Grethem

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Wappen Deutschlandkarte
Grethem
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Grethem hervorgehoben

Koordinaten: 52° 43′ N, 9° 35′ O

Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Heidekreis
Samtgemeinde: Ahlden
Höhe: 24 m ü. NHN
Fläche: 16,45 km2
Einwohner: 639 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 39 Einwohner je km2
Postleitzahl: 29690
Vorwahl: 05164
Kfz-Kennzeichen: HK
Gemeindeschlüssel: 03 3 58 011
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Neue Straße 5
29690 Grethem
Website: www.grethem.de
Bürgermeister: Udo Schönberg
Lage der Gemeinde Grethem im Landkreis Heidekreis
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Über dieses Bild

Grethem ist eine Gemeinde im Landkreis Heidekreis in Niedersachsen. Sie gehört der Samtgemeinde Ahlden an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Hodenhagen hat.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grethem liegt zwischen Walsrode und Hannover westlich der Mündung der Leine in die Aller. Zu Grethem gehört der Ortsteil Büchten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf eine frühe Besiedlung der Gegend weist der Fund von drei Hemmoorer Eimern aus der jüngeren römischen Kaiserzeit um das dritte Jahrhundert hin. Der Inhalt bestand aus Resten von Feuerbestattungen.[2] In dem Behältnis mit dem Leichenbrand der Dame von Grethem befand sich das Fragment eines Elfenbeinkamms aus dem 1. Jahrhundert v. Chr., wobei es sich um künstlerisch hochwertige römische Importware handelte.[3] Die Funde führten zu Überlegungen, ob sich am Zusammenfluss von Aller und Leine bei Grethem ein römischer Ufermarkt befunden hat.[4]

Rund einen halben Kilometer nordöstlich von Grethem befand sich die Burg Blankenhagen aus der Zeit um 1200, von der heute noch zwei mit Büschen bewachsene Erdhügel sichtbar sind. Es handelte sich um eine Niederungsburg, deren Reste sich an einem Feldweg nahe der heutigen Gierseilfähre über die Aller finden.

Eine Schachtanlage zur Kalisalzgewinnung wurde ca. 1923 geschlossen. Die Nebengebäude und Halden sind noch erhalten.

Am 1. März 1974 wurde die Gemeinde Büchten eingegliedert.[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ehrenamtliche Bürgermeister Udo Schönberg wurde am 9. September 2001 gewählt.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Grethem setzt sich aus neun Mitgliedern zusammen. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt.

Bei der Kommunalwahl 2021 ergab sich folgende Sitzverteilung:[6]

Gemeinderat 2021
2
5
2
Insgesamt 9 Sitze
Gemeinderatswahl 2021
Wahlbeteiligung: 76,46 %
 %
60
50
40
30
20
10
0
54,9 %
26,1 %
19,0 %
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
a Unabhängige Wählergemeinschaft Grethem

Bei der vorherigen Kommunalwahl ergab sich folgende Sitzverteilung:

Wahljahr UWG SPD CDU Gesamt
2016[7] 5 2 2 9
2011[7] 4 3 2 9

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Schild geviert, Feld 1: In Rot ein trabendes silbernes Pferd, Feld 2: In Silber blaue Beeren auf grünen Blättern, Feld 3: In Silber ein schwarzes Bergmannsgezähe, Feld 4: In Blau drei schräglinke goldene Balken.“

Das Wappen wurde 2009 vom Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch gestaltet.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bundesautobahn 7 liegt östlich der Gemeinde. Die nächste Anschlussstelle ist in Buchholz (Aller) in ca. 13 km Entfernung.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Carmen Schrader (1913–2012), geboren in Grethem, Gerechte unter den Völkern

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Grethem – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle A100001G: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2021 (Hilfe dazu).
  2. Eckhard Heller: Römische Einflüsse am Zusammenfluss von Aller und Leine. Berührung mit uralter Handelsroute zwischen Nord- und Mittelmeer
  3. Grabfund von Grethem mit Elfenbeinkamm bei Kulturerbe Niedersachsen
  4. Eckhard Heller: Grethem – ein römischer Ufermarkt? Alte Transportwege zwischen Weser und Elbe
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 224.
  6. Ergebnis Gemeinderatswahl 2021. Abgerufen am 13. Juli 2022.
  7. a b https://www.ahlden.info/sg_ahlden/de/Wahlen/Wahl%20zum%20Rat%20der%20Gemeinde%20Grethem/