Edertal

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Edertal
Edertal
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Edertal hervorgehoben

Koordinaten: 51° 10′ N, 9° 6′ O

Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Waldeck-Frankenberg
Höhe: 226 m ü. NHN
Fläche: 115,65 km2
Einwohner: 6230 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 54 Einwohner je km2
Postleitzahl: 34549
Vorwahlen: 05623, 05621
Kfz-Kennzeichen: KB, FKB, WA
Gemeindeschlüssel: 06 6 35 009
Gemeindegliederung: 13 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofstraße 25
34549 Edertal
Website: www.edertal.de
Bürgermeister: Klaus Gier (parteilos)
Lage der Gemeinde Edertal im Landkreis Waldeck-Frankenberg
Hatzfeld (Eder)Battenberg (Eder)BromskirchenAllendorf (Eder)Burgwald (Gemeinde)Rosenthal (Hessen)Gemünden (Wohra)Haina (Kloster)Frankenberg (Eder)FrankenauBad WildungenLichtenfels (Hessen)KorbachWillingen (Upland)Diemelsee (Gemeinde)DiemelstadtVöhlVolkmarsenBad ArolsenTwistetalWaldeck (Stadt)EdertalNordrhein-WestfalenLandkreis KasselSchwalm-Eder-KreisLandkreis Marburg-BiedenkopfKarte
Über dieses Bild

Edertal ist eine an der Eder gelegene Gemeinde im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg.

Überregional bekannt ist die Gemeinde durch den Edersee und den Naturpark Kellerwald-Edersee, der den Nationalpark Kellerwald-Edersee einschließt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Edertal liegt etwa 30 km (Luftlinie) südwestlich von Kassel am Nord- und Nordostrand des Kellerwalds und breitet sich am Südufer des Edersees und östlich und südöstlich seiner Staumauer aus. Sie liegt mit ein paar Gemeindeteilen im Naturpark Kellerwald-Edersee bzw. größtenteils knapp außerhalb von dessen östlicher Begrenzung; Teil dieses Naturparks ist der Nationalpark Kellerwald-Edersee.

Edertal wird von der Eder in Nordwest-Südost-Richtung durchflossen; in diese münden – flussabwärts betrachtet – beim Ortsteil Lieschensruh (Teil des Gemeindeteils Mehlen) die Netze, beim Gemeindeteil Bergheim der Wesebach und unweit nördlich davon der Böhner Bach. Der Affolderner See, der sich unweit südöstlich des Edersees im Gemeindegebiet befindet, ist ein Stausee, der wie der Edersee zur Energieerzeugung und Naherholung dient.

Der höchste Berg unweit der Gemeinde Edertal ist der Traddelkopf, der mit 626 m ü. NN höchste Berg des Nationalparks Kellerwald-Edersee. Weithin bekannt sind der Peterskopf („Energieberg“), weil er Ort der Pumpspeicherwerke Waldeck mit ihren Oberbecken ist, der Uhrenkopf mit Aussichtsmöglichkeit auf die Edersperrmauer und der Hammerberg mit dem Wildpark Edersee.

Nachbargemeinden und -kreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 11.740 Hektar große Gemarkung der Gemeinde Edertal grenzt an die Städte Waldeck und Naumburg (Landkreis Kassel) im Norden, Fritzlar (Schwalm-Eder-Kreis) im Osten, Bad Wildungen im Süden sowie Frankenau und die Gemeinde Vöhl im Westen (alle drei im Landkreis Waldeck-Frankenberg).

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Edertal besteht heute aus 13 Ortsteilen:

Sitz der Gemeindeverwaltung ist Giflitz. Mit dem nordöstlich benachbarten Gemeindeteil Bergheim bildet dieser Ort das Gemeindezentrum und ist dementsprechend im Regionalplan als Grundzentrum ausgewiesen.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet gehört zu den Ausläufern des Rheinischen Schiefergebirges. Ausgangsgestein ist hier hauptsächlich Tonschiefer und Grauwacke.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1908 fand man bei Straßenbauarbeiten ein Rentiergeweih und weitere Gegenstände in einer Lehmgrube bei Buhlen. Im Jahre 1967 wurde diese nochmals untersucht, wobei sich die Vermutung bestätigte, dass in der Gegend des heutigen Buhlen eine Siedlung der Neandertaler existierte. Dieser Fundort zählt zu den anthropologisch bedeutsamsten Siedlungsplätzen der Neandertaler im heutigen Deutschland. Einzigartig sind dort gefundene zahlreiche Tierknochen, Keilmesser und Artefakte aus Knochen.

Gemeindebildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1971 wurde die Gemeinde Edertal im Zuge der Gebietsreform in Hessen durch den freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden Bergheim und Giflitz neu gebildet.[2] Am 1. Oktober 1971 kam Gellershausen hinzu. Die Fusion mit den Gemeinden Affoldern, Anraff, Böhne, Bringhausen, Buhlen, Hemfurth-Edersee, Königshagen, Mehlen und Wellen zur Großgemeinde Edertal folgte am 31. Dezember 1971.[3] Die Reihe der Eingemeindungen wurde mit der Eingliederung von Kleinern kraft Landesgesetz am 1. Januar 1974 abgeschlossen.[4][5] Für alle ehemals eigenständigen Gemeinden wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.[6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Edertal 6548 Einwohner. Darunter waren 113 (1,7 %) Ausländer, von denen 64 aus dem EU-Ausland, 31 aus anderen Europäischen Ländern und 18 aus anderen Staaten kamen.[7] Nach dem Lebensalter waren 264 Einwohner unter 18 Jahren, 693 waren zwischen 18 und 49, 315 zwischen 50 und 64 und 351 Einwohner waren älter.[8] Die Einwohner lebten in 2903 Haushalten. Davon waren 908 Singlehaushalte, 896 Paare ohne Kinder und 853 Paare mit Kindern, sowie 198 Alleinerziehende und 48 Wohngemeinschaften. In 711 Haushalten lebten ausschließlich Senioren/-innen und in 1833 Haushaltungen leben keine Senioren/-innen.[8]

Einwohnerzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Edertal: Einwohnerzahlen von 1973 bis 2015
Jahr  Einwohner
1973
  
6.445
1975
  
6.313
1980
  
6.279
1985
  
6.374
1990
  
6.488
1995
  
6.978
2000
  
6.963
2005
  
6.941
2010
  
6.576
2011
  
6.548
2015
  
6.292
Quellen: Hessisches Statistisches Informationssystem[9]; Zensus 2011[7]

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1987: 4971 evangelische (= 80,9 %), 692 katholische (= 11,3 %), 479 sonstige (= 7,8 %) Einwohner[10]
  • 2011: 4512 evangelische (= 68,9 %), 725 katholische (= 11,1 %), 1311 sonstige (= 20,0 %) Einwohner[10]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 14. März 2021 lieferte folgendes Ergebnis[11], in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen[12][13][14]:

Gemeindevertretung – Kommunalwahlen 2021
Stimmenanteil in %
Wahlbeteiligung: 63,8 %
 %
30
20
10
0
28,9
19,1
18,7
14,2
11,6
7,5
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2016
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
−4,2
+0,1
−1,3
+4,9
+0,9
−0,3
Sitzverteilung
      
Insgesamt 31 Sitze
Parteien und Wählergemeinschaften 2021 2016 2011 2006 2001
% Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 28,9 9 33,1 10 44,8 14 46,5 14 49,5 15
FW Freie Wähler Edertal (bis 2016 FWG) 19,1 6 19,0 6 13,7 5 17,5 5 17,1 5
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 18,7 6 20,0 6 20,2 6 27,8 9 25,6 8
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 14,2 4 9,3 3
WIR WIR Edertaler 11,6 4 10,7 3 15,5 5
FDP Freie Demokratische Partei 7,5 2 7,8 3 5,8 2 8,1 3 7,8 3
Gesamt 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 63,8 62,8 64,3 61,8 65,3

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Jahr 1993 werden in Hessen die Bürgermeister für sechs Jahre direkt gewählt:[15]

Im November 2012 wurde der parteilose Klaus Gier zum neuen Bürgermeister gewählt.[16] Er wurde am 28. Oktober 2018 mit 50,4 % der Stimmen wiedergewählt.[17]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 16. Februar 1976 durch das Hessische Ministerium des Innern verliehen.

Blasonierung: „Im goldenen Feld über blauem Wellenschildfuß den achtstrahligen, schwarzen Waldecker Stern.“

Das Wappen stellt einerseits die historische Zugehörigkeit zu Waldeck, zum andern die Bedeutung des Edersees mit Talsperre und Kraftwerk für die Gegenwart sinnbildlich dar.

Die Ausführung und Gestaltung des Wappens lag in den Händen des Bad Nauheimer Heraldikers Heinz Ritt.

Verkehr und Wandern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Edertal führt zwischen Korbach und Bad Wildungen die Bundesstraße 485, von der im Ortsteil Mehlen die durch Affoldern und vorbei am Affolderner See zum Edersee verlaufende Landesstraße 3086 abzweigt; beide Straßen sind hier Teil der Deutschen Fachwerkstraße.

Das Gemeindegebiet befindet sich an einem stillgelegten Abschnitt der Bahnstrecke Wabern–Brilon Wald, auf dem nun der Ederseebahn-Radweg angelegt ist, und am Ederauenradweg. Hindurch führen zudem die Wanderwege Diemel-Ederweg, Ederauen-Erlebnispfad, Ederhöhenweg, Kellerwaldsteig, Lulluspfad und Urwaldsteig Edersee.

Oranier-Fahrrad-Route

Entlang der Eder und am Südufer des Edersees führen folgende Radwanderwege:

Baudenkmäler und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Edertalsperre im April 2021

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerung in Hessen am 31.12.2020 nach Gemeinden (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeindegebietsreform in Hessen: Zusammenschlüsse und Eingliederungen von Gemeinden vom 21. Juni 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 28, S. 1117, Punkt 988; Abs. 3. (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,0 MB]).
  3. Gemeindegebietsreform in Hessen: Zusammenschlüsse und Eingliederungen in Hessen vom 14. Dezember 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 01, S. 5, Punkt 8; Abs. 6. (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 4,9 MB]).
  4. Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Frankenberg und Waldeck (GVBl. II 330-23) vom 4. Oktober 1973. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1973 Nr. 25, S. 359, § 5 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 2,3 MB]).
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 408–409.
  6. Hauptsatzung. (PDF; 123 kB) § 6. In: Webauftritt. Gemeinde Edertal, abgerufen im November 2020.
  7. a b Bevölkerung nach Staatsangehörigkeitsgruppen: Edertal. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Mai 2021.
  8. a b Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 46 und 102;.
  9. Hessisches Statistisches Informationssystem In: Statistik.Hessen.
  10. a b Ausgewählte Strukturdaten über die Bevölkerung am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 122;.
  11. Ergebnis der Gemeindewahl am 14. März 2021. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2021.
  12. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2016.
  13. Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original; abgerufen im April 2011.
  14. Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original; abgerufen im April 2006.
  15. Bürgermeister-Direktwahlen in Edertal. In: Statistik.Hessen. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im Januar 2021.
  16. Klaus Gier mit 54,5 Prozent gewählt In: wlz-online.de. (10. November 2012)
  17. Bürgermeisterwahl. In: Statistik.Hessen. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen am 24. März 2021.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Edertal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Edertal – Reiseführer