Johanna (Kastilien)

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Johanna von Kastilien ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zur Königin von Portugal siehe Johanna von Kastilien (Portugal).
Johanna von Kastilien

Johanna I. von Kastilien, genannt Johanna die Wahnsinnige (span. Juana I de Castilla bzw. Juana la Loca; * 6. November 1479 in Toledo; † 12. April 1555 in Tordesillas), aus dem Haus Trastámara war Infantin von Aragón und Kastilien, von 1504 bis 1506 Königin, von 1506 bis 1555 nur noch Titularkönigin von Kastilien und León und von 1516 bis 1555 auch Titularkönigin von Aragón.

Herkunft[Bearbeiten]

Die Infantin Johanna stammte aus dem Haus Trastámara, einer Dynastie, die sich von Heinrich II. König von Kastilien und León (1369 – 1379), einem außerehelichen Sohn von König Alfons XI. († 1350) und durch diesen vom Haus Burgund-Ivrea ableitet, das seit 1126 die Königreiche Kastilien und León regierte und sich in Burgund bis in die erste Hälfte des 9. Jahrhunderts zurückverfolgen lässt.

Unter den Enkeln von König Heinrich II. teilte sich das Haus Trastámara in zwei Linien, wobei Heinrich III. († 1406) zum Stammvater der älteren Linie - der Könige von Kastilien und León - und sein Bruder Ferdinand I. († 1416) zum Stammvater der jüngeren Linie – der Könige von Aragón - wurde.

In Johanna vereinigten sich beide Linien, da sie väterlicherseits von der jüngeren Linie (Aragón) und mütterlicherseits von der älteren Linie (Kastilien) des Hauses Trastámara abstammt und zur Erbin beider Linien wurde.

Johannas Vater war Ferdinand II. genannt „der Katholische“ (* 10. März 1452, † 25. Jänner 1516), Infant von Aragón, der in eigenem Recht von 1479 bis 1516 als König von Aragón und als König von Sizilien, Neapel , Navarra, Korsika, Sardinien , sowie seit 1492 auch als König von Granada und "König der Inseln und des Festlandes des Ozeans" (der neu entdeckten Territorien in Amerika) regierte. Durch seine Gemahlin Isabella war er seit 1474 Iure uxoris auch (Mit-)König von Kastilien, León etc.

Johannas Mutter war Isabella I. genannt „die Katholische“ (* 22. April 1442, † 25. November 1504), Infantin von Kastilien, die von 1474 bis 1505 als Königin von Kastilien, León , Galicien, Asturien , Toledo , Sevilla, Córdoba, Murcia, Jaén , Gibraltar, der Kanarischen Inseln, sowie seit 1492 auch als Königin von Granada und Königin der Inseln und des Festlandes des Ozeans regierte.[1]

Leben[Bearbeiten]

Kindheit und Jugend[Bearbeiten]

Sie war das dritte Kind und die zweite Tochter der Katholischen Könige Isabella I. von Kastilien (1451–1504) und Ferdinands II. von Aragón (1452–1516), war daher Infantin von Aragón und Kastilien, aber zunächst ohne Aussicht, die Kronen ihrer Eltern zu erben. [2]

Die junge Infantin fiel schon früh durch eine ungewöhnliche Ernsthaftigkeit und ein allgemein introvertiertes Verhalten auf. Sie wird von Zeitgenossen als sehr klein, sehr zart, mit großen dunklen Augen, sensibel, sinnlich und als außergewöhnliche Schönheit beschrieben. Sie verfügte über eine gute körperliche Gesundheit und Kondition, galt sozial als äußerst verschlossen und recht schweigsam. Gemeinsam mit ihren Geschwistern genoss sie eine ausgezeichnete Erziehung durch hervorragende Lehrer, hauptsächlich Geistliche. Sie sprach fließend Latein, Italienisch und Deutsch. Nach ihrer Heirat mit Philipp dem Schönen lernte sie noch Französisch.[3] Musik war ihr Lieblingsfach und schon als Mädchen spielte sie sehr gut auf der Vihuela und dem Clavichord. Als Kind der Renaissance kannte sie die zeitgenössischen Klassiker, korrespondierte mit Erasmus von Rotterdam über philosophische Themen und wurde nicht nur von ihm für ihre Intelligenz bewundert.

Johanna als junge Frau

Ihre Schwestern wurden Königinnen in England und Portugal: Katharina wurde mit dem englischen Kronprinzen Arthur Tudor und nach dessen Tod mit seinem Bruder König Heinrich VIII. von England verheiratet; Maria mit König Emanuel I. von Portugal. Marias Enkelin Maria Manuela von Portugal wurde die erste Ehefrau von Johannas Enkel König Philipp II. von Spanien.

Ehe mit Philipp dem Schönen von Österreich[Bearbeiten]

Bronzestatue in der Hofkirche zu Innsbruck, daneben ihr Vater

Im Zuge einer Allianz mit dem Hause Habsburg wurde sie als 14-jährige mit dem einzigen Sohn von Kaiser Maximilian I. Philipp dem Schönen Erzherzog von Österreich (* 1478, † 1506), seit 1494 Herzog von Burgund etc. verlobt. Ihr Bruder, der Thronfolger Don Juan heiratete 1497 Philipps Schwester, Margarete von Österreich. Durch diese spanisch-österreichische Doppelhochzeit wurde Frankreich von Süden, Westen und von Osten von habsburgischen Besitzungen eingerahmt, was die Grundlage für den jahrhundertelangen habsburgisch-französischen Gegensatz war.

Ihrem Verlobten sollte Johanna allerdings erst etwa einen Monat nachdem sie nach einer beschwerlichen Schiffsreise in Arnemuiden an Land gegangen war begegnen, da er sich mit seinem Vater, Kaiser Maximilian I., auf der Jagd in Tirol befand. Als Philipp und Johanna einander am 20. Oktober 1496 begegneten, verliebten sie sich nach zeitgenössischen Berichten derart heftig ineinander, dass Philipp die Zeremonie der Trauung sofort im Kloster von Lier durch den Kaplan Don Diego Ramiréz vollziehen ließ.

Joanna von Kastilien mit ihren Söhnen Karl und Ferdinand

Johanna liebte ihren Ehemann mit großer Heftigkeit und Eifersucht. Zeitweise war sie bestrebt, jede Frau aus der Umgebung Philipps zu entfernen. Aus ihrer Ehe gingen sechs Kinder hervor, welche allesamt gesund zur Welt kamen und das Erwachsenenalter erreichten, wobei die zwei Söhne Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und die vier Töchter Königinnen wurden.

Kronprinzessin[Bearbeiten]

1497 verstarb unerwartet ihr Bruder, der Thronfolger Johann Infant von Aragón und Kastilien (1478–1497). Dessen Witwe, Margarete von Österreich, war zum Zeitpunkt seines Todes schwanger und brachte einen Sohn zur Welt, der jedoch tot geboren wurde. Die nächste in der Thronfolge war Ferdinands und Isabellas älteste Tochter Isabella, die mit dem portugiesischen König Manuel I. verheiratet war. Sie starb jedoch bei der Geburt ihres Sohnes Miguel, der nun der nächste Thronerbe sowohl von Portugal wie von Spanien war, aber mit anderthalb Jahren ebenfalls starb.

Damit wurde Johanna im Jahre 1500 selbst Thronfolgerin und Fürstin von Asturien. Sie reiste daher mit Erzherzog Philipp aus den Niederlanden nach Spanien, wo beide am 22. Mai 1502 nach Ablegung der entsprechenden Eide in der Kathedrale von Toledo von den Cortes, d. h., von der Versammlung der Stände von Kastilien, als Thronfolger formell anerkannt wurden. Während Johanna auf Wunsch ihrer Eltern in Spanien blieb, kehrte Philipp 1503 in sein Herzogtum Burgund zurück, um sich dort der Regierung zu widmen.[4] Als Johanna später zu Philipp in die Niederlande zurückkehren wollte, verwehrte ihr das ihre Mutter und veranlasste den Erzbischof von Santiago de Compostela, Alonso II. Fonseca († 1512), sie im Castillo de la Mota (in Medina del Campo) festzusetzen. Erst nach schwerem Streit ließ Isabella ihre Tochter schließlich im Juni 1504 nach Flandern zurückkehren. [5]

Königin von Kastilien[Bearbeiten]

Philipp I. der Schöne, Gemahl von Johanna von Kastilien

Bald darauf starb jedoch Königin Isabella von Kastilien am 26. November 1504 wodurch die Frage der Nachfolge akut wurde. Da Johanna im Testament der Königin als Erbin vorgesehen war, erklärte sie ihr Vater König Ferdinand II. der Katholische von Aragón zur Königin von Kastilien, übte jedoch als Regent weiterhin die tatsächliche Macht aus. Erzherzog Philipp - nunmehr nomineller Mitkönig - bezeichnete sich schon in einer Urkunde vom 18. Januar 1505 in Brüssel als „Philippe par la grace de Dieu roy de Castille, de Leon, de Grenade, archiduc d’Autriche etc.“ (Philipp, von Gottes Gnaden König von Kastilien, Leon und Granada, Erzherzog zu Österreich, etc.). [6] Er war nicht bereit, auf die Macht zu verzichten, weshalb es nach längeren Verhandlungen mit König Ferdinand II. am 24. November 1505 zur Übereinkunft von Salamanca kam, wonach Philipp I. gemeinsam mit Johanna als König von Kastilien anerkannt wurde und zugleich die Regentschaft über Kastilien von König Ferdinand II. übernahm. Diese Einigung hatte jedoch kaum praktische Bedeutung, da Philipp und Johanna weiterhin am Hof in Brüssel und nicht in Spanien lebten, daher weiterhin König Ferdinand die Regentschaft ausübte. [7]

Ende 1505 drängte Philipp darauf nach Kastilien zu reisen, um dort effektiv seine Herrschaft anzutreten. Trotz der ungünstigen Jahreszeit ließ er rasch eine Flotte von 40 Schiffen zusammenstellen, die am 10. Jänner 1506 mit Johanna, den Kindern und großem Gefolge in See stach. Ein Sturm im Ärmelkanal zerstreute die Flotte, wobei einige Schiffe sanken, während die königliche Familie mit dem Rest der Flotte in Lebensgefahr im Hafen von Portland in England Schutz suchen musste. Johanna und Philipp blieben drei Monate in England, bevor sie die Weiterfahrt antreten konnten. Sie wurden von König Heinrich VII. von England freundlich aufgenommen, wodurch Johanna Gelegenheit hatte, ihre jüngste Schwester, die sie seit 10 Jahren nicht mehr gesehen hatte, Katharina von Aragón (* 1485, † 1536) zu besuchen, die in England als Witwe des 1502 verstorbenen englischen Thronfolgers Arthur Tudor lebte.

Erst im April 1506 konnte die Reise nach Kastilien fortgesetzt werden. Die Vertreter der kastilischen Stände und des Hofes warteten wie vereinbart im Hafen von Laredo in Kantabrien auf die Ankunft des Königspaares – allerdings vergeblich. Denn Philipp wollte sich vor dem erwartungsgemäß problematischen Zusammentreffen mit seinem Schwiegervater König Ferdinand II. die Unterstützung möglichst großer Teile der Stände des Königreiches Kastilien sichern und segelte statt bei Laredo zu landen nach La Coruña in Galicien um damit die erforderliche Zeit zu gewinnen. Philipp gelang es tatsächlich, sich der Unterstützung der Mehrheit des kastilischen Adels zu versichern und so die Grundlage für den am 27. Juni 1506 abgeschlossenen der Vertrag von Villafáfila zu schaffen, in dem König Ferdinand schließlich gegen finanzielle Abfindungen auf die Regentschaft im Königreich Kastilien verzichtete und sich in sein Königreich Aragón zurückzog. Zugleich übertrug er an Philipp und Isabella die Herrschaft über die Kolonien in Amerika unter Vorbehalt der halben Einnahmen, worauf beide den Titel „König/Königin von Indien (der Territorien in Amerika), des Festlandes und der Inseln des Ozeans“ annahmen.

Durch diese Übereinkunft konnte - nicht zuletzt durch die Vermittlung von Erzbischof Cisneros – ein drohender Bürgerkrieg vermieden werden. Für König Ferdinand war die Sache damit jedoch nicht abgetan, da er anschließend vor seinen engsten Beratern ein geheimes Dokument unterschrieb, wonach er um einen Bürgerkrieg zu vermeiden gegen seinen Willen dem Vertrag zugestimmt hätte, den er daher in seinem Gewissen als nichtig betrachte. [8]

Philipp hatte mit der Beseitigung der Regentschaft seines Schwiegervaters Ferdinand II. zwar ein Ziel erreicht, er wollte jedoch die ganze Macht erlangen, und plante Johanna von den Cortes für regierungsunfähig erklären zu lassen. Der hohe Adel, angeführt vom Admiral von Kastilien Fadrique Enríquez de Velasco, der ein Verwandter der Königin war, bestritt jedoch die Regierungsunfähigkeit Johannas und verlangte ein direktes Gespräch mit der Königin und zwar ohne deren Begleitung, durch die sie sonst isoliert wurde. Nach diesem Gespräch bestätigten die Adligen, dass sie keineswegs den Eindruck hätten, Johanna sei verrückt, da sie völlig natürlich und auf vernünftige und intelligente Weise mit ihnen gesprochen hätte. Eine ganz ähnliche Erklärung gaben auch die teilnehmenden Vertreter der Städte ab. Damit war der Plan Philipps gescheitert, denn die Cortes von Kastilien huldigten am 12. Juli 1506 in der Stadt Valladolid Johanna als der eigentlichen Königin und Philipp als „echtem und legitimen Herren“, da er ihr legitimer Gemahl sei. [9]

Casa del Cordón, wo König Philipp I. 1506 verstarb

König Philipp I. konnte sich allerdings nicht lange seiner neuen Würde als König Kastiliens und der überseeischen Gebiete erfreuen, da er nur knapp zwei Monate später, am 25. September 1506 mit 28 Jahren in Burgos, im Palacio de los Condestables de Castilla (im Palast der Connétable von Kastilien, auch Casa del Cordón genannt) plötzlich an einem heftigen Fieber verstarb. Es gab daher Gerüchte, er sei von Gegnern seiner Thronfolge vergiftet worden.

Alleinherrscherin von Kastilien[Bearbeiten]

Mit dem Tod von König Philipp I. stellte sich wegen einer ambivalenten Formulierung im Testament von Königin Isabella erneut die Frage der Regentschaft. Denn Isabella hatte dort verfügt, dass in dem Fall, „dass Johanna ihre Pflichten als Königin nicht erfüllen will oder nicht erfüllen kann“ ihr Vater König Ferdinand II. die Regentschaft ausüben solle. Der führende Adelskreis ging offensichtlich davon aus, dass dieser Fall gegeben sei und beschloss bereits am 24. September – d.h., schon am Vorabend von Phillips Ableben - die Einrichtung eines provisorischen Regentschaftsrates. Neben dem Vorsitzenden - Francisco Jiménez de Cisneros (* 1436, † 1517), Primas von Spanien und Erzbischof von Toledo gehörtem diesem Rat als Mitglieder an: Der Admiral von Kastilien, Fadrique Enríquez de Velasco (* 1485, † 1538), der Connétable von Kastilien, Bernardino Fernández de Velasco y Mendoza (* 1454, † 1512), Pedro Manrique de Lara y Sandoval, der Duque (Herzog) von Nájera (* 1443, † 1515), Diego Hurtado de Mendoza y Luna, der Herzog del Infantado, Andrés del Burgo, der Botschafter des Kaisers Maximilian I. und Filiberto de Vere, der Obersthofmeister des verstorbenen Königs Philipp I. [10]

In der Frage, wer für den damals sechsjährigen Erben, Erzherzog Karl von Österreich (* 1500, + 1558), die Regentschaft übernehmen sollte, waren die Meinungen unter den wichtigsten Adelsfamilien geteilt. Die „österreichische“ Fraktion, zu der u. a. die Familien Manrique, Pacheco und die Pimentel zählten, trat für die für die Ernennung von Kaiser Maximilian I. als Regenten ein. Hingegen sprach sich die „spanische“ Fraktion, zu der u. a. die Familien Velasco, Enríquez, Mendoza und Álvarez de Toledo zählten, für König Ferdinand II. von Aragón aus, wie dies im Testament von Isabella der Katholischen vorgesehen war. [11]

Johanna hatte hingegen in dieser Frage eigene Vorstellungen, denn sie war die rechtmäßige Königin und wollte so wie ihre Mutter selbständig als Königin von Kastilien regieren. Sie begann daher u. a. Gnadenakte ihres Gemahls zu revidieren und bemühte sich, den königlichen Rat in der Form zu reaktivieren, wie er unter ihrer Mutter bestanden hatte. [12] Der Vorsitzende des provisorischen Regentschaftsrates, Erzbischof Cisneros, der neben gesundheitlichen Gründen insbesondere wegen deren mangelnder Religiosität schwere Vorbehalte gegen Johanna hatte und sich auf das Testament von Königin Isabella berief, lud hingegen - ohne Johanna zu befassen - König Ferdinand II. ein, nach Kastilien zu kommen und dort die Regentschaft zu übernehmen. Johanna weigerte sich aber standhaft - trotz Drängen des Adels und des Klerus - ihren Vater als Regenten zu akzeptieren und verbot sogar Erzbischof Cisneros den Zugang zu ihrem Palais. [13] Cisneros versuchte daher die Legalisierung der Regentschaft von König Ferdinand auf dem Umweg über die Cortes, d. h,. über die Ständeversammlung Kastiliens durchzudrücken. Dies scheiterte jedoch daran, dass Johanna, das Manöver durchschaute, sich daher beharrlich weigerte, die Cortes einzuberufen. [14] Sie regierte daher bis auf weiteres alleine, ohne Regenten.

Verlust der Macht und Verwahrung in Tordesillas[Bearbeiten]

Ihr Vater König Ferdinand II. widmete sich inzwischen der Aufgabe, das Königreich Neapel dauerhaft mit dem Königreich von Aragón zu verbinden, war daher nicht bereit, dieses Vorhaben zugunsten der Regentschaft von Kastilien aufzugeben. Er verwirklichte die Eingliederung Neapels - die bis in das 18. Jahrhundert halten sollte – es gelang ihm jedoch nicht, von Papst Julius II. der von 1503 bis 1513 regierte, die formelle Investitur mit diesem Königreich erlangen. Nach acht Monaten in Neapel kehrte er am 25. Juli 1507 nach Valencia zurück und traf am 29. August in Tortolés seine Tochter Johannna. Diese zeigte sich dabei weniger verwirrt als völlig überfordert und wollte ihm daher alle Regierungsgeschäfte übertragen. Ferdinand blieb einen Monat in Tortolés mit seiner Tochter – wo sich auch der immer noch nicht begrabene Leichnam Philipps befand – und regelte von dort aus die laufenden internen Probleme. Formal gab es keine Änderung, da alle Dokumente weiterhin im Namen von Königin Johanna ausgefertigt wurden. Tatsächlich bestimmte jedoch König Ferdinand die Politik der nächsten 8 Jahre alleine. [15] Im Februar 1509 verfügte Ferdinand II. Johannas Festsetzung im königlichen Palast von Tordesillas (1773 abgetragen) (in der Provinz Valladolid). [16] Dies offensichtlich, um seine eigene Regentschaft in Kastilien zu festigen, eine mögliche Regentschaft von Kaiser Maximilian I. in Kastilien endgültig auszuschließen und um zugleich der Adelspartei, die Johanna unterstützte, den Wind aus den Segeln zu nehmen. [17]

Englisches Eheprojekt[Bearbeiten]

Zur allgemeinen Überraschung kam damals ein unerwartetes Angebot aus England. König Heinrich VII. Tudor von England (* 1457, †1509) , seit 1503 verwitwet, hatte nach dem Tod seines ältesten Sohnes, Arthur Tudor , Prince of Wales die päpstliche Dispens erhalten, dessen Witwe, Katharina von Aragon, selbst zu heiraten oder sie mit seinem jüngeren Sohn Heinrich zu vermählen. Da aber nunmehr Johanna, die ältere Schwester Katharinas und Universalerbin Spaniens verwitwet und daher verfügbar war, schlug er König Ferdinand II. eine neue dynastische Verbindung vor: Er selbst wolle Johanna zur Frau nehmen und zur Königin von England machen. König Ferdinand, der den offensichtlichen Zweck dieser Ehe – den Tudors die Nachfolge auf die spanische Krone zu sichern – durchschaute, antwortete mit einem diplomatischen Manöver: Er klärte zunächst die Erbfolge, indem er seinen Enkel Erzherzog Karl von Österreich als seinen Nachfolger und Fürsten von Asturien bestätigte. Zugleich schlug er jedoch ein anderes Ehebündnis vor: Nämlich, dass sein Erbe Karl mit Mary Tudor (* 1496, + 1533), einer Tochter von König Heinrich VII. verheiratet werden sollte. Denn damit würde umgekehrt der künftige König von Spanien einen Anspruch auf die englische Krone erhalten. Heinrich VII. konnte sein Projekt nicht weiter verfolgen, da er bald darauf am 21. April 1509 verstarb. Sein Nachfolger, Heinrich VIII. blieb jedoch der väterlichen Politik treu, indem er sich am 3. Juni 1509 mit der Witwe seines älteren Bruders Katharina von Aragón, der jüngsten Schwester Johannas, vermählte. [18]

Regentschaft von Ferdinand II.[Bearbeiten]

König Ferdinand II. hatte die Frage der Regentschaft zwar faktisch durch die Internierung seiner Tochter geregelt, es fehlte ihr jedoch die internationale und die innerstaatliche rechtliche Anerkennung. Offen war insbesondere, wie Kaiser Maximilian I. auf die neue Situation reagieren würde. Hier kam das diplomatische Geschick des Primas von Spanien, Erzbischof Cisneros zum Tragen, der die Misserfolge des kaiserlichen Kriegszuges in Italien zum Abschluss einer Vereinbarung nützte, mit der am 12. Dezember 1509 Maximilian I. gegen entsprechende wirtschaftliche Konzessionen die Regentschaft Ferdinands in Kastilien anerkannte. Ein Jahr später gelang es König Ferdinand auch die Cortes zu überzeugen, die ihn im Jahre 1510 formell als Regenten von Kastilien anerkannten [19] Unterstützt von Erzbischof Cisneros, dem der König den Kardinalshut verschaffte, verfolgte Ferdinand eine expansive Politik, unternahm Expeditionen nach Nordafrika, eroberte 1512 das Königreich Navarra, dass er in die Reiche der Krone von Kastilien eingliederte[20] und starb 1516 als der mächtigste europäische Herrscher seiner Zeit.

Königin von Kastilien und Aragón[Bearbeiten]

Nach dem Tod von König Ferdinand II. im Jahre 1516 folgte nach den Bestimmungen seines Testaments seine Tochter Johanna nominell auch als Herrscherin der Länder der Krone von Aragon. Sie wurde jedoch - wegen der komplexen Struktur der Fueros, d. h., der Landesgesetze der im Königreich Aragón zusammengefassten Teilkönigreiche - nicht von allen anerkannt. De facto lag die Regierungsgewalt jedenfalls in beiden Königreichen in der Hand der jeweiligen Regenten: In Aragón von 1517 bis 1520 in der Hand von Alonso de Aragón (* 1470, + 1520), Erzbischof von Zaragoza (1478 – 1520), der ein außerehelicher Sohn von König Ferdinand II. von Aragón war. In Kastilien lag sie so lange in der Hand des Kardinals Cisneros, bis er die Regentschaft an König Karl I. übergab. Der damals 16-jährige Erzherzog Karl von Österreich, seit 1506 Herzog von Burgund benützte die Verhinderung von Königin Johanna dazu - ohne rechtliche Grundlage - sämtliche Titel für sich in Anspruch zu nehmen, die seiner Mutter zustanden. Beide wurden daher gemeinsam als Herrscher von Kastilien und Aragón bezeichnet. Obwohl Johanna auch unter ihrem Sohn König Karl noch fast 40 Jahre in Tordesillas eingesperrt war, blieb sie weiterhin formell Königin, wobei sie bei allen gemeinsam unterzeichneten Dokumenten an erster Stelle aufscheint. Dies auf Grund der Tatsache, dass sie niemals auf ihre Rechte verzichtet hatte und sie von den Cortes weder für regierungsunfähig erklärt worden war noch ihr der Königstitel jemals aberkannt wurde. [21] Effektive Macht konnte sie jedoch naturgemäß nicht ausüben.

Regierungsunfähig in Tordesillas[Bearbeiten]

Nach dem frühen Tod ihres Gatten im Jahre 1506 erlitt Johanna gemäß zeitgenössischen Berichten eine schwere psychische Störung. Demnach weigerte sie sich den Sarg mit Philipps Leiche herauszugeben, den sie regelmäßig öffnete, um sich zu vergewissern, dass Philipp lediglich schlafe. Allerdings gibt es auch Aussagen, wonach sie den Sarg nur einmal geöffnet habe, wie es von ihr erwartet wurde, um zu kontrollieren, dass der richtige Leichnam begraben werden sollte.

Schließlich wurde sie unter der Obhut der Klosterfrauen des Klosters Santa Clara in Tordesillas festgesetzt. Ob dies tatsächlich aufgrund ihrer psychischen Verfassung geschah oder aus machtpolitischen Gründen, ist Gegenstand der Forschung. In jedem Fall übernahm ihr Vater Ferdinand in der Folge die Regentschaft für den Thronfolger Erzherzog Karl von Österreich.

Ableben[Bearbeiten]

Im Jahr 1555 starb Johanna im Alter von 75 Jahren an den Folgen einer Verbrühung. Ihr Grab befindet sich im Dom von Granada, in der Capilla Real, der königlichen Kapelle.

Johannas „Wahnsinn“[Bearbeiten]

Auffälliges Verhalten[Bearbeiten]

Johanna hatte schon lange, bevor sie als „loca“ – das bedeutet eher „närrisch“ als geisteskrank - bezeichnet wurde, durch ihr Verhalten in ihrer eigenen Familie wie bei Hof Erstaunen und Ablehnung erweckt. So insbesondere in Bezug auf ihren Gemahl Philipp.

Statt den aus rein politischen Erwägungen von den Eltern bestimmten dynastischen Ehepartner pflichtschuldig zu akzeptieren, trat der für eine Prinzessin seltene Fall ein, dass Philipp für Johanna zum leidenschaftlich geliebten Lebensmenschen wurde und sie diese Liebe ohne Rücksicht auf das spanische Hofzeremoniell demonstrativ zeigte.

Statt sich in das vorgegebene Rollenspiel einer Prinzessin ihres Ranges zu fügen, nämlich über die zahllosen Seitensprünge ihres Gemahls diskret hinwegzusehen, zeigte sie, als sich Philipp als erfolgreicher Liebhaber anderer Frauen erwies, offen ihre glühende Eifersucht und verwunderte durch ihre hilflosen Versuche, Frauen von ihm fernzuhalten.

Auf völliges Unverständnis stieß ihr Verhalten nach dem plötzlichen Tod ihres erst 28-jährigen, über alles geliebten Gemahls am 25.09.1506 in Burgos, da sie im Schock unmäßige Trauer zeigte und monatelang mit dem Sarg durch Kastilien zog, um Philipp in der 1492 von ihren Eltern eroberten Stadt Granada zu begraben. Übersehen wird dabei, dass sie damit den letzten Wunsch ihres geliebten Gemahls erfüllen wollte und dass die Verzögerung der Reise darauf beruhte, dass ihr Vater die Beerdigung Philipps in Granada bewusst blockierte.

Die jahrzehntelange Internierung sowie die damit einhergehende Isolierung und die teils inhumane Behandlung durch die Bewacher hatten schwerwiegende negative Auswirkungen auf ihre Psyche. Darüber gibt es nur vereinzelt objektive Aufzeichnungen, die widersprüchlich teils über weitgehende Verwahrlosung und geistige Absenz, gelegentlich aber auch über normales und ungestörtes Verhalten berichten.

Medizinische Gründe[Bearbeiten]

In der offiziellen Darstellung ihrer Zeitgenossen wurde ihre Herrschaft als Königin verhindert, da sie wegen einer Geisteskrankheit regierungsunfähig war.

Eine ganz andere Ansicht vertrat hingegen der deutsche Historiker Gustav Adolf Bergenroth (* 1813 in Ostpreußen, † 1866 in Madrid), der als Erster in den 60er-Jahren des 19. Jahrhunderts nach intensiven Forschungen im Archivo General de Simancas (dem spanischen Staatsarchiv in Simancas) die These aufstellte, Johanna sei gar nicht wahnsinnig gewesen, sondern das Opfer machtpolitischer Intrigen ihres Vaters und später ihres Sohnes Karl I. gewesen, die ihren angeblichen Wahnsinn nur vorschützten, um dadurch statt Johanna selbst regieren zu können.

Diese These wurde allerdings bald darauf von einem anderen deutschen Historiker, Wilhelm Maurenbrecher, der bis 1863 gleichfalls im Archiv von Simancas arbeitete, bestritten.

Seitdem hat sich eine ganze Reihe von Medizinern darum bemüht, Johannas Verhalten als Melancholie, als schwere Depression, als Psychose oder als ererbte Schizophrenie zu diagnostizieren[22] , [23] wobei die Vermutung angestellt wurde, dass sie ihre geistige Erkrankung von ihrer mütterlichen Großmutter Isabella von Portugal (1428–1496), der Gemahlin von Johann II. König von Kastilien geerbt haben könnte, die - ähnlich wie Johanna - als Witwe in der Burg von Arévalo in Ávila interniert worden war und dort schließlich völlig verwirrt starb.

Die Natur und die Schwere der seelischen und wohl auch geistigen Störung, der Johanna den Beinamen „die Wahnsinnige“ verdankt, ist vielfach untersucht worden. Über die Frage, ob diese Störung stark genug war, um ihre Entmachtung und insbesondere ihre Internierung zu rechtfertigen, wird gestritten.

Bei der zeitgenössischen Beurteilung dürften jedoch neben höfischen Irritationen und medizinischen Gegebenheiten auch wichtige religiöse und machtpolitische Interessen eine Rolle gespielt haben.

Religiöse Motive[Bearbeiten]

Statt nach spanischer Tradition in bedingungslosem Glauben der Katholischen Kirche anzuhängen, zeigte sie einen deutlichen Mangel an Glauben, vermied die Beichte und selbst den Besuch der Messe.

Eine solche Haltung war für die Erbin der „Katholischen Könige“ – die im Dienst des Glaubens 1492 das Königreich Granada von den Muslimen erobert und die Juden aus Spanien vertrieben hatten – völlig undenkbar. Dies wurde zwar streng geheim gehalten,[24] führte jedoch zu ständigen Reibungen mit ihrer Mutter Isabella, die sie angeblich zeitweise mit Freiheitsentzug strafte und sogar die Absicht gehabt haben soll, sie deswegen zu enterben.

Diese Haltung löste naturgemäß bei Cisneros, dem Beichtvater der „Katholischen Königin“ Isabella, schwere Bedenken gegen die Herrschaft einer nicht religiösen Königin Johanna aus, was sich später, als er zum Primas von Spanien, zum mächtigen Großinquisitor schließlich zum Regenten des Königreiches Kastilien aufgestiegen war, zweifellos zu ihrem Nachteil auswirkte.

Bezüglich der Vernachlässigung des Glaubens war auch Johannas Sohn und Erbe, Erzherzog Karl von Österreich, unerbittlich, da er befahl, dass seine Mutter in Tordesillas – notfalls mit Gewalt – zur Beichte und zum Besuch der Messe gezwungen werden sollte.[25]

Politische Motive[Bearbeiten]

Nicht zu vergessen ist, dass Johanna als Erbin des damals größten christlichen Königreiches eine zweischneidige Spitzenstellung besaß, da sie für Ehekandidaten der Schlüssel zu einem ungeheuren Machtanstieg war, während sie für Thronanwärter aus ihrer eigenen Familie primär ein massives Hindernis für deren Thronfolge darstellte.

Das gilt für ihren machtbewußten Vater, König Ferdinand II., der nicht nur selbst Kastilien regieren wollte, sondern auch entschlossen war, durch seine 1505 geschlossene zweite Ehe mit Germaine de Foix (* 1488, † 1538) aus dem Haus Grailly doch noch einen Sohn und Erben zu zeugen und ihm die Herrschaft über Spanien zu überlassen, statt diese an das Haus Österreich zu verlieren. Diese Hoffnung erfüllte sich tatsächlich am 3. Mai 1509 mit der Geburt des Infanten Juan, zerschlug sich jedoch noch am selben Tag mit dessen Tod. Danach wollte König Ferdinand zumindest zu seinen Lebzeiten die bisherige Machtvollkommenheit behalten.

Die Frage der Machtübernahme war später auch für ihren Sohn, den ehrgeizigen Erzherzog Karl von Österreich entscheidend, der wohl wenig Lust verspürte, jahrzehntelang auf sein Erbe zu warten. Für ihn war daher der echte oder angebliche „Wahnsinn“ seiner Mutter die Chance, die Herrschaft in Kastilien rasch zu übernehmen. Grundlage seiner Entscheidung, seine Mutter noch jahrzehntelang in Tordesillas festzuhalten, war ein Beschluss der Cortes von Kastilien. Diese hatten ihm - als König Karl I. von Kastilien - im Frühjahr 1516 den Huldigungseid nur unter der Bedingung geleistet, dass, „falls Juana die Vernunft wiederkehren sollte, er auf die Herrschaft über Kastilien verzichte und alles ihrem alleinigen Befehl unterstellt sei“.

Da dieser Fall nicht eintreten durfte, war das Schicksal seiner Mutter Johanna besiegelt: Als rechtmäßige Königin musste sie insgesamt 46 Jahre in einsamer, letztlich hoffnungsloser Haft unter teils gewalttätigen Gefängniswärtern verbringen. [26]

Titel[Bearbeiten]

Königin Johanna von Kastilien trug folgende Titel: Von 1500 bis 1504 Fürstin von Asturien (als Thronfolgerin), 1500 – 1516 Fürstin von Gerona. Von 1504 bis 1555: Königin von Kastilien und León, von Asturien, Galicien, Toledo, Sevilla, Cordoba, Murcia, Jaen, Gibraltar, Granada, der Kanarischen Inseln, der Inseln und des Festlandes des Ozeans, Herrin von Vizcaya u. Molina. Seit 1516 war sie auch Königin von Aragón, Sizilien, Neapel, Mallorca, Valencia, Korsika, Sardinien und Navarra, sowie Gräfin von Barcelona, Urgel, Besalú, Rosellón und Cerdana. [27]

Wappen[Bearbeiten]

Nachkommen[Bearbeiten]

Die drei ältesten Kinder Johannas: Karl, Eleonore und Isabella (von links)

∞ 20. Oktober 1496 Philipp den Schönen Erzherzog von Österreich aus dem Haus Habsburg/Felipe de Austria. Die Kinder trugen daher seit Geburt den Titel Erzherzog bzw. Erzherzogin von Österreich und ab 1505 zusätzlich den Titel Infant von Kastilien.

  1. Eleonore/Leonor (1498–1558), durch Heirat Königin von Portugal und Königin von Frankreich
    1. ∞ 1519 Manuel I. (1469–1521), König von Portugal aus dem Haus Avis
    2. ∞ 1530 Franz I. (1494–1547), König von Frankreich aus dem Haus Valois
  2. Karl V./CarlosI.  (1500–1558), als Kaiser des Heiligen Römischen Reiches (V.), als König von Spanien (I.) – war der Begründer der spanischen Linie des "Hauses Österreichs", der "Casa de Austria"
    Isabella (1503–1539) aus dem Haus Avis
  3. Isabella (Elisabeth)/Isabel (1501–1526)
    ∞ König Christian II. (1481–1559), König von Dänemark, Norwegen und Schweden, aus dem Haus Oldenburg
  4. Ferdinand/Ferdinando I.  (1503–1564), Erzherzog von Österreich etc., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, König von Böhmen und Ungarn – Begründer der österreichischen Linie des Hauses Österreich, der"Casa de Austria"
    Anna (1503–1547) aus dem Haus der Jagiellonen, Tochter von Vladislav II., König von Böhmen und Ungarn
  5. Maria (1505–1558)
    Ludwig II. (1506–1526), König von Böhmen und Ungarn, aus dem Haus der Jagiellonen
  6. Katharina/Catalina (1507–1578)
    Johann III. (1502–1557), König von Portugal aus dem Haus Avis

Vorfahren[Bearbeiten]

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Ferdinand I. von Aragón (1380–1416)
 
 
 
 
 
 
 
Johann II. von Aragón (1397–1479)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Eleonore Urraca von Kastilien (1374–1435)
 
 
 
 
 
 
 
Ferdinand II. von Aragón (1452–1516)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Fadrique Enríquez († 1473)
 
 
 
 
 
 
 
Juana Enríquez (1425–1468)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Maria Fernández de Córdoba
 
 
 
 
 
 
 
Johanna von Kastilien (1479–1555)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Heinrich III. von Kastilien (1379–1406)
 
 
 
 
 
 
 
Johann II. von Kastilien (1405–1454)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Katharina von Lancaster (1373–1418)
 
 
 
 
 
 
 
Isabella I. von Kastilien (1451–1504)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Johann von Portugal (1400–1442)
 
 
 
 
 
 
 
Isabella von Portugal (1428–1496)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Isabella von Braganza (1402–1465)
 
 
 
 
 
 

Nachwirken in Literatur, Musik und Film[Bearbeiten]

Die Lebensgeschichte von Johanna der Wahnsinnigen wurde in dem 1994 in deutsch erschienenen Roman Johanna die Wahnsinnige von Catherine Hermary-Vieille literarisch verarbeitet, sowie im 2005 erschienenen Roman der nicaraguanischen Schriftstellerin Gioconda Belli Das Manuskript der Verführung. Auch Jakob Wassermanns Erzählung Donna Johanna von Kastilien (1906) behandelt den Stoff.

Musikalisch beschäftigt sich Gian Carlo Menotti mit dem Stoff in seiner Oper La Loca (in den frühen Aufführungen: Juana la loca) aus dem Jahr 1979.

Im Jahr 2001 führte Vicente Aranda Regie bei Juana la Loca, der Verfilmung ihrer Lebensgeschichte; Pilar López de Ayala erhielt für ihre Darstellung Johannas den Goya-Preis 2002 für die beste Hauptdarstellerin.

2007 wurde das Theaterstück Johanna, die Wahnsinnige von Heiko Dietz am Münchner „theater … und so fort“ uraufgeführt.

Literatur[Bearbeiten]

  • ARAM, Bethany; JÁKFALVI-LEIVA, Susana;CANTERA MONTENEGRO, Santiago (2001). La reina Juana: gobierno, piedad y dinastía. Seiten 158 -160; Marcial Pons Historia. ISBN 9788495379313
  • Johan Brouwer: Johanna die Wahnsinnige. Glanz und Elend einer spanischen Königin. Hugendubel, Kreuzlingen u. a. 2004, ISBN 3-424-01258-0.
  • Manuel Fernández Álvarez: Johanna die Wahnsinnige. 1479–1555. Königin und Gefangene (= Beck'sche Reihe. Bd. 1731). Aus dem Spanischen übersetzt von Matthias Strobel. Beck, München 2008, ISBN 978-3-406-54769-0.
  • Manuel Fernández Álvarez: Juana I. In: Real Academia de la Historia (Hrsg.): Diccionario Biográfico Español, Bd. 28. Madrid 2011, S. 320–323, ISBN 978-84-96849-84-6.
  • Luis Suárez Fernández: „ Los reyes catolicos: el camino hacia Europa”, Rialp, 1990, ISBN 843212589X, [5]
  • Karl Joseph von Hefele: “el Cardenal Jiménez de Cisneros y la iglesia española a fines del siglo XV y principios del XVI, para illustrar la historia de la Inquisición. Imprenta del Diario de Barcelona (1869) [6]
  • GÓMEZ, María A.; JUAN NAVARRO, Santiago; ZATLIN, Phyllis (2008). Juana of Castile: history and myth of the mad queen S. 9 – 13; . Associated University Presse. ISBN 9780838757048.
  • RUBIN STUART, Nancy (2004). Isabella of Castile: The First Renaissance Queen S. 404; iUniverse. ISBN 9780595320769.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Johanna von Kastilien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Europäische Stammtafeln, Neue Folge, Band II.: Die außerdeutschen Staaten. Tafeln 66, 65 und59; Verlag J. A. Stargardt, Marburg, 1984
  2. Europäische Stammtafeln, Neue Folge, Band II.op. cit. Tafel 66
  3. Manuel Fernández Álvarez: Johanna die Wahnsinnige 1479–1555. Königin und Gefangene. 2005, S. 40 und S. 78.
  4. Juan de Mariana: Historia general de España, pp.54-56.
  5. BOADA GONZÁLEZ, Francisco Javier (2010). «Ars Aurificis: laus Deo, sumptus hominibus». En Miguel Ángel Zalama Rodríguez. Juana I en Tordesillas: su mundo, su entorno. Valladolid: Ayuntamiento de Tordesillas. ISBN 978-84-932810-9-0.
  6. Joseph Rübsam, Johann Baptista von Taxis, Herder, Freiburg im Breisgau 1889, S. 188ff.
  7. Juan de Mariana, op. cit. Seiten 54-56
  8. Luis Suárez Fernández: „ Los reyes catolicos: el camino hacia Europa” (S. 348), Rialp, 1990, ISBN 843212589X, [1]
  9. Luis Suárez Fernández: op. cit. S. 349
  10. Karl Joseph von Hefele: “el Cardenal Jiménez de Cisneros y la iglesia española a fines del siglo XV y principios del XVI, para illustrar la historia de la Inquisición. Imprenta del Diario de Barcelona (1869) [2]
  11. Suárez Fernández, op. cit. S. 349-350.
  12. ARAM, Bethany; JÁKFALVI-LEIVA, Susana;CANTERA MONTENEGRO, Santiago (2001). La reina Juana: gobierno, piedad y dinastía. Seiten 158 -160; Marcial Pons Historia. ISBN 9788495379313
  13. Von Hefele, op. cit. S. 150
  14. CARRETERO ZAMORA, Juan Manuel (1988).Cortes, monarquía, ciudades: las Cortes de Castilla a comienzos de la época moderna (1467-1515). Madrid: Siglo Veintiuno de España Editores. ISBN 84-670-2294-9.
  15. Luis Suárez Fernández: op. cit. S. 351
  16. Miguel Ángel Zalama : Vida cotidiana y arte en el palacio de la reine Juana I en Tordesillas, Estudios y Documentos, 58, Universidad de Valladolid; 2000; [3]
  17. Miguel Ángel Zalama op. cit.
  18. Aram etc. op. cit. S. 179 – 181
  19. Aram etc. op. cit. S. 159
  20.  Walther L. Bernecker; Horst Pietschmann: Geschichte Spaniens / Von der frühen Neuzeit bis zur Gegenwart. 4 Auflage. W. Kohlhammer, Stuttgart 1993, ISBN 3-17-018766-X, S. 85 f..
  21. Aram etc. op. cit. S. 161
  22. GÓMEZ, María A.; JUAN NAVARRO, Santiago; ZATLIN, Phyllis (2008). Juana of Castile: history and myth of the mad queen S. 9 – 13; . Associated University Presse. ISBN 9780838757048.
  23. RUBIN STUART, Nancy (2004). Isabella of Castile: The First Renaissance Queen S. 404; iUniverse. ISBN 9780595320769.
  24. Cartwright, William Cornwallis (1870). Gustave Bergenroth: a memorial sketchp. Seiten 171, 172 [4].
  25. Cartwright, William Cornwallis (1870). Op. cit. Seiten 173-174.
  26. Johanna die Wahnsinnige, FemBiographie http://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/johanna-die-wahnsinnige/
  27. Europäische Stammtafeln, Neue Folge, Band II.: Die außerdeutschen Staaten. Tafel 66; Verlag J. A. Stargardt, Marburg, 1984

Siehe auch[Bearbeiten]


Vorgänger Amt Nachfolger
Michael von Avis und Trastámara Fürstin von Asturien
1502-1504
Karl von Österreich und Trastámara
(Der spätere Karl I.)
Isabella I. und Ferdinand V. Königin von Kastilien und León
1504–1555
1504–1506 mit ihrem Gemahl Philipp I.
1506–1516 Regentschaft von Ferdinand V.
1516–1555 mit ihrem Sohn Karl I.
Karl I.
Ferdinand II. Königin von Aragón
1516–1555
mit ihrem Sohn Karl I.
Karl I.