Gilten

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Gilten führt kein Wappen
Gilten
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Gilten hervorgehoben
Koordinaten: 52° 42′ N, 9° 35′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Landkreis Heidekreis
Samtgemeinde: Schwarmstedt
Höhe: 24 m ü. NHN
Fläche: 33,37 km2
Einwohner: 1205 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 36 Einwohner je km2
Postleitzahl: 29690
Vorwahlen: 05071,
05074 (Suderbruch)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: HK
Gemeindeschlüssel: 03 3 58 010
Gemeindegliederung: 4 Ortschaften
Adresse der Verbandsverwaltung: Am Markt 1
29690 Schwarmstedt
Bürgermeister: Erich Lohse
Lage der Gemeinde Gilten im Landkreis Heidekreis
Karte

Gilten ist eine Gemeinde im Aller-Leine-Tal in der Samtgemeinde Schwarmstedt im Landkreis Heidekreis in Niedersachsen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde erstreckt sich auf einer Fläche von 33,37 Quadratkilometern. Durch das Gemeindegebiet verläuft die Bundesstraße 214. Nordöstlich der Gemeinde fließt die Leine in die Aller. Zur Gemeinde Gilten gehören neben der gleichnamigen Ortschaft noch die Ortsteile Eschenworth, Grewiede, Hufe, Nienhagen, Norddrebber und Suderbruch.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alte Bezeichnungen des Ortes sind 1242 Gelthene, Geltene, 1265 G(h)iltene und 1275 Ghiltenem. Trotz dieser verschiedenen Ortsnamen-Varianten ist der Name wohl auf Giltun zurückzuführen. Die Bedeutung bezieht sich auf althochdeutsch „zun“ für „Zaun“, altfriesisch „tun“ für „Zaun, Bauerngut“, niederländisch „tuin“ für „Garten“, altnordisch „tun“ für „Zaun“, „eingezäuntes Stück Land“, „Dorf“. Die Bedeutungen aus dem Nordischen und Englischen sind „eingehegter Platz“ sowie englisch „town“ für „Stadt“. Das westnordische und isländische „gil“ bedeutet „enges Tal mit Bach“. Im Schwedischen auch „gilja“ für „Hohlweg, Bergpass“. Die Bedeutung des Ortsnamens Gilten bezieht sich als „Tal mit Bach“ auf die von Aller, Leine und Alte Leine gebildete Senke.[2]

Der Ort und damit die Pfarre gehörten zur Diözese Minden. Im Laufe des 14. Jahrhunderts wurde ein Teil der Pfarre an das Kloster Walsrode verschenkt. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Bahnstrecke von Verden nach Schwarmstedt gebaut, diese wurde im Jahre 1988 stillgelegt. Zwischen 1911 und 1928 wurde in Gilten Kalisalz abgebaut. Im Jahre 1848 gab es 43 Hausstellen im Ort und drei landtagsfähige Höfe. Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs Gilten auf etwa 400 Einwohner an. Die Gemeinde hatte 2004 etwa 1150 Einwohner.

Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Nienhagen, Norddrebber und Suderbruch eingegliedert.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat setzt sich wie folgt zusammen:

  • CDU – 4 Sitze
  • Bürgerliste Gilten – 7 Sitze

Bürgermeister ist Erich Lohse (Bürgerliste)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über einige denkmalgeschützte Bauwerke.

  • Der älteste Teil der St.-Pauli-Kirche in Gilten (Schwarmstedt) wurde um 1450 errichtet. Bis 1775 diente die Kirche den Herren von Gilten als Erbbegräbnisstätte. Die Kirche enthält eine gotische Sakristei von 1480 und einen Chorraum von 1595. Das Fachwerkkirchenschiff ist von 1766. Der Kirchturm besteht aus Raseneisenstein.
  • St.-Katharinen-Kirche in Suderbruch von 1851

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Baudenkmale in Niedersachsen. Veröffentlichungen des Instituts für Denkmalpflege/Niedersächsisches Landesverwaltungsamt/Landkreis Soltau-Fallingbostel, Band 25, bearbeitet von Etta Pantel, Herausgeber: Christiane Segers-Glocke, Verlag: Niemeyer, C W, Vieweg, Braunschweig/Wiesbaden 2001, ISBN 3-8271-8260-3

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gilten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Der Ortsnamenforscher auf NDR 1 Niedersachsen, Recherche Jürgen Udolph
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 225.