Cancún

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Cancún
Koordinaten: 21° 10′ N, 86° 51′ W
Karte: Quintana Roo
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Cancún
Cancún auf der Karte von Quintana Roo
Basisdaten
Staat Mexiko
Bundesstaat Quintana Roo
Municipio Benito Juárez
Stadtgründung 20. April 1970
Einwohner 628.306 (2010)
Stadtinsignien
Coat of arms of Benito Juarez, Quintana Roo.svg
Flag of Benito Juarez.svg
Detaildaten
Fläche 2107 km²
Bevölkerungsdichte 313,8 Ew./km2
Höhe 10 m
Postleitzahl 77500–77539
Vorwahl (+52) 998
Zeitzone UTC-5
Stadtvorsitz Paul Carrillo de Cáceres
Website www.cancun.gob.mx
Blick über Cancún
Blick über Cancún
Hotelzone in Cancún
Hotelzone in Cancún
Ruinen in Cancún
Ruinen in Cancún

Cancún (/kænˈkuːn/ oder /kɑːn-/;spanisch: [kaŋˈkun]) ist eine Stadt an der Küste der Halbinsel Yucatán und liegt im Municipios Benito Juárez im Nordosten des Bundesstaats Quintana Roo im südöstlichsten Teil Mexikos.

Cancún ist das Zentrum des Urlaubsgebiets Riviera Maya und hat etwa 630.000 Einwohner (Stand: Zensus 2010). Die Stadt ist besonders als Touristenziel wegen seines 23 Kilometer langen Strandes weltbekannt und empfing 2016 über 6 Millionen Besucher.[1] Der Name can cún bedeutet in der Sprache der Maya „Schlangennest“ oder „Schlangentopf“ (der Name wird aber auch oft von „Ort der goldenen Schlange“ hergeleitet).[2]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen von Cancún soll an die Wurzeln der Stadt erinnern, die in der Maya-Kultur liegen. Die Form ist dem Ring nachempfunden, der im Pelota-Spiel der Maya als Tor diente. Die Farben Blau, Beige und Rot symbolisieren das Meer, den Sand und die Sonne, welches die drei „Elemente“ sind, die dem internationalen Tourismus dieser Stadt zur Bedeutung verhalfen.

Jüngere Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cancún war bis in die frühen 1950er Jahre eine von der Zivilisation weitgehend unberührte Insel der Karibikküste mit einigen wenigen Fischerdörfern und präkolumbischen Ruinen der Maya. Die mexikanische Regierung entschloss sich 1969 gemeinsam mit internationalen Privatinvestoren, systematisch einen Urlaubsort als Gegenpol zum erfolgreichen Acapulco zu errichten, um den Tourismus auch im Südosten des Landes anzukurbeln.

Der Planungsentwurf für Cancún stammte von Agustín Landa Verdugo. Bei der vorgefundenen geografischen Lage drängte sich eine Entwicklung analog der von Miami Beach in Florida geradezu auf. Ein Damm wurde errichtet, um die schmale Nehrung Cancún mit dem Festland zu verbinden. Ebenso bekam die Stadt einen internationalen Flughafen (IATA-Code: CUN), der sich im Südwesten der Stadt befindet. Cancún begann ab den frühen 1970er Jahren stark zu wachsen. Am Festland wurden in streng geometrischen Straßenzellen die vielen Menschen untergebracht, die im Tourismus und den nachgeschalteten Dienstleistungsbetrieben ihren Lebensunterhalt fanden, während auf der Nehrung immer neue Hotels entstanden. Anders als in anderen mexikanischen Städten findet man deshalb in Cancún weder einen zentralen Platz noch eine alte Kathedrale oder sonstige historische Bauwerke.

In der rund 20 Kilometer langen Hotelzone Zona Hotelera am vorgelagerten feinsandigen Strand befinden sich Hotels aller Kategorien und Größen. Ergänzt wird die Hotelzone um Einkaufs-, Freizeit- und Unterhaltungsmöglichkeiten, wie beispielsweise das an Venedig erinnernde „La Isla“. Das Publikum stammt vorwiegend aus den USA und Kanada, Gäste aus Europa stellen eine stabile kleinere Gruppe. Insbesondere zum Spring Break kommen viele jugendliche Amerikaner, womit Cancún ein Pendant zu den im Mittelmeer gelegenen Partyzentren Mallorca oder Ibiza bildet.

Im Jahre 2003 wurde in Cancún die 5. Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation (WTO) abgehalten, 2004 war Cancún Gastgeber der 73. Generalversammlung der IKPO-Interpol. Der Hurrikan Wilma richtete 2005 in Cancún Schäden in einem dort noch nie gesehenen Ausmaß an.[3] Vom 29. November bis zum 10. Dezember 2010 fand in Cancún die 16. Weltklimakonferenz der Vereinten Nationen, COP 16, statt.

Cancún heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lagune in Cancún

Heute ist Cancún eine Großstadt, die sich über die begrenzte Insel hinaus auf das nahegelegene Festland ausgebreitet hat, wo inzwischen die Masse der Einwohner lebt. Die Nehrungsinsel umschließt im Norden und Osten die etwa 3000 ha große Lagune Nichupté. Auf ihr befindet sich das touristische Zentrum der Stadt, die Hotelzone. Die meisten Bewohner Cancúns sind nicht hier geborene Zuwanderer aus fast allen Teilen des Landes, angezogen durch die relativ guten Verdienstmöglichkeiten. Eine nennenswerte Wirtschaftsbasis außer dem Tourismus und Tagungsbetrieb findet man in Cancún nicht.

Hotels in Cancún

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cancún ist über die Schnellstraße Carretara 180 mit Mérida, Valladolid und dem rund 200 Kilometer entfernten UNESCO-Weltkulturerbe Chichén Itzá (alle im Westen) verbunden. In Richtung Süden setzt sich die Hauptstraße Avenida Tulúm mit der Carretara 307 fort, die über Playa del Carmen und Tulúm weiter in die Hauptstadt Chetumal führt.

Fernbusverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom Busbahnhof Terminal de autobuses verkehren Fernbusse der Unternehmen ADO, ADO GL, Mayabus und Omnibus de México in fast alle größeren Städte des Landes.[4]

Fährverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt zwischen Cancún und der Isla Mujeres regelmäßige Fährverbindungen vom Gran Puerto nahe dem Stadtzentrum und drei weiteren Fähranlegestellen entlang der Hotelzone.

Flugverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cancún besitzt mit dem Flughafen Cancún, 17 km südlich des Stadtzentrums gelegen, auch einen internationalen Flughafen. Er steht bei den Passagierzahlen an zweiter Stelle in Mexiko. Von Januar bis Juli 2017 verzeichnete der Flughafen Cancún 7,15 Millionen Passagierankünfte.[5]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verwaltungsgebäude der Universidad del Caribe

In Cancún gibt es vier staatliche Universitäten:

  • Universidad del Caribe (Unicaribe)
  • Universidad Tecnológica de Cancún (Utcancún)
  • Instituto Tecnológico de Cancún
  • Universidad Politécnica de Quintana Roo (UPQROO)

sowie eine Vielzahl privater Hochschulen: siehe Liste

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entlang der Hotelzone auf der Nehrung von Cancún findet jedes Jahr im Dezember ein internationaler Marathon und Halbmarathon statt, im Jahr 2017 bereits zum 33. Mal. Seit 2007 ist der Fußballclub Atlante in Cancún beheimatet. Cancún war einer der Austragungsorte des CONCACAF Women’s Gold Cup 2010.

Drogenkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang 2017 hat der in weiten Teilen Mexikos tobende Drogenkrieg auch auf Cancún übergegriffen. Die Stadt ist ein strategischer Umschlagplatz der Drogen-Kartelle. Im Vergleich zum Vorjahr haben die Morde in den ersten Monaten des Jahres um 169 % zugenommen. Die meisten Gewalttaten geschehen jedoch fernab der Touristenmeile. Die USA und Kanada erließen Reisewarnungen.[6] Im August 2017 wurde die Chefin eines Drogen-Kartells, das Drogenhandel und Schutzgelderpressung in Cancún und Playa del Carmen betrieb, eine ehemalige Polizeibeamtin, von der mexikanischen Polizei verhaftet.[7]

Klimatabelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cancún
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
136
 
28
21
 
 
46
 
29
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53
 
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38
 
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88
 
33
24
 
 
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33
25
 
 
57
 
33
25
 
 
110
 
34
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225
 
33
25
 
 
221
 
31
24
 
 
132
 
30
23
 
 
96
 
28
21
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: CONAGUA
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Cancún
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 27,9 28,7 29,9 31,5 32,7 33,0 33,4 33,6 32,7 31,0 29,6 28,2 Ø 31
Min. Temperatur (°C) 20,6 20,7 21,5 23,4 24,4 25,2 25,2 24,8 24,7 23,8 22,7 21,2 Ø 23,2
Niederschlag (mm) 136,4 45,7 52,7 37,9 88,0 137,5 57,0 109,5 224,6 221,1 131,6 95,7 Σ 1.337,7
Regentage (d) 10,5 5,4 5,4 4,1 6,6 11,1 8,8 10,0 14,0 16,3 12,4 10,6 Σ 115,2
T
e
m
p
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r
a
t
u
r
27,9
20,6
28,7
20,7
29,9
21,5
31,5
23,4
32,7
24,4
33,0
25,2
33,4
25,2
33,6
24,8
32,7
24,7
31,0
23,8
29,6
22,7
28,2
21,2
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
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d
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s
c
h
l
a
g
136,4
45,7
52,7
37,9
88,0
137,5
57,0
109,5
224,6
221,1
131,6
95,7
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: CONAGUA

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cancún unterhält Partnerschaften mit sechzehn Städten:[8]

Stadt Land seit
Compton Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten, Kalifornien
Granadilla de Abona SpanienSpanien Spanien 1998
Hangzhou China VolksrepublikVolksrepublik China China 2008
Antigua GuatemalaGuatemala Guatemala 2002
Mar del Plata ArgentinienArgentinien Argentinien 1987
Mission Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten, Texas 2009
Oaxaca de Juárez MexikoMexiko Mexiko
Pharr Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten, Texas 2008
Puebla MexikoMexiko Mexiko
Punta del Este UruguayUruguay Uruguay
Tlaquepaque MexikoMexiko Mexiko 2010
Sanya China VolksrepublikVolksrepublik China China 2002
Taxco MexikoMexiko Mexiko 2009
Tijuana MexikoMexiko Mexiko 2003
Timișoara RumänienRumänien Rumänien 2004
Valle de Bravo MexikoMexiko Mexiko 2010
Varadero KubaKuba Kuba
Wichita Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten, Kansas 1975

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Cancún – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 2016 will be a record year for Cancun visitors. The Yucatán Times, 9. November 2016. Abgerufen am 13. September 2017.
  2. Cancún o Nido de Serpientes a 43 años de vida. Quintana Roo al día, 22. April 2013. Abgerufen am 14. September 2017.
  3. Wie ein wütendes Monster, das uns verschlucken will. FAZ, 22. Oktober 2005. Abgerufen am 13. September 2017.
  4. Estación de autobuses Cancún. Autobuses México. Abgerufen am 13. September 2017.
  5. Actividades Aeroportuarias. Secretaría de Turismo. Abgerufen am 15. September 2017.
  6. Drogenkrieg erreicht das Urlaubsparadies Cancun. Der Tagesspiegel, 18. März 2017. Abgerufen am 13. September 2017.
  7. Mexico Captures Cancun Drug Cartel Boss. Organized Crime and Corruption Reporting Project, 15. August 2017. Abgerufen am 17. September 2017.
  8. Instala gobierno de Benito Juárez Comité de Ciudades Hermanas. Abgerufen am 22. September 2015.