Königin-Maud-Land

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Dronning Maud Land
Königin-Maud-Land
Flagge Norwegens
Flagge
Amtssprache Norwegisch
Staatsform Nebengebiet (Anspruch international nicht anerkannt)
Staatsoberhaupt, zugleich Regierungschef König Harald V.
Fläche 2.741.000 km²
Währung Norwegische Krone
Zeitzone UTC+2
Internet-TLD .no, .aq
Ross-Nebengebiet (Neuseeland) Australisches Antarktis-Territorium Adélieland (Frankreich) Australisches Antarktis-Territorium Königin-Maud-Land (Norwegen) (südliche und nördliche Grenze nicht definiert) Peter-I.-Insel (Norwegen) Chilenisches Antarktisterritorium Britisches Antarktis-Territorium Vereinigtes Königreich/Argentinien Argentinien/Vereinigtes Königreich/Chile Chile/Vereinigtes Königreich Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln Marie-Byrd-Land (wird von keinem Staat beansprucht)Queen Maud Land in Antarctica (no south borders).svg
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Von links nach rechts die Prinzessin-Ragnhild-Küste, die Prinz-Harald-Küste und die Kronprinz-Olav-Küste (Satellitenbild: NASA)

Königin-Maud-Land (norwegisch: Dronning Maud Land) ist ein Teil des Kontinentes Antarktika. Es wird seit dem 14. Januar 1939 von Norwegen beansprucht, was aber international nicht anerkannt wird. Das Gebiet hat eine Größe von etwa 2.700.000 km²[1], das ist mehr als die siebenfache Fläche von Deutschland (357.026 km²). Es wurde nach Königin Maud (1869–1938) benannt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die als Kronprinz-Olav-Küste und Prinzessin-Ragnhild-Küste bekannten Küstenstreifen wurden 1929/30 von den norwegischen Flugpionieren Hjalmar Riiser-Larsen und Finn Lützow-Holm entdeckt.

Den Weg für die Beanspruchung der Region durch Norwegen ebnete der norwegische Schiffseigner und Walfangmagnat Lars Christensen durch die Finanzierung von neun Expeditionen (1927–1937) in die Region. Das Hauptziel war die Erkundung neuer Walfanggründe, nachdem die britische Regierung Lizenzgebühren für den Walfang an den Küsten des Britischen Antarktis-Territoriums erhob.

1938 entsandte das Deutsche Reich die Deutsche Antarktische Expedition mit dem deutschen Expeditionsschiff Schwabenland. Ziel der Expedition war die Walfangrechte vor der Küste des Expeditionsgebiets zu sichern. Im Rahmen des wissenschaftlichen Teils dieser Expedition wurden im Januar 1939 das erste Mal die eisfreien Berge im Hinterland der Küste von mitgeführten Dornier-Flugzeugen aus fotografiert. Die eingesehene und überflogene Region zwischen 10° W und 15° O wurde von der Expeditionsleitung „Neuschwabenland“ getauft und vom Deutschen Reich beansprucht, was aber international ebenso wie der Anspruch der Norweger als Königin-Maud-Land nicht anerkannt wird.

Die erste wissenschaftliche Expedition ins Innere von Königin-Maud-Land war die Norwegisch-Britisch-Schwedische Antarktisexpedition von 1949 bis 1952.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Osten schließt sich das zum Australischen Antarktis-Territorium gehörige Enderbyland an, und im Westen das zum Britischen Antarktis-Territorium gehörige Coatsland.

Von der Küste bzw. der Schelfeiskante steigen die Gletscher allmählich bis auf über 1000 m an. Daran schließt sich die Region der aus dem Eis aufragenden Nunataks und Bergketten mit Höhen teilweise über 3000 m an. Von Westen nach Osten sind die Kraulberge, die Heimefrontfjella, das Borg-Massiv, die Gjelsvikfjella, das Mühlig-Hofmann-Gebirge, das Wohlthatmassiv, Sør Rondane und die Belgicafjella die bedeutendsten Gebirge. Diese Bergketten stauen das Inlandeis des Polarplateaus auf über 2000 m auf. Der höchste Berg ist die Jøkulkyrkja (die Gletscherkirche) mit 3.148 m

Drei mächtige Gletscher „entwässern“ diesen Sektor der Ostantarktis. Bei 20° W fließt der Stancomb-Wills-Gletscher nach Westen auf das Brunt-Schelfeis hinaus. Die Grenze zwischen dem Borgmassivet und der Gjelsvikfjella wird durch den Jutulstraumen markiert, der das Fimbul-Schelfeis speist. Zwischen dem Wohlthat-Massiv und Sør Rondane fließt der 200 km breite Carsten-Borchgrevinkisen.

Die Küste wird von folgenden Nebenmeeren des Südlichen Ozeans begrenzt, von West nach Ost:

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Königin-Maud-Land gliedert sich in folgende Regionen bzw. Sektoren:

Regionen und Grenzen
Region[2] Westgrenze[3] Ostgrenze[3]
Prinzessin-Martha-Küste 20° 00′ W 05° 00′ O
Prinzessin-Astrid-Küste 05° 00′ O 20° 00′ O
Prinzessin-Ragnhild-Küste 20° 00′ O 34° 00′ O
Prinz-Harald-Küste 34° 00′ O 40° 00′ O
Kronprinz-Olav-Küste 40° 00′ O 44° 38′ O
Königin-Maud-Land 20° 00′ W 44° 38′ O

Forschungsstationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Königin-Maud-Land – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geographical survey. I. Geography in text and figures: Dependencies. In: Statistical Yearbook of Norway 2013 Geographical survey. Statistisk sentralbyrå (SSB), abgerufen am 18. Januar 2017 (englisch).
  2. William James Mills: Exploring Polar Frontiers – A Historical Encyclopedia. Band 2. ABC-CLIO, Santa Barbara/Denver/Oxford 2003, ISBN 1-57607-422-6, S. 540 (englisch).
  3. a b William James Mills: Exploring Polar Frontiers – A Historical Encyclopedia. Band 1. ABC-CLIO, Santa Barbara/Denver/Oxford 2003, ISBN 1-57607-422-6, S. 130 und 172 (englisch).

Koordinaten: 72° 30′ 0″ S, 12° 0′ 0″ O