Camilla Tilling

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Camilla Tilling (2011)

Camilla Tilling (* 18. Mai 1971 in Linköping) ist eine schwedische Opern- und Konzertsängerin in der Stimmlage Sopran.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jugend und Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tilling wuchs in Linköping auf, wo sie Gospel- und Jazzmusik im Kirchenchor und in der Schule sang.[2] Sie studierte in den Jahren 1997 und 1998 an der Högskolan för scen och musik in Göteborg und am Royal College of Music in London, wo sie 1998 ihr Studium abschloss.[1]

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihr Operndebüt war 1997 die Rolle der Olympia in Jacques Offenbachs Hoffmanns Erzählungen in Göteborg. An der New York City Opera sang sie in der Opernsaison 2001/2002 die Corinna in Gioachino Rossinis Il viaggio a Reims, in 2002 am Royal Opera House in London unter der Leitung von Simone Young die Sophie in Der Rosenkavalier von Richard Strauss, beim Aix-en-Provence Festival die Susanna in Le nozze di Figaro von Wolfgang Amadeus Mozart unter der Leitung von Marc Minkowski, beim Glyndebourne Festival in Peter Grimes von Benjamin Britten unter der Leitung von Marc Wigglesworth, am Brüsseler Opernhaus La Monnaie/De Munt unter der Leitung von Antonio Pappano die Sophie in Der Rosenkavalier von Richard Strauss, an der Metropolitan Opera unter der Leitung von James Levine die Nanetta in Giuseppe Verdis Falstaff und beim Drottningholm Festival unter der Leitung von Arnold Östman die Pamina in Wolfgang Amadeus Mozarts Die Zauberflöte. Im Jahr 2003 gab sie am Royal Opera House die Dorinda in Georg Friedrich Händels Orlando mit Bejun Mehta in der Titelrolle, dirigiert von Charles Mackerras.[1][3] Sie nahm Henry Purcells Dido and Aeneas mit Susan Graham und Ian Bostridge, dirigiert von Emmanuelle Haïm auf. Ihr Debüt am Teatro alla Scala im Jahr 2005 war die Rolle der Ilia in Wolfgang Amadeus Mozarts Idomeneo. Im Jahr 2008 war sie auf einer DVD von Olivier Messiaens Oper Saint François d’Assise in der Rolle des Engels zu hören und zu sehen, mit Rodney Gilfry als St. Francis, dirigiert von Ingo Metzmacher, aufgenommen live in Amsterdam.[4][5]

Camilla Tilling ist auf der Konzertbühne und in Rezitals ebenfalls zu Hause und trat bei den Festspielen in Salzburg und Wien auf, ebenso bei den BBC Proms, in der Londoner Wigmore Hall und der New Yorker Carnegie Hall sowie mit vielen der führenden Dirigenten und Orchester der Welt. Unter anderem sang sie Joseph Haydns Die Schöpfung mit dem Los Angeles Philharmonic unter der Leitung von Esa-Pekka Salonen, Haydns Die Jahreszeiten unter der Leitung von John Eliot Gardiner, Johann Sebastian Bachs Matthäus-Passion mit dem Mahler Chamber Orchestra und dem Dirigenten Daniel Harding, Felix Mendelssohn-Bartholdys Elias mit dem Concertgebouw Orchestra unter der Leitung von Philippe Herreweghe, Wolfgang Amadeus Mozarts Große Messe in c-Moll mit der San Francisco Symphony, Ein deutsches Requiem von Johannes Brahms unter der Leitung von Ivor Bolton und Georg Friedrich Händels Messiah mit den Berliner Philharmonikern unter der Leitung von William Christie.[1]

In der Spielzeit 2009/2010 kehrte Camilla Tilling für Produktionen von Mozarts Le Nozze di Figaro zum Royal Opera House nach London und an die Bayerische Staatsoper nach München zurück. Außerdem gastierte sie in Japan, wo sie zuletzt mit Seiji Ozawa in Hänsel und Gretel von Engelbert Humperdinck, diesmal als Pamina in Mozarts Die Zauberflöte an Tokios neuem Nationaltheater auftrat. Außerdem sang sie in Paris unter der Leitung von Kurt Masur in Edvard Griegs Peer Gynt und mit dem Dirigenten Daniele Gatti in Gustav Mahlers 2. Sinfonie, in Stockholm unter der Leitung von Sakari Oramo Ludwig van Beethovens Scene und Arie Ah! Perfido Op. 65, in München mit Thomas Hengelbrock Felix Mendelssohn-Bartholdys Elias, in Berlin mit Marek Janowski und in Köln mit Semyon Bychkov Johannes Brahms Ein deutsches Requiem, in Salzburg, Birmingham und Berlin mit Sir Simon Rattle und Peter Sellars Johann Sebastian Bachs Matthäus-Passion und auf Tournee mit Emmanuelle Haïm Georg Friedrich Händels Messiah.[1] Im Jahr 2010 war sie außerdem Solistin in Gustav Mahlers 2. Sinfonie beim Eröffnungskonzert des Rheingau Musik Festivals, dirigiert von Paavo Järvi im Kloster Eberbach.[6][7]

In der Spielzeit 2013/2014 war Tilling am Royal Opera House als Susanna in Mozarts Le nozze di Figaro, am Teatro Real de Madrid als Adina in Gaetano Donizettis L’elisir d’amore und in Salzburg als Euridice in Christoph Willibald Glucks Orfeo ed Euridice zu hören. Weitere Engagements führten sie in einem Rezital zur Los Angeles Opera, mit Bachs Johannes-Passion ans Festspielhaus Baden-Baden und mit Haydns Die Schöpfung zu den Salzburger Festspielen.[8]

In der Spielzeit 2014/2015 gab Tilling die Mélisande in Claude Debussys Pelléas et Mélisande an der Sächsischen Staatsoper in Dresden und die Pamina in Mozarts Zauberflöte an der Opéra National de Paris.[8]

In der Spielzeit 2015/2016 war Tilling als Contessa d’Almaviva in Mozarts Le nozze di Figaro beim Drottningholms Slottsteater in Stockholm und als Mélisande in Claude Debussys Pelléas et Mélisande an der Los Angeles Opera zu hören.[8]

In der Spielzeit 2016/2017 sang Tilling die Contessa d’Almaviva in Mozarts Le nozze di Figaro an der Kungliga Operan in Stockholm.[8] Bei den Eröffnungskonzerten der Elbphilharmonie in Hamburg am 11. und 12. Januar 2017 sollte Tilling für die erkrankte Anja Harteros einspringen und bei den Konzerten den Sopran-Part übernehmen.[9] Kurzfristig sprang Hanna-Elisabeth Müller für sie ein.[10]

Repertoire[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oper[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Komponist Oper Rolle
Benjamin Britten Peter Grimes
Benjamin Britten The Turn of the Screw Gouvernante
Claude Debussy Pelléas et Mélisande Mélisande
Gaetano Donizetti L’elisir d’amore Adina
Christoph Willibald Gluck Orfeo ed Euridice Euridice
Georg Friedrich Händel Orlando Dorinda
Georg Friedrich Händel Hercules Iole
Engelbert Humperdinck Hänsel und Gretel Gretel
Olivier Messiaen Saint François d’Assise Engel
Wolfgang Amadeus Mozart Die Zauberflöte Pamina
Wolfgang Amadeus Mozart Idomeneo Ilia
Wolfgang Amadeus Mozart La finta giardiniera Arminda
Wolfgang Amadeus Mozart Le nozze di Figaro Contessa d’Almaviva
Wolfgang Amadeus Mozart Le nozze di Figaro Susanna
Jacques Offenbach Hoffmanns Erzählungen Olympia
Henry Purcell Dido and Aeneas Belinda
Gioachino Rossini Il viaggio a Reims Corinna
Gioachino Rossini Il barbiere di Siviglia
Richard Strauss Der Rosenkavalier Sophie
Giuseppe Verdi Falstaff Nanetta
Giuseppe Verdi Un ballo in maschera Oskar
Alexander Zemlinsky Der Zwerg Donna Clara

Vokalwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Komponist Vokalwerk
Ludwig van Beethoven Ah! Perfido Op. 6
Alban Berg Sieben frühe Lieder
Johannes Brahms Ein deutsches Requiem
Johann Sebastian Bach Matthäus-Passion
Johann Sebastian Bach Johannes-Passion
Luigi Cherubini Messe in d-Moll
Edvard Grieg Peer Gynt
Georg Friedrich Händel Messiah
Joseph Haydn Die Jahreszeiten
Joseph Haydn Die Schöpfung
Gustav Mahler 2. Sinfonie
Gustav Mahler 4. Sinfonie
Felix Mendelssohn Bartholdy Elias
Wolfgang Amadeus Mozart Große Messe in c-Moll
Wolfgang Amadeus Mozart Waisenhausmesse
Richard Strauss Vier letzte Lieder

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bei den 49. Annual Grammy Awards 2006 wurde die Aufnahme von Wolfgang Amadeus Mozarts Große Messe in C-Moll (bei DG Archiv) als beste Chordarbietung (Best Choral Performance) nominiert.
  • Bei den 52. Annual Grammy Awards 2009 wurde die Aufnahme von Olivier Messiaens Oper Saint François D’Assise als beste Opernaufnahme (Best Opera Recording) nominiert.[11]

Aufnahmen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Camilla Tilling hat bei mehreren Musikalben mitgewirkt: bei der Messe in d-Moll von Luigi Cherubini mit Riccardo Muti (bei EMI), bei Gustav Mahlers 4. Sinfonie mit dem Philharmonia Orchestra (Telarc), als Belinda in Henry Purcells Dido und Aeneas mit Emmanuelle Haïm und Edvard Griegs Peer Gynt mit Paavo Järvi (beide bei Virgin Classics) sowie Wolfgang Amadeus Mozarts C-Moll-Messe (DG Archiv).[1]

Ihr erstes Soloalbum ist Rote Rosen, Lieder von Richard Strauss, begleitet von Paul Rivinius, das 2009 veröffentlicht wurde.[12] Außerdem hat sie, ebenfalls mit Paul Rivinius, das Album Bei dir Allein, eine Auswahl von Schubert-Liedern, aufgenommen.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Camilla Tilling bei Bach Cantatas (englisch)
  2. Camilla Tilling Soprano. In: roh.org. Abgerufen am 5. Februar 2018 (englisch).
  3. Camilla Tilling. In: staatsoper.de. Abgerufen am 5. Februar 2018.
  4. Messiaen, O.: Saint Francois d’Assise (DNO, 2008). In: naxos.com. Abgerufen am 9. Februar 2018 (englisch).
  5. a b Camilla Tilling. In: salzburgerfestspiele.at. Abgerufen am 5. Februar 2018 (englisch).
  6. Rheingau Musikfestival eröffnet. (Nicht mehr online verfügbar.) In: hr-online.de. 26. Juni 2010, archiviert vom Original am 14. Juni 2011; abgerufen am 17. Februar 2018. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hr-online.de
  7. Concerts 2010. In: paavojarvi.com. Abgerufen am 17. Februar 2018.
  8. a b c d Camilla Tilling bei Operabase (Engagements und Termine).
  9. Presseinformation. Elbphilharmonie, abgerufen am 17. Februar 2018.
  10. Offizielles Programm der Elbphilharmonie-Eröffnung. Elbphilharmonie, abgerufen am 26. Mai 2018.
  11. Grammy Award Results for Camilla Tilling. In: grammy.com. Abgerufen am 17. Februar 2018 (englisch).
  12. Camilla Tilling, Richard Strauss, Paul Rivinius – Rote Rosen. In: discogs. Abgerufen am 17. Februar 2018.