Kleinbüllesheim

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Kleinbüllesheim
Koordinaten: 50° 40′ 28″ N, 6° 49′ 28″ O
Höhe: 150 m ü. NHN
Fläche: 4,13 km²
Einwohner: 1380 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 334 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1969
Postleitzahl: 53881
Vorwahl: 02251
Karte
Lage von Kleinbüllesheim in Euskirchen

Kleinbüllesheim ist ein Stadtteil im Nordosten von Euskirchen im Kreis Euskirchen, Nordrhein-Westfalen.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbarorte von Kleinbüllesheim sind die Stadtteile Großbüllesheim, Wüschheim, Dom-Esch und Weidesheim. Durch den Ort fließt der Erftmühlenbach, ebenso das Obere und Untere Ahrflüsschen.

Kleinbüllesheim, Luftaufnahme (2014)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals erwähnt wurde der Ort 856 in der Verleihungsurkunde König Lothars II., als er seinem Vasallen Otbert eine Villa namens Bullengesheim mit einer Kapelle gab.

1807 wurde die Pfarre aufgehoben und Großbüllesheim zugewiesen, 1849 aber wieder neu errichtet. Seit 1907 besitzt Kleinbüllesheim zwei Kirchen, die beide St. Peter und Paul heißen, eine neue und eine alte. Im Liber valoris heißt das jetzige Kleinbüllesheim aliud Bullisheym = das andere Büllesheim im Gegensatz zu „inferior Bullisheym“ = Niederbüllesheim, dem heutigen Großbüllesheim.

1728 wurde die mittelalterliche Große Burg durch einen Neubau ersetzt. Baumeister war Johann Conrad Schlaun, der von der mittelalterlichen Anlage die Zweiteilung, die Wasserumwehrung und den spätgotischen Torbau beibehielt und das Herrenhaus als schlossartigen Landsitz errichtete. Die aus Feldbrandziegeln gebaute Vorburg wurde nach einem Brand 1756 teilweise erneuert.

Die Kleinbüllesheimer „Kleine Burg“ ist 1873 ausgebrannt und danach verfallen.

In den Wiesen am Erftmühlenbach gab es eine frühmittelalterliche Befestigungsanlage, eine sogenannte Motte. Bei der Verlegung des Bachlaufes 1956 wurde sie eingeebnet und verschwand völlig.

Am 1. Juli 1969 wurde Kleinbüllesheim nach Euskirchen eingemeindet.[2]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Ortsrand führen die Landesstraßen 182 und 194 vorbei. Weiterhin treffen die Kreisstraßen 15 und 21 im Dorf aufeinander. Am westlichen Ortsrand verläuft die Eifelbahn, der nächste Haltepunkt ist im benachbarten Großbüllesheim. Kleinbüllesheim hat insgesamt drei Bushaltestellen, die von den Bussen der Linien 875, 870, 806 und 731 der Unternehmen SVE und RVK angefahren werden.

Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Kleinbüllesheim befinden sich unter anderem die beiden Kirchen St. Peter und Paul und Johannes der Täufer, zwei Friedhöfe, Spiel- und Fußballplätze, ein Kindergarten und die Feuerwehr. Zudem gibt es neben einem Restaurant weitere kleinere Einrichtungen wie Kosmetikstudios, Handwerksbetriebe oder Immobilienmakler. In Diskussion ist derzeit der Bau eines Einzelhandelstandortes mit Lebensmittelgeschäft am nördlichen Ortsausgang.[3]

Pfarrkirche St. Peter und Paul

Breitbandausbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Frühjahr 2016 hat das Bonner Telekommunikationsunternehmen bn:t Blatzheim Networks Telecom GmbH alle drei Kabelverzweiger der Deutschen Telekom um Multifunktionsgehäuse ergänzt, die per Glasfaserkabel angeschlossen wurden. Somit sind für große Teile des Ortes durch die VDSL2-Vectoring-Technologie Internetbandbreiten mit bis zu 100 Mbit/s im Download möglich.[4]

Windpark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Juni bis Dezember 2020 wurde östlich von Kleinbüllesheim auf landwirtschaftlich genutzten Flächen im Gebiet zwischen Kleinbüllesheim, Großbüllesheim, Dom-Esch und Weidesheim ein Windpark errichtet. In der ersten Ausbaustufe werden dies zwei Windkraftanlagen sein, in Zukunft sind sechs geplant. Bereits im Jahre 1998 wurde von der Stadt Euskirchen dort eine Windkraftkonzentrationszone ausgewiesen.[5] Allerdings wurde das Bauvorhaben mehrfach verzögert, da unter anderem Rohrweihen und Uhus gesichtet wurden, zwischenzeitlich kein Investor Interesse bekundet hatte und Gutachten neu erstellt werden mussten. Ende Juni 2020 begannen dann die Bauarbeiten, welche von den Unternehmen WKN Group, PNE AG und Enercon durchgeführt werden. Die Höhe der Anlagen soll zwischen 144 und 150 Meter und die Nennleistung bei 4,7 Megawatt liegen. Die Einspeisung des Stroms in das Netz erfolgt von den Anlagen aus erst über unterirdisch verlegte Erdkabel hin zu einer eigens für den Windpark errichteten Trafostation im Industrie-Park Am Silberberg am dort bereits existierenden Umspannwerk in das Hochspannungsnetz.[6][7]

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jährlich stattfindende Ereignisse sind beispielsweise der Sankt-Martins-Zug mit anschließendem Martinsfeuer am östlichen Ortsausgang und Weckenmannausgabe am Feuerwehrhaus sowie der Karnevalszug, der von dem Verein KG Nubbel veranstaltet wird. Weitere Veranstaltungen werden von dem im Ort ansässigen Bürgerverein Kleinbüllesheim unter anderem im Bürgerhaus durchgeführt. Am Kreisverkehr befindet sich ein Kriegerdenkmal. In unmittelbarer Nähe zu diesem Denkmal wird jährlich ein Maibaum im Frühjahr und ein Weihnachtsbaum im Winter aufgestellt, der von den Kindern des Kindergartens mit Geschenken geschmückt wird.

Denkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Große Burg Kleinbüllesheim
  • Kleinbüllesheimer Straße
    • Nr. 42 – Fachwerkhaus, 18. Jahrhundert
    • Nr. 48 – Fachwerkhaus, verputzt, 18. Jahrhundert, Wohnspeicherhaus, Ladeluke im Giebel
  • Kopenhagener Straße
    • Nr. 13–15 – Ehemaliges Mühlengebäude „Marienthaler Mühle“, datiert 1881, Mühle, Wehranlage, Wohnhaus
  • Luxemburger Straße
  • Paulstraße

Straßennamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Straßenbenennung in Kleinbüllesheim wird seit 1969 nach „Ortsnamen außerhalb Deutschlands“ vorgenommen.[9]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Johann Hoffmann: Drei rheinische Dörfer und ihre Geschichte  Großbüllesheim Kleinbüllesheim Wüschheim. Handpresse, Weilerswist, 1998, ISBN 3-930137-80-1
  • Karl Johann Hoffmann: 1150 Jahre Ortsname Büllesheim, 856-2006, Festschrift anlässlich des Jubiläums, Heinen, Bad Münstereifel, ISBN 3-924383-00-6
  • C.-P.Joist/ B.Bell, St.Peter und Paul Kleinbüllesheim. Hrsg.Pfarrgemeinde Erftmuehlenbach 2007

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einwohnerzahlen Ortsteile. Stadt Euskirchen, 31. Dezember 2017, abgerufen am 7. Juli 2018 (Hauptwohnsitze).
  2. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 86.
  3. Investor will Einkaufszentrum in Euskirchen bauen. Abgerufen am 13. November 2016.
  4. Rheinbach-Niederdrees und Euskirchen-Kleinbüllesheim mit VDSL erschlossen. Abgerufen am 13. November 2016.
  5. Flächennutzungsplan der Stadt Euskirchen. Abgerufen am 13. Oktober 2020.
  6. Windpark mit langer Geschichte: Deshalb musste Euskirchen auf seine Windräder warten. Abgerufen am 13. Oktober 2020.
  7. Windpark in Euskirchen: Uhu-Frage immer noch nicht geklärt. Abgerufen am 13. Oktober 2020.
  8. St. Peter und Paul Kleinbüllesheim
  9. Straßen und Plätze der Stadt Euskirchen S. 135. N. Falkenberg, September 1993

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kleinbüllesheim – Sammlung von Bildern