Ivanka Trump

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Ivanka Trump während ihrer Rede auf der Republican National Convention 2016
Ivanka Trump während ihres Besuches in Berlin im April 2017

Ivanka Marie Trump (seit 2009 auch Yael Kushner, * 30. Oktober 1981 in New York) ist eine amerikanische Geschäftsfrau, ehemaliges Model und ehemalige Erste Vizepräsidentin der Trump Organization. Im März 2017 ernannte sie ihr Vater, US-Präsident Donald Trump zu seiner offiziellen Beraterin.[1][2]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ivanka Trump ist das zweite Kind aus der ersten Ehe Donald Trumps mit Ivana Trump.[3] Am 25. Oktober 2009 heiratete sie den Geschäftsmann und Politikberater Jared Corey Kushner. Ihr Ehemann ist als Senior Advisor to the President of the U.S. einer der Chefberater von Donald Trump und gilt als „stille Schlüsselfigur“ im Stab des US-Präsidenten.[4] Vor ihrer Ehe konvertierte Trump durch Rabbi Haskel Lookstein vom Presbyterianismus ihrer Herkunftsfamilie zum Judentum und nahm dabei den neuen Vornamen Yael an.[5][6][7] Das orthodox-jüdisch lebende Paar wohnt in der Park Avenue an der Upper East Side in New York City, besucht die modern-orthodoxe Synagoge Kehilath Jeshurun und hält nach eigener Aussage die jüdischen Speisegesetze sowie die Vorschriften des Sabbats ein.[5] Das Ehepaar Kushner hat drei Kinder: Arabella Rose (* 2011), Joseph Frederick (* 2013) und Theodore James (* 2016).[8][9][10][7]

Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ivanka Trump besuchte zunächst die als elitär geltende Chapin School in New York,[3] anschließend die Choate Rosemary Hall in Wallingford (Connecticut). Nach der Schule studierte sie Wirtschaftswissenschaften:[3] zunächst zwei Jahre an der Georgetown University in Washington, danach an der Wharton School der University of Pennsylvania, an der sie 2004 ihren Bachelor mit cum laude abschloss.[11]

Geschäftstätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1997 hatte sie ihr erstes Titelblatt bei der amerikanischen Teenager-Zeitschrift Seventeen; es folgten Model-Auftritte für prominente (Mode-)Marken wie Versace und Tommy Hilfiger.[3] Mit ihrem Namen werden Schmuck, Schuhe und eine „Lifestyle“-Website vermarktet.[3][12] Nach der Wahl ihres Vaters zum US-Präsidenten wurden ihre Produkte, deren Verkaufszahlen in den Wochen zuvor um 70 Prozent eingebrochen waren, von der Kaufhauskette Nordstrom aus dem Sortiment genommen, was von Donald Trump und dessen Sprecherin Kellyanne Conway kritisiert wurde. Auch das Unternehmen Neiman Marcus verkauft keinen Schmuck von Ivanka Trump mehr.[13] In April 2017 gerieten ihre Kreationen erneut negativ in den Schlagzeilen: bei einem Modediscounter tauchte Mode auf, die allerdings mit dem Etikett einer anderen Marke ("Adrienne Vittadini") versehen war. Der Lizenznehmer, G-III, gab zu, hinter der falschen Etikettierung zu stecken, und behebte den Fehler.[14]

Nach dem Studium arbeitete sie eine Weile in dem Immobilienunternehmen Forest City Enterprises; 2005 trat sie in die Trump Organization, den Konzern ihres Vaters, ein. Dort war sie als Vizepräsidentin der Abteilung für Immobilien tätig.[3] Im Sommer 2015 übernahm sie darüber hinaus mit ihren beiden Brüdern Don und Eric de facto die Leitung der operativen Geschäfte der Trump Organization, nachdem ihr Vater seine Kandidatur zur US-Präsidentschaftswahl 2016 angekündigt hatte. Am 11. Januar 2017 gab sie bekannt, die Trump Organization mit dem Amtsantritt ihres Vaters zu verlassen und ihrem Vater nach Washington zu folgen.[15] Seit dem 20. März 2017 hat sie ein eigenes Büro im Weißen Haus und arbeitet offiziell als Beraterin ihres Vaters; sie wird (Stand 20. März 2017) nicht als Beamtin vereidigt und erhält auch kein eigenes Gehalt.[16] Sie und ihr Mann haben nach eigenen Angaben ein Vermögen von etwa 740 Millionen US-Dollar.[17][18]

Unterstützung ihres Vaters[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ivanka Trump mit ihrem Vater bei einem Wahlkampf-Auftritt im Februar 2016

Im Präsidentschaftswahlkampf in den Vereinigten Staaten 2016 begleitete und unterstützte sie ihren Vater bei Wahlkampfauftritten. Dabei war sie vor allem darum bemüht, weibliche Wähler für ihren Vater zu gewinnen.[19] Sie unterhält eine enge Freundschaft zu Hillary Clintons Tochter Chelsea und vermied im Wahlkampf negative Äußerungen über die Clintons.[3]

Nach dem Wahlsieg ihres Vaters am 8. November 2016 wurde sie im Übergangsteam tätig: Beobachter halten sie mit ihrem Einsatz für und mit ihrem Vater und ihrer offensichtlich engen Beziehung für die eigentliche zukünftige „First Lady“ Amerikas, da die aktuelle Ehegattin Trumps, Melania, als öffentlichkeitsscheu gilt und noch mit der Erziehung des gemeinsamen Kindes Barron gebunden ist. Ursprünglich hieß es, Donald Trump wolle seiner Tochter im Fall eines Wahlsiegs große Teile seines Unternehmens anvertrauen.[3]

Ende März 2017 wurde Ivanka Trump von ihrem Vater offiziell zur Assistant to the President („Präsidenten-Assistentin“) ernannt und erhielt ein eigenes Büro im Weißen Haus. Ohne eigene Bezüge soll sie sich um Themen wie Frauen, Gleichberechtigung und Gesundheit kümmern.[20]

Im Vorfeld des G20-Gipfels Anfang Juli 2017 erschien die hier als „First Daughter“ (in Analogie zu „First Lady“) bezeichnete Ivanka Trump auf Einladung der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel Ende April 2017 auf dem Women20-Gipfel in Berlin.[21][22][23] Am 25. April nahm sie neben Chrystia Freeland, kanadischer Außenministerin, Christine Lagarde, geschäftsführender Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF) sowie Königin Máxima der Niederlande an einer von Miriam Meckel moderierten Bühnen-Diskussion zur Benachteiligung von Frauen in der Arbeitswelt und möglichen Lösungsansätzen teil.[24] Während des G20-Gipfels in Hamburg vom 7. bis zum 8. Juli 2017 war Ivanka Trump offizielles Mitglied der US-amerikanischen Delegation und vertrat kurzzeitig ihren Vater am Haupttisch der Staats- und Regierungschefs.[25]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ivanka Trump – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christina Wilkie, Paige Lavender: Ivanka Trump Takes An Official Job In The White House. In: The Huffington Post. 30. März 2017, abgerufen am 30. März 2017.
  2. Donald Trump macht seine Tochter offiziell zur Mitarbeiterin. In: zeit.de, 30. März 2017
  3. a b c d e f g h Jens Schmitz: Intelligent, schön, einflussreich. In: Badische Zeitung. 29. Dezember 2016
  4. Jared Kushner – Die stille Schlüsselfigur. In: Handelsblatt.com 19. November 2016
  5. a b Isabel Kershner: Who Is a Jew? Maybe Not Woman Converted by Esteemed New York Rabbi. In: New York Times. 23. Juni 2016
  6. Heike Buchter: Der Einflüsterer. zeit.de, 22. November 2016
  7. a b Ivanka Trump Gives Birth to Third Jewish Baby. In: The Algemeiner, 28. März 2016 (englisch).
  8. Julie Zauzmer, Colby Itkowitz: Where will Ivanka Trump attend synagogue? Georgetown’s Kesher Israel close to White House is one option. In: The Washington Post, 19. Dezember 2016 (englisch).
  9. Josefin Dolsten: Meet the Jews in Donald Trump’s inner circle. In: Jewish Telegraphic Agency, 14. November 2014 (englisch).
  10. Gabriel Sherman: The Legacy. In: New York, 12. Juli 2009 (englisch).
  11. What Really Drives Ivanka Trump? In: The Huffington Post. Abgerufen am 12. Juni 2017.
  12. Website von Ivanka Trump
  13. Jenni Miller: Sears, Kmart Dump Trump Home Products From Online Stores. In: New York. 11. Februar 2017
  14. Ivanka-Trump-Stücke wurden mit falschem Label versehen
  15. Ivanka Trump | Facebook. Abgerufen am 17. März 2017.
  16. Guardian staff: Ivanka Trump has West Wing office and will get access to classified information. In: The Guardian. 21. März 2017, abgerufen am 21. März 2017 (englisch).
  17. Johanna Bruckner: Wie groß das Vermögen von Ivanka Trump und Jared Kushner ist. In: Süddeutsche Zeitung. 1. April 2017, abgerufen am 1. April 2017.
  18. Jesse Drucker, Eric Lipton and Maggie Haberman: Ivanka Trump and Jared Kushner Still Benefiting From Business Empire, Filings Show. In: The New York Times. 1. April 2017, abgerufen am 1. April 2017.
  19. Trump vergleicht Hillary Clinton mit Hund. In: FAZ.net, 19. Januar 2016 (Video).
  20. Maren Hennemuth (dpa): Neues von den Trumps: Ivanka arbeitet nun für ihren Vater. In: badische-zeitung.de, 31. März 2017, abgerufen am 8. April 2017
  21. Women20-Gipfel in Berlin – „Überall verdienen Frauen weniger als Männer“. In: deutschlandfunk.de, 23. April 2017
  22. Frauengipfel: Forderungskatalog an Merkel. In: badische-zeitung.de, 26. April 2017
  23. Kristina Dunz, Christiane Jacke, dpa: Erkenntnisse aus Ivanka Trumps Besuch bei Merkel. In: badische-zeitung.de, 26. April 2017
  24. Alexander Smith: Ivanka Trump Grilled, Booed During Women20 Summit in Berlin. In: nbcnews.com, 25. April 2017 („Ivanka Trump unter Druck, ausgebuht auf W20 Gipfel in Berlin“)
  25. David Böcking, Vanessa Steinmetz: G20 buhlt um Ivanka Trumps Gunst. In: spiegel.de, 8. Juli 2017, abgerufen am 6. August 2017