Dirk Pohlmann

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Dirk Pohlmann (* 11. August 1959) ist ein deutscher Drehbuchautor und Filmregisseur.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pohlmann studierte in Mainz Publizistik, Philosophie und Rechtswissenschaft mit dem Abschluss Magister Artium. Er besaß außerdem eine Berufspilotenlizenz mit Instrumentenflugberechtigung.[1] Seit 1986 ist er mit zahlreichen Beiträgen in mehreren Fernsehsendern als TV-Autor und Regisseur tätig. Er erstellte historische Dokumentationen u. a. für Arte, ZDF, ARD und Spiegel-TV.

Schon früh nach der Gründung der Cargolifter AG drehte Pohlmann einen Dokumentarfilm über das Unternehmen[2] und arbeitete später als Freier Mitarbeiter an dem Unternehmen mit. Im Juni 2000 wurde Pohlmann Geschäftsführer der CargoLifter World GmbH, einer Tochtergesellschaft der CargoLifter AG, welche sich neben der Dokumentation der Technikentwicklungen des Unternehmens mit der Erstellung von Public Relation- und Marketing-Videos und der Konzeption, Errichtung und dem Betrieb des CargoLifter Besucherzentrums beschäftigte.[3] Diese Position hatte er bis zur Insolvenz der CargoLifter AG Mitte des Jahres 2002 inne.[4]

Der Tagesspiegel bemängelte 2010 zu Pohlmanns Dokumentation „Mengeles Erben“, dass diese sich einer aus „Überläuferpropaganda“ gespeisten „Rhetorik des Kalten Krieges“ bediene, wenn sie die Verbrechen des KZ-Arztes Joseph Mengele mit Menschenversuchen beider Seiten im Ost-West-Konflikt gleichsetze. Wenig überzeugend sei auch die dämonische Ausleuchtung bei Interviews. Einmontiert erscheinende Archivaufnahmen von medizinischen Experimenten aus diversen, nicht selten ungenannten Quellen dienten dem Erzielen von Schockeffekten. Die Informationen, um die herum Pohlmann seine Interviews und Archivausschnitte gruppiert, gehen ganz überwiegend auf nur eine einzige Person zurück, nämlich den tschechoslowakischen Überläufer Jan Šejna.[5]

In einem Interview mit dem englischsprachigen Magazin Exberliner nannte er unter falscher Flagge ausgeführte Operationen wie den Mukden-Zwischenfall oder den Überfall auf den Sender Gleiwitz in einem Atemzug mit dem Reichstagsbrand oder der Lusitania-Versenkung und bezog sich auch auf den Schweizer Historiker Daniele Ganser. Die besten Verschwörungen wären die, von denen man nie höre. Kritiker würden Pohlmann vorwerfen, dass seine Filme nie zu konkreten Schlussfolgerungen kämen, aber das sehe er gar nicht als seine Aufgabe. Manche Verschwörungstheorie wie die um die Protokolle der Weisen von Zion, Illuminaten oder Nazi-Ufos seien jedoch völliger Unfug.[6]

Seit 2016 verfasste er verschiedene Beiträge für Ken Jebsens Portal KenFM[7]

Pohlmann ist verheiratet und hat drei Kinder

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regie und Drehbuch:

  • 1999: für die Serie Heimatfront die TV-Folge Die Volksgemeinschaft
  • 2000: für die Serie Soldaten hinter Stacheldraht die TV-Folge Im Osten
  • 2003: Abschuss über der Sowjetunion – Der geheime Luftkrieg der Supermächte
  • 2004: für die Serie Zeitreisen – Geschichte entdecken, drei TV-Folgen: Heilige Kriege – Christen gegen Christen, Heilige Kriege – Im Namen Christi sowie Heilige Kriege – Im Namen Allahs[8]
  • 2005: Ufos, Lügen und der Kalte Krieg
  • 2005: In feindlichen Tiefen – Der geheime U-Boot-Krieg der Supermächte (auch bekannt als Der geheime U-Boot-Krieg der Supermächte – Deutschland)[9]
  • 2006: in der ZDF Reihe ZDF Expeditionen – Magische Welten die Folge Shangri-La – Spurensuche in Tibet
  • 2006: Hinter den feindlichen Linien – Geheimoperationen im Kalten Krieg
  • 2007: Kriegsbeute Mensch – Wie Regierungen ihre Soldaten verraten[10]
  • 2007: Ich wollte nicht mehr aufstehen – Neue Forschung gegen Depressionen
  • 2008: Der Zuckercode – Geheimwaffe gegen Krebs und Malaria?
  • 2009: Geheimnis Area 51 – MiGs im Sperrgebiet
  • 2010: Mengeles Erben – Menschenexperimente im kalten Krieg
  • 2011: Tod in der Tiefe – Schlagabtausch der Supermächte
  • 2012: Israel und die Bombe – Ein radioaktives Tabu
  • 2013: Dienstbereit – Nazis und Faschisten im Auftrag der CIA
  • 2015: Täuschung – Die Methode Reagan (beim Filmfestival Das Meer ruft! in St.Petersburg ausgezeichnet als „bester ausländischer Film“)
  • 2016: Transportgiganten – Das Comeback der Luftschiffe (den Abschnitt über CargoLifter bearbeitete anstelle Pohlmanns in diesem Film Cornelia Borrmann)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. d-nb Info Seite 13
  2. Mike Steere: The Baron’s Big Balloon. 1. August 2000, abgerufen am 8. Dezember 2012.
  3. Handelsregister-Bekanntmachungen vom 18. Juli 2000 (HRB 75733): CargoLifter World GmbH.
  4. Barbara Möller: Beim CargoLifter ist die Luft raus. In: Hamburger Abendblatt. 10. Juni 2002
  5. Hendrik Feindt: Die Dämonen, Der Tagesspiegel vom 12. Mai 2010
  6. Interview mit Dana Kikic:“The best conspiracies are those you’ll never hear about”, Exberliner vom 21. April 2011
  7. Ken Jebsen: Dirk Pohlmann Archive | KenFM.de. Abgerufen am 10. April 2018 (deutsch).
  8. DNB-Eintrag
  9. TV-Vorschau. In: Der Spiegel. Nr. 24, 2005, S. 159 (online13. Juni 2005).
  10. Kriegsbeute Mensch (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.dokumentarfilm.info dokumentarfilm.info. Abgerufen am 27. November 2015