Kirchentellinsfurt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kirchentellinsfurt
Kirchentellinsfurt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kirchentellinsfurt hervorgehoben
Koordinaten: 48° 32′ N, 9° 9′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Tübingen
Höhe: 383 m ü. NHN
Fläche: 11 km2
Einwohner: 5599 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 509 Einwohner je km2
Postleitzahl: 72138
Vorwahl: 07121
Kfz-Kennzeichen:
Gemeindeschlüssel: 08 4 16 022
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 1
72138 Kirchentellinsfurt
Website: www.kirchentellinsfurt.de
Bürgermeister: Bernd Haug
Lage der Gemeinde Kirchentellinsfurt im Landkreis Tübingen
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Kirchentellinsfurt ist eine Gemeinde jeweils etwa sieben Kilometer nordöstlich von Tübingen und nordwestlich von Reutlingen gelegen. Sie gehört zur Region Neckar-Alb und zur europäischen Metropolregion Stuttgart. Der Ortsname wird umgangssprachlich häufig zu K'furt verkürzt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchentellinsfurt liegt im Neckartal und am Rand des Schönbuchs. Die Echaz mündet hier in den Neckar.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Gemeinde Kirchentellinsfurt, sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt und gehören zum Landkreis Reutlingen beziehungsweise zum Landkreis Tübingen ¹

Altenburg, Pliezhausen, Reutlingen, Wannweil, Kusterdingen ¹ und Tübingen ¹

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Kirchentellinsfurt gehören das Dorf Kirchentellinsfurt und die herzogliche Domäne Einsiedel.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchentellinsfurt ist aus den beiden Siedlungen Kirchen und Tälisfurt (bedeutet so viel wie Furt im kleinen Tal) zusammengewachsen. Das ältere Kirchen wurde im Jahre 1007 erstmals urkundlich als „Kirihheim“ erwähnt. In dieser Urkunde wurde das Dorf dem Bistum Bamberg geschenkt. Später war Kirchentellinsfurt zeitweise in bayerischem Besitz, unter österreichischer Herrschaft sowie später im Besitz des benachbarten Klosters Bebenhausen. Nachdem Herzog Ludwig Kirchentellinsfurt 1593 gekauft hatte, setzte sein Nachfolger, Herzog Friedrich, 1594 Anastasius Kommerell als den ersten evangelischen Pfarrer ein, der die Reformation im Dorf und den umliegenden Ländereien einführen sollte.[3] Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs sprengten deutsche Truppen die Neckarbrücke und wollten ursprünglich von der Talstraße aus die Gemeinde verteidigen.[4]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2014 Sitze:

  • FWV: 4
  • CDU: 3
  • GAL: 3
  • SPD: 2
  • RAT: 2

[5]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bürgermeister wird für eine Amtszeit von 8 Jahren gewählt. Die Amtszeit von Bernhard Knauss endete vorzeitig zum 31. Dezember 2014.

  • 1949–1979 Richard Wolf
  • 1979–2014 Bernhard Knauss
  • ab 1. Januar 2015 Bernd Haug[6]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchentellinsfurt ist mit der Gemeinde Illmitz im Burgenland, Österreich freundschaftlich verbunden.

1000-Jahrsfeier 2007 Dorfstraße

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schlossmuseum
  • Archäologischer Lehrpfad im Ortsteil Einsiedel, Beginn am Schloss Einsiedel
  • Archäologischer Park Pfeilergrabmal Kirchentellinsfurt

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Römisches Grabmal
  • Eine Kirche und Pfarrei wurde in Kirchentellinsfurt bereits 1275 erwähnt. 1592 wird sie mit St. Martin bezeichnet. Das Patronat gelangte über die Grafen von Aichelberg an die Reutlinger Bächt, 1316 an das Kloster Bebenhausen und 1479 an das Stift Tübingen. 1594 wurde die Reformation eingeführt. Die evangelische Martinskirche[7] (Kirchenbezirk Tübingen) ist im Kern spätmittelalterlich. 1956 wurde sie umgebaut und erweitert. Dabei erhielt sie einen pyramidenförmigen Turmhelm, über dem Nordeingang ein Martinsrelief von Ulrich Henn sowie drei bleiverglaste Chorfenster (Dreieinigkeit) von Adolf Valentin Saile. Altar und Kanzel sowie Orgel wurden völlig erneuert. Ebenso wurde die tonnengewölbte Sakristei abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt. Eine Kirchturmsanierung fand 2015 und eine Innenrenovierung 2018 statt. Das Kruzifix ist noch spätgotisch. Dessen Besonderheit sind die beweglichen Arme, so dass man die Kreuzesabnahme jährlich demonstrieren kann.

Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Panorama von Kirchentellinsfurt (Juli 2014)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Haltepunkt Kirchentellinsfurt liegt seit 1861 an der Bahnstrecke Plochingen–Tübingen. An Werktagen (außer Samstags) verkehren mindestens stündlich Regionalbahnen Richtung Tübingen (von dort meist weiter nach Herrenberg) und Reutlingen (von dort weiter nach Plochingen oder Bad Urach). Im Berufsverkehr gibt es einzelne Halte des Regional-Expresses Tübingen–Stuttgart, abgesehen davon gibt es im normalen Betrieb keine umsteigefreie Verbindung nach Stuttgart.

Die in diesem Streckenabschnitt autobahnähnliche Bundesstraße 27 führt an Kirchentellinsfurt vorbei und verbindet die Gemeinde im Norden mit Stuttgart und im Süden mit Balingen und Rottweil.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben einer Grund- und Hauptschule gibt es in Kirchentellinsfurt auch die Graf-Eberhardt-Realschule. Seit März 2001 gibt es in Kirchentellinsfurt einen Waldkindergarten. Träger ist der Verein Waldkindergarten Kleine Wiesel e. V. Ein weiterer Kindergarten ist der Kindergarten Regenbogen, gleich neben der Grundschule.

Wasserkraftwerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wasserkraft am Neckar wird zur Stromgewinnung genutzt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Adolf Münzinger (1876–1962), Agrarökonom, Rektor der Landwirtschaftlichen Hochschule Hohenheim

Persönlichkeiten, die in Kirchentellinsfurt wirkten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2017 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VII: Regierungsbezirk Tübingen. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004807-4. S. 127–128
  3. Otto Kommerell: Familienchronik Kommerell. Stammtafel mit 79 Bildern und 15 Tafeln aufgestellt in der Zeit von 1915–1942, Frankfurt a. M. : Kramer 1943, S. 34–35
  4. https://www.kirchentellinsfurt.de/de/Leben-in-Kirchentellinsfurt/Ortsportrait/Ortsgeschichte Ortsgeschichte Kirchenstellinsfurts
  5. http://www.kirchentellinsfurt.de/126?view=publish&item=member&id=11
  6. Gemeindenachrichten: Abschiedsfest für Bürgermeister Offizielle Homepage von Kirchentellinsfurt
  7. Ev. Martinskirche auf der offiziellen Website der Kirchengemeinde, abgerufen am 1. September 2018
  8. Eichendorff-Plakette 2002 in Blätter des Schwäbischen Albvereins Heft 2/2003, S. 33

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Peter Maier und Andreas Heusel (Hrsg.): Kirchentellinsfurt. Chronik eines Dorfes. Kirchentellinsfurt: Gemeinde Kirchentellinsfurt 2007. 556 S.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]