Christoph Harting

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Christoph Harting Leichtathletik

Christoph Harting 2015
Christoph Harting (2015)

Nation DeutschlandDeutschland Deutschland
Geburtstag 10. April 1990 (27 Jahre)
Geburtsort CottbusDeutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR
Größe 207 cm
Gewicht 120 kg
Beruf Bundespolizeibeamter
Karriere
Disziplin Diskuswurf, Kugelstoßen
Bestleistung 68,37 m (Diskus)
17,75 m (Kugel)
Verein SCC Berlin
Trainer Torsten Schmidt
Status aktiv
Medaillenspiegel
Olympische Spiele 1 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
Deutsche Meisterschaften 1 × Gold 1 × Silber 1 × Bronze
Olympische Ringe Olympische Spiele
0Gold0 2016 Rio de Jainero 68,37 m
Deutsche Meisterschaften
0Gold0 Nürnberg 2015 64,06 m
0Silber0 Kassel 2016 66,41 m
0Bronze0 Ulm 2013 62,61 m
letzte Änderung: 8. September 2016

Christoph Harting (* 10. April 1990[1] in Cottbus) ist ein deutscher Diskuswerfer und wurde in dieser Disziplin im Jahr 2016 Olympiasieger.

Privatleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Harting startete zunächst für den SC Charlottenburg und ist aktuell Mitglied des SCC Berlin. Er ist Bundespolizist im Rang eines Polizeimeisters.[2] Seit 2011 ist er Angehöriger der Bundespolizeisportschule Kienbaum, der Spitzensportfördereinrichtung der Bundespolizei für Sommer- und Ganzjahressportarten.[3] Christoph Harting ist der jüngere Bruder des Diskuswurf-Olympiasiegers von 2012, Robert Harting. Er ist 2,07 m groß und 120 kg schwer.

Sportlicher Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christoph Harting gewann dreimal in Folge die Deutschen Meisterschaften der U23-Junioren (2010 bis 2012) und wurde 2011 Fünfter bei den U23-Europameisterschaften.[2] Durch den Gewinn der Deutschen Meisterschaft 2015 qualifizierte er sich für die Weltmeisterschaften 2015 in Peking, bei denen er den achten Platz belegte.

Bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro gewann er vier Jahre nach dem Triumph seines Bruders Robert die Goldmedaille.[4] Lange lag er in diesem Wettbewerb auf dem zweiten Rang hinter dem fünf Durchgänge führenden Polen Piotr Małachowski, bis er von dem späteren Vierten Martin Kupper und Bronzemedaillengewinner Daniel Jasinski im letzten Durchgang zunächst auf Platz vier verdrängt wurde. Mit einer neuen persönlichen Bestleistung von 68,37 m setzte Harting sich mit dem vorletzten Wurf des Wettbewerbs an die Spitze. Für den Olympiasieg wurde er am 1. November 2016 von Bundespräsident Joachim Gauck wie die anderen Medaillengewinner mit dem Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet.[5]

2017 wurde er mit 62,51 Metern bei den Deutschen Meisterschaften Vierter.

Robert und Christoph Harting sind das erste Geschwisterpaar, das bei Olympischen Sommerspielen unmittelbar nacheinander denselben Einzelwettbewerb gewinnen konnte.[6]

Kontroverse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kontrovers in den Medien diskutiert wurde das Verhalten Hartings nach seinem Olympiasieg, als er gegenüber den Journalisten im Stadion alle Interviews ablehnte und bei der Siegerehrung während der Nationalhymne die Arme verschränkte und teilweise pfiff oder mitschunkelte, wofür er anschließend auch von DLV-Präsident Clemens Prokop und dem Chef de Mission der deutschen Olympiamannschaft Michael Vesper öffentlich kritisiert wurde.[7] Später entschuldigte er sich für sein Verhalten mit der Begründung, seinen Erfolg im Moment der Siegerehrung noch nicht verarbeitet gehabt zu haben.[8] Einzelne Medien berichteten auch selbstkritisch, dass das Verhalten Hartings medial überinszeniert wurde, als Reaktion auf dessen Interviewablehnung gegenüber einzelnen Journalisten nach seinem Olympiasieg.[9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Christoph Harting – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christoph Harting. Athlete Profile. In: iaaf.org, abgerufen am 3. Dezember 2016.
  2. a b Profil auf leichtathletik.de. Abgerufen am 3. August 2015.
  3. Porträt bei der Bundespolizei (abgerufen am 25. Januar 2016)
  4. Friedhard Teuffel: Die Brüder Diskus. tagesspiegel.de, abgerufen am 3. August 2015.
  5. Pressemitteilung des Bundespräsidialamtes vom 1. November 2016: Verleihung des Silbernen Lorbeerblattes. Abgerufen am 31. März 2017.
  6. Bmallon: Harting Brothers and Consecutive Olympic Golds. OlympStats, 13. August 2016, abgerufen am 15. August 2016 (englisch).
  7. Silke Morrissey: Christoph Harting sorgt im Ring und abseits davon für Aufregung. leichtathletik.de, 14. August 2016, abgerufen am 15. August 2016.
  8. Harting entschuldigt sich für sein Nationalhymnentänzchen. Zeit Online, 14. August 2016, abgerufen am 15. August 2016.
  9. Die Rache der Medien an Christoph Harting. Welt Online, 15. August 2016, abgerufen am 30. August 2016.