Klaus Hinrich Stahmer

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Klaus Hinrich Stahmer (* 25. Juni 1941 in Stettin) ist ein deutscher Komponist und Musikwissenschaftler. Er gab der Entwicklung der E-Musik in den 1980er-Jahren Impulse durch seine multimedialen Arbeiten (u.a. Musik mit Klangskulpturen und musikalischen Grafiken). Künstlerisches Neuland erschloss er auch mit seinen der Weltmusik zuzurechnenden Kompositionen für außereuropäische Instrumente.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klaus Hinrich Stahmer

Klaus Hinrich Stahmer wurde in Stettin geboren. 1945 floh die Familie vor russischem Militär in den Westen. Während seiner Schulzeit in Lüneburg von 1947-60 erhielt er Instrumentalunterricht (Violoncello, Klavier) und wirkte als Sänger bei Oratorien- und Chorkonzerten mit. Nach dem Schulabschluss (Abitur) absolvierte er ein breitgefächertes Musikstudium am Dartington College of Arts (England), am Hochschulinstitut für Musik Trossingen und der Musikhochschule Hamburg (Künstlerische Reifeprüfung Musiktheorie, Privatmusiklehrerexamen Violoncello, 1. Staatsexamen Schulmusik/Gymnasien) sowie an den Universitäten Hamburg und Kiel (Promotion Dr. phil 1968). Von seinen akademischen Lehrern hat ihn in der Kombination von musikalischer Praxis mit gedanklicher Durchdringung sowie uneingeschränkter Offenheit gegenüber zeitgenössischer Musik der Musikwissenschaftler Constantin Floros nachhaltig gefördert und angeregt. Von 1969 bis 2004 war Stahmer als Hochschullehrer für musikwissenschaftliche Fächer (Musikgeschichte, Instrumentationsgeschichte, Formenlehre und Musikethnologie u.a.) an der Hochschule für Musik Würzburg tätig, seit 1977 mit einer Professur. Wesentliche Impulse gingen von seiner Mitarbeit (1970/80er-Jahre) und Leitung (1989 - 2004) des Studios für Neue Musik aus. 1976 gründete er in Würzburg das Festival „Tage der Neuen Musik“, welches er bis 2001 leitete. Neben seiner Tätigkeit als Hochschullehrer, Festival- und Konzertorganisator veröffentlichte er Bücher, Artikel und Aufsätze zu Themen aus dem Bereich der neuen Musik und arbeitete als Journalist für verschiedene Rundfunksender und Zeitschriften. Seit 2013 ist Stahmer Mitglied der Freien Akademie der Künste in Hamburg.

Kulturpolitisch war Stahmer in mehreren Gremien wie dem Deutschen Musikrat unter anderem für die Belange der zeitgenössischen Musik tätig und war von 1983 bis 1987 sowie von 2000 bis 2002 Präsident der deutschen Sektion der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik (IGNM). Den Schwerpunkt seines öffentlichen Wirkens sah er in der Vertiefung der Beziehungen zwischen Deutschland und Israel sowie in der Annäherung Polens und Deutschlands.

Seit seiner Emeritierung vom Hochschuldienst arbeitet Stahmer primär als Komponist und reist zu Vortrags- und Studienreisen in die Länder des nahen und des fernen Ostens.

Werkübersicht[1][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Threnos für Viola und Klavier (1963) und weiteren Jugendwerken fand Stahmer in der Zusammenarbeit mit bildenden Künstlern zu neuen Ausdrucksformen, teilweise unter Verwendung elektronischer Mittel. Schlüsselwerke wie Transformationen (1972) und das Schlagzeugduo I can fly (1975) zeigen Stahmer als Experimentator, der sich neben visueller Darstellungsmittel auch der zeitgenössischen Lyrik bedient und in kammermusikalischen Stücken wie Quasi un requiem (Texte: Henry Miller;1974) und Tre paesaggi (Texte: Cesare Pavese;1976) Musik mit hohem Symbolgehalt schuf. Seit Mitte der 70er-Jahre finden sich auch Bühnenwerke wie das mit elektronischen Mitteln gestaltete, von Zaga Živković choreografierte und am 18. Januar 1980 vom „Studio za suvremeni ples“ in Zagreb mit Siegfried Behrend als Solist an der Gitarre uraufgeführte Ballett Espace de la solitude[2] oder das in Gemeinschaftsproduktion mit dem Jazz-Saxofonisten Bernd Konrad entstandene Ballett Die Nashörner (nach Eugène Ionesco). Größer besetzte Kammermusikzyklen wie die Acht Nachtstücke (1980), der Bühneneinakter Singt, Vögel (1985/86; Inszenierungen an den Bühnen der Landeshauptstadt Kiel, im Marstalltheater München und im Gasteig München) oder auch die Drei Bagatellen – in memoriam Igor Strawinsky (1992) lassen eine neue Dimension im Schaffen des Komponisten erkennen. Daneben erforschte Stahmer die klanglichen Möglichkeiten von Elmar Dauchers Klangsteinen und Installationen von Edmund Kieselbach. Hatte er zuvor meist improvisatorisch mit ähnlichen Klangskulpturen gearbeitet, entwickelte er nun systematisch Klangstrukturen, bei denen Klangsteine mit herkömmlichen Klangkörpern wie dem Streichquartett (Kristallgitter; 1992) oder Akkordeon (To lose is to have; 1999) zusammengeführt werden. Seit 1994 macht sich zunehmend der Einfluss außereuropäischer Musizierformen bemerkbar, ablesbar an den drei Songlines (1994) oder dem einstündigen, in Australien uraufgeführten Klavierzyklus Sacred Site (1996). Stücke wie There is no return (1998) zeigen, dass Stahmers Beschäftigung mit fremden Ethnien nicht nur musikimmanent auf sein Komponieren ausstrahlt, sondern auch politisches Engagement für die Opfer weißer Gewaltherrschaft beinhaltet. Vom Mitgefühl für die Opfer des Holocaust geprägt ist das in mehrjähriger Arbeit entstandene Tonbandstück (mit Vibrafon-Solo) Che questo è stato (1999). Das Duo für die chinesische Mundorgel Sheng und die chinesische Zither Guzheng Silence is the only Music (2004) eröffnet eine Serie von Stücken, in denen Stahmer die Spielweise und Tongebung nichteuropäischer Instrumente zur Darstellung seiner musikalischen Vorstellungen heranzieht. Bei dem in Zusammenarbeit mit dem libanesischen Dichter Fuad Rifka entstandenen Zyklus Gesänge eines Holzsammlers (2009) setzt Stahmer die arabischen Instrumente Zither Qanun und Rahmentrommel ein.

Stahmers Kompositionen, darunter zahlreiche Vokal- und Instrumentalsoli, entstanden vielfach in künstlerischer Zusammenarbeit mit Musikern wie Carla Henius (Gesang), Siegfried Behrend, Reinbert Evers und Wolfgang Weigel (Gitarre), Kolja Lessing, Herwig Zack und Florian Meierott (Violine), Stefan Hussong (Akkordeon) sowie Spezialisten für außereuropäische Instrumente wie dem Sheng-Spieler Wu Wei, Xu Fengxia und Makiko Goto (Guzheng/Koto), Gilbert Yammine (Qanun) sowie Vivi Vassileva und Murat Coşkun (Orientalische Rahmentrommel).

Stilistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

"Klaus Hinrich Stahmer zählt zu der Komponistengeneration, die in ihrer Jugend von der Zwölftonmusik, der Musikästhetik Theodor W. Adornos und der musikalischen Avantgarde der sechziger und siebziger Jahre zwar geprägt wurde, aber dann einen eigenen Weg suchte und fand."[3]. Anfänglich von Hindemith, Bartók und Berg beeinflusst, suchte er nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten und entwickelte durch die Beschäftigung mit der Bildersprache zeitgenössischer Maler und Bildhauer eine eigene Diktion. In multimedialen Werken setzte er sich "mit Farb- und Raumbezügen der Musik und musikalischen Graphik auseinander."[4] So band er seit 1972 instrumental und elektronisch realisierte Klangfarben in zeitliche Prozesse ein, bei denen diatonisches oder chromatisches Skalendenken ebenso wenig Sinn ergibt wie die Suche nach motivisch-thematischen Kriterien. Dabei kam es zwangsläufig auch zur Auflösung des an klassisch-romantischen Typen orientierten Formdenkens und zu Experimenten mit den sog. "offenen Formen", die Stahmer in einigen der Foren neuer Musik im In- und Ausland vorstellte. "Nicht zu unterschätzen ist die Rolle der eigenen Mitwirkung bei solchen Auftritten: Häufig am Mischpult bzw. mit seinem Violoncello mitten unter den Interpreten sitzend und agierend, konnte er, ohne den Umweg über eine Partitur gehen zu müssen, sein akustisches Material unmittelbar erspüren und direkt formen, und nicht selten verwischten sich die Grenzen zwischen Komponiertem und Improvisiertem."[5] Wurde hier der Instrumentalklang geräuschhaft erweitert und aufgebrochen, zeichnet sich in Vokalwerken wie Die Landschaft in meiner Stimme (1978) eine Hinwendung auch zu den phonetischen Möglichkeiten der mit Mund und Stimmbändern produzierten Klänge ab (siehe Abbildung).

Stahmer: "Die Landschaft in meiner Stimme" (Ausschnitt)

Nach einer überwiegend von Klangexperimenenten geprägten Schaffensphase suchte Stahmer ab 1980 nach Möglichkeiten, diese Erfahrungen auf die eher traditionellen Spiel- und Gesangstechniken zu übertragen, z. B. in unbegleiteten Solokompositionen wie Aristofaniada (1979) und Now (1980). Hieraus entwickelte sich eine verstärkt auf der stilistischen Retrospektive aufbauende, das Vorbild jedoch nur in gebrochener Form vermittelnde Schreibweise, die sich zunehmend an Idealen wie Klangschönheit und Spielfreude orientiert. Parallel hierzu kam es allerdings, beginnend mit der musikalischen Grafik Geburtstagskanon für John Cage (1982) und noch deutlicher erkennbar mit dem Tonbandstück Der Stoff aus dem die Stille ist (1990), zu einer Gegenbewegung. Der klanglichen Üppigkeit begegnete er nun immer entschiedener mit einer Reduktion der Mittel und Zurücknahme des Ausdrucks. Knapp und klar geschnitten erscheinen die Klanggesten schließlich in den beiden Klavierstücken Musik der Stille (1994/98) und dem an japanisches Nô-Theater erinnernden Duo Ima (2007).

Hatte Stahmer sich Anfang der 1970er-Jahre von den melodischen und Harmonikmodellen der Schönbergschule abgewendet und einem erneuerten Form- und Klangdenken in seinem Schaffen Raum gegeben, ist in den letzten Jahren eine Rückkehr zur Tonalität festzustellen, jedoch operiert diese Tonalität jenseits aller funktionsharmonikalen Klangverbindungen mit den modalen Klangvorstellungen arabischer „Maquame“ (Modi) oder fernöstlicher Stimmungen und bezieht zuweilen die reine (pythagoräische) Intonation mit ein. Hinzu kommt die spezielle Klangwelt außereuropäischer Instrumente wie Qanun, Sheng, Koto, Shakuhachi u.a., die auf Grund ihrer speziellen Stimmungen und Spieltechniken für ungewöhnliche Klangstrukturen im modernen Satzgefüge sorgen. Dabei verstärkte sich laut Stahmer eine Tendenz, die sich schon in früheren Werken abzeichnete, indem bei zunehmender Ausdehnung des Satzgefüges und Dehnung der Zeitverläufe die musikalischen Formen sich mehr und mehr aus der Sonorität heraus entfalten. Damit geraten die Musikstücke nicht selten in die Nähe archaischer Musikformen, deren Erleben sich Stahmer im Lauf mehrjähriger Beschäftigung mit sog. "Primitivkulturen" erschlossen hat. Dass seine Musik dabei trotzdem eher „westlich“ klingt, verdankt sie einer klaren Abgrenzung gegenüber jeglicher Form von Stilkopie. Stahmer sieht sein Ziel vielmehr in einer "Bereicherung der europäischen Musik durch die Einbeziehung asiatischer [und anderer] Elemente."[6] Indem er "in seiner Musik seismografisch auf die Entwicklung einer globalen Kultur" reagiert und sich "für ein tieferes Verständnis außereuropäischer Musik" sowie den "gleichberechtigten Dialog mit Musikern Afrikas und Asiens" engagiert, ist es ihm gelungen, "der Kompositionskunst neue Horizonte" zu eröffnen.[7] Am ehesten lässt sich diese ästhetische Position des Komponisten mit dem von Wolfgang Welsch eingeführten Begriff der "Transkulturalität beschreiben.[8]

Themen und Inhalte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis auf wenige Ausnahmen wie z.B. der Fantasie für Violine oder dem Solo für Kontrabass gehören Stahmers Kompositionen nicht zu dem Typus von Werken, bei denen ein Spiel um des Spielens willen stattfindet. Vielmehr sind sie mit außermusikalischem Sinn aufgeladen und werden erst durch die semantische Entschlüsselung im vollen Umfang verständlich. Meist erschließen sich die Themen und Inhalte dem Hörer durch die vertonten Texte, weil „fast die Hälfte seiner Werke in enger Beziehung zur Sprache steht.“ Immer wieder hat Stahmer „neue Möglichkeiten“ entdeckt, „ein Verhältnis zwischen den unterschiedlichen künstlerischen Ausdrucksmitteln Musik und Wortsprache herzustellen. Das Spektrum reicht von Textvertonung im herkömmlichen Sinne bis hin zur musikalischen Interpretation und Paraphrase einer lediglich als Material verstandenen sprachlichen Vorlage.“[9]

Die Liste der zur Vertonung herangezogenen Texte reicht von Bibeltexten über griechische Tragödiendichtung bis in die Gegenwart, wobei eindeutig ein Schwerpunkt auf der zeitgenössischen Lyrik liegt. Sie enthält große Namen der deutschen Gegenwartsliteratur wie Erich Arendt, Nelly Sachs, Hans Erich Nossack, Hans Magnus Enzensberger und Erich Fried, daneben aber auch Lyriker wie z.B. Jürgen-Peter Stössel, Hans Georg Bulla, Wolfgang Hilbig und Jürgen Fuchs. Vielfach stammen die Gedichte und Prosatexte von anglo-amerikanischen Autoren wie u.a. Henry Miller, Dylan Thomas, Edward Estlin Cummings, Wystan Hugh Auden. Der Bilderreichtum und der Sprachklang von Dichtern des Mittelmeerraums wie z.B. Cesare Pavese, Giuseppe Ungaretti oder Vicente Aleixandre ließen klang- und spielfreudige Stücke entstehen. Insbesondere waren es jedoch Texte von Eugène Ionesco und Samuel Beckett, die zu tonsprachlich neuartigen und inhaltlich wichtigen Stücken geführt haben. Auffallend viele Poeten entstammen dem afrikanischen Kulturkreis wie z.B. Sandile Dikeni, Dikobe wa Mogale oder Jean-Felix Belinga Belinga. Eine besonders enge Zusammenarbeit bestand mit dem Libanesen Fuad Rifka. Daneben griff Stahmer aber auch auf anonyme Textquellen zurück wie beispielsweise die Grabinschriften eines jüdischen Friedhofs.

In vielen seiner Werke vermittelt Stahmer weltanschauliche Ideen. Geprägt durch eigene Erlebnisse von Krieg und Flucht, entwickelte er eine pazifistische Grundhaltung, denen er in Werken wie Quasi un requiem und Singt, Vögel Ausdruck gab. Ist es in den genannten Werken aus früherer Zeit eine eher allgemeine pazifistische Einstellung, für die er sich entsprechende Sprachbilder in der Literatur suchte und Auszüge aus The Colossus of Maroussi von Henry Miller bzw. den Troerinnen von Euripides vertonte, schärfte sich später die Aussage zur Anklage gegen den Bau der Berliner Mauer (in Wintermärchen), gegen die Bücherverbrennung der Nationalsozialisten (in Gerettete Blätter) und gegen die Apartheidspolitik Südafrikas (in There is no Return). Auch hierbei stützt sich Stahmer auf Texte von Dichtern wie Heinrich Heine oder Sandile Dikeni. Erinnerungen an den Holocaust weckt er in Stücken wie … che questo è stato … und Mazewot. Die in Zusammenarbeit mit Bernd Konrad geschaffene Ballettmusik Die Nashörner nach Rhinocéros von Eugène Ionesco ist ein Appell gegen die Ausbreitung des Faschismus.

Eine eher geistige Aussage trifft Stahmer in Stücken, deren Bindung an den Kanon der christlichen Kirchenmusik anfänglich noch recht offensichtlich ist (etwa in Davids Lobgesang), was indessen in späteren Jahren von der Hinwendung zu fernöstlichem Gedankengut abgelöst wurde (in WU, MING u.a.). Magisch-mythische Naturerfahrungen von Naturvölkern haben ihren Niederschlag gefunden in dem Klavierzyklus Sacred Site und den Songlines. Mit ihrer rituellen Darbietungsform und langen Aufführungsdauer verlassen diese Werke die herkömmliche Konzertpraxis und entfalten ihre Wirkung bevorzugt im Zusammenhang mit Tanz und Bildprojektionen. Sowohl in Stahmers politisch engagierten Stücken als auch den vom Streben nach Spiritualität gekennzeichneten Kompositionen zeichnet sich eine Grundhaltung ab, die auf Weltoffenheit und Austausch basiert.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Orchester- und Bühnenwerke

  • Die Nashörner (Ballettmusik, mit Bernd Konrad/1983)
  • Singt, Vögel (Einakter/1985/86)
  • May they come, may they disembark, may they stay and rest awhile in peace für großes Orchester (1997)

Klaviermusik:

  • Sacred Site (1996)
  • Musik der Stille (1994/98)
  • Four Poems (2000/07)
  • Ghinna’û Hattab [Gesänge eines Holzsammlers] (2009)
  • People out of Nowhere für zwei Klaviere (2000)

Kammermusik

  • Quasi un requiem für Sprechstimme und Streichquartett (Texte: Henry Miller/1974)
  • I can fly für 2 Schlagzeuger (1975/81)
  • 8 Nachtstücke für Flöte, Gitarre und Violoncello (1983/90)
  • Nocturne für Enzensberger für Gitarre solo (1984)
  • Musik für die weißen Nächte für Gitarre und Streichquartett (1992)
  • Em-bith-kâ [Der Adler ruft] für Streichquartett (1998)
  • Mazewot [Grabsteine] für Violine solo (1998)
  • There is no Return für Flöte, 2 Schlagzeuger und Klavier (1998/2005)
  • Our Music is so sweet für Violine solo (2002)
  • Redland für Violoncello solo (2005)
  • Flüchtige Augenblicke für Akkordeon solo (2008/09)
  • Solo für Kontrabass solo (2014)
  • Weiss für Klarinette solo (2014)

Vokalmusik

  • Tre paesaggi für Sprechstimme, Gitarre, Schlagzeug und Tonband (Texte: Cesare Pavese/1976)
  • Die Landschaft in meiner Stimme (Musikalische Grafik/1978)
  • Now 4 Lieder für Singstimme solo (Texte: E. E. Cummings /1980)
  • Wintermärchen für 3 Sprecher, Klarinette und Streichquartett (Texte: Heinrich Heine u.a./1981)
  • Momentaufnahmen für Sprechstimme und Instrumentalensemble (1986/89)

Musik mit Klangskulpturen

  • Erinnerungen aus den Wassern der Tiefe für Gitarre und Tonbandzuspielungen (Live-Elektronik ad libitum) (1978)
  • Kristallgitter für Streichquartett, computergesteuerte Steinklänge und Ringmodulation (Klangstein von Elmar Daucher/1992)
  • Herr der Winde für Flöte und Zuspiel-CD (Klangpaneele von Edmund Kieselbach/1997)

Musik für außereuropäische Instrumente

  • Ning Shi [Gefrorene Zeit] für Sheng und Akkordeon od. Klavier (1994/2007)
  • Silence is the only Music für Sheng und Guzheng (2004)
  • Pulip Sori [Graslied] für Gayageum, Violoncello und Janggu (2006)
  • Marthia [Trauergesang] für Violoncello und Qanun (2009)
  • Zikkrayat [Erinnerungen] für Qanun (2009)
  • Feng Yu [Herr der Winde] für Dizi und Zuspiel-CD (2007)
  • WU für Sheng, Klarinette und Violoncello (2010)
  • Baram Sori für Daegeum und Zuspiel-CD (2010)
  • Taqasim für Qanun, Violine und Violoncello (2011)
  • Aschenglut für orientalische Rahmentrommel und Klavier (2014)
  • MING für Sheng, Akkordeon und Violoncello (2015)

Diskografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sacred Site. Interpr.: Philipp Vandré (Klavier); Kreuzberg Records CD kr 10021 (1998)
  • silence is the only music. Kammermusik (6 Werke) für fernöstliche und europäische Musikinstrumente. Interpr. u.a.: Wu Wei, Xu Fengxia, Makiko Goto, Andreas Gutzwiller; WERGO CD ARTS 8116 2 (2009)
  • Gesänge eines Holzsammlers. Interpr.: Fuad Rifka und Horst Mendroch (Rezitation), Pi-Sien Chen (Klavier), Murat Çoskun (Rahmentrommel), Gilbert Yammine (Qanun); WERGO CD ARTS 81092 (2010)
  • Licht. Kammermusik (u.a. "Ming" u. "Aschenglut"). Interpr. u.a.: Wu Wei, Wen-Sinn Yang, Vivi Vassileva, Stefan Hussong, Pi-Hsien Chen, Maruan Sakas; Kreuzberg Records CD kr 10112 (2016)

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anmerkungen zur Streichquartettkomposition nach 1945; in: Hamburger Jahrbuch f. Musikwissenschaft Bd. 4, Hamburg (Wagner) 1980, S. 7-32.
  • Mahlers Frühwerk – Eine Stiluntersuchung; in: "Form und Idee in Gustav Mahlers Instrumentalmusik", hg. v. Klaus Hinrich Stahmer; Wilhelmshaven (Heinrichshofen) 1980, S. 9-28.
  • Musik in der Residenz. Würzburger Hofmusik; Würzburg (Stürtz) 1983
  • Der Klassik näher als dem Klassizismus – Die Streichquartettkompositionen von Strawinsky; in: Hindemith-Jahrbuch Annales Hindemith Bd. 12, Mainz (Schott) 1983, S. 104-115.
  • Mythos Klang – Progress oder Regression? in: Ausstellungskatalog „Klangskulpturen“, hg. v. Frankfurt Feste/Alte Oper, Frankfurt 1985.
  • Bearbeitung als Interpretation - Zur Schubertrezeption Gustav Mahlers, Hans Zenders und Friedhelm Döhls sowie Zwischen Nostalgie und Utopie - Musik über und zu Gustav Mahler von Peter Ruzicka, Helmut Lachenmann, Wilhelm Killmayer, Vittorio Fellegara, Detlev Glanert, Michael Denhoff, Walter Zimmermann, Babette Koblenz und Thomas Jahn; in: "Franz Schubert und Gustav Mahler in der Musik der Gegenwart", hg. v. Klaus Hinrich Stahmer, Mainz (Schott) 1997, S. 25–62. u. S. 93–106.
  • Neue Klangwelt der Gitarre, in: nova giulianidad 11/88, S. 126 ff.
  • Fünfzig Jahre neue Musik in Israel; in: Jahrbuch der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, Bd. 12. München 1998, S. 526–523.
  • Zwischen Hörspiel und musique concrète – Klaus Hashagens radiophonische Musik; in: Komponisten in Bayern, Band 42; Tutzing 2003; S. 75–90.
  • Mit Papa Haydn am Kilimandscharo – Afrikanische Streichquartette; in: NZfM 2006, H. 5, S. 18–23.
  • Wind kommt auf – Anmerkungen zu „Angin“; in: „Wenn A ist, ist A“ – Der Komponist Dieter Mack, hg. v. Torsten Möller; Saarbrücken (Pfau) 2008, S. 101–110.
  • Das Fremde und das Eigene – Gedanken eines Weggefährten zur außereuropäisch inspirierten Musik von Peter Michael Hamel; in: Komponisten in Bayern Bd. 61; München (Allitera) 2017, S. 62–87.

Auszeichnungen und Preise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1981 1. Preis im Wettbewerb „Junge Komponisten gesucht“ der Stadt Koblenz;
  • 1984 1. Preis im Wettbewerb der Onyûkai Association Tokyo;
  • 1986 Johann-Wenzel-Stamitz-Preis der Künstlergilde Esslingen e.V.;
  • 1994 Kulturpreis der Stadt Würzburg;
  • 1996 Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland;
  • 2001 1. Preis Georg-Friedrich-Händel-Wettbewerb der Stadt Halle;
  • 2006 Ehrenpreis im Tsang-Houei-Hsu-Wettbewerb Taipeh.
  • 2017 1. Preis Carl von Ossietzky-Wettbewerb Oldenburg.

Literatur (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Brockhaus Riemann Musiklexikon (Ergänzungsband). Mainz 1989, ISBN 3-795-78300-3.
  • Komponisten der Gegenwart. Edition Text & Kritik, München (Loseblattsammlung seit 1992), ISBN 3-883-77414-6.
  • Peter Hollfelder: Internationales Chronologisches Lexikon Klaviermusik, Wilhelmshaven (Noetzel) 1999, S. 205.
  • The New Grove Dictionary of Music and Musicians. Bd. 24, 2001, ISBN 0-333-60800-3.
  • Die Musik in Geschichte und Gegenwart (MGG). 2. Ausg. Bd. 15, Kassel 2006, ISBN 3-7618-1135-7.
  • Peter Päffgen, Klaus Hinrich Stahmer: Kann man Komponieren eigentlich lernen? Interview mit Klaus Hinrich Stahmer. In: Gitarre & Laute. Band 6, Heft 6, 1984, S. 8–14 und 50 f.
  • Riemann Musiklexikon 13. Aufl., Bd. 5, Manz (Schott) 2012, ISBN 978-3-79570006-5.
  • Theresa Henkel und Franzpeter Messmer (Hrsg.): Komponisten in Bayern. Bd. 60: Klaus Hinrich Stahmer. München 2016, ISBN 978-3-86906-909-8.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl. das vollständige Werkverzeichnis in: Theresa Henkel und Franzpeter Messmer, Klaus Hinrich Stahmer - Komponisten in Bayern Bd. 60, München 2016, S.118 - 129
  2. Gitarre und Laute. Band 2, Heft 1, 1980, S. 5, und Heft 3, S. 7; und Päffgen/Stahmer (1984), S. 10–14.
  3. Theresa Henkel und Franzpeter Messmer, Klaus Hinrich Stahmer - Komponisten in Bayern Bd. 60, München 2016, S.7
  4. Artikel "Klaus Hinrich Stahmer", in: Riemann Musiklexikon Bd. 5, Mainz (Schott) 13. Aufl. 2012, S. 95
  5. Christoph Taggatz: Klaus Hinrich Stahmer: Lebenslinien, in: Theresa Henkel u. Franzpeter Messmer (Hg.):Komponisten in Bayern Bd. 60, München (Allitera) 2016, S. 14.
  6. Constantin Floros: Passion Musik; Mainz (Schott) 2017, S. 77. ISBN 97839835473
  7. Theresa Henkel/Franzpeter Messmer (Hg.), in: Komponisten in Bayern, Bd. 60, München 2016, S. 7
  8. Wolfgang Welsch: Was ist eigentlich Transkulturalität? in: Kulturen in Bewegung, Beiträge zur Theorie und Praxis der Transkulturalität, transcript 2010, S. 39-66.
  9. Kilian Sprau: « écoute-les s’ajouter les mots » – zur sprachbezogenen Musik Klaus Hinrich Stahmers. In: Komponisten in Bayern. Bd. 60 (Hrsg. von Theresa Henkel und Franzpeter Messmer). München 2016, S. 65.