Franz Pauli

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Franz Pauli (* 6. Juli 1927 in Gleiwitz, Oberschlesien; † 11. Februar 1970 in Köln) war ein deutscher Glasmaler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pulheim Brauweiler bei Köln, Kirche St. Nikolaus der ehemaligen Benediktiner-Abtei, Glasgemälde im Chor des Künstlers Franz Pauli (1965), links unten Signatur: "...Dr. H. Oidtmann"

Franz Pauli war ein Sohn des Gewerbeoberlehrers Günther Pauli (1898–1947) und seiner Frau Charlotte geb. Ueberall (1892–1986). Sein Vater war Künstler und Fachleiter an der Gewerbeoberschule Gleiwitz in den Klassen für die schmückenden Handwerke. Im Rahmen seiner künstlerischen Tätigkeit war er an verschiedenen Ausstellungen beteiligt. Franz Pauli besuchte die Grundschule in Gleiwitz-Richtersdorf und setzte seine Schulbildung am Gymnasium in Gleiwitz fort. Die politische Entwicklung beunruhigte die Familie. Der Vater fürchtete als ehemaliges Logenmitglied der Freimaurer und als engagierter Sozialdemokrat um seinen Lehramt. Während der Vater nach dem Einmarsch der Roten Armee Ende Januar 1945 interniert und verschleppt wurde, verbrachte Franz Pauli die folgenden Monate schwer erkrankt im Lazarett. Im September 1945 verließ die Familie ohne den Vater Gleiwitz in Richtung Westen und fand Obdach zuerst bei, später in Paderborn. 1947 verstarb der Vater auf dem Rücktransport aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft in Frankfurt (Oder) an Hungertyphus, was Franz Pauli und seine Mutter jedoch erst viel später erfuhren.

Nach dem Abitur in Paderborn 1949 erlernte Franz Pauli zunächst das Malerhandwerk, wodurch er in Berührung mit dekorativen Wandmalereien und Restaurierungsarbeiten kam. Wegen seiner außerordentlichen Fähigkeiten konnte er die Lehre vorzeitig abschließen und 1951 sein Studium an den Kölner Werkschulen aufnehmen. Dort war er bis 1953 Schüler von Friedrich Vordemberge. 1953 bis 1957 studierte er an der Düsseldorfer Kunstakademie bei Otto Pankok, Otto Coester und Robert Pudlich. Zwischen 1956 und 1958 schloss er ein Lehramtsstudium für Kunst und Biologie ab und absolvierte damit auch das Philosophicum.

Franz Pauli schuf ein umfangreiches, vielgestaltiges Werk.[1] Hervorzuheben sind seine Druckgrafiken und seine Siebdrucke, die wie elektrische Schaltkreise aussahen und voll funktionsfähig waren. Paulis Hauptwerk aber sind die Glasfenster, die er für mehr als 120 Kirchen im In- und Ausland gestaltete.

Ausstellungen (in Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke (nur Glasfenster)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die im Folgenden aufgeführten Kirchen stellen nur einen Ausschnitt des Schaffens von Franz Pauli als Glasmaler dar.

Ort im Erzbistum Paderborn Kirche / Kapelle Ausführende Glaswerkstatt Jahr
Bad Driburg Zum verklärten Christus [4] Oidtmann (Linnich) 1968
Bad Driburg Kapelle im Josefshospital Peters (Paderborn) 1967
Brakel-Riesel St. Marien und Georg Peters (Paderborn) 1969
Castrop-Rauxel St. Marien Knack (Münster) 1970
Gütersloh-Blankenhagen Hl. Familie Peters (Paderborn) 1965
Hagen-Kuhlerkamp St. Michael Peters (Paderborn) 1969/70
Lippstadt-Hörste St. Martin Peters (Paderborn) 1969
Meschede Abtei Königsmünster Klosterwerkstatt (Meschede) 1964
Paderborn St. Laurentius Peters (Paderborn) 1963
Paderborn St. Ulrich Peters (Paderborn) 1968
Paderborn Herz-Jesu Peters (Paderborn) 1968
Paderborn Michaelskloster Peters (Paderborn) 1970
Paderborn-Sande St. Marien Peters (Paderborn) 1968
Schmallenberg-Dorlar St. Hubertus Peters (Paderborn) 1969
Ort im Erzbistum Köln Kirche / Kapelle Ausführende Glaswerkstatt Jahr
Marienheide St. Ludwig Maria Grignion von Montfort [5] 1963
Köln-Höhenhaus St. Johann Baptist Glasmalerei Botz & Miesen (Köln) 1964
Bornheim-Walberberg St. Walburga Oidtmann (Linnich) 1969
Düsseldorf-Himmelgeist St. Nikolaus[6] 1967
Bad Münstereifel Chrysanthus und Daria Glasmalerei Oidtmann (Linnich) 1969
Niederdrees St. Antonius 1970
Ort im Bistum Hildesheim Kirche / Kapelle Ausführende Glaswerkstatt Jahr
Hannover St. Christophorus Fa. Selbach u. Didtmann (Köln-Rodenkirchen) 1963

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ausstellungskatalog: Franz Pauli. Eine Ausstellung der Künstler-Union-Köln zum Aschermittwoch der Künstler. Wienand Verlag, Köln 1988. ISBN 3-87909-192-7.
  • Erzbischöfliches Generalvikariat Paderborn (Hrsg.): Kalender "Unser Erzbistum 1984". S. 11a (Auferstehungsfenster, Hagen)
  • Erzbischöfliches Generalvikariat Paderborn (Hrsg.): Kalender "Unser Erzbistum 1986". S. 8a (Paradiesfenster, Bad Driburg)
  • A. Henze: Die neue Klosterkirche. Paulus Verlag, Recklinghausen 1965.
  • Friedhelm Hofmann: Zeitgenössische Darstellungen der Apokalypse-Motive im Kirchenbau seit 1945. Schnell & Steiner, München/Zürich 1982, ISBN 3-7954-0432-0, S. 188, 202, 236.
  • Bastian Müller: Der Glasmaler Franz Pauli (1927–1970). Dokumentation seiner Kirchenausstattungen im Bistum Hildesheim. Kirchliche Denkmalpflege, Hildesheim 2015.
  • Franz Pauli: Christi Verklärung in Bad Driburg - Kommentar zu einigen Fenstern. 1969.
  • J. Rüenauver: Alte und neue Kunst im Erzbistum Paderborn 15 (1965). S. 47–51. (Gütersloh-Blankenhagen)
  • J. Rüenauver: Alte und Neue Kunst im Erzbistum Paderborn 17/18 (1969/70). S. 47–53. (Bad Driburg, Zum verklärten Christus)
  • K.J. Schmitz: Alte und Neue Kunst im Erzbistum Paderborn 17/18 (1969/70). S. 122. (Lippstadt-Hörste)
  • K.J. Schmitz: Alte und Neue Kunst im Erzbistum Paderborn 31/32 (1983/84)[1986]. S. 50. (Paderborn, Herz-Jesu).
  • E. Stephany: Das Münster 22 (1969). S. 23. (Fenster der Altarwand, Bad Driburg)
  • Wirtschaftsverband Bildender Künstler NRW e.V. Bezirksverband Köln-Aachen (Hrsg.): Bildende Künstler im Land Nordrhein-Westfalen Bd. 2. Recklinghausen 1967, S. 210.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Franz Pauli – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sabine Maja Schilling: Ausstellungen / Eigene Schriften. In: Ausstellungskatalog: Franz Pauli. Eine Ausstellung der Künstler-Union-Köln zum Aschermittwoch der Künstler. Wienand Verlag, Köln 1988. ISBN 3-87909-192-7. S. 12–13.
  2. Berliner Morgenpost, 10. Februar 1999.
  3. Berliner Kunstkalender, Nr. 81 (Dezember 1998 - Januar 1999).
  4. Beschreibung der Südkirche auf www.zum-verklaerten-christus.de
  5. Die Wallfahrtskirche in Marienheide. In: Rheinische Kunststätten. Heft 312, 1987, ISBN 3-88094-565-9.
  6. Kirchenführung St. Nikolaus, Düsseldorf-Himmelgeist