Eichenmistel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Eichenmistel
Eichenmistel (Loranthus europaeus), Illustration

Eichenmistel (Loranthus europaeus), Illustration

Systematik
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Sandelholzartige (Santalales)
Familie: Riemenblumengewächse (Loranthaceae)
Gattung: Loranthus
Art: Eichenmistel
Wissenschaftlicher Name
Loranthus europaeus
Jacq.

Die Eichenmistel[1] (Loranthus europaeus), auch Riemenmistel und Riemenblume genannt, ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Riemenblumengewächse (Loranthaceae). Sie ist von Europa bis Westasien verbreitet. Sie parasitiert wie die Laubholz-Mistel (Viscum album subsp. album) auf den Ästen von Laubbäumen.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lückenhaft In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen noch wichtige Informationen. Hilf der Wikipedia, indem du sie recherchierst und einfügst.

Die Eichenmistel ist eine sommergrüne Pflanze. Ihre Zweige sind im Gegensatz zu denen der Mistel braun gefärbt. Die Blätter haben eine elliptische Form. Bei den diözischen Blüten sind die männlichen in Trauben und die weiblichen in lockeren Ähren angeordnet. Aus ihnen entstehen die gelblichen Beeren.[2]

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18.[3]

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Eichenmistel ist ein Halbschmarotzer. Sie wächst vor allem auf Eichen und Edelkastanien.

Im Gegensatz zu den Misteln der Gattung Viscum fruchtet die Eichenmistel im Herbst. Die Beeren werden von Vögeln, beispielsweise Misteldrossel, Wacholderdrossel und Seidenschwanz, gefressen und die Samen gelangen beim Ausscheiden des Kotes auf die Äste der Wirtspflanze.[2]

Auswirkungen auf die Wirtspflanze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rückgang des Holzzuwachses kann je nach Mistelbesatz zwischen 20 und 50 Prozent betragen. Stark mit der Eichenmistel befallene Eichen können eingehen.[2]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Eichenmistel tritt in Mittel-, Ost- und Südosteuropa sowie in Kleinasien auf. Im deutschsprachigen Raum findet man sie nur in Österreich und Deutschland.[4]

In Österreich tritt die Riemenmistel im pannonischen Gebiet sehr häufig auf und ist hier in Zunahme begriffen. Sonst findet man sie nur zerstreut bis sehr selten. Die Vorkommen beschränken sich auf die colline bis untermontane Höhenstufe der Bundesländer Wien, Burgenland, Niederösterreich, Steiermark und Oberösterreich. Im nördlichen Voralpengebiet gilt die Eichenmistel als gefährdet.[5]

In Deutschland findet man die Eichenmistel sehr selten in der Sächsischen Schweiz.

Die Eichenmistel braucht zum Gedeihen Sommerwärme und eher Lufttrockenheit.[6]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus den Beeren der Eichenmistel wurde früher ein zäher Leim hergestellt, mit dem Ruten bestrichen wurden, die so dem Vogelfang dienten.[7] Die Mistel, insbesondere die auf Eichen wachsende, wurde bereits in der Mythologie der Antike als wirksam gegen Magie und Krankheiten genannt. Im Mittelalter und darüber hinaus war der im 14. Jahrhundert in Süddeutschland entstandene Eichenmisteltraktat, der die Mistel als Wunderdroge unter anderem als Heilmittel zur Verhütung von Krampfanfällen empfiehlt, überregional verbreitet.[8]

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst.

Die Beeren enthalten im Gegensatz zu denen der Misteln in geringen Mengen Kautschuk als Klebstoff.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Annelore Högemann: Der altdeutsche „Eichenmisteltraktat“. Untersuchungen zu einer bairischen Drogenmonographie des 14. Jahrhunderts (= Mittelalterliche Wunderdrogentraktate, II). Wellm, Pattensen; jetzt Königshausen und Neumann, Würzburg 1981, ISBN 3-921456-25-8 (= Würzburger medizinhistorische Forschungen. 19), (Zugleich: Würzburg, Univ., Diss., 1981).
  • Willem Frans Daems, Gundolf Keil: Der Misteltraktat des Wiener Kodex 3811. In: Sudhoffs Archiv 49, 1965, ISSN 0931-9425, S. 90–93.
  • Christian Probst: Der altdeutsche Eichenmisteltraktat in einem baierischen Textzeugen aus dem späten 18. Jahrhundert, in: Licht der Natur. Medizin in Fachliteratur und Dichtung: Festschrift für Gundolf Keil zum 60. Geburtstag, Göppingen 1994 (= Göppinger Arbeiten zur Germanistik, 585), S. 293–305.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dieser Name ist mehrdeutig, da auch Viscum album sehr selten auf Eichen parasitiert und derartige Exemplare, die angeblich besonders heilkräftig sein sollen, als „Eichenmistel“ bezeichnet werden.
  2. a b c Loranthus europaeus L. - Eichenmistel, Riemenblume (Memento vom 30. September 2007 im Internet Archive)
  3. Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5. Seite 325.
  4. The Euro+Med PlantBase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity., abgerufen am 5. Januar 2014
  5. Manfred A. Fischer, Karl Oswald, Wolfgang Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 3. verbesserte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9, S. 388.
  6. Dietmar Aichele, Heinz-Werner Schwegler: Die Blütenpflanzen Mitteleuropas. 2. Auflage. Band 3: Nachtkerzengewächse bis Rötegewächse. Franckh-Kosmos, Stuttgart 2000, ISBN 3-440-08048-X.
  7. Carl Adam Heinrich von Bose: Neues allgemein praktisches wörterbuch der forest- und jagdwissenschaft. J. T. Hinrichs, Leipzig 1810, S. 300 (Eichenmistel auf S. 300 in der Google-Buchsuche).
  8. Wolfgang Wegner: Eichenmisteltraktat. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin/ New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 337 f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Eichenmistel (Loranthus europaeus) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien