und Vollzug“ zu vernichten.

Befreiung der Sonder- und Sippenhäftlinge in Südtirol[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bogislaw von Bonin (Bildmitte in Uniform) am 5. Mai 1945 vor dem Hotel „Pragser Wildsee“ bei Niederdorf

Von Dachau ging es Ende April 1945 mit 141 Sonder- und Sippenhäftlingen über Innsbruck und den Brennerpass weiter nach Südtirol. Dort erreichte der Transport am 28. April Niederdorf im Pustertal. In Niederdorf gelang es von Bonin, heimlich über eine Funkstelle der Wehrmacht mit der Heeresgruppe C in Bozen zu telefonieren.

Auf Grund dieses Telefonats wurde von Bozen aus der in Moos bei Sexten stationierte Hauptmann Wichard von Alvensleben beauftragt, sich dieser Sache anzunehmen. Dieser konnte am 30. April mit Hilfe von hundertfünfzig Grenadieren aus Toblach das Begleitkommando der SS und des SD entwaffnen.

Zu den von der Wehrmacht befreiten Sonder- und Sippenhäftlingen gehörten – neben den bereits erwähnten Kurt Schuschnigg mit Ehefrau Vera und Tochter „Sissy“, Hjalmar Schacht und Franz Halder mit Ehefrau Gertrud – unter anderem auch Familienmitglieder von Claus Schenk Graf von Stauffenberg und Carl Friedrich Goerdeler, der frühere französische Premierminister Léon Blum mit Ehefrau Jeanne sowie Fritz Thyssen mit Ehefrau Amélie. Der couragierten Initiative von Bonins verdankten er selbst und 140 weitere Häftlinge aus sechzehn Ländern ihre Befreiung aus den Händen der SS.[6]

Kriegsgefangenschaft (1945–1947)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ungeachtet dieser Verdienste wurde von Bonin im Mai 1945 von amerikanischen Truppen in Kriegsgefangenschaft genommen[6] und erst Weihnachten 1947 wieder freigelassen.[7]

Neuanfang in der Privatwirtschaft (1948–1952)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seiner Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft war von Bonin in kaufmännischen Tätigkeiten, als Transportunternehmer und mit einem Arbeitsvertrag bei der Daimler-Benz AG tätig.[8]

Amt Blank (1952–1955)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leitung der Unterabteilung „Militärische Planung“ (1952–1953)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 3. Juni 1952 wurde er als militärischer Experte in das neue Amt Blank nach Bonn berufen, wo er die Leitung der Unterabteilung „Militärische Planung“ übernahm. Seine Aufgabe bestand darin, die Planungen des deutschen Beitrags zur künftigen Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG) vorzubereiten. Nachdem die Gründung der EVG jedoch 1954 scheiterte, kam es ein Jahr später zur deutschen Mitgliedschaft in der Nato.

Im Sommer 1953 äußerte er in Paris vor EVG-Gremien Zweifel an der Realisierbarkeit einer 500.000 Mann starken Bundeswehr innerhalb von nur vier Jahren, wie sie Bundeskanzler Konrad Adenauer den westlichen Verhandlungspartnern versprochen hatte.

Da von Bonins Aktivitäten einen militärpolitischen Skandal auszulösen drohten, sah sich Theodor Blank, Sicherheitsbeauftragter der Bundesregierung und Leiter des seinen Namen tragenden Amtes, im November 1953 gezwungen, ihn von seinem Posten als Leiter der Unterabteilung „Militärische Planung“ abzulösen.[9] Sein Nachfolger wurde der frühere Generalstabsoberst Kurt Fett.[10]

Weitere Tätigkeit bis zur Kündigung (1954–1955)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da von Bonin aber als zukünftiger Kommandeur der künftigen Bundeswehr erhalten bleiben sollte, wurde er zunächst mit Auslandsreisen betraut, die ihn drei Wochen nach Großbritannien und acht Wochen in die USA führten.[11] Anschließend erhielt er den Auftrag, eine Studie über die Möglichkeiten der Abwehr eines russischen Angriffs auf das westdeutsche Gebiet während der Aufstellung der westdeutschen Truppen auszuarbeiten.[12]

Ablehnung seiner Alternativkonzeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die damaligen Abwehrvorbereitungen der NATO waren darauf abgestellt, im Falle eines sowjetischen Angriffs notfalls Raum aufzugeben und den Sowjets elastisch auszuweichen. Westdeutsche Soldaten fänden dabei, so die Kritik von Bonins, keine Gelegenheit, ihre Heimat zu verteidigen.[13] Nach seiner Auffassung sollten deutsche Soldaten nicht Europa am Rhein, sondern die Bundesrepublik Deutschland mit einem Panzerabwehrriegel unmittelbar an der über 800 Kilometer langen Grenze zur DDR und zur Tschechoslowakei verteidigen.[14] Die Situation eines geteilten Deutschlands erfordere eine besondere militärische Konzeption, die von der Amerikas oder Frankreichs zwangsläufig abweiche.[15] Künftige deutsche Truppen sollten nach Empfehlung von Bonins eindeutig und auch nach außen erkennbar rein defensiv sein. Dadurch werde die Gefahr einer Blockierung der Wiedervereinigung durch die Sowjetunion vermieden.[16] Man werde vier Jahre brauchen, um ein Fundament für die geplante Armee zu schaffen, die vorerst nur aus Freiwilligen in einer Stärke von 120.000 Mann bestehen könne.[17]

Diese Thesen reichte von Bonin im Juli 1954 seinen Vorgesetzten ein. Im Amt Blank wurden hierzu mehrere interne Stellungnahmen ausgearbeitet:

  • Adolf Heusinger, der künftige erste Generalinspekteur der Bundeswehr lehnte von Bonins Überlegungen in einer Stellungnahme vom 20. August 1954 ab. Eine wirkungsvolle lineare Panzerabwehr an der Grenze zu DDR und Tschechoslowakei sei allein schon auf Grund des Geländes nicht möglich. Durch schwerpunktmäßige Zusammenfassung seiner Kräfte könnte der Gegner mit motorisierten Infanteriekräften, unterstützt von taktischen Fallschirmverbänden, die Verteidigungslinie durchstoßen. Diesem taktischen Durchbruch könnten dann die feindlichen Panzerdivisionen in einer zweiten Welle folgen.[18]
  • Hans Speidel, der spätere Oberbefehlshaber der alliierten Landstreitkräfte in Mitteleuropa bei der NATO, sprach sich am 20. September 1954 gegen eine derartige Panzer-Verteidigungszone aus, die von jedem stärkeren infanteristischen Angriff durchbrochen werden könne. Anschließend könnten die Panzerverbände durch die Bresche nachstoßen und zur freien Operation kommen. Dann aber sei genau das Gegenteil von dem erreicht, was von Bonin wolle.[19]
  • Kurt Fett, Bonins Nachfolger als Leiter der Unterabteilung „Militärische Planung“, bemängelte in seiner Stellungnahme vom 31. August 1954, eine rein defensive Panzerabwehr sei gegen Infanterieangriffe und gegen feindliche Artillerie wehrlos. Die künftige westdeutsche Armee brauche zur operativen Beweglichkeit Angriffs- und Abwehrdivisionen und dürfe nicht unter Verzicht auf das Gesetz des Handelns zur reinen Panzerabwehr abgeschwächt werden.[20]

Außerdem hielt man von Bonins Plan für politisch gefährlich, da die Stationierung westdeutscher Truppen entlang der Zonengrenze als Anerkennung der Teilung Deutschlands missverstanden werden könnte.[21] Ende Oktober 1954 teilte Theodor Blank ihm mit, seine Studie sei abgelehnt.[22]

Denkschriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Daraufhin verfasste von Bonin die Denkschriften „Die Grenze des Erträglichen“ vom 5. Dezember 1954[23] und „Wiedervereinigung und Wiederbewaffnung – kein Gegensatz“ vom Februar 1955.[24] Gleichzeitig wollte er sich unter Umgehung seiner Vorgesetzten mit seiner Denkschrift „Wiedervereinigung und gleichzeitig Sicherheit: Ein Lösungsvorschlag für Koalition und Opposition“ direkt an Bundespräsident Theodor Heuss und Bundeskanzler Konrad Adenauer wenden.[9]

Fristgerechte, gefolgt von fristloser Kündigung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da er seine Positionen im Widerspruch zur offiziellen Politik der Westintegration auch außerhalb des Amtes verbreitete, erhielt er am 22. März 1955 mit Billigung Adenauers von Theodor Blank eine fristgerechte Kündigung[9] zum 30. September.[25]

Die Veröffentlichung des Artikels „Verteidigungspläne. Was sag' ich meinem Sohn?“ im „Spiegel“ vom 30. Mai 1955[13] führte zu einer Sondersitzung des Deutschen Bundestages und schließlich im Juli 1955 zu seiner fristlosen Kündigung[9] durch Theodor Blank, der am 7. Juni 1955 zum ersten Bundesminister für Verteidigung ernannt worden war.

Berufliche Tätigkeit in der Privatwirtschaft und Publikationstätigkeit (1955−1970)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bogislaw von Bonin ging damit als der erste militärpolitische „Rebell“ in die Geschichte der im Mai 1956 gegründeten Bundeswehr ein.[9] Ab 1956 war er in kaufmännischen Tätigkeiten bei der Auto-Union in Düsseldorf, Minden und Hannover[26] und später als Repräsentant von Daimler-Benz in Hannover[27] beschäftigt.

Fortsetzung des politischen und militärstrategischen Engagements[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seinem Ausscheiden aus dem Amt Blank bemühte sich Bonin vergeblich um die Unterstützung von CDU und SPD für seine militärstrategischen Vorstellungen. Er hatte einige medienwirksame Auftritte, u. a. mit dem Plan eines „Deutschen Rates“ zur Wiedervereinigung zusammen mit dem ehemaligen FDP-Mitglied Artur Stegner.[28]

Informationsbrief „Das ganze Deutschland“ (1961–1970)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Bonin war von Oktober 1961 bis September 1970 Herausgeber des vertraulich privaten Informationsbriefes „Das ganze Deutschland“.[29] Die in hektographierter Form herausgegebenen Briefe erschienen in unregelmäßigen Abständen[30] und umfassten in der Regel vier Seiten.[31]

Alle Ausgaben dieses Informationsbriefes sind im Bundesarchiv-Militärarchiv in Freiburg im Breisgau aufgenommen.[32]

Die Schlacht von Kursk als Modell für die Verteidigung der Bundesrepublik (1966)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufsehen erregte er nochmals im November 1966 mit der Veröffentlichung eines Artikels unter dem Titel „Die Schlacht von Kursk - ein Modell für die Verteidigung der Bundesrepublik“ im „Spiegel“.[33] Nach seiner Auffassung sollten alle atomaren Waffen vom Boden der Bundesrepublik verschwinden. Die Bundeswehr sollte sich künftig, auf 250.000 Mann reduziert, nur noch auf den unmittelbaren Schutz der Grenze gegen einen sowjetischen Überfall konzentrieren, wobei die erfolgreiche russische Verteidigung des Kursker Frontbogens im Jahre 1943 als militärisches Leitbild zu gelten habe.[34]

Dies führte zu Stellungnahmen deutscher und ausländischer Fachleute, unter ihnen Friedrich Ruge, Inspekteur der Bundesmarine a. D. und ehemaliger Präsident des Verbandes der Reservisten der Deutschen Bundeswehr, sowie Helmut Schmidt, der damalige Verteidigungsexperte der SPD-Bundestagsfraktion und spätere Bundeskanzler.[35] Im Februar 1967 ließ der damalige Verteidigungsminister Gerhard Schröder eine ausführliche Synopse zur Widerlegung der Thesen von Bonins erarbeiten.[36]

Die Schlacht von Kursk (→ Unternehmen Zitadelle) fand während des Zweiten Weltkriegs im Juli 1943 statt und war die größte Landschlacht der Geschichte. Die deutsche Wehrmacht versuchte damals erfolglos, mit knapp achthunderttausend Soldaten und rund zweitausendfünfhundert technisch überlegenen Panzern das von 1,9 Millionen sowjetischen Soldaten verteidigte Gebiet um Kursk in einem Zangenangriff zu erobern. Die Verteidiger verfügten damals über doppelt so viel Panzer, über fast drei Mal so viele Flugzeuge sowie über mehr als dreißigtausend Geschütze, vier Mal so viele wie die Deutschen. Bei der Ortschaft Prochorowka fand eine Panzerschlacht statt, die als größte der Geschichte gilt. Insofern ist es erstaunlich, dass von Bonin damals in vieler Hinsicht widersprochen wurde, jedoch niemand auf die offensichtlich fehlende Analogie zwischen der russischen Verteidigung des Kurskbogens und einer Verteidigung der innerdeutschen Grenze in den 1960er Jahren mit den von ihm vorgeschlagenen Mitteln hinwies.

Rückzug aus der Öffentlichkeit und Tod (1970–1980)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang der siebziger Jahre betrachtete er sein „Mühen um Vernunft“,[37] wie er sein Wirken selbst bezeichnete, für abgeschlossen. Er zog sich ins Privatleben zurück, das er in Lehrte bei Hannover führte.

Dort starb er 1980 im Alter von zweiundsiebzig Jahren. Wie es im Nachruf des „Spiegels“ hieß, habe sich die Bundeswehr „in den letzten Jahren zumindest teilweise den Vorstellungen einer panzerabwehrstarken Verteidigung angenähert“.[38]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bogislaw von Bonin: Opposition gegen Adenauers Sicherheitspolitik. Eine Dokumentation. Zusammengestellt von Heinz Brill. Verlag Neue Politik, Hamburg 1976, ISBN 978-3921593011.
  • Bogislaw von Bonin: Das ganze Deutschland. Vertrauliche Informationsbriefe. Bibliographische Notizen 1961-1970. Zusammengestellt von Heinz Brill. Bensberg bei Köln 1979.
  • Heinz Brill: Bogislaw von Bonin im Spannungsfeld zwischen Wiederbewaffnung – Westintegration – Wiedervereinigung. 2 Bände, Nomos-Verlag, Baden-Baden 1987/89.
  • Band 1: Ein Beitrag zur Entstehungsgeschichte der Bundeswehr, 1952–1955 (= Militär, Rüstung, Sicherheit. Bd. 49). 1987, ISBN 3-7890-0673-4.
  • Band 2: Beiträge zur Entstehungsgeschichte der Bundeswehr. Dokumente und Materialien (= Militär, Rüstung, Sicherheit. Bd. 52). 1989, ISBN 3-7890-1828-7.

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Wir, Geiseln der SS, einer 2014/15 in Zusammenarbeit mit ZDF, ARTE, ORF und RAI gedrehten zweiteiligen TV-Dokumentarserie, wurde Bogislaw von Bonin in einer der Hauptrollen von Tim Bergmann verkörpert.[39]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eintrag Bogislaw von Bonin in Munzinger Online/Personen - Internationales Biographisches Archiv.
  2. Heinz Brill: Bogislaw von Bonin im Spannungsfeld zwischen Wiederbewaffnung – Westintegration – Wiedervereinigung. Ein Beitrag zur Entstehungsgeschichte der Bundeswehr, 1952–1955. Nomos Verlagsgesellschaften, Baden-Baden, 1987, S. 32ff.
  3. Hans-Günter Richardi: SS-Geiseln in der Alpenfestung. Die Verschleppung prominenter KZ-Häftlinge aus Deutschland nach Südtirol. Bozen 2005, ISBN 88-7283-229-2, S. 110–111.
  4. Faksimile von Seite 1 des Schnellbriefs vom 5. April 1945 auf mythoselser.de.
  5. Faksimile von Seite 2 des Schnellbriefs vom 5. April 1945 auf mythoselser.de.
  6. a b Peter Koblank: Die Befreiung der Sonder- und Sippenhäftlinge in Südtirol. In: Online-Edition Mythos Elser 2006.
  7. Heinz Brill (1987) S. 45.
  8. Heinz Brill (1987) S. 47.
  9. a b c d e Olaf Theiler: Abschreckung oder Verteidigung. Das Sicherheitsdilemma der Bundesrepublik. Gescheiterter Außenseiter – Der Rebell Bogislaw von Bonin. In: Bundesministerium der Verteidigung (Hrsg.): IF. Zeitschrift für Innere Führung, 29. November 2006.
  10. Heinz Brill (1987) S. 96ff.
  11. Heinz Brill (1987) S. 113ff.
  12. Heinz Brill (1987) S. 118ff.
  13. a b Verteidigungspläne. Was sag' ich meinem Sohn?. In: Der Spiegel, Heft 14 vom 30. Mai 1955, S. 7–12, hier: S 11. Faksimile (PDF).
  14. Verteidigungspläne S. 7.
  15. Verteidigungspläne S. 10.
  16. Verteidigungspläne S. 9.
  17. Verteidigungspläne S. 8.
  18. Heinz Brill: Bogislaw von Bonin im Spannungsfeld zwischen Wiederbewaffnung – Westintegration – Wiedervereinigung. Band II: Beiträge zur Entstehungsgeschichte der Bundeswehr. Dokumente und Materialien. Nomos Verlagsgesellschaften, Baden-Baden, 1989, S. 102–107.
  19. Heinz Brill (1989) S. 108–110.
  20. Heinz Brill (1989) S. 111–116.
  21. Heinz Brill (1987) S. 122.
  22. Verteidigungspläne S. 9.
  23. Heinz Brill (1987) S. 129.
  24. Verteidigungspläne S. 8–9. – Siehe auch: Bogislaw von Bonin, Wiedervereinigung und Wiederbewaffnung – kein Gegensatz (Februar 1955) und die Reaktion von Theodor Blank (3. März 1955).
  25. Heinz Brill (1987) S. 158.
  26. Heinz Brill (1989) S. 12.
  27. Bogislaw von Bonin: Die Schlacht von Kursk - ein Modell für die Verteidigung der Bundesrepublik. In: Der Spiegel, Heft 48 vom 21. November 1966, S. 42-53, hier: S. 42. Faksimile (PDF).
  28. Stegner-Bonin-Plan vom Oktober 1955. In: Bogislaw von Bonin: Opposition gegen Adenauers Sicherheitspolitik. Eine Dokumentation. Zusammengestellt von Heinz Brill. Verlag Neue Politik, Hamburg 1976, S. 27–31.
  29. Heinz Brill (1989) S. 337.
  30. Die Schlacht von Kursk S. 42.
  31. Bogislaw von Bonin: Das ganze Deutschland. Vertrauliche Informationsbriefe. Bibliographische Notizen 1961-1970. Zusammengestellt von Heinz Brill. Bensberg bei Köln 1979.
  32. Oberst Bogislaw von Bonin. - Sammlung von Heinz Brill (Bestand). BArch MSG 162.
  33. Die Schlacht von Kursk.
  34. Heinz Brill (1989) S. 284.
  35. Rüstungssoll erfüllt, Sicherheit nicht gewährleistet. Deutsche und ausländische Verteidigungs-Experten zum Bonin-Plan. In: Der Spiegel, Heft 51 vom 12. Dezember 1966, S. 65-68. Faksimile (PDF).
  36. Heinz Brill (1989) S. 293–310.
  37. Heinz Brill (1987) S. 296.
  38. Bogislaw von Bonin. In: Der Spiegel, Heft Nr. 35 vom 25. August 1980, S. 180.
  39. Wir Geiseln der SS - 1. Teil: Fahrt ins Ungewisse und Wir Geiseln der SS - 2.Teil: Auf Messers Schneide auf vimeo.com.