Gipfelheiligtum

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Als Gipfelheiligtum bezeichnet man eine meist offene Kultstätte auf einem Berg, die entweder auf dem Gipfel selbst oder einer darunter gelegenen Höhe oder Kuppe angelegt war. Die Höhe des Berges war für die Wahl des Standortes eines solchen Heiligtums nicht ausschlaggebend. Oft bestand ein Gipfelheiligtum nur aus einer Umfassungsmauer und einem Aschenaltar im Zentrum, bei dem die Opfer und Votive niedergelegt wurden.

Gipfelheiligtümer sind für das minoische Kreta ab den Phasen FM III / MM I (ab 2200–2100 v. Chr.) nachweisbar. Ähnliche Heiligtümer wurden später auch an Orten außerhalb Kretas angelegt, die sich im Einflussbereich der minoischen Kultur befanden, beispielsweise auf Kythera. Die meisten minoischen Gipfelheiligtümer wurden in der Phase MM III (um 1800–1600 v. Chr) verlassen. Aus geometrischer Zeit (900–700 v. Chr.) sind Gipfelheiligtümer aus Attika, Zentralgriechenland und vom Ostpeloponnes bekannt. Sie erlebten in klassischer Zeit einen Niedergang. Die Gipfelheiligtümer auf Kreta wurden in hellenistischer und römischer Zeit erneut genutzt.[1]

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Atsipades Korakias

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Donald W. Jones: Peak Sanctuaries and Sacred Caves in Minoan Crete: A Comparison of Artifacts (= Studies in Mediterranean Archaeology and Literature. Pocket-Book, 156). Åström, Uppsala 1999, ISBN 978-91-7081-153-1 (englisch).
  • Steven Soetens, Jan Driessen, Apostolis Sarris, Sofia Topouzi: The Minoan Peak Sanctuary Land scape through a GIS Approach. In: François Djindjian, Paola Moscati (Hrsg.): XIV Congress of the International Union of Prehistoric and Protohistoric Science. Université de Liège, Lüttich 2001 (englisch, Digitalisat [PDF; 1,2 MB; abgerufen am 19. Januar 2018]).
  • Daniel Tobias Nieß: Minoische Gipfelheiligtümer. Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Heidelberg 2008 (Digitalisat [PDF; 236 kB; abgerufen am 19. Januar 2018]).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Katja Sporn: „Der göttliche Helikon“. Bergkulte oder Kulte auf den Bergen in Griechenland? In: Rupert Breitwieser, Monika Frass, Georg Nightingale (Hrsg.): Calamus. Festschrift für Herbert Graßl zum 65. Geburtstag (= Joachim Hengstl, Torsten Mattern, Robert Rollinger, Kai Ruffing, Orell Witthuhn [Hrsg.]: Philippika. Marburger altertumskundliche Abhandlungen 57). Harrassowitz, Wiesbaden 2013, ISBN 978-3-447-06856-7, S. 465–466 (Digitalisat [abgerufen am 19. Januar 2018]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]