Inden (Rheinland)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Inden
Inden (Rheinland)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Inden hervorgehoben
Koordinaten: 50° 51′ N, 6° 21′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Düren
Höhe: 106 m ü. NHN
Fläche: 35,93 km2
Einwohner: 7272 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 202 Einwohner je km2
Postleitzahl: 52459
Vorwahlen: 02465, 02423
Kfz-Kennzeichen: DN, JÜL, MON, SLE
Gemeindeschlüssel: 05 3 58 020
Gemeindegliederung: 7 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausstraße 1
52459 Inden
Webpräsenz: www.inden.de
Bürgermeister: Jörn Langefeld (parteilos)
Lage der Gemeinde Inden im Kreis Düren
Kreis Düren Nordrhein-Westfalen Rhein-Erft-Kreis Kreis Euskirchen Rhein-Kreis Neuss Kreis Heinsberg Stadt Aachen Städteregion Aachen Belgien Heimbach Kreuzau Nideggen Vettweiß Düren Jülich Langerwehe Titz Merzenich Aldenhoven Hürtgenwald Nörvenich Inden Niederzier LinnichKarte
Über dieses Bild

Inden ist eine Gemeinde im nordrheinischen Kreis Düren in Nordrhein-Westfalen (Deutschland). Sie gehörte bis zum 1. Januar 1972 zum Kreis Jülich.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Höchste Erhebung: Goltsteinkuppe 143,5 m ü. NHN

Tiefster Punkt: Viehöven 90 m ü. NHN

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet der Gemeinde bildet den Übergang der Zülpicher zur Jülicher Börde.

Die Gemeinde wurde seit Ende der 1990er Jahre zum Großteil abgebaggert wegen des Braunkohletagebaus Inden durch die RWE Power AG (bis 2003 Rheinbraun). Im Halbkreis der Ortsteile Frenz/Lamersdorf/Lucherberg entstand das neue Ortszentrum mit Namen Inden/Altdorf. 2005 begann die Umsiedlung der Ortschaft Pier. Der neue Ort Pier liegt in der Gemeinde Langerwehe. Durch die Ortsteile Frenz und Lamersdorf fließt die Inde. Mit großem Aufwand wurde 2005 die Inde auf Neuland um den vorrückenden Tagebau herum umgeleitet.

Bereits 2008 wurde über die Rekultivierung des Restloches im Jahre 2030 gesprochen, weil der Kreis Düren ein neues Verkehrskonzept erstellen muss. Ursprünglich sollte das Restloch über eine Bandstraße mit Erdreich aus dem Tagebau Hambach verfüllt werden. Im September 2006 wurde dem Gemeinderat Inden erstmals ein Konzept für einen Freizeitsee mit einer Fläche von 1300 ha vorgelegt. Damit wäre der Restsee im Jahre 2035 etwa so groß wie der Tegernsee. Merken, Lucherberg, Schophoven und Kirchberg wären dann Seeranddörfer. Mit der Bezeichnung Indescher See gäbe es für den Restsee auch schon einen Namen. Es handelt sich nicht um das Projekt Indeland.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nachbargemeinden von Inden sind, im Uhrzeigersinn im Norden beginnend: Jülich, Niederzier, Düren, Langerwehe, Eschweiler (Städteregion Aachen) und Aldenhoven.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abgebaggerte Ortschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um Christi Geburt bestand bei Pommenich ein Dorf aus 18 Gebäuden, die vierschiffig waren und 15 × 8 m maßen. Sie besaßen an den Längsseiten je einen Zugang, selten einen dritten. Statt der sonst geläufigen Gruben zur Vorratshaltung fanden sich zahlreiche Vierpfostenspeicher.[2]

Am 1. Januar 1972 wurden die damaligen Gemeinden Altdorf, Frenz, Lamersdorf, Lucherberg, Pier und Schophoven nach Inden eingemeindet.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sitzverteilung im Gemeinderat
     
Von 26 Sitzen entfallen auf:
Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung: 59,14 % (2009: 65,56 %)
 %
40
30
20
10
0
32,04 %
30,16 %
2,49 %
12,09 %
23,22 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 25
 20
 15
 10
   5
   0
  -5
-10
-15
-8,62 %p
-4,85 %p
-10,98 %p
+1,23 %p
+23,22 %p

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat ist die kommunale Volksvertretung der Gemeinde Inden. Über die Zusammensetzung entscheiden die Bürger alle fünf Jahre. Die letzte Wahl fand am 25. Mai 2014 statt.[4]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2015 ist der parteilose Rechtsanwalt Jörn Langefeld Bürgermeister von Inden.

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinde Inden ist mit Urkunde des Regierungspräsidenten in Köln vom 6. Mai 1974 das Recht zur Führung eines Wappens und einer Flagge verliehen worden.

Blasonierung: „Unter silbernem Schildhaupt in Blau eine Kirche in verwechselten Farben in Frontalansicht mit stumpfwinkligem Dach, darauf ein Balkendachreiter mit ins Schildhaupt reichendem sechsseitigem Spitzhelm, beide Giebelenden und der Dachreiter besteckt mit je einem Tatzenkreuz, im offenen säulengerahmten Portal eingefasst ein gotischer Schild, darin in Gold ein rotbewehrter und rotbezungter schwarzer Löwe.“

Beschreibung der Flagge: „Blau-Weiß-Blau im Verhältnis 1:4:1 längsgestreift, mit dem Wappenschild der Gemeinde in der Mitte.“[5]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gut Lützeler in Inden/Altdorf
  • Gut Müllenark in Schophoven
  • Aussichtspunkt Tagebau Inden
  • Haus Pesch in Pier
  • Indeniederung
  • Katholische Pfarrkirche St. Nikolaus Frenz
  • Katholische Pfarrkirche St. Cornelius Lamersdorf
  • Katholische Pfarrkirche St. Clemens und St. Pankratius Inden/Altdorf

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weithin sichtbar weist das in Eschweiler liegende Kraftwerk Weisweiler den Weg nach Inden, welches direkt am Gemeinderand liegt. Als alte Gutshöfe unter Denkmalschutz stehen das Haus Lützeler und Gut Merödgen in Inden/Altdorf sowie das Gut Müllenark in Schophoven. Seit 2009 besitzt Inden mit dem Indemann, einen 36 m hohen Aussichtsturm auf der Goltsteinkuppe, ein neues Wahrzeichen, das Ausblick auf den Tagebau Inden und das Umland bietet.

Am 6. Dezember 2011 wurde auf der ehemaligen Müllkippe der Gemeinde Inden in der Nähe des Kraftwerks Weisweiler der größte Solarpark in NRW eingeweiht.[6]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inden/Altdorf hat einen Fußballclub, Tennisverein und einen Handballverein. Für den Jugendsport hat die Gemeinde Inden außerdem eine Skaterbahn in der Nähe der Hauptschule finanziert.

Museum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe Ortsgeschichtliches Museum Inden in Lucherberg

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inden liegt an der teilweise stillgelegten Bundesstraße 56 und an der Bundesautobahn 4. Die nächste Auffahrt ist auf die Autobahn ist Weisweiler/Eschweiler-Ost.

Buslinien verbinden Inden in alle Himmelsrichtungen mit Kirchberg, Jülich, Krauthausen, Niederzier, Merken, Düren, Luchem, Langerwehe, Weisweiler und Eschweiler. Alle Linien sind mit dem Tarif des Aachener Verkehrsverbunds benutzbar.

Inden besaß von 1873 bis 1983 eine Anbindung an den Schienenverkehr mit einem eigenen Bahnhof an der Bahnstrecke Stolberg – Jülich. Dessen Empfangsgebäude wurde im Zweiten Weltkrieg durch Luftangriffe zerstört und nicht wieder aufgebaut, sondern durch ein kleines Unterstellhäuschen ersetzt. Die Strecke zwischen Stolberg und Jülich wurde 1983 im Personenverkehr stillgelegt und zwischen Frenz und Jülich abgebaut. Der auf Indener Gemeindegebiet verbliebene Abschnitt zwischen Weisweiler und Frenz wird nicht mehr für den ÖPNV genutzt, sondern ausschließlich im Güterverkehr betrieben. Es verkehren hier Kalkmehlzüge für das Kohlekraftwerk Weisweiler. Heute sind das Areal des Bahnhofs Inden und die entsprechende Trasse abgebaggert, mitsamt dem alten Ort.

Von 1927 bis 1965 war Inden zudem Endpunkt der Bahnstrecke Düren – Inden. Diese in Meterspur gebaute elektrische Überlandstraßenbahn von Düren über Merken und Pier nach Inden wurde von der Dürener Eisenbahn AG betrieben. Bis in den Indener Ortsteil Pier war die Strecke von Düren bereits 1908 geführt worden, zunächst noch als Dampfstraßenbahn.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Amtliche Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 18. Juli 2016. (Hilfe dazu)
  2. Archäologie in Deutschland 04/2016, S. 48 f.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 306.
  4. Gemeinde Inden. Europawahl / Kommunalwahlen 2014. 25. Mai 2014, abgerufen am 4. November 2014.
  5. Hauptsatzung der Gemeinde Inden, § 2 Absatz 1 und 2. Abgerufen am 20. Dezember 2012 (PDF; 46 kB).
  6. Solarpark Inden wird das größte Sonnenkraftwerk in NRW. Abgerufen am 4. April 2013.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Inden (Rheinland) – Sammlung von Bildern