Frank Menz

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Basketballspieler
Frank Menz
Spielerinformationen
Geburtstag 27. Februar 1964
Geburtsort Berlin, Deutschland
Vereine als Aktiver
1973–1984 DeutschlandDeutschland TSC Berlin 1893
1984–1991 DeutschlandDeutschland Neuköllner Sportfreunde
1991–1992 DeutschlandDeutschland SG AdW/BT Berlin
1992–1993 DeutschlandDeutschland Alba Berlin
1996–1997 DeutschlandDeutschland SSV Einheit Weißenfels (Spielertrainer)
Vereine als Trainer
1994–1995 DeutschlandDeutschland Wemex Berlin (Damen, AC)
1995–1996 DeutschlandDeutschland Wemex/BBC Berlin
1996–2001 DeutschlandDeutschland SSV Einheit/hagebau Weißenfels
2002–2006 DeutschlandDeutschland TuS erdgas baskets Jena
2006–2012 DeutschlandDeutschland Deutscher Basketball Bund (A2, U20, U17)
000002012 DeutschlandDeutschland Deutschland (AC)
2012–2014 DeutschlandDeutschland Deutschland
2014–2016 DeutschlandDeutschland Deutschland (U20)
seit 0 2016 DeutschlandDeutschland Basketball Löwen Braunschweig

Frank Menz (* 27. Februar 1964 in Berlin) ist ein deutscher Basketballtrainer und ehemaliger -spieler. Als Spieler war Menz hauptsächlich in seiner Heimatstadt für die Neuköllner Sportfreunde in der 2. Basketball-Bundesliga aktiv. Als Trainer arbeitet er seit 2006 beim Deutschen Basketball Bund und war von Dezember 2012 bis Mai 2014 Bundestrainer.[1] Am 1. Juli 2016 übernimmt er das Amt des Cheftrainers und Sportdirektors beim Bundesligisten Basketball Löwen Braunschweig.

Verheiratet ist Menz mit der ehemaligen Basketball-Nationalspielerin Birgit Menz, geborene Eggert, die Familie vervollständigen die Töchter Tina und Jenny, die beide schon in die Nationalmannschaften des DBB berufen wurden.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Menz spielte bei den Sportfreunden aus Berlin-Neukölln, die 1987 den Aufstieg in die 2. Basketball-Bundesliga Gruppe Nord erreichten und 1990 nur knapp am Aufstieg in die erste Basketball-Bundesliga scheiterten. In der folgenden Saison drehte sich bereits das Blatt und die Sportfreunde stiegen 1991 wieder ab. 1991 wurden die beiden besten DDR-Oberligisten USC Magdeburg und die Spielgemeinschaft aus AdW Berlin und Berliner Turnerschaft der 2. Liga zugeordnet. Für die Ostberliner, die sich in ihrer ersten Saison im Unterschied zu den am Tabellenende abgeschlagenen Magdeburgern einen Mittelfeldplatz sichern konnten, spielte Menz eine weitere Spielzeit in der zweiten Liga. Außerdem war er in der Saison 1992/93 als Ergänzungsspieler im Kader des Erstligisten ALBA Berlin[2] und absolvierte drei Spiele in der ersten Liga.

Anschließend wurde Menz Basketballtrainer und war ab 1994 zunächst Assistent bei den Damen des DDR-Altmeisters HSG Humboldt-Uni, die als WEMEX Berlin in der höchsten Spielklasse antraten. Der Berliner Verein geriet in arge finanzielle Schwierigkeiten und musste seinen hauptamtlichen Trainer entlassen, so dass Frank Menz als verantwortlicher Trainer in der folgenden Spielzeit 1995/96 übernahm. Der Konkurs von WEMEX und die Übertragung der Spiel-Lizenz auf den neuen BBC änderte jedoch kaum etwas an den finanziellen Altlasten,[3] so dass der Halbfinalist der Meisterschaft am Ende der Spielzeit seine besten Spielerinnen abgab und in der Regionalliga neu anfing. Unter den Spielerinnen war auch Nationalspielerin Birgit Eggert, mit der Menz seit 2005 verheiratet ist.

1996 wechselte Menz zum Herren-Regionalligisten SSV Einheit aus Weißenfels in der Nähe von Leipzig. In der ersten Spielzeit noch selbst aktiv, war er dann nach dem Aufstieg in die 2. Basketball-Bundesliga nur noch am Seitenrand als Trainer tätig. In der ersten Zweitliga-Spielzeit erreichte man einen sechsten Platz in der regulären Saison, war aber dann in der Relegationsrunde zum Aufstieg in die erste Liga sieglos. Zusammen mit seinen alten Mannschaftskameraden von Alba Berlin, Ingo Wolf als Manager und Ingo Freyer als Spielmacher auf dem Feld,[4] erreichte man in der Saison 1998/99 punktgleich mit dem Ersten den zweiten Platz nach der regulären Saison. Anschließend scheiterte man in der Relegation erneut knapp am Erstliga-Aufstieg, erst durch den Rückzug des SV Oberelchingen konnten die Weißenfelser nachrücken und waren damit nach der Einheit der erste ostdeutsche Verein in der gemeinsamen höchsten Spielklasse der Herren.

Mit ambitionierten Zielen[5] starteten die Weißenfelser in der ersten Liga und erreichten in den ersten beiden Spielzeiten einen sechsten und einen siebten Platz, schieden dann aber jeweils in den Viertelfinal-Play-offs um die Meisterschaft aus. Zur folgenden Spielzeit 2001/02 musste der Verein mit den Abgängen von Chris Ensminger, Clint-Cotis Harrison und Mithat Demirel einen personellen Aderlass hinnehmen und auch Frank Menz wurde als Trainer ersetzt und ging schließlich ab der Spielzeit 2002/03 zum Süd-Zweitligisten TuS Jena. Mit den Thüringern erreichte Menz durchgängig Plätze im oberen Tabellendrittel und scheiterte in der Saison 2005/06 als Zweiter hinter ratiopharm Ulm nur knapp am Aufstieg in die erste Liga, den erst sein Assistent Björn Harmsen als neuer Chef in der darauffolgenden Spielzeit erreichen sollte. Nachdem Menz schon seit 2005 die Geschicke der A2-Nationalmannschaft mitverantwortet hatte,[6] wurde er ab 2006 hauptamtlicher Trainer beim Verband und betreute in der Folge die Nationalmannschaften verschiedener Altersklassen. Zuletzt erreichte er mit dem fünften Platz bei der U20-Junioren-Europameisterschaft 2011 eine historisch gute Platzierung,[7] die in einer vergleichbaren Altersklasse nur mit dem vierten Platz bei der U18-Europameisterschaft 1986 vor über 25 Jahren übertroffen wurde.[8]

Nachdem Frank Menz zunächst auch von Bundestrainer Dirk Bauermann als sein Nachfolger bei der Herren-Nationalmannschaft gehandelt worden war,[9] verpflichtete der DBB ab März 2012 erneut Svetislav Pešić, der mit dem Titelgewinn bei der Basketball-Europameisterschaft 1993 im eigenen Land den größten Erfolg des Teams erreicht hatte. Menz wurde nach der U20-Europameisterschaft im Juli 2012 Assistent von Pešić.[10] Da dieser als Vereinstrainer zu Bayern München wechselte, wurde Menz im Dezember 2012 zum Bundestrainer ernannt.[1] Bei der Europameisterschaft im September 2013 scheiterte er mit dem Nationalteam in der Vorrunde. Acht Monate später wurde er im Mai 2014 von seinem Amt entbunden.[11] Er blieb jedoch beim DBB und betreute zwischen 2014 und 2016 die U20-Nationalmannschaft.

Am 1. Juli 2016 übernahm er beim Bundesligisten Basketball Löwen Braunschweig das Amt des Cheftrainers und Sportdirektors.[12]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Frank Menz zum Bundestrainer befördert FAZ.net, 6. Dezember 2012, abgerufen am 6. Dezember 2012
  2. ALBA BERLIN Basketballteam – Team 1992/1993. Alba Berlin, abgerufen am 17. Mai 2012 (Kader mit Foto).
  3. Reinhold Schnupp: Ex-Trainer Schlösser siegt vor Gericht. Berliner Zeitung, 20. Januar 1996, abgerufen am 17. Mai 2012 (Meldung im Newsticker-Archiv).
  4. Christian Ewers: Die Helden der Kreisstadt. Berliner Zeitung, 19. Juni 1999, abgerufen am 17. Mai 2012 (Artikel im Newsarchiv).
  5. Erster "Ossi"-Klub in der Basketball-Bundesliga. Der Spiegel, 19. Juni 1999, abgerufen am 17. Mai 2012.
  6. Christoph Büker: Frank Menz wird Bundestrainer. schoenen-dunk.de, 10. März 2005, abgerufen am 17. Mai 2012 (Pressemitteilung des DBB).
  7. Florian Lindemann: U20-Herren mit historischer EM-Leistung. Crossover-online.de, 24. Juli 2011, abgerufen am 17. Mai 2012.
  8. Germany – HISTORY: Achievements in FIBA Europe youth competitions. FIBA Europa, abgerufen am 17. Mai 2012 (englisch, Übersicht über Leistungen deutscher Jugend- und Juniorennationalmannschaften in europäischen Wettbewerben).
  9. Michael Spandern: "Frank ist der logische Kandidat". Sport1, 13. September 2011, abgerufen am 17. Mai 2012 (Interview mit Dirk Bauermann).
  10. Menz, Mutapcic, Zollner und Lindner assistieren Svetislav Pesic bei der Nationalmannschaft. Deutscher Basketball Bund, 9. Mai 2012, abgerufen am 17. Mai 2012 (Pressemitteilung).
  11. DBB degradiert Bundestrainer Menz RP.online, 19. Mai 2014, abgerufen am 19. Mai 2014.
  12. Basketball Braunschweig: Frank Menz wird neuer Löwen-Cheftrainer und -Sportdirektor. In: www.basketball-loewen.de. Abgerufen am 2. Mai 2016.