Hijra

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Die Hindu-Gottheit Shiva in zweigeschlechtlicher Gestalt als Ardhanarishvara

Hijra (auch Hidschra)[1] ist eine Bezeichnung in Südasien für sogenannte Eunuchen, Intersexuelle und Transgender Menschen.[2][3][4][5][6]

Das Wort 'hijra' ist ein Hindi-Urdu-Wort,[7][8] abgeleitet von der semitisch-arabischen Wurzel hjr im Sinne von: „mit etw. brechen, verlassen, im Stich lassen, verstoßen, auswandern, fliehen“.[9] Der indische Gebrauch des Wortes „hijra“ wurde traditionell ins Englische als „eunuch“ (Eunuch) oder „hermaphrodite“ (Hermaphrodit) übersetzt, wo „die Unregelmäßigkeit der männlichen Genitalien im Mittelpunkt der Definition steht.“[10].

Hijra sind auch bekannt als Aravani, Aruvani oder Jagappa.[11] In vielen Sprachen Indiens, besonders außerhalb von Nordwestindien, werden andere Begriffe wie „chhakka“ verwendet.[12] Hijras sind in den südasiatischen Ländern offiziell anerkannt als drittes Geschlecht,[3][13][14][15] und werden dort als weder vollständig männlich noch weiblich angesehen. Hijras sind seit dem Altertum auf dem indischen Subkontinent historisch belegt, beispielsweise im Kama Sutra.

Viele Hijras leben in genau definierten und organisierten Lebens- und Wirtschaftsgemeinschaften, angeführt von einer Guru-Mutter. Die wichtigste Beziehung in der Hijra-Gemeinschaft ist die von Guru (Meisterin, Lehrerin) und Chela (Schülerin).[16][17] Ein Guru-Mutter muss für die materiellen und spirituellen Bedürfnisse ihrer Schülerinnen Sorge tragen und hat dafür ein Anrecht auf Loyalität und einen Teil ihrer Einnahmen.[18][19]

Diese Gemeinschaften haben sich über Generationen hinweg erhalten durch die „Adoption“ von biologisch männlichen Jugendlichen oder Kindern, die von ihrer Herkunftsfamilie und anderen Personen wegen ihres femininen Verhaltens abgelehnt wurden und zu den Hijras fliehen, um ihre weibliche Geschlechtsidentität voll leben zu können, oder die in bitterster Armut leben, manchmal nach einer Periode homosexueller Prostitution.[20] Viele Hijra arbeiten als Sexarbeiter für ihr Überleben.[21]

Nur wenige Hijras sind jedoch von Geburt an intersexuell.[22] Die Meisten sind physisch männlich geboren, viele haben jedoch eine weibliche Geschlechtsidentität im Sinne einer Transsexualität oder anderer Transgenderformen. Nicht selten unterziehen sie sich einer „Nirwaan“ genannten Totalkastration,[21] oft schon in jugendlichem Alter, um eine weitere Vermännlichung ihres Körpers zu verhindern. Sie leben als Frauen und manche Hijras erlangen durch einen solchen Eingriff eine deutliche Verweiblichung.[23]

Sprachlich bezeichnen sich Hijras selbst meist als weiblich, als transsexuell oder auch als transgender[24] und kleiden sich dementsprechend. Von der konservativen Außenwelt werden sie dennoch häufig als Eunuchen oder als „kastrierte Männer“ bezeichnet.

Seit dem späten 20. Jahrhundert haben einige Hijra-Aktivisten und westliche Nichtregierungsorganisationen (NGOs) Lobbyarbeit geleistet für die offizielle Anerkennung der Hijra als eine Art „drittes Geschlecht“oder „dritte Geschlechtsidentität“, also weder Mann, noch Frau.[25]

2009 gestand Indiens Wahlkommission Hijras ein drittes Geschlecht formaljuristisch zu, indem es ihnen die Möglichkeit eröffnete, auf den Stimmzetteln neben „männlich“ und „weiblich“ auch das Feld „anderes“ anzukreuzen.[26] Im Juni 2011 erkannte auch der Oberste Gerichtshof in Pakistan offiziell die Existenz eines dritten Geschlechts an. Damit waren Hijras zu diesem Zeitpunkt weltweit einzig in Indien und Pakistan offiziell als Geschlecht gleichberechtigt.[27]

In Bangladesch haben Hijras die Anerkennung als drittes Geschlecht 2013 erfolgreich erworben und genießen Priorität in der Ausbildung.[28][29][30] In Indien wurden Hijra und Transgender-Menschen, Eunuchen sowie Intersexuelle vom Obersten Gerichtshof im April 2014 als drittes Geschlecht anerkannt.[2][31][32] Nepal, Pakistan, Indien und Bangladesch haben alle rechtlich die Existenz eines Dritten Geschlechts akzeptiert, mit Indien einschließlich einer Option für sie auf Pässe und bestimmte offizielle Dokumente.[33]

Ein drittes Geschlecht gibt es formaljuristisch ansonsten auch noch in Australien und Neuseeland.[34]

In Deutschland kann unter bestimmten Voraussetzungen von einer amtlichen Zuordnung zum männlichen oder weiblichen Geschlecht teilweise abgesehen werden.[35] Siehe auch: Intersexualität – Juristische Aspekte

Terminologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hijras aus dem Panscheel Park in Neu-Delhi, 1994

Das Urdu und Hindi Wort hijra ([ˈɦɪdʒɽaː]; auch hijira, hijda, hijada, hijara, hijrah) wird in Urdu allgemein als abfällig, geringschätzig, verächtlich verstanden, stattdessen verwendet man die Bezeichnung Khwaja Sara. Ein anderer Terminus ist khasuaa (खसुआ) oder khusaraa (खुसरा). Das Synonym für hijra in Bengali ist হিজড়া, hijra, hijla, hijre, hizra, oder hizre. Eine ganze Reihe von Bezeichnungen auf dem kulturell und linguistisch sehr vielfältigen Indischen Subkontinent bezeichnen ähnliche Gender-Kategorien, die grundsätzlich als Synonyme gelten können, je nach regionalen kulturellen Unterschieden. In Odia bezeichnet man eine Hijra als hinjida, hinjda oder napunsaka, in Telugu als napunsakudu (నపుంసకుడు), kojja (కొజ్జ) oder maada (మాడ), in Tamil Nadu als Thiru nangai („mister woman“), Ali, aravanni, aravani, oder aruvani, in Punjabi als khusra und jankha, in Sindhi als khadra, in Gujarati als pavaiyaa (પાવૈયા). In Nordindien wird die Göttin Bahuchara Mata von Pavaiyaa (પાવૈયા) verehrt. In Südindien glaubt man, die Göttin Renuka, habe die Macht, das Geschlecht einer Person zu ändern. Männlich geborene Anhänger in weiblicher Kleidung sind bekannt als Jogappa. Sie erfüllen ähnliche soziale Rollen wie Hijra, wie z.B. Tanzen und Singen bei Geburts-Zeremonien und Hochzeiten.[36] Auch das Wort kothi (oder koti) ist geläufig in Indien, ähnlich den Kathoey von Thailand, obwohl kothis oft von hijras unterschieden werden. Kothis werden betrachtet als feminine Männer oder Jungen, die die weibliche Rolle beim Sex mit Männern einnehmen, sie leben aber nicht in der Art von Gemeinschaften, wie die Hijras. Außerdem haben nicht alle Kothis Initiationsriten oder geschlechtsverändernde Schritte unternommen, um eine Hijra zu werden.[37] Lokale Äquivalente sind: durani (Kolkata), menaka (Cochin),[38] meti (Nepal), und zenana (Pakistan).

„Hijra“ wurde und wird im Englischen als „Eunuch“ (eunuch) oder „Hermaphrodit“ (hermaphrodite) übersetzt,[10] LGBT – Historiker oder Menschenrechts-Aktivisten haben jedoch bereits versucht, sie als Transgender einzustufen.[39] In einer Reihe von Treffen des Transgender Experten Komitees von Indiens Ministerium für Soziale Gerechtigkeit und Ermächtigung (Ministry of Social Justice and Empowerment), zwischen Oktober 2013 und Januar 2014, forderten Hijra und andere Trans-Aktivisten jedoch, dass der Terminus „Eunuch“ (eng. eunuch) aus dem Gebrauch in staatlichen Dokumenten gestrichen wird, da sich die Gemeinschaft der Hijra nicht mit diesem Begriff identifiziert.

Geschlechtsidentität und Sexualität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hijra aus dem Panscheel Park, Neu-Delhi, 1994

Die Identitäten der Hijra haben kein exaktes Gegenstück im modernen westlichen Verständnis von Geschlechtsidentität und sexueller Orientierung,[40] und stellen eine Herausforderung westlicher Vorstellungen dar.[21] Der Anschluss an eine Hijra-Gemeinschaft ist zwar für viele transsexuelle Frauen und Mädchen sowie intersexuell Geborene geradezu zwangsläufig, hat jedoch auch stark religiöse Züge. Mit westlichen Transfrauen sind die Hijra nicht immer gleichzusetzen. Modernere vom Westen beeinflusste Entwicklungen führen außerdem dazu, dass auch für transsexuelle Hijras, die sich als Frau fühlen, geschlechtsangleichende Maßnahmen wie Hormontherapien und Operationen gewünscht werden, obwohl sie aufgrund von Armut oft nur schwer oder gar nicht erreichbar sind; transsexuelle Inderinnen aus reicheren Kasten treten heute nicht mehr unbedingt in die Hijra-Gemeinschaft ein, sondern lassen trotz der gesellschaftlichen Ablehnung Geschlechtsangleichungen nach westlichem Vorbild vornehmen und leben ein normales Leben als Frau.[18]

Transsexuelle Hijra (oder Kothi ?) beim Chhath Festival, Strand Road, Kolkata, 9. November 2013

In Indien definieren sich einige Hijras nicht durch eine bestimmte sexuelle Orientierung, sondern eher dadurch, dass sie Sexualität allgemein ablehnen. Sexuelle Energie wird transformiert in sakrale (heilige) Kräfte. Diese Vorstellungen können jedoch in Konflikt geraten mit der Praxis, dass Hijras oft als Prostituierte arbeiten.[41] Darüber hinaus werden feminine Männer, die die „rezeptive“ Rolle im Sex mit einem Mann einnehmen, oft als kothi (oder einem lokalen Äquivalent) bezeichnet. Kothis werden gewöhnlich von Hijras als eine eigene Gender-Identität unterschieden, sie kleiden sich oft als Frauen und agieren in weiblicher Art in der Öffentlichkeit und benutzen eine weibliche Sprache in Bezug auf sich selbst und untereinander.

Die gewöhnlichen Partner von Hijras und Kothis sind Männer, die sich selbst als heterosexuell betrachten, da sie die männliche Rolle beim Sex übernehmen.[42] Diese männlichen Partner sind oft verheiratet, und irgendeine Beziehung oder Sex mit Kothis oder Hijras wird gewöhnlich vor der Gesellschaft geheimgehalten. Einige Hijras gehen feste Beziehungen mit Männern ein und heiraten sogar,[43] obwohl diese Ehen gewöhnlich durch Gesetz und Religion nicht anerkannt werden. Hijras und Kothis haben oft einen speziellen Namen für männliche romantische oder Sexual-Partner, z.B. panthi in Bangladesch, giriya in Delhi oder sridhar in Cochin.[38][28]

Kastration (Nirwaan)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl sehr häufig angenommen wird, dass Hijra sich meistens einer rituellen Kastration und Penektomie unterziehen oder dieses wenigstens anstreben, um ganz von ihrer Schutzgöttin Bahuchara Mata angenommen zu werden und dadurch selbst zu einer wirksamen Segnung oder Verfluchung anderer als befähigt zu gelten, fehlten über tatsächlich durchgeführte genitale Operationen lange Zeit verlässliche Quellen. Nach Angaben einer Gesundheitsorganisation in Mumbai, The Humsafar Trust (HST),[44] waren lediglich 8 Prozent der Hijra, welche die organisationseigene Klinik aufsuchten, rituell kastriert (nirwaan). Laut einer Studie der University of Delhi von 1983 führen die Hijras jedoch nach wie vor generell häufig Kastrationen durch. Langjährige Recherchen ergaben, dass 76 von 100 befragten Hijras kastriert waren.[45]

Indische Medien berichteten mehrfach über Fälle von Kindern, die von Hijras angeblich gekidnappt wurden, um sie später einer Zwangskastration zu unterziehen, dies wurde jedoch 2001 von den Hijras selber und laut der Internationalen Assoziation von Lesben und Schwulen (International Lesbian and Gay Association) offiziell dementiert.[46]

P. Chattopadhayay-Dutt (1995) erwähnte eine Untersuchung der Polizei von Delhi, wonach annähernd 20 Prozent der Hijras in der Landeshauptstadt in ihrer Kindheit oder Jugend kastriert wurden.[47] Laut einer in The Times of India 2005 genannten Studie erhält die 30.000 Mitglieder starke Hijra-Gemeinde von Delhi jährlich Zulauf von etwa 1000 Jugendlichen, die in teilweise riskanten Operationen kastriert werden.[48] Sowohl Chattopadhayay-Dutt, als auch die Times of India behaupteten, dass es auch zu erzwungenen Kastrationen gekommen sei.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Indische Hijras um 1865

Religionen und Kulte, in denen biologisch männlich geborene Priester als Frauen lebten und sich einer freiwilligen Totalkastration unterzogen, sind bereits aus der Antike bekannt, z.B. die sogenannten Galloi im Kult der Kybele. Diese antiken Kulte stammten ursprünglich aus der Region des Nahen Ostens, Babylon, Sumer etc.

In Indien erwähnt das alte Kama Sutra weibliche Menschen eines dritten Geschlechtes ("tritiya prakriti") [49][50]

In den 1650er Jahren bemerkten reisende Franziskaner die Anwesenheit von "Männern und Jungen, die sich wie Frauen kleiden" auf den Straßen von Thatta, im modernen Pakistan. Die Anwesenheit dieser Personen wurde als Zeichen der Verderbtheit der Stadt angesehen.[51]

Während der Ära des British Raj (Britisch-Indien, 1858–1947) versuchten die Behörden, Hijras auszurotten, die sie als "Verstoß gegen den öffentlichen Anstand" betrachteten.[52] Anti-Hijra Gesetze wurden später aufgehoben; aber ein Gesetz, das die Kastration, einen zentralen Teil der Hijra-Gemeinschaft, verbot, blieb erhalten, wenn es auch nur selten durchgesetzt wurde. Die Hijra wurden im Strafgesetzbuch (Criminal Tribes Act) von 1871 als "krimineller Volksstamm" bezeichnet, sie waren daher einer Registrierungspflicht unterworfen, wurden streng überwacht und für lange Zeit stigmatisiert.

Nach der Unabhängigkeit wurden sie im Jahre 1952 zwar entkriminalisiert (= Denotified tribes (DNTs), auch: Vimukta Jati), aber die Jahrhunderte alte Stigmatisierung blieb bestehen.[53]

Sozialer Status und wirtschaftliche Umstände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den gesellschaftlichen Zusammenhalt spielen magisch-religiöse Rituale eine Rolle. Kheda-Distrikt im Osten von Gujarat

Die meisten Hijras leben am Rande der Gesellschaft in einem sehr niedrigen gesellschaftlichen Status. Das Wort "hijra" selber wird manchmal in einer geringschätzigen, abfälligen Weise verwendet. Der indische Richter und Schriftsteller Rajesh Talwar hat ein Buch geschrieben über die Menschenrechtsverletzungen gegen die Gemeinschaft der Hijra mit dem Titel: The Third Sex and Human Rights.[54].

Traditionell verdienen Hijras ihren Lebensunterhalt durch Tanzen und Segnungen auf Hochzeiten, bei Hauseinweihungen und nach der Geburt von Söhnen (sogenannte toli-Zeremonien). Diese Quelle von Geld und Anerkennung ist jedoch immer weniger ertragreich und kann kaum mehr eine Hijra-Gemeinschaft ernähren, bleibt aber identitätsstiftend. Nur wenige andere Beschäftigungsmöglichkeiten stehen den Hijras offen, und viele bekommen ihr Einkommen durch Erpressung (erzwungene Bezahlung durch Störung der Arbeit oder des Lebens, mithilfe von Demonstration und Einmischung), durch Betteln (dheengna) oder durch Sexarbeit (raarha) - eine auch in vormodernen Zeiten registrierte Beschäftigung von „Eunuchen“.

Gewalt gegen Hijras, insbesondere Hijra-SexarbeiterInnen, ist oft brutal und kommt in öffentlichen Räumen, Polizeistationen, Gefängnissen und in ihren eigenen Häusern vor.[55] Wie bei Transgender-Menschen in den meisten Teilen der Welt sind sie extremer Diskriminierung in Bezug auf Gesundheit, Wohnen, Bildung, Beschäftigung, Immigration, Recht und in der Bürokratie ausgesetzt, die sie nicht in männliche oder weibliche Geschlechtskategorien einordnen kann.[56]

Tanzende Hijra (oder Kothi ?) beim Chhath Festival, Strand Road, Kolkata 9. November 2013

Im Jahr 2008 betrug die HIV-Prävalenz unter den Hijra-Sexarbeiterinnen in Larkana, Pakistan, 27,6 %.[57] Die allgemeine Prävalenz von HIV unter der erwachsenen pakistanischen Bevölkerung wird auf 0,1 % geschätzt.[58]

Im Oktober 2013 setzten pakistanische Christen und Muslime (Schiiten und Sunniten) die Vermieter der Imamia Colony unter Druck, um Transgender-Bewohner zu vertreiben. "Khwaja Sira (= Hijra) sind im Allgemeinen in Pakistan nicht bedroht. Aber sie leben in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa, weil ein "neuer Islam" im Gange ist", meinte I.A. Rehman, der Direktor der Menschenrechtskommission von Pakistan.[59]

In einer Studie über die Hijras in Bangladesch berichteten die Teilnehmer, dass es ihnen nicht erlaubt war, sich in den privaten Arztpraxen medizinisch behandeln zu lassen, und dass sie Missbrauch erfahren, wenn sie in staatliche Krankenhäuser gehen.[60]

Seit 2006 wurden Hijras als Begleitung für die Steuerbeamten der Stadt Patna eingestellt, um unbezahlte Steuern einzutreiben, und erhielten dafür eine 4-Prozent-Beteiligung.[61]

Seit Indiens Oberster Gerichtshof homosexuellen Sex am 13. Dezember 2013 erneut kriminalisierte, hat die physische, psychische und sexuelle Gewalt gegen die Transgender-Gemeinschaft durch die indische Polizei stark zugenommen, und sie ermittelt auch nicht, wenn sexuelle Übergriffe gegen Transgender gemeldet werden.[62]

Am 15. April 2014 entschied der Oberste Gerichtshof Indiens in einem Verfahren der National Legal Services Authority gegen die Union of India, dass Transgender-Personen als dritte Geschlechts-Kategorie oder als sozial und wirtschaftlich "rückständige" Klasse behandelt werden sollten, mit einem Anspruch auf proportionalen Zugang und Repräsentation in Bildungswesen und Arbeit.[63]

Hijra-Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt verschiedene Arten von Dialekten und Sprachen, die von der Gemeinschaft der Hijras in verschiedenen Teilen des Landes gesprochen werden: Die sogenannte "Hijra Farsi" ist ein Transgender-Dialekt - eine Mischung aus Urdu, Hindi und Persisch -, der im Norden Indiens, in Pakistan und Afghanistan gesprochen wird; und "Kothi Baashai" wird von der Transgender-Gemeinschaft in Karnataka, Andhra, Orissa und Teilen von Tamil Nadu gesprochen. "Sie haben sogar Gebärdensprachen und typische Manierismen zur Kommunikation. Das besondere Klatschen ist eine solche."[64][65]

In der südasiatischen Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Gruppe von Hijras in Bangladesch.

Im Jahr 2013 erhielten Transgender-Menschen in Pakistan erstmals die Möglichkeit zur Wahl.[66] In Pakistans Parlamentswahlen war die erste transsexuelle unabhängige Kandidatin für Sukkur eine 32 Jahre alte Hijra namens Sanam Fakir. Sie sagte, die Hijra-Gemeinschaft sei „mehr als Tänzer und Bettler“.[67]

Die Regierungen beider Indien (1994)[68] und Pakistan (2009)[69] haben Hijras als "drittes Geschlecht" anerkannt und ihnen damit die grundlegenden Bürgerrechte eines jeden Bürgers gewährt. In Indien haben Hijras seitdem die Möglichkeit, sich als „Eunuch“ ("E") in Reisepässen und bestimmten Regierungsdokumenten zu identifizieren. Dies bedeutet jedoch keine vollständige Gleichstellung; um zum Beispiel wählen zu können, müssen sich die Bürger entweder als männlich oder weiblich identifizieren. Es gab auch weitere Diskriminierungen seitens der Regierung: Bei den Parlamentswahlen von 2009 lehnte das indische Wahlkomitee die Kandidaturen von drei Hijras ab, insofern sie sich nicht als männlich oder weiblich identifizieren würden.

Im April 2014 erklärte Richter KS Radhakrishnan Transgender zum dritten Geschlecht im indischen Recht, in einem Fall, der von der National Legal Services Authority (Nalsa) gegen die Union of India und andere eingereicht worden war.[2][31][32] Der Richter sagte:[70]

Seldom, our society realises or cares to realise the trauma, agony and pain which the members of Transgender community undergo, nor appreciates the innate feelings of the members of the Transgender community, especially of those whose mind and body disown their biological sex. Our society often ridicules and abuses the Transgender community and in public places like railway stations, bus stands, schools, workplaces, malls, theatres, hospitals, they are sidelined and treated as untouchables, forgetting the fact that the moral failure lies in the society's unwillingness to contain or embrace different gender identities and expressions, a mindset which we have to change.

Selten realisiert oder kümmert sich unsere Gesellschaft um das Trauma, die Qual und den Schmerz, denen die Mitglieder der Transgender-Gemeinschaft ausgesetzt sind, und sie erkennt auch nicht die angeborenen Gefühle der Mitglieder der Transgender-Gemeinschaft an, besonders derer, deren Geist und Körper (sic!) ihr biologisches Geschlecht ablehnen. Unsere Gesellschaft verspottet und missbraucht oft die Transgender-Gemeinschaft und an öffentlichen Orten wie Bahnhöfen, Bushaltestellen, Schulen, Arbeitsplätzen, Einkaufszentren, Theatern, Krankenhäusern werden sie ausgegrenzt und als Unberührbare behandelt, wobei die Tatsache vergessen wird, dass das moralische Versagen darin besteht, dass die Gesellschaft nicht willens ist, unterschiedliche Geschlechtsidentitäten und -ausdrücke anzunehmen oder mit einzuschließen, eine Einstellung, die wir ändern müssen.

Richter Radhakrishnan betonte, dass Transgender-Menschen genau wie andere Minderheiten unter dem Gesetz behandelt werden sollten, indem man ihnen Zugang zu Arbeitsplätzen, Gesundheitsversorgung und Bildung ermögliche.[71] Er interpretierte das Problem als eines der Menschenrechte, und sagte: "Diese TGs, obwohl zahlenmäßig unbedeutend, sind immer noch Menschen, und deshalb haben sie jedes Recht, sich ihrer Menschenrechte zu erfreuen", und zog folgende Schlussfolgerung:

  1. Hijras, Eunuchs, apart from binary gender, be treated as "third gender" for the purpose of safeguarding their rights under Part III of our Constitution and the laws made by the Parliament and the State Legislature.
  2. Transgender persons' right to decide their self-identified gender is also upheld and the Centre and State Governments are directed to grant legal recognition of their gender identity such as male, female or as third gender.
  1. Hijras, Eunuchen, jenseits einer binären Geschlechterordnung, sollen als "drittes Geschlecht" behandelt werden, um ihre durch das Parlament und die staatliche Legislative erlassenen Rechte zu schützen, gemäß Teil III unserer Verfassung.
  2. Das Recht von Transgender-Personen, über ihr selbst identifiziertes Geschlecht zu entscheiden, wird ebenfalls bestätigt, und die Regierungen des Zentrums und der Mitgliedsstaaten werden angewiesen, die rechtliche Anerkennung ihrer Geschlechtsidentität als männlich, weiblich oder als drittes Geschlecht zu gewähren.“
Richter Radhakrishnan[70]

Eine Gesetzesvorlage, die von allen politischen Parteien unterstützt wurde, wurde im August 2015 im indischen Parlament eingereicht, um Transgender-Menschen rechtliche Vorteile zu gewähren ähnlich geschützten Gemeinschaften wie SC / STs (?), und dass sie neben dem Schutz vor sexueller Belästigung Zugang zu Schulen und zu Arbeitsplätzen in der Regierung (Verwaltung) erhalten.[72]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die indischen transgender Hijras oder Aravanis heiraten rituell den Hindu-Gott Aravan und betrauern dann seinen rituellen Tod in einem 18-tägigen Fest in Koovagam, Indien.

Viele Hijras praktizieren eine Form des Synkretismus, der sich auf mehrere Religionen stützt; da sie weder eindeutig Männer noch Frauen sind, praktizieren sie Rituale für Männer und Frauen. Hijras sind normalerweise Anhänger der Muttergöttin Bahuchara Mata, von Shiva, oder von beiden.

Bahuchara Mata[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahuchara Mata ist eine hinduistische Göttin, über die zwei Geschichten existieren, die beide mit einem Transgender Verhalten verbunden sind. Die eine Geschichte besagt, dass sie im Avatar einer Prinzessin erschien, die ihren Ehemann kastrierte, weil er in den Wald laufen und sich wie eine Frau benehmen wollte, anstatt Sex mit ihr zu haben. Eine andere Geschichte erzählt, dass ein Mann versuchte, sie zu vergewaltigen, also verfluchte sie ihn mit Impotenz. Als der Mann sie um Verzeihung bat, um den Fluch zu brechen, gab sie erst nach, als er zugestimmt hatte, in den Wald zu gehen und sich wie eine Frau zu benehmen. Der Haupttempel dieser Göttin befindet sich in Gujarat;[73] er ist daher ein Wallfahrtsort für Hijras, die Bahuchara Mata als ihre Patronin ansehen.

Lord Shiva[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine der Formen von Lord Shiva ist eine Verschmelzung mit Parvati, wo sie zusammen Ardhanari sind, ein Gott, der halb Shiva und halb Parvati ist. Ardhanari hat eine besondere Bedeutung als Schutzpatron solcher Hijras, die sich mit der Geschlechtermehrdeutigkeit identifizieren.[73]

Im Ramayana[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einigen Versionen des Ramayana,[74] wenn Rama Ayodhya verlässt, um in eine 14-jährige Verbannung zu gehen, folgt ihm eine Menge seiner Untertanen in den Wald, weil sie ihn so sehr verehren. Bald bemerkt Rama das und versammelt sie um sich, um ihnen zu sagen, dass sie nicht trauern sollen, und dass alle "Männer und Frauen" seines Königreichs zu ihren Orten in Ayodhya zurückkehren sollen. Dann geht Rama und erlebt 14 Jahre lang Abenteuer. Als er nach Ayodhya zurückkehrt, stellt er fest, dass die Hijras, die weder Männer noch Frauen sind, nicht von dem Ort weggezogen sind, an dem er seine Rede hielt. Beeindruckt von ihrer Hingabe, gewährt Rama den Hijras den Segen, Menschen während glückverheißender Anlässe wie Geburt und Hochzeiten zu segnen. Dieser Segen ist der Ursprung des sogenannten "Badhai", wo Hijras singen, tanzen und segnen.[75]

Im Mahabharata[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Mahabharata enthält eine Episode, in der Arjuna, ein Held des Epos, ins Exil geschickt wird. Dort nimmt er die Identität eines Eunuch-Transvestiten an und führt Rituale bei Hochzeiten und Geburten durch, die heute von Hijras durchgeführt werden.[76]

Im Mahabharata, vor dem Kurukshetra-Krieg, opfert Irevan (Irewan) sein Lebensblut der Göttin Kali, um den Sieg der Pandavas zu sichern, und Kali stimmt zu, ihm Macht zu gewähren. In der Nacht vor der Schlacht äußert Irevan den Wunsch, zu heiraten, bevor er stirbt. Keine Frau war gewillt, einen Mann zu heiraten, der in wenigen Stunden sterben würde, also heiratet Arjuna ihn als „Brihinala“. In Südindien beanspruchen die Hijras Iravan als ihren Vorfahren und nennen sich "aravanis".[75]

Jedes Jahr in Tamil Nadu, im April und Mai, feiern Hijras achtzehn Tage lang ein religiöses Fest. Der Aravani Tempel befindet sich im Dorf Kuvagam in Ulundurpet taluk im Bezirk von Vilupuram; er ist der Gottheit Koothandavar gewidmet, der mit Aravan identifiziert ist. Während des Festes spielen die „Aravanis“ eine Geschichte von der Hochzeit des Lord Krishna und Lord Aravans nach, gefolgt von Aravans darauffolgendem Opfer. Dann betrauern sie Aravans Tod durch rituelle Tänze und indem sie ihre Armreifen zerbrechen. Ein jährlicher Schönheitswettbewerb wird ebenso abgehalten wie verschiedene Gesundheits- und HIV- oder AIDS-Seminare. Hijras aus dem ganzen Land reisen zu diesem Festival. Eine persönliche Erfahrung der Hijras bei diesem Festival wird in der BBC Three Dokumentation India's Ladyboys gezeigt, und auch in der National Geographic Channel Fernsehserie Taboo.

Im Islam[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Indische Hijras, die sich als Muslime identifizieren, beziehen offenbar auch Aspekte des Hinduismus mit ein. Trotz dieses Synkretismus bemerkt Reddy (2005), dass eine Hijra den Islam nicht anders praktiziere als andere Muslime und argumentiert, dass ihr Synkretismus sie nicht weniger muslimisch mache.[77]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Galloi, antike Transgender-Priester(innen) der Kybele
  • Khusra, Transsexuelle in Pakistan
  • Kathoey, Transsexuelle in Thailand und Laos
  • Faʻafafine, Transsexuelle in Polynesien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eva Fels: Auf der Suche nach dem dritten Geschlecht. Promedia, Wien 2005, ISBN 3-85371-233-9.
  • Eva Fels, Traude Pillai-Vetschera: Hidschras - das dritte Geschlecht Indiens. In: FrauenSolidarität. Heft Nr. 78 (4/2001), S. 18 f.
  • Kira Hall, Veronica O’Donovan: Shifting gender positions among Hindi-speaking hijras. In: Victoria Bergvall, Janet Bing, Alice Freed (Hrsg.): Rethinking Language and Gender Research: Theory and Praxis. Longman, London 1996, S. 228–266.
  • Ruth Lor Malloy: Hijras: Who We Are by Meena Balaji and other Eunuchs as told to Ruth Lor Malloy. ruthlormalloy.com, eBook, 2009
  • Serena Nanda: Neither Man nor Woman – The Hijras of India. 2nd edition, Wadsworth, Belmont CA 1998, ISBN 0-534-50903-7.
  • Renate Syed: Hijṛās. India’s Third Gender, or, Why Hijṛās Are Not Transgender, but Cisgender. In: Gerhard Schreiber (Hrsg.): Transsexualität in Theologie und Neurowissenschaften. Ergebnisse, Kontroversen, Perspektiven = Transsexuality in theology and neuroscience: findings, controversies, and perspectives. De Gruyter, Berlin/ Boston 2016, ISBN 978-3-11-044080-5, S. 233–244.
  • Satish K. Sharma: Hijras – the labelled deviants. Gian Publication House, Neu-Delhi 2000, ISBN 81-212-0266-3.

Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Between the lines, Film über Hijras von Thomas Wartmann (2005), DVD (2007)
  • Middle Sexes (HBO Dokumentation mit einem Teil über moderne Hijda) (2005, englisch)
  • Shabnam Mausi (2005; englisch)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hijra – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hindi: हिजड़ा, Urdu: ہِجڑا‎, Bengali: হিজড়া, Kannada: ಹಿಜಡಾ, Telugu: హిజ్ర, Punjabi: ਹਿਜੜਾ, Odia: ହିନ୍ଜଡା Auch bekannt als chhakka (Kannada, Bambaiya Hindi), ਖੁਸਰਾ khusra (Punjabi), kojja (Telugu) und ombodhu (Madras Tamil).
  2. a b c India recognises transgender people as third gender. In: The Guardian, 15. April 2014. 
  3. a b Susan M. Shaw, Nancy Staton Barbour, Patti Duncan Ph.D., Kryn Freehling-Burton, Jane Nichols: Women's Lives around the World: A Global Encyclopedia [4 volumes], S. 87 ABC-CLIO
  4. Thomas Köllen: Sexual Orientation and Transgender Issues in Organizations: Global Perspectives on LGBT Workforce Diversity, Springer, 2016, S.171
  5. Lynelle Seow: CultureShock! India, Marshall Cavendish International Asia Pte Ltd, 2017, S.132
  6. Misty M. Ginicola, Cheri Smith, Joel M. Filmore: Affirmative Counseling with LGBTQI+ People, online, John Wiley & Sons, 2017, S. 189
  7. Gayatri Reddy: With Respect to Sex: Negotiating Hijra Identity in South India (English). University of Chicago Press, 15 May 2010, ISBN 9780226707549, S. 243: „By and large, the Hindi/Urdu term hijra is used more often in the north of the country, whereas the Telugu term kojja is more specific to the state of Andhra Pradesh, of which Hyderabad is the capital.“
  8. Anitha Chettiar: Problems Faced by Hijras (Male to Female Transgenders) in Mumbai with Reference to Their Health and Harassment by the Police. In: International Journal of Social Science and Humanity. 5, Nr. 9, 2015. „The Urdu and Hindi word "hijra" may alternately be romanised as hijira, hijda, hijada, hijara, hijrah and is pronounced "heejra" or "heejda".“
  9. "hjr (main meanings): a) to break with, leave, forsake, renounce, emigrate, flee". Lahzar Zanned: "Root formation and polysemic organization", in: Mohammad T. Alhawary & Elabbas Benmamoun (Hrg.): Perspectives on Arabic linguistics XVII-XVIII: papers from the Seventeenth and Eighteenth Annual Symposia on Arabic Linguistics, (John Benjamins, 2005), S. 97.
  10. a b Serena Nanda: Neither Man nor Woman: The Hijras of India, 1999.
  11. Preeti Sharma: Historical Background and Legal Status of Third Gender in Indian Society. 2012 (PDF). Archiviert von dieser Version am 3. Februar 2014.
  12. Marriage and Family: Amiteshwar Ratra: In Diverse and Changing Scenario, Deep and Deep Publications, 2006, S. 61, Deep and Deep Publications
  13. Being Transgender: Thomas E. Bevan Ph.D.: What You Should Know, ABC-CLIO, p.70, 2016
  14. 7 Countries Giving Transgender People Fundamental Rights the U.S. Still Won't. In: mic.com. Abgerufen am 17. Juni 2016.
  15. Hijras and Bangladesh: The creation of a third gender. In: pandeia.eu. 2. Dezember 2013. Abgerufen am 17. Juni 2016.
  16. "The most significant relationship in the hijra community is that of the guru (master, teacher) and chela (disciple)." Serena Nanda: "The hijras of India: Cultural and Individual Dimensions of an Institutionalized Third Gender Role", Journal of Homosexuality 11 (1986): 35–54.
  17. "Hijras are organized into households with a hijra guru as head, into territories delimiting where each household can dance and demand money from merchants". L Cohen: "The Pleasures of Castration: the postoperative status of hijras, jankhas and academics", in Paul R. Abramson, Steven D. Pinkerton (Hrg.): Sexual Nature, Sexual Culture, (University of Chicago Press, 1995).
  18. a b Eva Fels & Traude Pillai-Vetschera: Hidschras - das dritte Geschlecht Indiens, in: FrauenSolidarität, Heft Nr. 78 (4/2001), S. 18 f.
  19. Between the Lines - Indiens drittes Geschlecht zwischen Mystik, Spiritualität und Prostitution. Film der Fotografin Anita Khemka
  20. "None of the hijra narratives I recorded supports the widespread belief in India that hijras recruit their membership by making successful claims on intersex infants. Instead, it appears that most hijras join the community in their youth, either out of a desire to more fully express their feminine gender identity, under the pressure of poverty, because of ill treatment by parents and peers for feminine behaviour, after a period of homosexual prostitution, or for a combination of these reasons." R. B. Towle & L. M. Morgan: "Romancing the Transgender Native: Rethinking the Use of the 'Third Gender' Concept", in S. Stryker and S. Whittle (eds): Transgender Studies Reader, (Routledge, 2006), S. 116.
  21. a b c Serena Nanda: "Hijras: An Alternative Sex and Gender Role in India, in: G. Herdt: Third Sex, Third Gender: Beyond Sexual Dimorphism in Culture and History. Zone Books, 1996.
  22. „Von 30 meiner Informanten schien nur eine intersexuell geboren zu sein.“ "Among thirty of my informants, only one appeared to have been born intersexed." Serena Nanda: "Deviant careers: the hijras of India", chapter 7, in: Morris Freilich, Douglas Raybeck and Joel S. Savishinsky (Hrg.), Deviance: anthropological perspectives, (Greenwood Publishing, 1991).
  23. Transsexualität bei antiken Priesterinnen und indischen Hidschras auf Lynn Conways Website, abgerufen am 19. Januar 2018.
  24. The Hijras of India. The story of those who describe themselves as 'transgender'  – englische Dokumentation der BBC NEWS (Februar 2007)
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  26. Indian eunuchs given separate IDs. BBC, 13. November 2009
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  28. http://www.dnaindia.com/india/report-gurus-of-eunuchs-can-not-recommend-castration-govt-1660422
  29. Mohosinul Karim: Hijras now a separate gender. In: Dhaka Tribune, 11. November 2013. Archiviert vom Original am 11. November 2013. 
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  33. Julfikar Ali Manik & Ellen Barry: "A Transgender Bangladeshi Changes Perceptions After Catching Murder Suspects", New York Times, 3. April 2015.
  34. Geschlechtsidentität und Menschenrechte im internationalen Kontext
  35. Christiane Meister: Junge, Mädchen oder keins von beidem. In: ZEIT Online. 1. November 2013, abgerufen am 29. Juli 2014.
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  37. Reddy, G., & Nanda, S.: “Hijras: An ‘Alternative’ Sex/Gender in India”. In C. B. Brettell & C. F. Sargent: Gender in Cross-Cultural Perspective. Upper Saddle River, New Jersey: Pearson - Prentice Hall, 2009, S. 275–282.
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  39. R.B. Towle und L.M. Morgan: “Romancing the Transgender Native: Rethinking the Use of the ‘Third Gender’ Concept”, in: S. Stryker und S. Whittle: Transgender Studies Reader. Routledge: New York, London 2006
  40. R.B. Towle und L.M. Morgan: "Romancing the Transgender Native: Rethinking the Use of the "Third Gender" Concept", in: S. Stryker und S. Whittle: Transgender Studies Reader. Routledge: New York, London 2006
  41. Serena Nanda: "Hijra and Sadhin", in: Constructing Sexualities. Ed. LaFont, S., New Jearsey: Pearson Education, 2003. Print.
  42. Siehe z.B.: In Their Own Words: The Formulation of Sexual and Reproductive Health Behaviour Among Young Men in Bangladesh (Memento des Originals vom 22. Februar 2012 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.rhcatalyst.org , Shivananda Khan, Sharful Islam Khan and Paula E. Hollerbach, for the Catalyst Consortium.
  43. Siehe beispielsweise verschiedene Berichte von Sonia Ajmeri's Heirat: z.B. 'Our relationship is sacred', despardes.com
  44. The Humsafar Trust. (HST) (Memento des Originals vom 19. Februar 2008 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.humsafar.org (englisch) – eine indische Stiftung, schwerpunktmäßig mit zahlreichen medizinischen und juristischen Hilfsprojekten im LGBT-Spektrum.
  45. Wildes Crescendo. In: Der Spiegel Nr. 41, 1983, S. 202–206
  46. "Eunuchs deny long-standing allegations that they kidnap and castrate boys, according to the International Lesbian and Gay Association." India stages Ms World for eunuchs. BBC, 9. März 2001
  47. Purnima Chattopadhayay-Dutt: Loops and roots: the conflict between official and traditional family planning in India. South Asia Books, Columbia (Missouri) 1995, S. 249
  48. Shveta Bhagat:Eunuchs not always born but made. The Times of India, 5. September 2005
  49. Kama Sutra, Chapter IX, "Of the Auparishtaka or Mouth Congress". Text online (Übersetzung: Richard Burton, 1883).
  50. Es gibt verschiedeneInterpretationen dieser Textstelle, u.a. von Richard Burton in seiner englischen Übersetzung des Kamasutra von 1883, von George Artola ("The Transvestite in Sanskrit Story and Drama", in: Annals of Oriental Research (1975). 25: 56–68) oder von Michael J. Sweet und Leonard Zwilling ("The First Medicalization: The Taxonomy and Etiology of Queerness in Classical Indian Medicine.") in: Journal of the History of Sexuality 3, 1993, S. 600
  51. Donald Lach: Asia in the Making of Europe, Volume III: A Century of Advance. Book 2, South Asia. University of Chicago Press,, 1998, ISBN 0226466973 (Abgerufen am 21. Dezember 2017).
  52. Laurence W. Preston: "A Right to Exist: Eunuchs and the State in Nineteenth-Century India.", Modern Asian Studies 21 (2), 1987, S. 371–87
  53. Gayatri Reddy: Colonialism and Criminal Castes, With Respect to Sex: Negotiating Hijra Identity in South India, Hrg.: University of Chicago Press, 2005, ISBN 0-226-70756-3, S. 26.
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    Siehe auch: Peoples Union of Civil Liberties (Karnataka) Report on Human Rights Violations Against the Transgender Community (Memento des Originals vom 2. Februar 2007 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.altlawforum.org , veröffentlicht im September 2003. Reported in Being a Eunuch, By Siddarth Narrain, in: Frontline, 14. Oktober 2003.
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