Drangsal (Musiker)

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Drangsal beim WayBackWhen Festival 2017.
Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[1]
Harieschaim
  DE 29 29.04.2016 (1 Wo.)
Zores
  DE 12 04.05.2018 (1 Wo.)
Singles[1]
Keine Angst (mit Casper)
  DE 66 21.07.2017 (2 Wo.)
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Drangsal (bürgerlich Max Gruber, * 4. August 1993 in Kandel) ist ein deutscher Sänger, Songschreiber und Multiinstrumentalist. Seine Musik zeigt Einflüsse aus verschiedenen Genres, unter anderem New Wave, Post-Punk und Indie-Pop.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Max Gruber wuchs in Herxheim bei Landau auf. Das Spielen sämtlicher Instrumente brachte er sich autodidaktisch bei. Gruber ist eng mit der Band Sizarr befreundet, die aus dem von Herxheim nicht weit entfernten Landau stammt. In seiner Jugend erfuhr er große Inspiration durch Marilyn Manson, Morrissey und Boyd Rice. In seinem konservativ eingestellten Heimatort erregte er durch sein Auftreten und seine Interessen Aufmerksamkeit und eckte an. Mit seinem 18. Lebensjahr zog Gruber nach Berlin, fühlte sich aber von der Größe der Stadt überfordert[2] und zog mit dem Sizarr-Sänger Fabian Altstötter für ein Jahr nach Leipzig. Inzwischen ist er wieder wohnhaft in Berlin.[3][4]

Der Künstlername Drangsal wurde vom Namen eines Landauer Bestattungshauses inspiriert. Wie auf dem Cover des Debüts Harieschaim zu sehen, trägt Gruber das Wort zudem auf seinem rechten Unterarm tätowiert.

Im September 2013 veröffentlichte Drangsal auf Soundcloud Demoaufnahmen zu den Liedern Wolpertinger und Allan Align.[5]

2016 trat er mit einer Live-Band (bestehend aus Sam Segarra, Tim Roth und Christoph Kuhn) im Vorprogramm von Kraftklub und Casper auf. Tim Roth verließ die Live-Band noch im selben Jahr[6], an seiner Stelle spielt seither Oliver Heinrich (Yesterday Shop, Missincat). 2017 trat außerdem Theo Kraus der Band bei.[7]

Das Musikvideo[8] zur ersten offiziellen Singleauskopplung Allan Align erregte Aufmerksamkeit in den Medien, da Jenny Elvers die weibliche Hauptrolle darin spielt.[9][10] Textlich beeinflusst wurde Gruber beispielsweise durch George Batailles Geschichte des Auges.[11]

Zum Record Store Day 2016 veröffentlichte er eine streng limitierte 7" Vinyl mit den Liedern Will ich nur dich, Zur blauen Stunde und Hinterkaifeck (All Diese Gewalt Remix). Er stellte diese danach für sechs Tage lang zum kostenlosen Download zur Verfügung.[12]

Am 22. April 2016 erschien sein Debütalbum Harieschaim, welches nach dem altertümlichen Namen seines Heimatortes Herxheim benannt ist. Gruber produzierte es zusammen mit Markus Ganter, der unter anderem schon mit Künstlern wie Casper, Tocotronic und Sizarr zusammenarbeitete. Ein Lied auf Harieschaim ist nach dem Ort Hinterkaifeck benannt, welcher Tatort eines Mehrfachmordes an Ahnen Grubers war.[13]

Im Sommer 2016 trat Drangsal mit neuer Live-Besetzung (bestehend aus Sam Segarra, Oliver Heinrich und Christoph Kuhn) auf zahlreichen Musikfestivals in Deutschland auf. Im Herbst 2016 folgte eine Headliner-Tournee durch Deutschland, Österreich und die Schweiz, welche im März 2017 fortgesetzt wurde. Drangsal gewann in der Kategorie „Hoffnungsvollster Newcomer“ 2016 den Preis für Popkultur.[14]

Bei der Echoverleihung 2017 war er mit seinem Album Harieschaim in der Kategorie „Kritikerpreis national“ nominiert. Gemeinsam mit Kreator und dem Sänger der schwedischen Band Ghost war Drangsal im April 2017 als musikalischer Gast in der Sendung Circus HalliGalli zu sehen. Gruber trug während des Auftritts ein Nonnenkostüm.[15]

Zwischen Juni und Juli 2017 moderierte Gruber beim Privatradiosender Flux FM eine eigene Sendung mit dem Titel Praxis Dr. Angsal – Die Musiksprechstunde mit Max Gruber.[16] Gäste waren unter anderem der Musiker, Autor und bildende Künstler Hendrik Otremba, der Schweizer Sänger Dagobert, die Berliner Band Gurr sowie einige andere befreundete Musiker Grubers.

Im Sommer 2017 erschien die Single Keine Angst von Casper, bei der Drangsal als Gastinterpret mitwirkte.[17] Gruber veröffentlichte 2017 zudem Songs gemeinsam mit Leslie Clio, Die Selektion und der Berliner Band Gewalt. Der Single Boy Don’t Cry von Tokio Hotel steuerte er im Oktober 2017 einen Remix bei.[18]

Am 27. April 2018 erschien mit Zores das Nachfolgealbum zu Harieschaim. Produziert wurde es gemeinsam mit Markus Ganter und Max Rieger (Die Nerven, All diese Gewalt).[19] Das Album stieg auf Platz 12 der deutschen Charts ein und wurde von der Presse größtenteils wohlwollend aufgefasst. So schrieb der Rolling Stone beispielsweise: „Es gibt geniale Bassläufe auf ‚Zores‘, helldunkle Melodien, Zeilen, die dank lyrischer Widerhaken im Gedächtnis bleiben, und mit ‚-ACME‘ ein ungemein starkes, lärmendes Abschlussstück. […] Er ist ganz nah dran am großen, leichtfüßigen Pop-Entwurf. Und trotz aller oberflächlichen Gefälligkeit bleibt seine Musik eigensinnig und ein Stück weit unberechenbar.“[20] Jochen Overbeck schrieb in seiner Rezension für den Musikexpress: „Was für ein rasend interessantes Album, was für ein Typ.“

Musikstil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drangsals Musik ist stark geprägt durch den Synthie Pop und Post-Punk der späten 1970er und frühen 1980er Jahre. Inspirationen sind unter anderem Depeche Mode und The Smiths. Der Musiker selbst gibt an, unter anderem von Künstlern wie The B-52s, Prefab Sprout, XTC, Tool, The Residents und Ina Deter inspiriert worden zu sein.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2016: Harieschaim (Caroline International)
  • 2018: Zores (Caroline International)

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2016: Allan Align (Caroline International)
  • 2016: Love Me or Leave Me Alone (Caroline International)
  • 2016: Will ich nur dich (Caroline International)
  • 2018: Turmbau zu Babel (Caroline International)
  • 2018: Arche Gruber (Caroline International)
  • 2018: Magst du mich (Oder magst du bloß noch dein altes Bild von mir) (Caroline International)

Weitere Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2016: Record Store Day 7" (7"-Vinyl zum Record Store Day, Caroline International)

Kollaborationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Drangsal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Chartquellen: Deutschland
  2. Britta Helm: Abgrenzung für alle - Warum wir Drangsal brauchen
  3. Drangsal - KKT Berlin
  4. Stageload – Interview mit Drangsal
  5. Soundcloud-Profil von Drangsal
  6. Facebook-Post zum Ausstieg Tim Roths. Abgerufen am 27. Oktober 2017.
  7. Facebook-Post zur „No Sleep ’Til Harieschaim“ Tour 2017. Abgerufen am 26. Oktober 2017.
  8. Musikvideo: Allan Align
  9. Laura S.: Jenny Elvers: Sündige Küsse im „Drangsal“-Musikvideo. Promiflash, abgerufen am 27. Oktober 2017.
  10. Ina Michaelis-Ugwonno: Jenny Elvers Als Video-Girl: Verbotene Küsse in der Kirche. Bild, abgerufen am 27. Oktober 2017.
  11. Jördis Hagemeier: Das obszöne Werk. In: Musikexpress. Mai 2016, S. 36–40.
  12. Intro Magazin: Drangsal verschenkt Musik vom Record Store Day
  13. Noisey: Drangsal im Interview
  14. Neuer Musikpreis – Alternative für Pop-Deutschland. Spiegel, abgerufen am 27. Oktober 2017.
  15. https://www.youtube.com/watch?v=60JDzOXmGGI
  16. https://www.fluxfm.de/praxis-dr-angsal-die-musiksprechstunde-mit-max-gruber/
  17. https://www.youtube.com/watch?v=VHWG9-SOsAs
  18. https://www.youtube.com/watch?v=RdsWPw1wq2w
  19. All Diese Gewalt im Interview: „Es sollte immer nach einer fiktiven Band klingen“. In: Diffus Magazin. 21. September 2016 (diffusmag.de [abgerufen am 17. Januar 2017]).
  20. Review: Drangsal - Zores. In: Rolling Stone. (rollingstone.de [abgerufen am 7. Mai 2018]).