Diedenbergen

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Diedenbergen
Wappen der früheren Gemeinde Diedenbergen
Koordinaten: 50° 3′ 42″ N, 8° 25′ 12″ O
Höhe: 188 m ü. NHN
Fläche: 7,17 km²[1]
Einwohner: 4056 (31. Dez. 2015)[2]
Bevölkerungsdichte: 566 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. April 1972
Postleitzahl: 65719
Vorwahl: 06192

Diedenbergen ist ein Ortsbezirk der Kreisstadt Hofheim am Taunus und liegt im Südwesten des Main-Taunus-Kreises in Hessen.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf Diedenbergen von Südwesten von der A 3 aus. Im Vordergrund ist die A 66 mit der Anschlussstelle Hofheim am Taunus erkennbar.

Diedenbergen liegt auf einer Südabdachung des Vordertaunus direkt unter dem Waldrand und mit einer Höhe von 190 Meter hoch über der Oberrheinischen Tiefebene. Wegen dieser exponierten Hanglage ist Diedenbergen schon von Weitem zu sehen.

Diedenbergen liegt dort, wo eine alte Römerstraße auf dem schnurgeraden Weg von Mainz-Kastel in die Wetterau einen Taunusausläufer überwinden muss und ihre Scheitelhöhe erreicht. Im Mittelalter war diese Steinerne Straße als Elisabethenstraße bekannt. In Diedenbergen trägt sie den Namen Casteller Straße und ist noch immer die wichtigste Hauptverkehrsstraße des Ortes.

Umgeben ist Diedenbergen im Westen, Norden und Osten von den Hofheimer Stadtteilen Wallau, Langenhain und Marxheim. Im Süden grenzt die Gemarkung an den Hochheimer Stadtteil Massenheim und an den Flörsheimer Stadtteil Weilbach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste bis heute überlieferte Erwähnung Diedenbergens geschah 1366 in einer Eigentumsbeschreibung von Grundstücken, die u. a. am Dydenberger Weg lagen. Die benachbarten, älteren Orte Hartbach und Oberweilbach fielen im 15. bzw. 16. Jahrhundert wüst und Teil der Gemarkung Diedenbergens.

Jahrhundertelang war Diedenbergen Teil des protestantischen Ländchens und gehörte zur Zeit des Herzogtums Nassau zum Amt Hochheim.

Der Ortsmittelpunkt ist die evangelische Kirche. Eine Kirche in Diedenbergen wurde 1591 erstmals als Filialkirche von Marxheim erwähnt. 1754 bis 1756 ließ Landgraf Ludwig VIII. von Hessen-Darmstadt eine neue Kirche errichten. Angeblich ist ihr Turm bei gutem Wetter von Darmstadt aus sichtbar.

Zwischen 1882 und 1950 wurde das Bergwerk Grube Franz an der Marxheimer Straße betrieben.

Am 1. April 1972 wurde Diedenbergen in die Stadt Hofheim am Taunus eingegliedert.[3]

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt die Territorien bzw. Verwaltungseinheiten denen Diedenbergen unterstand im Überblick:[1][4]

Einwohnerzahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dezember 2002 hatten in Diedenbergen 3.916 Einwohner ihren Erstwohnsitz, mit Zweitwohnsitz waren es 4.159.[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbeirat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick von der Weilbacher Straße auf das alte Rathaus

Im Ortsbeirat Hofheim-Diedenbergen sind nach den Kommunalwahlen in Hessen 2016 die neun Sitze wie folgt verteilt:[6]

Partei Sitze Ergebnis
CDU 3 32,7 %
SPD 3 28,2 %
Grüne 1 13,2 %
FWG 2 25,9 %

Ortsvorsteher: Klaus Ernst (SPD)[7]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 21. Juli 1971 wurde der Gemeinde Diedenbergen ein Wappen mit folgender Blasonierung verliehen: In von Blau und Silber schräglinks geteiltem Schild oben ein von Rot und Silber sechsmal geteilter wachsender Löwe, unten eine schräggestellte blaue Wolfsangel.[8]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Kirche Diedenbergen

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der städtische Weinberg am Wickerer Berg knüpft an die alte Weinanbautradition Diedenbergens an. Auf einem ganzjährigen Weinlehrpfad kann man mehr über diese Tradition erfahren.
  • Als sehenswert gilt auch die Rokoko-Orgel des renommierten Orgelbauers Johann Conrad Bürgy (1721–1792), die in der evangelischen Kirche zu finden ist.
  • In der Philipp-Keim-Straße 7 steht das Wohn- und Sterbehaus des blinden Sängers Philipp Keim (1804–1884), der mit seiner Drehorgel und in der Begleitung seiner Frau Lisbeth durch das Nassauer Land zog und Neuigkeiten in Liedform an das Volk weitergab.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Turnverein Diedenbergen 1886 e. V.
  • MGV Frohsinn
  • Deutscher Gymnastikbund DGymB e.V.
  • SG Nassau Diedenbergen 1921 e. V.
  • Freiwillige Feuerwehr Diedenbergen
  • MSC Diedenbergen
  • SV 1958 Diedenbergen e. V.
  • Tennisclub Diedenbergen 71 e. V.
  • Diedenberger Heimatgeschichtsverein
  • Frankfurter Verein für Luftfahrt von 1908 e. V. - Modellflugsparte
  • Reitsportgruppe Roßhof
  • NABU Ortsgruppe Diedenbergen
  • Deutsches Rotes Kreuz
  • Verein für Deutsche Schäferhunde
  • Frauenchor Viva La Musica
  • Kulturverein Diedenbergen
  • Mary Popins e. V.
  • Historische Landmaschinen Diedenbergen
  • Magic Dragon Dancers
  • Schützenverein 1958 e. V. Diedenbergen
  • Narrengilde Diedenbergen 2011 e.V.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diedenbergen liegt verkehrsgünstig in der Nähe des Wiesbadener Kreuzes und ist mit der Anschlussstelle Diedenbergen an die Bundesautobahn 66 (Wiesbaden - Frankfurt am Main) angebunden und damit auch an die Bundesautobahn 3 (Köln - Frankfurter Kreuz).

Die Landstraße 3264 führt von der Anschlussstelle Diedenbergen der A 66 in nordöstlicher Richtung auf der Trasse der alten Römerstraße hinauf nach Diedenbergen und von hier wieder bergab nach Marxheim zur Einmündung in die Bundesstraße 519. Die Kreisstraße 785 zweigt unter Umgehung der Ortslage westlich von Diedenbergen von der L 3264 nach Westen in Richtung Wallau ab und ist ein Hauptzubringer für das Gewerbegebiet Wallau Ost zur Autobahn. Die Kreisstraße 787 zweigt in der Ortsmitte nach Norden von der L 3264 ab und führt bergauf nach Langenhain.

ÖPNV innerhalb des RMV besteht mit Buslinien nach Hofheim und nach Wiesbaden.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Diedenbergen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Diedenbergen, Main-Taunus-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). (Stand: 16. November 2016)
  2. Statistikzahlen Hofheims: Einwohnerzahlen (HW). Stadt Hofheim am Taunus, abgerufen am 5. Dezember 2016.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 370.
  4. Verwaltungsgeschichte Land Hessen bei M. Rademacher, Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990
  5. Private Webseite zum Ort
  6. Ortsbeiratswahl 2016. Stadt Hofheim am Taunus, archiviert vom Original am 14. Dezember 2016, abgerufen am 5. Dezember 2016.
  7. Ortsbeirat Hofheim-Diedenbergen. Stadt Hofheim am Taunus, abgerufen am 28. März 2017.
  8. Genehmigung eines Wappens durch den Hessischen Minister des Innern vom 21. Juli 1971 (StAnz. S. 1293) Seite 5 der tif-Datei 5,5 MB