Hatzfeld (Eder)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Hatzfeld (Eder)
Hatzfeld (Eder)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Hatzfeld (Eder) hervorgehoben
Koordinaten: 51° 0′ N, 8° 33′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Waldeck-Frankenberg
Höhe: 358 m ü. NHN
Fläche: 58,51 km2
Einwohner: 3024 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 52 Einwohner je km2
Postleitzahl: 35116
Vorwahl: 06467
Kfz-Kennzeichen: KB, FKB, WA
Gemeindeschlüssel: 06 6 35 014
Stadtgliederung: 4 Stadtbezirke sowie Kernstadt
Adresse der
Stadtverwaltung:
Im Hain 1
35116 Hatzfeld (Eder)
Website: www.hatzfeld-eder.de
Bürgermeister: Dirk Junker (parteilos)
Lage der Stadt Hatzfeld (Eder) im Landkreis Waldeck-Frankenberg
Hatzfeld (Eder)Battenberg (Eder)BromskirchenAllendorf (Eder)Burgwald (Gemeinde)Rosenthal (Hessen)Gemünden (Wohra)Haina (Kloster)Frankenberg (Eder)FrankenauBad WildungenLichtenfels (Hessen)KorbachWillingen (Upland)Diemelsee (Gemeinde)DiemelstadtVöhlVolkmarsenBad ArolsenTwistetalWaldeck (Stadt)EdertalNordrhein-WestfalenLandkreis KasselSchwalm-Eder-KreisLandkreis Marburg-BiedenkopfKarte
Über dieses Bild

Hatzfeld (Eder) ist eine Stadt im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hatzfeld liegt im westlichen Hessen nordwestlich von Marburg und nördlich der Sackpfeife im Tal der Eder.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hatzfeld grenzt im Norden und Osten an die Stadt Battenberg (Landkreis Waldeck-Frankenberg), im Süden an die Stadt Biedenkopf (Landkreis Marburg-Biedenkopf), sowie im Westen an die Stadt Bad Berleburg (im Kreis Siegen-Wittgenstein in Nordrhein-Westfalen).

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hatzfeld gliedert sich in die Stadtteile Biebighausen, Eifa, Hatzfeld, Holzhausen und Reddighausen.

Zur Gemarkung der Kernstadt Hatzfeld gehören die Siedlungen, Gehöfte und Gehöftgruppen Ebenfeld, Ederlust, Mühle Elsoff, Lindenhof, Rhoda (Rödchen), Rübighäuser Hof und Schafhort.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Geschlecht derer von Hatzfeld wird um 1138 als de Hepisvelt[2] erstmals urkundlich erwähnt. Wie die benachbarten Grafen von Battenberg war es während des hohen und späten Mittelalters überwiegend als mainzischer Parteigänger in die hessisch-mainzischen Auseinandersetzungen involviert. 1282 wird seine (heute weitgehend verfallene) Burg Hatzfeld erwähnt, zu deren Füßen ab 1340 eine Stadt errichtet wurde. Nach dem Aussterben der hessischen Linie derer von Hatzfeld fielen Stadt und Herrschaft 1570 zuerst zur Hälfte, 1588 bzw. 1772 schließlich ganz an das Haus Hessen, dem die von Hatzfeld bereits 1311 ihre Burg zu Lehen aufgetragen hatten. 1866 kam Hatzfeld als Teil des hessen-darmstädtischen Hinterlandes zu Preußen und verlor gemäß preußischem Recht 1885 die Stadtrechte. Nach der Auflösung Preußens erlangte Hatzfeld die Bezeichnung „Stadt“ wieder zurück: Im November 1950 wurde der Gemeinde Hatzfeld durch das Hessische Staatsministerium das Recht zur Führung der Bezeichnung „Stadt“ verliehen.[3]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurden auf freiwilliger Basis eingegliedert: Am 1. April 1971 die bis dahin selbständige Gemeinde Holzhausen/Eder; am 1. Juli 1971 kam Biebighausen hinzu.[4] Eifa und Reddighausen folgten am 1. Januar 1974 kraft Landesgesetz.[5][6] Für alle ehemals eigenständigen Gemeinden sowie für die Kernstadt wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher gebildet.[7]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist seit dem 1. Mai 2013 Dirk Junker (parteilos). Am 18. November 2012 standen sich Dirk Junker (Bürgerliste Hatzfeld) und Ralf Schärer (Bürgerliste Reddighausen) in einer Stichwahl gegenüber. Junker setzte sich mit 53,2 % der abgegebenen Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 77,1 % durch. Schärer erhielt 46,8 % der Stimmen.[8]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[9] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[10][11]

Sitzverteilung in der Stadtverordnetenversammlung 2016
      
Insgesamt 23 Sitze
  • SPD: 3
  • CDU: 2
  • BLR: 6
  • BLH: 7
  • BLHolz: 3
  • BLE: 2
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
BLR Bürgerliste Reddighausen 26,7 6 24,3 6 24,7 6 22,0 5
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 13,8 3 19,6 4 19,2 4 21,6 5
BLH Bürgerliste Hatzfeld 28,1 7 15,9 4 11,3 3 15,5 4
BLHolz Bürgerliste Holzhausen 13,2 3 14,3 3 12,7 3 13.3 3
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 10,1 2 11,2 3 15,4 3 17,4 4
BLE Bürgerliste Eifa 8,1 2 8,0 2 9,2 2 5,0 1
FDP Freie Demokratische Partei 6,8 1 7,4 2 5,2 1
Gesamt 100,0 23 100,0 23 100,0 23 100,0 23
Wahlbeteiligung in % 58,7 61,6 58,5 63,0
Stadtkirche St. Johannes
Emmauskapelle
Kath. Kirche St. Hubertus

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeitgleich mit der Verleihung des Rechts zur Führung der Bezeichnung „Stadt“ wurde im November 1950 der Gemeinde Hatzfeld durch das Hessische Staatsministerium das Recht zur Führung eines Wappens nach dem vorgelegten Entwurf verliehen.[12]

Städtepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Hatzfeld unterhält seit 1979 partnerschaftliche Beziehungen zu Cloyes-sur-le-Loir im Département Eure-et-Loir in Frankreich.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtkirche St. Johannes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelisch-lutherische Stadtkirche St. Johannes ist ein verschieferter Fachwerkbau aus dem 14. Jahrhundert. Das genaue Baujahr ist nicht bekannt, doch wird die Emmauskapelle in einer Urkunde von 1379 als „alte“ Kirche bezeichnet, so dass zu dieser Zeit bereits die neue Kirche St. Johannes existiert haben muss. Sie wurde von dem Adelsgeschlecht derer „von Hatzfeldt“ im Stil einer gotischen Fachwerkkirche auf halber Höhe des Burgberges in der seit 1340 mit Stadtrecht versehenen „Talsiedlung“ erbaut. Im Chorraum, über dem Altar hängend, befindet sich ein spätgotisches Kruzifix aus dem 15. Jahrhundert. Sie ist die zweitälteste Kirche des Ortes.

Emmauskapelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Emmauskapelle in Hatzfeld (Eder) ist die älteste der drei Hatzfelder Gotteshäuser. Als dreischiffige spätromanische Pfeilerbasilika mit wehrhaftem Westturm im 12. Jahrhundert erbaut, war sie dem Heiligen Cyriacus geweiht. Sie gehörte zum befestigten „Großen Hof zu Nieder-Hatzfeld“ – bis zur Anlage der Burg im späten 12. Jahrhundert war dies der Stammsitz der Herren von Hatzfeld. Mit dem Bau der ummauerten Stadt Mitte des 14. Jahrhunderts erlosch die Siedlung an dieser Stelle. Seit dieser Zeit wird die Kapelle als Begräbniskirche der Bürger von Hatzfeld genutzt. Der Hatzfelder Orgelbauer Johann Christian Rindt schuf 1706 eine Orgel mit sieben Registern für die Stadtkirche, die 1868 in die Emmauskapelle überführt wurde. Das bedeutende Instrument ist eine der ältesten Orgeln in Hessen.

Katholische Kirche St. Hubertus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Rath, einer Felsnase über dem Edertal, wurde 1898 von Alfred Graf Korff gen. Schmissing-Kerrsenbrock, Königlicher preußischer Oberförster in Hatzfeld, eine kleine Kapelle erbaut. Der passionierte Jäger nannte sie nach St. Hubertus; über dem Eingang ist ein mächtiges Hirschgeweih angebracht. Nach der Fertigstellung diente sie ihm und seiner Familie als Gotteshaus. Der Graf starb 1936 und wurde in der Hubertuskapelle beigesetzt. Neben dem Grafen wurden auch zwei seiner Kinder hier beigesetzt.

Die Enkelin des Grafen schenkte die Kapelle in den 1950er Jahren der katholischen Kirchengemeinde, die sie erweitern und umbauen ließ.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Kernstadt Hatzfeld ist das Unternehmen Hollingsworth & Vose (früher mal J. C. Binzer) ansässig. J. C. Binzer stellte viele verschiedene Papiere, von Schreibpapier bis hin zu Filtern, her. Seit 2001 gehört J. C. Binzer dem amerikanischen Unternehmen Hollingsworth & Vose, welches auch Papier herstellt.

Im Ortsteil Reddighausen ist der Modellbahnzubehörhersteller Viessmann Modellspielwaren (Marke Kibri) beheimatet.

Radfernwege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oranier-Fahrrad-Route

Entlang der Eder führen folgende Radwanderwege:

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstige Personen der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsansichten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hatzfeld (Eder) – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Aktuellster Bevölkerungsstand am 31.12.2017 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Hatzfeld, Landkreis Waldeck-Frankenberg. Historisches Ortslexikon für Hessen (Stand: 15. April 2014). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde (HLGL), abgerufen am 11. Juli 2014.
  3. Der Hessische Minister des Inneren: Verleihung des Rechts zur Führung der Bezeichnung „Stadt“ an die Gemeinde Hatzfeld, Kreis Frankenberg/Eder, Reg.-Bezirk Kassel vom 2. November 1950. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1950 Nr. 46, S. 470, Punkt 867 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 2,2 MB]).
  4. Der Hessische Minister des Inneren: Gemeindegebietsreform in Hessen: Zusammenschlüsse und Eingliederungen von Gemeinden vom 21. Juni 1971. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 28, S. 1117, Punkt 988; Abs. 5. (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,0 MB]).
  5. Der Hessische Minister des Innern: Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Frankenberg und Waldeck (GVBl. II 330-23) vom 4. Oktober 1973. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1973 Nr. 25, S. 359, § 14 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 2,3 MB]).
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 390–391.
  7. Hauptsatzung. (PDF; 51 kB) §; 6. In: Webauftritt. Stadt Hatzfeld, abgerufen im März 2019.
  8. Waldeckische Landeszeitung vom 18. November 2012.
  9. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016 Hessisches Statistisches Landesamt
  10. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  11. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006
  12. Der Hessische Minister des Inneren: Verleihung des Rechts zur Führung eines Wappens an die Gemeinde Hatzfeld, Landkreis Frankenberg-Eder, Reg.-Bezirk Kassel vom 2. November 1950. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1950 Nr. 46, S. 470, Punkt 871 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 2,2 MB]).