David Jarolím

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David Jarolím

David Jarolím (2008)

Spielerinformationen
Geburtstag 17. Mai 1979
Geburtsort ČáslavČSR
Größe 172 cm
Position Defensives Mittelfeld
Vereine in der Jugend
1987–1991
1991–1995
1995–1996
FC Rouen
Slavia Prag
FC Bayern München
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1996–2000
1997–2000
2000–2003
2003–2012
2004
2012
2013–2014
FC Bayern München Amateure
FC Bayern München
1. FC Nürnberg
Hamburger SV
Hamburger SV Amateure/II
FC Évian TG
FK Mladá Boleslav
62 (12)
1 0(0)
73 0(4)
257 (14)
1 0(0)
5 0(0)
39 0(1)
Nationalmannschaft
1994
1994
1997–1998
1999–2002
2000
2005–2009
Tschechien U-15
Tschechien U-16
Tschechien U-18
Tschechien U-21
Tschechien U-20
Tschechien
2 0(1)
9 0(2)
8 0(1)
11 0(2)
1 0(0)
29 0(1)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

David Jarolím [ˈdavid ˈjarɔ̹liːm] (* 17. Mai 1979 in Čáslav) ist ein tschechischer Fußballfunktionär. In seiner Karriere als Fußballspieler spielte er größtenteils bei Vereinen in Deutschland und nahm als tschechischer A-Nationalspieler an der WM 2006 und der EM 2008 teil.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laufbahn im Verein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Čáslav geboren, verbrachte Jarolím einen Teil seiner Kindheit in Frankreich und begann mit dem Fußball in der Jugendabteilung des FC Rouen; für den Zweitligisten war sein Vater Karel von 1987 bis 1990 als Fußball-Profi tätig. Nach Rückkehr der Familie in sein Geburtsland setzte er den Fußball in der Jugendabteilung von Slavia Prag fort. Mit Slavia wurde er tschechischer A-Jugendmeister. 1994 wechselte er zum FC Bayern München. Am 3. Mai 1997 debütierte er in der Regionalliga Süd für die Amateure des FCB. Zur Saison 1997/98 rückte er in den Profikader, spielte aber überwiegend für die Amateure. Seine einzigen Einsätze für die Profimannschaft des FC Bayern absolvierte er am 13. April 1999 (26. Spieltag) bei der 1:2-Niederlage in Kaiserslautern, als er für Ali Daei in der 80. Minute eingewechselt wurde, am 17. Juli 1999 beim 2:1-Sieg im Ligapokalfinale gegen Werder Bremen, als er für Lothar Matthäus in der 79. Minute eingewechselt wurde und am 22. März 2000 bei der 0:2-Niederlage im letzten Zwischenrundenspiel der Champions League bei Dynamo Kiew, als er für Roque Santa Cruz in der 77. Minute zum Einsatz kam.

2000/01 wechselte er zum Zweitligisten 1. FC Nürnberg, für den er am 20. August 2000 (2. Spieltag) beim 2:0-Heimsieg über den LR Ahlen mit dem Führungstreffer auch sein erstes Tor erzielte. Dem 1. FC Nürnberg – mit dem er zwischenzeitlich für zwei Spielzeiten auf- und in seinem letzten Jahr wieder abstieg – gehörte er bis zum 31. August 2003 an. Von 2003 bis 2012 stand er beim Bundesligisten Hamburger SV unter Vertrag. Am 15. Dezember 2005 spielte Jarolím im Rahmen des UEFA-Pokals gegen die Mannschaft, in der sein Bruder Lukáš mitwirkte: Der Hamburger SV siegte im Heimspiel mit 2:0 gegen Slavia Prag. Zur Saison 2006/07 wurde er von Trainer Thomas Doll zum stellvertretenden Mannschaftskapitän bestimmt. Nach dem Weggang von Rafael van der Vaart wurde Jarolím 2008/09 die Kapitänsbinde übertragen, die er unter Trainer Armin Veh an Neuzugang Heiko Westermann abtreten musste. Am 21. April 2009 verlängerte er seinen Vertrag bis zum 30. Juni 2012.[1]

Unter Armin Veh war Jarolím nicht mehr unumstrittener Stammspieler, so auch unter dessen Nachfolgern Michael Oenning und Thorsten Fink. Jarolím saß die meiste Zeit auf der Bank und kam nur vereinzelt zu Kurzeinsätzen. Ein Abgang in der Winterpause der Saison 2011/12 galt als sicher, da ihm Sportchef Frank Arnesen bei einem möglichen Wechsel keine Steine in den Weg legen wollte und ihn ablösefrei hätte gehen lassen. Ihm wurden auf seiner Position im defensiven Mittelfeld Gojko Kačar, Tomás Rincón und Robert Tesche vorgezogen. Nach nicht zufriedenstellenden Leistungen des defensiven Mittelfelds zum Start der Rückrunde, bei dem man eine 1:5-Heimniederlage gegen Borussia Dortmund kassierte, kehrte Jarolím nach guten Trainingsleistungen am folgenden Spieltag beim 2:1-Auswärtssieg gegen Hertha BSC wieder in die Startelf zurück. Trainer Fink ließ nach seiner guten Leistung verlauten, dass Jarolím „ein Teil der Mannschaft“ sei und „in den nächsten Monaten wichtig für das Team“ sein könne. Ein Wechsel in der Winterpause war somit vom Tisch. Im Laufe der Rückrunde entwickelte sich Jarolím zum Stammspieler und Leistungsträger im Abstiegskampf. Er war laut Kritikern in vielen Spielen der „beste Mann“ der Hamburger. Sein zum Saisonende auslaufender Vertrag wurde vom Verein allerdings nicht verlängert. Am 33. Spieltag sicherte sich der HSV in seinem letzten Heimspiel durch ein 0:0-Unentschieden gegen den 1. FSV Mainz 05 den Klassenerhalt. Nach dem Spiel wurde Jarolím, zu diesem Zeitpunkt dienstältester Profi, offiziell verabschiedet.[2]

Am 29. August 2012 schloss sich Jarolím für die Saison 2012/13 dem französischen Erstligisten FC Évian Thonon Gaillard an.[3] Sein Ligadebüt erfolgte am 15. September 2012 (5. Spieltag) beim 3:0-Sieg im Heimspiel gegen den SC Bastia. Nach nur knapp drei Monaten bat er Ende November 2012 aus „persönlichen Gründen“ um eine Vertragsauflösung, der zugestimmt wurde.[4] Insgesamt kam er für Évian TG zu fünf Einsätzen in der Liga und einem Pokaleinsatz.

Am 15. Januar 2013 wurde er bis zum Ende der Saison 2012/13 von FK Mladá Boleslav verpflichtet.[5] Sein Ligadebüt gab er am 24. Februar 2013 (17. Spieltag) beim 1:0-Sieg im Heimspiel gegen den 1. FK Příbram. Sein erstes Tor gelang ihm am 23. Februar 2014 (17. Spieltag) beim 2:2-Unentschieden im Auswärtsspiel gegen Slovan Liberec mit dem Anschlusstreffer zum 1:2 in der 71. Minute. Wegen körperlicher Beschwerden – Knie und Sprunggelenk waren seit Jahren nicht mehr schmerzfrei – beendete Jarolim seine Fußballkarriere.[6]

Für die Zeit danach war eine Rückkehr zum Hamburger SV als Trainer angedacht.[7]

Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jarolím bestritt Spiele in der tschechischen U-15-, U-16-, U-18-, U-20- und U-21-Nationalmannschaft. Am 3. Oktober 2005 wurde er nach guten Leistungen beim Hamburger SV erstmals für die tschechische A-Nationalmannschaft für die Qualifikationsspiele zur WM 2006 gegen Niederlande und Finnland nominiert.[8] Am 8. Oktober 2005 gab er im WM-Qualifikationsspiel gegen die Niederlande in Prag sein Debüt, als er in der 76. Minute für Jiri Stajner eingewechselt wurde. Der damalige Nationaltrainer Karel Brückner berief ihn in den Kader für die Weltmeisterschaft 2006. In den ersten beiden Gruppenspielen, in denen es unter anderem einen 3:0-Sieg gegen die USA gab, wurde Jarolím nicht eingesetzt. Zu seinem ersten Einsatz im Turnier kam er im letzten Gruppenspiel gegen Italien, das im Hamburger Volksparkstadion ausgetragen wurde. Jarolím wurde in der 64. Minute beim Spielstand von 0:1 aus Sicht der Tschechen für Milan Baros eingewechselt. Die 0:2-Niederlage gegen den späteren Titelträger konnte er nicht mehr verhindern. Tschechien schied nach der Gruppenphase aus.

In der Qualifikation zur Europameisterschaft 2008 setzten sich die Tschechen als Gruppensieger vor Deutschland durch. Jarolím kam in sechs Spielen zum Einsatz, wobei ihm im ersten Spiel ein Tor und eine Vorlage gelang. In den beiden Spielen gegen die DFB-Auswahl kam er nicht zum Einsatz, so auch nicht beim 3:0-Sieg in der Münchner Allianz-Arena. Jarolím schaffte den Sprung in den EM-Kader und stand in der Startformation im ersten Gruppenspiel gegen die Schweiz, dem Eröffnungsspiel. In den nächsten beiden Partien gegen Portugal und gegen die Türkei wurde er eingewechselt. Auch bei der EM 2008 schied Tschechien nach der Gruppenphase aus.

In der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2010 belegte Tschechien hinter dem Nachbarn aus der Slowakei und hinter Slowenien den dritten Platz, womit die Qualifikation verfehlt wurde. Jarolím kam in der Qualifikation zu sechs Einsätzen. Seinen bisher letzten Einsatz für die Landesauswahl hatte er am 14. Oktober 2009, als er im letzten WM-Qualifikationsspiel gegen Nordirland in der Anfangsformation stand und nach 83 Minuten durch Michal Papadopulos ersetzt wurde.

Laufbahn als Funktionär[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Juli 2014 ist Jarolím Sportdirektor beim FK Mladá Boleslav.[9]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Funktionär[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hamburger Sport-Verein e.V. (Hrsg.): Artikel. In: Hamburger SV/hsv.de. 2009, archiviert vom Original am 24. April 2009, abgerufen am 2009.
  2. Hamburger Sport-Verein e.V. (Hrsg.): Urgestein in ungewohnter Situation Artikel: auf der Homepage des Hamburger SV. In: Hamburger SV/hsv.de. 2012, archiviert vom Original am 9. Mai 2012, abgerufen am 2012.
  3. Évian Thonon Gaillard Football Club (Hrsg.): Meldung auf der Homepage von Évian Thonon Gaillard. In: FC Évian Thonon Gaillard. 2012, archiviert vom Original am 1. September 2012, abgerufen am 2012 (französisch).
  4. Évian Thonon Gaillard Football Club (Hrsg.): Meldung auf der Homepage von Évian Thonon Gaillard. In: FC Évian Thonon Gaillard. 2012, archiviert vom Original am 27. November 2012, abgerufen am 2012 (französisch).
  5. Meldung auf kicker.de
  6. Meldung auf kicker.de
  7. Artikel auf abendblatt.de
  8. Olympia Verlag GmbH (Hrsg.): Jarolim steht im Aufgebot. In: kicker online. 3. Oktober 2005, abgerufen am 20. Juli 2014.
  9. Abschiedsspiel: Jaro verspricht Tore, Internetpräsenz des Hamburger SV, abgerufen am 26. März 2015