Lier (Belgien)

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Lier
Blason ville be Lier.svg Flag of Lier.png
Lier (Antwerpen)
Lier
Lier
Staat: Belgien
Region: Flandern
Provinz: Antwerpen
Bezirk: Mechelen
Koordinaten: 51° 8′ N, 4° 34′ OKoordinaten: 51° 8′ N, 4° 34′ O
Fläche: 49,7 km²
Einwohner: 34.905 (1. Jan. 2016)
Bevölkerungsdichte: 702 Einwohner je km²
Höhe: m
Postleitzahl: 2500
Vorwahl: 015
Bürgermeister: Frank Boogaerts (NV-A)
Adresse der
Kommunalverwaltung:
Grote Markt 57
2500 Lier
Website: www.lier.be
lblels
Die Jubiläumsuhr im Zimmerturm

Lier (französisch: Lierre) ist eine Gemeinde und Stadt in der belgischen Provinz Antwerpen, zehn Kilometer südöstlich der gleichnamigen Provinzhauptstadt. Die Gemeinde Lier, zu der auch das Dorf Koningshooikt (mit dem Stammsitz der Firma van Hool) gehört, hat 34.905 Einwohner (Stand 1. Januar 2016).

Die Stadt liegt am Fluss Nete; in Lier fließen große und kleine Nete zusammen. Von Lier aus führt ein etwa 8 Kilometer langer Kanal Richtung Nordosten zum Albertkanal.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt soll 760 vom Missionar Gummarus gegründet worden sein. Die Stadtrechte erhielt Lier im Jahr 1212. Im Mittelalter war die Tuchindustrie bedeutend. Im 15. Jahrhundert wollte Herzog Johann IV. den Bürgern von Lier für ihre Dienste während seines Kampfes gegen die Bewohner von Mecheln danken. Sie konnten ihre Belohnung selbst auswählen: ein Viehmarkt mit Schafschlachterei oder eine Universität. Sie entschieden sich für das Stapelrecht von Vieh, eine Entscheidung, die für Lier sehr lukrativ war, denn für jede Region wurde nur ein Viehmarkt erlaubt. So verlagerte sich der Viehmarkt von Wespelaar nach Lier, und der Herzog seufzte der Legende nach: „Ach, diese Schafsköpfe“. Seit dieser Zeit werden die Einwohner wie auch die Fans des Lierse SK als Schapenkoppen bezeichnet.[2]

Nach 1600 ging die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt zurück.

Im Ersten Weltkrieg hatte Lier stark zu leiden und wurde stark beschädigt. Am 29. September 1914 wurde Lier erstmals beschossen. Anfang Oktober 1914 wurde Lier von Soldaten des deutschen Heeres geplündert. Nach dem Abzug der deutschen Truppen im November 1918 begann der Wiederaufbau.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt in Lier viele kleinere Industrie- und Handelsbetriebe. Der Tourismus ist bedeutend. Lier ist ein Einkaufs- und Marktzentrum für die Umgebung. Lier hat außerdem auch eine Kunstakademie.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Lierse SK spielt Fußball in der zweiten Division und trägt seine Spiele im Herman Vanderpoortenstadion (14.538 Plätze) aus. Die Mannschaft wurde in den Jahren 1932, 1942, 1960 und 1997 belgischer Meister.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die mittelalterliche St. Gummaruskirche ist dem Schutzpatron der Stadt gewidmet (→Lage).
  • Die ebenfalls mittelalterliche St. Pieterskapelle ist das älteste Gebäude der Stadt (→Lage).
  • Der Beginenhof gehört seit 1998 zum UNESCO-Welterbe „Flämische Beginenhöfe“. Er umfasst mehrere Gassen mit 162 Gebäuden und ist damit einer der Größten seiner Art (→Lage).
  • Das Rathaus mit Belfried gehört seit 1999 zum UNESCO-Welterbe „Belfriede in Belgien und Frankreich“ (→Lage).
  • Der Marktplatz am Rathaus (Grote Markt) ist von Gebäuden des Barock und der Renaissance umgeben.
  • Der Zimmerturm (Zimmertoren) oder auch Corneliusturm ist benannt nach dem Uhrmacher Louis Zimmer, der 1930 anlässlich der Jahrhundertfeier der belgischen Unabhängigkeit seine mechanische Kunstuhr (Jubiläumsuhr) in den mittelalterlichen Corneliusturm einbaute und damit seiner Heimatstadt ein einmaliges Kunstwerk schenkte (→Lage). In einem Nebengebäude ist eine weitere astronomische Uhr Zimmers mit 93 Zifferblättern und 14 Automaten untergebracht, die 1939 auf der Weltausstellung in New York zu sehen war.
  • Das Gefangenentor (Gevangenenpoort) war Teil der alten Stadtmauer und wurde im 19. Jh. als Gefängnis genutzt (→Lage).
  • Es gibt einige wenige Gebäude im Jugendstil, die zum Teil unter Denkmalschutz stehen: Mechelsestraat 63 (1905 erbaut von Edward Careels; →Lage), Kluizeplein 23 (→Lage), Kolveniersvest 12 (→Lage), Baron Opsomerlaan 59 (→Lage)
  • Die Stadt hat einige kleinere Museen.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lier (Belgien) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. luftlinie.org
  2. Hinweis bei Tourismuslier abgerufen am 23. Juli 2012