Chico Buarque

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Chico Buarque (2009)

Chico Buarque, eigentlich Francisco Buarque de Hollanda, (* 19. Juni 1944 in Rio de Janeiro) ist ein brasilianischer Musiker und Autor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chico Buarque wuchs in einem intellektuell und kulturell interessierten Umfeld auf. Sein Vater ist der Historiker Sérgio Buarque de Holanda. Chico Buarque studierte Architektur in São Paulo.

Mit neun Jahren schrieb Chico Buarque „Marchinhas de Carnaval“ (Texte für Karnevalsumzüge). Später sagte er, es sei sein Traum »zu singen wie João Gilberto, zu komponieren wie Tom Jobim und zu dichten wie Vinícius de Moraes«. Seit 1964 verfasste er erste Kompositionen und Liedtexte für kommerzielle Veröffentlichungen. 1966 gelang ihm mit dem Lied „A Banda“ der Durchbruch. Von diesem Lied brachte France Gall später eine deutsche Version Zwei Apfelsinen im Haar heraus. Seitdem gilt er als einer der wichtigsten Vertreter der Música Popular Brasileira. Er hat zahlreiche Preise gewonnen, so 2014 den Prêmio da Música Brasileira als bester Sänger (mit Wilson das Neves).

Sein 1967 uraufgeführtes Theaterstück „Roda Viva“ löste ein Jahr später einen politischen Skandal aus. Politisch setzte er sich kritisch mit der damaligen Militärdiktatur in Brasilien auseinander. 1969 musste er deshalb das Land verlassen und ging ins Exil nach Italien.

1970 kehrte er nach Brasilien zurück und nahm das Album Construção auf. 1978 wurde die „Ópera do Malandro“ (Gauneroper) uraufgeführt, zu der Chico Buarque Libretto und Musik geschrieben hat. 1985 wurde das Stück sehr erfolgreich verfilmt. Weiterhin engagiert sich Chico Buarque unter anderem für die Landlosenbewegung MST, zu deren Unterstützung er 1997 das Album Terra aufnahm. Außerdem ist er der Verfasser mehrerer Romane: Estorvo (1991), Benjamin (1995), Budapeste (2003) und Leite derramado (2009).[1]

Ausgewählte Kompositionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • A Banda
  • Apesar de você
  • As Vitrines
  • Brejo da Cruz
  • Bye Bye, Brasil
  • Carolina
  • Construção
  • Cotidiano
  • Deus lhe pague
  • Feijoada completa
  • Funeral de um Lavrador
  • Futuros Amantes
  • Homenagem ao Malandro
  • Meu caro Amigo
  • Morena de Angola
  • Mulheres de Atenas
  • Noite dos Mascarados
  • Olhos nos Olhos
  • Paratodos
  • O que será? (À Flor da Pele)
  • O que será? (À Flor da Terra)
  • Quem te viu, quem te vê
  • Roda viva
  • Sonho de um Carnaval
  • Terezinha
  • Vai levando
  • Vai passar

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kino[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1972: Quando o carnaval chegar (Co-Autor beim Drehbuch)
  • 1983: Para viver um grande amor (Co-Autor beim Drehbuch)
  • 1985: Ópera do Malandro
  • 2000: Estorvo (basiert auf seinem Theaterstück)
  • 2003: Benjamin (basiert auf seinem Buch)

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1966: A Banda (Buch mit Liedtexten)
  • 1974: Fazenda Modelo. Civilização Brasileira, Rio de Janeiro.
  • 1979: Chapeuzinho Amarelo (Kinderbuch). Zuerst 1970 erschienen, 1979 neu aufgelegt mit Illustrationen von Ziraldo.
  • 1981: A Bordo do Rui Barbosa. Palavra e Imagem, São Paulo.
  • 1991: Estorvo. Companhia das Letras, São Paulo.
  • 1995: Benjamim. Companhia das Letras, São Paulo, ISBN 85-7164-502-7.
  • 2003: Budapeste. Companhia das Letras, São Paulo, ISBN 85-359-0417-4.
    • Deutsche Ausgabe: Budapest. Roman. Aus dem brasilianischen Portugiesisch von Karin von Schweder-Schreiner. S. Fischer, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-10-046330-7.
  • 2009: Leite Derramado. Companhia das Letras, São Paulo, ISBN 978-85-359-1411-5.
    • Deutsche Ausgabe: Vergossene Milch. Roman. Aus dem brasilianischen Portugiesisch von Karin von Schweder-Schreiner. S. Fischer, Frankfurt am Main 2013, ISBN 978-3-10-046331-9.
  • 2014: O Irmão Alemão. Companhia das Letras, Rio de Janeiro, ISBN 978-85-359-2515-9.
    • Deutsche Ausgabe: Mein deutscher Bruder. Roman. Aus dem brasilianischen Portugiesisch von Karin von Schweder-Schreiner. S. Fischer, Frankfurt am Main 2016, ISBN 978-3-10-002460-2.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Das Geheimnis der Hüften in Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 22. Dezember 2013, Seite 42