Europe (Band)

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Europe
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Europe live in Stockholm, Schweden (2014)
Europe live in Stockholm, Schweden (2014)
Allgemeine Informationen
Genre(s) Hard Rock, Glam Metal
Gründung 1979 als Force
1982 als Europe
Auflösung 1992
Neugründung 2004
Website www.europetheband.com
Gründungsmitglieder
Joey Tempest
John Norum
Tony Reno (bis 1984)
Peter Olsson (bis 1981)
Aktuelle Besetzung
Gesang, Rhythmusgitarre
Joey Tempest (1979–1992, seit 2003)
Leadgitarre
John Norum (1979–1986, seit 2003)
Bass
John Levén (1981–1992, seit 2003)
Mic Michaeli (1984–1992, seit 2003)
Schlagzeug
Ian Haugland (1984–1992, seit 2003)
Ehemalige Mitglieder
Bass
Marcel Jacob (1981)
Leadgitarre
Kee Marcello (1986–1992)
Schlagzeug
Tony Reno (1979–1984)
Bass
Peter Olsson (1979–1981)

Europe ist eine 1979 gegründete schwedische Hard-Rock-Band. Ihren größten Erfolg erzielte die Gruppe 1986 mit dem Lied The Final Countdown sowie dem dazugehörigen Album. Nach der Auflösung 1992 fand sich Europe 2004 wieder zusammen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Europe wurde 1979 gegründet und nannte sich zunächst „Force“. Im Unterschied zu vielen anderen schwedischen Hard’n-Heavy-Gruppen waren die Texte der Band nicht auf schwedisch, sondern in englischer Sprache verfasst. Bereits von Anbeginn an zeichnet Joey Tempest nahezu vollständig für das Songwriting verantwortlich. Anlässlich der Teilnahme an einem Talentwettbewerb benannte sich die Gruppe 1982 in Europe um. Als Gewinner dieses Wettbewerbs erhielt Europe einen Plattenvertrag beim schwedischen Plattenlabel Hot Records. Dieses veröffentlichte 1983 das Debütalbum Europe, das in Schweden mit Platz 8 der schwedischen Albumcharts einen Achtungserfolg erzielte. Es folgte eine Tournee durch Skandinavien und nach Japan sowie die Single-Auskopplung Seven Doors Hotel.

Ein Jahr nach Erscheinen des Debütalbums erschien das zweite Album Wings of Tomorrow. Daneben trat die Band repräsentiert durch ihren Sänger Joey Tempest an einem landesweiten Aufklärungsfilm für Schulen namens On the Loose auf. Für den Film schrieb Europe neben dem Titellied den Song Rock the Night, der auf dem dritten Album in einer umarrangierten Version noch einmal enthalten ist. Im Rahmen der Swedish Metal Aid traten die Musiker für karitative Zwecke in Erscheinung. Das Album verhalf Europe zum Durchbruch in Japan. Gründungsmitglied und Schlagzeuger Tony Reno soll dem Erfolg nicht gewachsen gewesen sein und wurde 1984 durch Ian Haugland ersetzt. Im selben Jahr wurde Mic Michaeli als fester Keyboarder Mitglied von Europe.

Ende 1985 unterschrieb die Band einen Vertrag bei Epic Records. Das dritte Album The Final Countdown wurde von Kevin Elson produziert, der bislang mit Bands wie Lynyrd Skynyrd, Journey und Night Ranger gearbeitet hatte. Die Vorabsingle The Final Countdown erschien im Februar 1986, mit ihr gelang Europe der weltweite kommerzielle Durchbruch. Die Single erreichte in 26 Staaten Platz 1 der Hitparade und verkaufte sich binnen der ersten zwei Jahre rund 7,8 Millionen mal. Das gleichnamige Album folgte im Sommer, wurde ebenso zu einem kommerziellen Erfolg und verkaufte sich weltweit etwa sieben Millionen mal.

Noch während des ersten Teils der Europatour durch Skandinavien verließ der Gitarrist John Norum die Band. Offiziell wurde erklärt, dass aus seiner Sicht die musikalischen Ansprüche nicht mit einer derartigen kommerziellen Vermarktung übereinstimmten. Später wurde bekannt, dass die Vormachtstellung von Joey Tempest innerhalb der Band Norum zum Weggang bewogen haben soll. Er wurde durch Kee Marcello (von Easy Action) ersetzt. In den Winter- und Frühjahrsmonaten 1987/1988 schrieben Europe das Nachfolgealbum Out of this World, produziert wurde es von Ron Nevison (u. a. Heart, Survivor, UFO). Veröffentlicht 1988, verkaufte sich das Album nur rund zwei Millionen Mal, was angesichts der hohen Erwartungen als Misserfolg angesehen wurde. Zurückgeführt wird dies auf das Fehlen einer Hymne wie The Final Countdown. Die anschließende Europa-Tournee zum Album fand teilweise in halbleeren Hallen statt, und die Singles Superstitious, Let the Good Times Rock und Open Your Heart verkauften sich nur mäßig. Mit Def Leppard gingen Europe auch in den Vereinigten Staaten auf Tour. Höhepunkt war ein Konzert im Fußballstadion von Bombay vor 60.000 Fans.

Europe live in Hamburg

Nach Testkonzerten unter dem Pseudonym „Le Baron Boys“ wurde das nächste Album, von Beau Hill produziert und Prisoners in Paradise benannt, 1991 veröffentlicht. Auch dieses Album floppte, und die zugehörige Tournee war ähnlich schlecht besucht wie die zum Vorgängeralbum. So spielte Europe in Hamburg vor nur 1.500 Fans. Zurückgeführt wird dieser Misserfolg darauf, dass es Europe nicht gelungen war, einen zweiten Super-Hit wie The Final Countdown zu schreiben und auf den Imagewandel, den Europe Mitte bis Ende der 1980er Jahre vollzogen hatte. Vom Image der Hardrocker weg hatte sich die Band zu einer Poprock-Band entwickelt, der Sänger Joey Tempest wurde zu einem Mädchenschwarm stilisiert, über die Band wurde weniger in Musikzeitschriften berichtet als vielmehr in Teenie-Magazinen wie der Bravo. Das führte dazu, dass sich die Hardrock-Basis von Europe abwandte. 1992 löste sich die Band auf.

Die Bandmitglieder widmeten sich in der Folgezeit ihren Solokarrieren. Joey Tempest veröffentlichte 1995 sein erstes Soloalbum, an dem auch John Norum beteiligt war. Ian Haugland gründete die Band Trilogy, Kee Marcello Red Fun. Zudem wirkten John Levén, Ian Haugland und Mic Michaeli an zwei Alben von Glenn Hughes sowie bei Brazen Abbot mit. Überraschend traten Europe zu einem Neujahrskonzert 1999/2000 im Stockholmer Hafen auf und spielte die größten Hits der Band vor Fernsehpublikum. Beide Gitarristen – John Norum und Kee Marcello – standen dabei auf der Bühne. Von The Final Countdown erschien zugleich eine neue Version, die sich erstmals wieder in europäischen Charts platzierte. Weitere drei Jahre später erschien eine Doppel-DVD.

Mit dem Gründungsmitglied John Norum an der Gitarre gaben Europe 2004 die Neugründung bekannt, es folgte das Comeback-Album Start from the Dark. Trotz positiver Kritiken konnte es außerhalb Schwedens keinen Charterfolg verzeichnen. 2006 folgte mit Secret Society das siebte Album und drei Jahre später das achte Album Last Look at Eden, das erstmals seit Prisoners in Paradise auch international den Einstieg in die Albencharts schaffte. Im Zuge des 28. Wiener Donauinselfests trat Europe vor über 80.000 Fans auf. Im April 2012 erschien das neunte Studioalbum Bag of Bones.

Europe waren am 7. Juni beim Sweden Rock Festival 2013 in Sölvesborg Headliner und nutzten den Auftritt, um ihr dreißigjähriges Jubiläum zu feiern. Scott Gorham spielte dabei als Gastmusiker beim Thin Lizzy-Song Jailbreak mit der Gruppe, während Michael Schenker sie beim UFO-Titel Lights Out unterstützte. Das Konzert wurde am 18. Oktober 2013 unter dem Titel Live at Sweden Rock – 30th Anniversary Show auf Doppel-CD, DVD und BluRay-Disc veröffentlicht.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[1] Anmerkungen[2]
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK SchwedenSchweden SE Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
1983 Europe 8
(8 Wo.)
Erstveröffentlichung: März 1983
1984 Wings of Tomorrow 20
(6 Wo.)
Erstveröffentlichung: Februar 1984
1986 The Final Countdown 6 Gold
(39 Wo.)
5 Gold
(36 Wo.)
1 Platin
(37 Wo.)
9 Gold
(37 Wo.)
1 Platin
(18 Wo.)
8 3-fach Platin
(78 Wo.)
Erstveröffentlichung: Mai 1986
1988 Out of This World 10
(15 Wo.)
16
(4 Wo.)
3 Gold
(14 Wo.)
12
(5 Wo.)
1 Platin
(12 Wo.)
19 Platin
(25 Wo.)[3]
Erstveröffentlichung: August 1988
1991 Prisoners in Paradise 38
(8 Wo.)
32
(2 Wo.)
17
(9 Wo.)
61 Silber
(1 Wo.)
9 Platin
(6 Wo.)
Erstveröffentlichung: September 1991
1993 Europe 1982–1992 82
(7 Wo.)
47
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: März 1993
2004 Rock the Night - The Very Best of 2 Gold
(20 Wo.)
Erstveröffentlichung: Februar 2004
Start from the Dark 91
(1 Wo.)
2 Gold
(7 Wo.)
Erstveröffentlichung: September 2004
2006 Secret Society 93
(1 Wo.)
4
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: Oktober 2006
2008 Almost Unplugged 23
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: November 2008
2009 Last Look at Eden 31
(1 Wo.)
29
(2 Wo.)
1 Gold
(22 Wo.)
Erstveröffentlichung: September 2009
2011 Live! At Shepherd’s Bush, London 61
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: Juni 2011
2012 Bag of Bones 26
(1 Wo.)
30
(2 Wo.)
18
(4 Wo.)
56
(1 Wo.)
2
(17 Wo.)
Erstveröffentlichung: April 2012
2013 Live at Sweden Rock: 30th Anniversary Show 66
(1 Wo.)
18
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: Oktober 2013
2015 War of Kings 23
(2 Wo.)
27
(1 Wo.)
6
(3 Wo.)
50
(1 Wo.)
2
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: März 2015

Singles/EPs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[1] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK SchwedenSchweden SE Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
1983 Seven Doors Hotel
Europe
Erstveröffentlichung: März 1983
1984 Lyin’ Eyes
Wings of Tomorrow
Erstveröffentlichung: Februar 1984
Dreamer
Wings of Tomorrow
Erstveröffentlichung: Mai 1984
Stormwind
Wings of Tomorrow
Erstveröffentlichung: Juli 1984
Open Your Heart
Wings of Tomorrow
Erstveröffentlichung: Oktober 1984
1985 Rock the Night
The Final Countdown
17
(13 Wo.)
11
(16 Wo.)
6
(11 Wo.)
12
(9 Wo.)
4
(6 Wo.)
30
(13 Wo.)
Erstveröffentlichung: April 1985
1986 The Final Countdown
The Final Countdown
1
(21 Wo.)
1
(22 Wo.)
1
(19 Wo.)
1
(16 Wo.)
1
(7 Wo.)
8
(18 Wo.)
Erstveröffentlichung: Februar 1986
Love Chaser
The Final Countdown
Erstveröffentlichung: Mai 1986
Carrie
The Final Countdown
22
(11 Wo.)
15
(12 Wo.)
10
(6 Wo.)
22
(8 Wo.)
3
(19 Wo.)
Erstveröffentlichung: August 1986
Cherokee
The Final Countdown
72
(10 Wo.)
Erstveröffentlichung: Dezember 1986
1988 Superstitious
Out of This World
21
(12 Wo.)
9
(10 Wo.)
34
(5 Wo.)
1
(5 Wo.)
31
(13 Wo.)
Erstveröffentlichung: Juli 1988
Open Your Heart
Out of This World
86
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: Oktober 1988
Let the Good Times Rock
Out of This World
85
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: Dezember 1988
1989 More than Meets the Eye
Out of This World
Erstveröffentlichung: März 1989
Tomorrow
Out of This World
Erstveröffentlichung: Mai 1989
1991 Prisoners in Paradise
Prisoners in Paradise
8
(7 Wo.)
Erstveröffentlichung: September 1991
I’ll Cry For You
Prisoners in Paradise
28
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: Dezember 1991
1992 Halfway to Heaven
Prisoners in Paradise
42
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: Februar 1992
1993 Sweet Love Child
Europe 1982–1992
Erstveröffentlichung: März 1993
1999 The Final Countdown 2000 35
(6 Wo.)
33
(6 Wo.)
36
(4 Wo.)
6
(10 Wo.)
Erstveröffentlichung: Dezember 1999
2004 Got to Have Faith
Start from the Dark
21
(6 Wo.)
Erstveröffentlichung: September 2004
Hero
Start from the Dark
Erstveröffentlichung: Dezember 2004
2006 Always the Pretenders
Secret Society
2
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: Oktober 2006
2009 Last Look at Eden
Last Look at Eden
50
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: Juni 2009
New Love in Town
Last Look at Eden
15
(19 Wo.)
Erstveröffentlichung: September 2009

Auszeichnungen für Musikverkäufe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Land Silver disc icon.png Silber Gold record icon.svg Gold Platinum disc icon.png Platin Quellen
DeutschlandDeutschland Deutschland 0 1 0 musikindustrie.de
OsterreichÖsterreich Österreich 0 1 0 ifpi.at
SchwedenSchweden Schweden 0 3 3 ifpi.se
SchweizSchweiz Schweiz 0 1 1 swisscharts.com
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 0 0 4 riaa.com
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 1 1 0 bpi.co.uk
Insgesamt 1 7 8

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Quellen Chartplatzierungen: DE / AT / CH / UK / SE / US, abgerufen am 4. März 2012.
  2. Quelle Datenbanken für Auszeichnungen: DE / CH / UK / SE / US, Abfragen vom 5. März 2012.
  3. US-Alben: The Billboard Albums von Joel Whitburn, 6th Edition, Record Research 2006, ISBN 0-89820-166-7.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  •  Stratmann, Holger (Hrsg.): RockHard Enzyklopädie. 700 der interessantesten Rockbands aus den letzten 30 Jahren. Rock Hard Verlag, Dortmund 1998, ISBN 3-9805171-0-1, S. 110f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Europe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien