Haina (Kloster)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Haina (Kloster)
Haina (Kloster)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Haina (Kloster) hervorgehoben

Koordinaten: 51° 2′ N, 8° 58′ O

Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Waldeck-Frankenberg
Höhe: 337 m ü. NHN
Fläche: 91,28 km2
Einwohner: 3444 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 38 Einwohner je km2
Postleitzahl: 35114
Vorwahlen: 06456, 06455 (Löhlbach), 06458 (Oberholzhausen)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: KB, FKB, WA
Gemeindeschlüssel: 06 6 35 013
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Poststraße 4
35114 Haina (Kloster)
Website: www.haina.de
Bürgermeister: Alexander Köhler (SPD)
Lage der Gemeinde Haina (Kloster) im Landkreis Waldeck-Frankenberg
Hatzfeld (Eder)Battenberg (Eder)BromskirchenAllendorf (Eder)Burgwald (Gemeinde)Rosenthal (Hessen)Gemünden (Wohra)Haina (Kloster)Frankenberg (Eder)FrankenauBad WildungenLichtenfels (Hessen)KorbachWillingen (Upland)Diemelsee (Gemeinde)DiemelstadtVöhlVolkmarsenBad ArolsenTwistetalWaldeck (Stadt)EdertalNordrhein-WestfalenLandkreis KasselSchwalm-Eder-KreisLandkreis Marburg-BiedenkopfKarte
Über dieses Bild

Haina (Kloster) ist eine Gemeinde im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haina (Kloster) liegt im Landkreis Waldeck-Frankenberg südlich von Frankenberg und östlich des Burgwaldes am Südwesthang des Kellerwalds. Es befindet sich an der Wohra unweit westlich vom Hohen Lohr.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haina (Kloster) grenzt im Nordwesten an die Stadt Frankenau, im Nordosten an die Stadt Bad Wildungen (beide im Landkreis Waldeck-Frankenberg), im Osten an die Gemeinde Bad Zwesten, im Südosten an die Gemeinden Jesberg und Gilserberg (alle drei im Schwalm-Eder-Kreis), im Süden an die Stadt Gemünden, sowie im Westen an die Gemeinde Burgwald und die Stadt Frankenberg (alle drei im Landkreis Waldeck-Frankenberg).

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus zwölf Ortsteilen: Altenhaina mit Kirschgarten, Battenhausen, Bockendorf, Dodenhausen, Haddenberg, Haina (Ortsteil – Sitz der Gemeindeverwaltung), Halgehausen, Hüttenrode, Löhlbach, Mohnhausen, Oberholzhausen und Römershausen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ehemalige Zisterzienserkloster in Haina ist eine der bedeutendsten gotischen Klosteranlagen Hessens. Kloster Haina wurde von Mönchen aus dem Kloster Altenberg im Bergischen Land errichtet. 1144 hatten sie sich auf der Aulesburg bei Löhlbach niedergelassen und waren 70 Jahre später nach Haina umgezogen.

Durch Schenkungen, Kauf und Tausch erwarben die Hainaer Zisterzienser reichen Grundbesitz, von der Weser bis zum Main. 1527 wurde das Kloster durch Landgraf Philipp von Hessen aufgehoben und in ein Landeshospital umgewandelt. Im ehemaligen Kloster befindet sich heute ein psychiatrisches Krankenhaus nebst Psychiatriemuseum. 1789 errichtete der Obervorsteher der Anstalt, Friedrich von Stamford, den Stamfordschen Garten.

Am 15. November 1928 wurde der Gutsbezirk Haina aufgelöst und zur Landgemeinde Haina umgewandelt.

Landeshospital Haina[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mahnmal der Euthanasie-Opfer auf dem Waldfriedhof der Gemeinde Haina (Kloster) mit der Inschrift: „Zur Erinnerung an die hilflosen Kranken, die in der Zeit des Nationalsozialismus 1933–1945 hier starben. Ihr Tod ist uns Mahnung und Verpflichtung.

Das Landeshospital Haina, vormals Zisterzienser Kloster, wurde 1527 secularisiert und durch den Stiftungsbrief des Landgrafen Philipp des Großmüthigen vom 26. August 1533 aufgehoben. Es wurde zu einem Hospital für arme Kranke, Gebrechliche und blödsinnige des männlichen Geschlechts eingerichtet.[2]

Es stand um 1863 unter der Regierung zu Marburg und wurde durch den landesherrlichen Commissar, Regierungsassessor Lotz überwacht. Mit Versehung der Geschäfte als Ober-Vorsteher wurde beauftragt der geb. Rath Wilhelm Schenck zu Schweinsberg. Sekretär war Friedrich Quentin, Hospital- und Wundarzt Heinrich Amelung, Küchenmeister Adolph Köth, Kontrolleur Ludwig Schindehütte, Hospitals-Rentmeister Johannes Köfe, reitende Förster Wilhelm Stahl (zu Löhlbach) und Georg Heinrich Möller (zu Dodenau), Revierförster Georg Carl von Stiernberg (zu Rosenthal) und mit der Aufsicht beim Hospitals-Bauwesen war Carl Engelhard beauftragt.[3]

Weiter waren folgende Personen im Landeshospital tätig: Lutherischer Pfarrer Christian Fett (zu Haina), reformierter Pfarrer Julius Iffland (zu Gemünden), Lektor Julius Heinrich Gnatz (zu Haina), Organist und Vorsänger war gleichzeitig Schulamts-Candidat August Hamel.[4]

Gebietsreform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurden am 1. Juli 1971 die Gemeinden Altenhaina, Bockendorf, Halgehausen und Mohnhausen auf freiwilliger Basis in die Gemeinde Haina/Kloster eingegliedert,[5] Hüttenrode und Oberholzhausen folgten mit gleichem Datum.[6] Am 31. Dezember 1971 kamen Battenhausen, Löhlbach und Römershausen hinzu. Dodenhausen und Haddenberg folgten am 1. Juli 1972.[7][8] Für alle ehemals eigenständigen Gemeinden von Haina (Kloster) wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung eingerichtet.[9] Als Verwaltungssitz der nunmehrigen Gemeinde Haina (Kloster) wurde der Ortsteil Haina/Kloster bestimmt.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Haina (Kloster) 3736 Einwohner. Darunter waren 79 (2,0 %) Ausländer, von denen 36 aus dem EU-Ausland, 22 aus anderen Europäischen Ländern und 18 aus anderen Staaten kamen.[10] Die Einwohner lebten in 1370 Haushalten. Davon waren 352 Singlehaushalte, 401 Paare ohne Kinder und 488 Paare mit Kindern, sowie 104 Alleinerziehende und 25 Wohngemeinschaften.[11]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haina: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2015
Jahr  Einwohner
1834
  
701
1840
  
735
1846
  
779
1852
  
733
1858
  
724
1864
  
745
1871
  
655
1875
  
657
1885
  
796
1895
  
1.056
1905
  
1.251
1910
  
1.317
1925
  
1.165
1939
  
1.601
1946
  
1.867
1950
  
1.674
1956
  
1.592
1961
  
1.630
1967
  
1.607
1973
  
4.567
1975
  
4.518
1980
  
4.534
1985
  
4.436
1990
  
3.867
1995
  
3.812
2000
  
3.723
2005
  
3.725
2010
  
3.617
2011
  
3.736
2015
  
3.581
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: Hessisches Statistisches Informationssystem[12]; Zensus 2011[10]
Ab 1973 einschließlich der im Zuge der Gebietsreform in Hessen eingegliederten Orte.

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

• 1885: 723 evangelische (= 90,83 %), 59 katholische (= 7,41 %), 13 jüdische (= 1,63 %) Einwohner[13]
• 2011: 2982 evangelische (= 79,8 %), 213 katholische (= 5,7 %), 541 sonstige (= 14,5 %) Einwohner[14]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[15] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[16][17]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2016
    
Insgesamt 23 Sitze
  • SPD: 7
  • BGH: 5
  • FBL: 7
  • UBD: 4
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 32,7 7 36,5 8 36,4 8 36,0 8
BGH Bürgergemeinschaft Großgemeinde Haina 21,7 5 26,2 6 25,9 6 22,9 5
FBL Freie Bürgerschaft Löhlbach 29,1 7 24,2 6 25,8 6 29,1 7
UBD Unabhängige Bürger Dodenhausen im Kellerwald 16,5 4 13,1 3 12,0 3 12,0 3
Gesamt 100,0 23 100,0 23 100,0 23 100,0 23
Wahlbeteiligung in % 51,8 54,5 54,0 64,7
Tischbeins Geburtshaus

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde Haina (Kloster) zeigt durch einen von Rot und Silber in zwei Reihen geschachten Schräglinksbalken geteilten Schild, oben in Rot eine silberne, goldbesetzte Abtsmitra, unten in Silber einen grünen Eichenbruch mit drei Blättern und zwei Eicheln.[18]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Psychiatriemuseum[19]
  • Tischbeinhaus

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Haina geboren:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Haina – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Haina (Kloster) – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerungsstand am 31.12.2019 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011)  (Hilfe dazu).
  2. Kurfürstlich-Hessisches Hof- und Staats-Handbuch, Verlag des reformierten Waisenhauses, S. 376, Cassel 1863
  3. Kurfürstlich-Hessisches Hof- und Staats-Handbuch, Verlag des reformierten Waisenhauses, S. 376–377, Cassel 1863
  4. Kurfürstlich-Hessisches Hof- und Staats-Handbuch, Verlag des reformierten Waisenhauses, S. 376–377, Cassel 1863
  5. Gemeindegebietsreform in Hessen: Zusammenschlüsse und Eingliederungen von Gemeinden vom 21. Juni 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 28, S. 1117, Punkt 988; Abs. 8. (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,0 MB]).
  6. Gemeindegebietsreform in Hessen: Zusammenschlüsse und Eingliederungen von Gemeinden vom 21. Juni 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 28, S. 1117, Punkt 988; letzter Abs. (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,0 MB]).
  7. Gemeindegebietsreform in Hessen: Zusammenschlüsse und Eingliederungen von Gemeinden vom 21. Juni 1972. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 28, S. 1197, Punkt 851; 2. Abs. 9. (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 4,4 MB]).
  8. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 390.
  9. Hauptsatzung. (PDF; 364 kB) §; 6. In: Webauftritt. Gemeinde Haina (Kloster), abgerufen im Februar 2019.
  10. a b Bevölkerung nach Staatsangehörigkeitsgruppen: Haina (Kloster). In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Dezember 2020.
  11. Haushalte nach Familien: Haina (Kloster). In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Dezember 2020.
  12. Hessisches Statistisches Informationssystem In: Statistik.Hessen.
  13. Haina (Kloster), Landkreis Waldeck-Frankenberg. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 8. Juli 2020). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  14. Religionszugehörigkeit: Haina (Kloster). In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Dezember 2020.
  15. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2016.
  16. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  17. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006
  18. Hauptsatzung der Gemeinde Haina (Kloster)
  19. Eckart Roloff und Karin Henke-Wendt: Ein Klosterhospital für "Rasende" und "im Haupt Verrückte". (Psychiatriemuseum, Haina) In: Besuchen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Eine Tour durch Deutschlands Museen für Medizin und Pharmazie. Band 2, Süddeutschland. Verlag S. Hirzel, Stuttgart 2015, S. 193–195, ISBN 978-3-7776-2511-9