Heiko Klatt

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Heiko Klatt (2016)

Heiko Klatt (* 1. Juni 1965 in Lübeck) ist ein deutscher Rechtsanwalt in Köln. Sein Fachgebiet ist das Medienrecht und Presserecht. Er ist zugleich Dozent für Medienrecht an der Rheinischen Fachhochschule Köln.

Akademischer Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klatt studierte von 1985 bis 1992 Rechtswissenschaften an der Universität zu Köln sowie der Freien Universität Berlin. Von 1994 bis 1996 arbeitete er als freier juristischer Mitarbeiter in der Rechtsanwaltskanzlei Lichte, Schramm & Scheuermann. Er ist Rechtsanwalt seit 1996.[1] Seit 2004 ist er Dozent für Medienrecht an der Rheinischen Fachhochschule Köln.[2]

Tätigkeit als Rechtsanwalt und Gutachter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Mandate in medial beachteten Verfahren wurde Klatt auch öffentlich bekannt. Er wurde 2016 unter „The Legal 500“ Deutschland gelistet.[3] Sein Fachgebiet ist das Medienrecht und Presserecht.[4]

Er vertrat den Moderator Stefan Raab in medien- und presserechtlichen Angelegenheiten und verhinderte, dass Informationen über Raabs Privatleben in der Öffentlichkeit bekannt sind.[5][6][7][8] Für Olympiasieger Christoph Harting setzte Klatt 2017 wegen der Verbreitung falscher Tatsachenbehauptungen eine Gegendarstellung auf der Titelseite der Bild-Zeitung durch.[9] Klatt erwirkte für den Fußballnationalspieler Julian Draxler sowie seine Freundin Lena Stiffel zahlreiche einstweilige Verfügungen gegen mehrere deutschen Presseverlage wegen diverser unzulässiger Eingriffe in deren Privatsphäre.[10] Außerdem ging er rechtlich gegen die Aufführung des Theaterstücks über den Suizid des Torhüters Robert Enke am Berliner Maxim Gorki Theater vor.[11][12][13]

Er ist als Rechtsanwalt für zahlreiche weitere Prominente aufgetreten, darunter unter anderen den Rekord-Fußballnationalspieler Lothar Matthäus, Miroslav Klose, Ulf Kirsten, Wladimir Klitschko und Vitali Klitschko, Priscilla Presley, Tic Tac Toe, Die Toten Hosen, Wolfgang Petry, Heino, den Rapper Sido, Cro, Lena Meyer-Landrut, Die Atzen, H-Blockx-Frontmann Henning Wehland, Thomas Anders, Eckart von Hirschhausen, Matthias Opdenhövel, Teresa Enke, Steven Gätjen, Carolin Kebekus, Charlotte Roche und die erste deutsche SIRI aka Heike Hagen. Ferner arbeitet er für diverse TV-Produktionsgesellschaften u. a. für die sämtliche Raab-Produktionen herstellende Brainpool TV GmbH und ehemals für die Lopavent (Love Parade GmbH).[14][15][16][17][18][19]

Klatt gehörte zu den Gutachtern, die im Auftrag der jeweiligen Rundfunkräte der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten (Westdeutscher Rundfunk, Südwestrundfunk) bezüglich des gesetzlichen Funktionsauftrages gutachterliche Untersuchungen zu den marktlichen Auswirkungen von verschiedenen Telemedienangeboten im Rahmen des mit dem 12. RÄndStV in Deutschland eingeführten „Drei-Stufen-Test“ durchgeführt haben.[20]

2012 erstatte Heiko Klatt für seine damalige Mandantin Gina-Lisa Lohfink wegen angeblicher Vergewaltigung durch zwei Männer unter Einsatz von K.-o.-Tropfen Strafanzeige. Da Lohfink jedoch nach Überzeugung des Gerichts einvernehmlichen Geschlechtsverkehr mit den beiden hatte, wurde sie 2016 für diese Anzeige wegen falscher Verdächtigung letztlich zu einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen verurteilt.[21][22][23]

2013 vertrat Heiko Klatt den Rapper Sido erfolgreich in einem Prozess wegen übler Nachrede gegen das Wiener Boulevardblatt Kronen Zeitung.[24][25]

Nachdem es Serdar Somuncu 2017 per einstweiliger Verfügung untersagt worden war, eine Redakteurin des Westdeutschen Rundfunks öffentlich weiter als „WDR-Fotze“ zu bezeichnen, legte Klatt für Somuncu Widerspruch vor Gericht ein. Das Gericht hielt die Bezeichnung jedoch für unterlassungswürdig.[26]

Klatt ist seit 2016 zugleich Chefredakteur und Autor der Print-Publikation „Rechtssicher Online“.

Klatt vertrat 2017 auch Carolin Kebekus, als diese versuchte, eine Medienberichterstattung über eine angebliche Beziehung mit Somuncu untersagen zu lassen. Das Oberlandesgericht Köln gab jedoch der berichtenden Zeitung recht.[27][28]

Klatt vertrat den Ex-Fußballspieler Christoph Metzelder, der im September 2020 wegen Verbreitung von Kinderpornografie angeklagt wurde.[29] Klatt versuchte in den Jahren 2019[30] und 2020 die Berichterstattung über seinen Mandanten zu verhindern und mahnte zahlreiche Medien sowie im August 2020 auch den Comedian Oliver Pocher deswegen ab.[31] Metzelder wurde nach einem Teilgeständnis im April 2021 zu einer Haftstrafe von zehn Monaten auf Bewährung verurteilt.[32][33]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klatt arbeitet von 1992 bis 1996 als Aufnahmeleiter bei der RTL Television GmbH und der Magic Media Company GmbH sowie von 1994 bis 1998 zunächst als freier Mitarbeiter und ab 1996 als geschäftsführender Gesellschafter für die MAC musicmanagement & artist consulting GmbH, Köln, die u. a. für Marius Müller-Westernhagen tätig war.[34]

Klatt war als Musikmanager 1996 Preisträger des von dem TV-Sender VIVA vergebenen Medienpreises „Comet 1996“ in der Kategorie „Beste Marketingkampagne des Jahres“.[35] 2013 entwickelte und produzierte Klatt gemeinsam mit der Red Seven GmbH sowie der TVision GmbH die TV-Unterhaltungsshow Die große Zeitreiseshow moderiert von Johannes B. Kerner für das ZDF.[36]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit Rolf Moser und Andreas Scheuermann: Das Plagiat in der Musik In: Handbuch der Musikwirtschaft. Josef Keller Verlag München, 2003, ISBN 3-7808-0188-4, S. 961–977
  • Zur Reichweite des Laufbildschutzes bei der Frage der freien Benutzung i.S. des § 24 Abs. 1 UrhG. In: Zeitschrift für Medien- und Kommunikationsrecht (AfP). Verlag Dr. Otto Schmidt Köln, 2008, ISSN 0949-2100.
  • mit Carsten Markfort: Musik im Film, Die Rechtelizenzierung in Theorie und Praxis. In Festschrift für das Erich-Pommer-Institut. Schriftenreihe des Erich Pommer Instituts Potsdam, 2009, ISBN 978-3-89158-498-9.
  • Die Kerngleichheit als Grenze der Prüfungspflichten und der Haftung des Hostproviders. In: Zeitschrift für Urheber- und Medienrecht (ZUM). Nomos Verlag Baden-Baden, 2009, Frankfurter Allgem. Buch, 2010, ISSN 0177-6762.
  • Die urheberrechtliche Einordnung personalisierter Internet-Radios. In: Computer und Recht (CR). Verlag Dr. Otto Schmidt Köln, 2009, ISSN 0179-1990.
  • Rechtssicher Online. VNR Verlag für die deutsche Wirtschaft Bonn, ISSN 2367-2129
  • mit Rolf Moser, Andreas Scheuermann und Florian Drücke: Das Plagiat in der Musik. In: Handbuch der Musikwirtschaft. Verlag C.H.BECK München, 7. Auflage 2018, ISBN 978-3-406-72028-4,7, S. 602–618.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. SIGMA: Heiko Klatt. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Referentenverzeichnis SIGMA. Archiviert vom Original am 22. April 2016; abgerufen am 23. April 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.studenten-im-gespraech.de
  2. Rheinische Fachhochschule Köln: Scheuermann Westerhoff Strittmatter. In: Dozentenverzeichnis der Rheinischen Fachhochschule Köln. Abgerufen am 23. April 2016.
  3. Laura Brown: The Legal 500 – Deutschland 2016. (Nicht mehr online verfügbar.) In: The Legal 500. Archiviert vom Original am 22. April 2016; abgerufen am 23. April 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.legal500.de
  4. Markus Düppengiesser: Wenn plötzlich das Ego falsch spielt. In: Kölner Stadtanzeiger. Abgerufen am 23. April 2016.
  5. M.Engelberg: Samenspender zieht Klage gegen Stefan Raab zurück. In: bild.de. Abgerufen am 23. April 2016.
  6. Stefan Ruzas: Raab ist Anwalts Liebling. In: focus.de. Abgerufen am 23. April 2016.
  7. Patrick Goldstein: Der Fall Stefan Raab. In: welt.de. Abgerufen am 23. April 2016.
  8. Spiegel Online: Ärger für Stefan Raab: Bankkauffrau verklagt TV-Moderator wegen Nacktszene. In: spiegel.de. Abgerufen am 23. April 2016.
  9. Marvin Schade: Laut Bild hatte er einen “Suff-Unfall”: Olympia-Sieger Christoph Harting erwirkt Gegendarstellung. In: Meedia. Abgerufen am 16. August 2018.
  10. Marc Bartl: Heiko Klatt. In: Kressköpfe. Abgerufen am 16. August 2018.
  11. kave/DPA/DPA: Teresa Enke und Gorki nähern sich an. In: stern.de. Abgerufen am 23. April 2016.
  12. mia/dpa/dapd: Teresa Enke: Torwart-Witwe stoppt Theaterstück. In: spiegel.de. Abgerufen am 23. April 2016.
  13. DPA, N24: Teresa Enke stoppt umstrittenes Theaterstück. In: n24.de. Abgerufen am 23. April 2016.
  14. Klaus Ott: Satireabschlag in Köln. In: sueddeutsche.de. Abgerufen am 23. April 2016.
  15. DPA: NDR verklagt Stefan Raab auf 568.000 Euro. In: faz.net. Abgerufen am 23. April 2016.
  16. DPA: NDR verklagt Stefan Raab. In: tagesspiegel.de. Abgerufen am 23. April 2016.
  17. Peter: Neuer Stress mit Bild. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Prinz Blog. Archiviert vom Original am 22. April 2016; abgerufen am 23. April 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/blog.prinz.de
  18. Lukas Heinser: Lena von der Lippe. In: BILD Blog. Abgerufen am 23. April 2016.
  19. Heiko Klatt: Hitzlsperger etc. In: Der Freitag. Abgerufen am 23. April 2016.
  20. Heiko Klatt: Gutachten zu den marktlichen Auswirkungen des Telemedienangebots einsfestival.de. (PDF) In: Die Medienarchitekten. Abgerufen am 23. April 2016.
  21. Gina-Lisa Lohfink muss 20.000 Euro Strafe zahlen. (Nicht mehr online verfügbar.) In: www.rbb-online.de. Archiviert vom Original am 23. August 2016; abgerufen am 22. August 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.rbb-online.de
  22. Prozess um falsche Verdächtigung – Schuldspruch gegen Gina-Lisa Lohfink ist rechtskräftig, SpOn, 10. Februar 2017, abgerufen am 11. Februar 2017.
  23. Wird der Fall Gina-Lisa das Sexualstrafrecht verschärfen? In: www.welt.de. Abgerufen am 1. Februar 2019.
  24. []
  25. Der Rapper, die "Krone" und die üble Nachrede. In: Der Standard. 20. März 2012, abgerufen am 1. Dezember 2021.
  26. Redakteurin “WDR-Fotze” genannt: Gericht hält Verbalattacke von Serdar Somuncu für unterlassungswürdig. In: www.meedia.de. Abgerufen am 1. Februar 2019.
  27. [1]
  28. [2]
  29. RND/msc: Vorwürfe gegen Metzelder: Jetzt verschickt sein Anwalt Post. In: rnd.de. Abgerufen am 4. September 2020.
  30. RND/msc: Vorwürfe gegen Metzelder: Jetzt verschickt sein Anwalt Post. In: rnd.de. Abgerufen am 4. September 2020.
  31. BILD: Pocher rechnet mit Metzelder ab - Ex-Nationalspieler soll zwei Frauen Kinderporno-Fotos geschickt haben. In: bild.de. Abgerufen am 4. September 2020.
  32. Zehn Monate zur Bewährung nach Teilgeständnis. In: lto.de.de, 29. April 2021.
  33. FOCUS Online: Urteil gegen Christoph Metzelder ist rechtskräftig. Abgerufen am 3. Mai 2021.
  34. SIGMA: Heiko Klatt. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Referentenverzeichnis SIGMA. Archiviert vom Original am 22. April 2016; abgerufen am 23. April 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.studenten-im-gespraech.de
  35. Heiko Klatt kressköpfe – Detail: kress.de. In: kress.de. Abgerufen am 14. August 2016.
  36. Redseven: Die grosse Zeitreise-Show. In: Website der Redseven Entertainment GmbH. Abgerufen am 23. April 2016.