Kreationismus

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Kreationismus im engeren Sinne. Im weiteren Sinne bezeichnet der Begriff auch den Schöpfungsglauben allgemein.
Die Erschaffung des Lichts von Gustave Doré

Kreationismus (von lateinisch creatioSchöpfung“) bezeichnet die Auffassung, dass das Universum, das Leben und der Mensch durch einen unmittelbaren Eingriff eines Schöpfergottes in natürliche Vorgänge entstanden sind. Begründet wird dies mit der wörtlichen Interpretation der Offenbarung, der Heiligen Schriften der abrahamitischen Religionen (insbesondere das 1. Buch Mose).

Der Kreationismus entstand als Widerstand gegen das im 19. Jahrhundert aufgekommene Postulat eines hohen Erdalters, die Unmöglichkeit einer weltweiten Sintflut und die darwinsche Evolutionstheorie. Das Verhältnis des heutigen Kreationismus zur Naturwissenschaft ist gekennzeichnet durch eine selektive Inanspruchnahme naturwissenschaftlicher Erkenntnisse als Beleg für den eigenen Glauben an die wortwörtliche Wahrheit der offenbarten Schriften. Ein Widerspruch zwischen der geoffenbarten Wahrheit und den Lehren der Naturwissenschaft sei demnach unmöglich, da ja schließlich Gott, der die heilige Schrift inspirierte, auch die Natur geschaffen habe.[1] Da die Wahrheit der Offenbarung unbezweifelbar sei, müssen alle Fehler auf falsche Interpretation natürlicher Tatsachen durch die Wissenschaft zurückgehen. Abgelehnt werden vor allem Aspekte, die auf der Evolutionstheorie aufbauen. Diese wird von Vertretern des Kreationismus als wissenschaftlich ungesicherte, atheistische Ideologie wahrgenommen.[2]

Seine größte Bedeutung hat der Kreationismus in den christlich-fundamentalistischen und evangelikalen Strömungen in den USA. Dort hat er unter Wählern der konservativen Republikaner viele Anhänger, die sogenannte religiöse Rechte. Sie sprechen sich dafür aus, den Kreationismus zum Inhalt des Biologieunterrichts an Schulen zu machen. Da die US-amerikanische Verfassung jedoch ein Verbot religiöser Inhalte im Schulunterricht enthält und auch keinen gesonderten Religionsunterricht vorsieht, interpretieren sie den Kreationismus als wissenschaftliche Theorie, die folglich ohne Konflikt mit der Verfassung unterrichtet werden könne. Gerichte haben jedoch in letzter Instanz stets gegen diese Ansicht geurteilt. In seinen verschiedenen Formen changiert der Kreationismus zwischen Religionslehre und Pseudowissenschaft.[3][4]

Im Islam vertritt heute u. a. Harun Yahya den Kreationismus,[5] im Judentum sind es vor allem Anhänger orthodoxer Richtungen.

Abgrenzung

Der Kreationismus in seiner modernen, heute einflussreichen Form geht zurück auf amerikanische Autoren der 1950er Jahre, die vor allem die Ansichten von Autoren des 17. bis 19. Jahrhunderts wiederbelebten, die vorher sowohl in der wissenschaftlichen wie auch in der theologischen Fachdebatte keine Rolle mehr spielten. Als grundlegend gelten vor allem das 1923 erschienene „The New Geology“ von George McCready Price und, dieses popularisierend, „The Genesis Flood: The Biblical Record and Its Scientific Implications“ von John C. Whitcomb und Henry M. Morris.[6][7] Eine unabhängige Tradition in Europa existierte nur in den Niederlanden im auf Abraham Kuyper zurückgehenden Neocalvinismus.[8] Der übrige moderne europäische Kreationismus geht auf die amerikanischen Autoren zurück. Die Anti-Evolutionisten, die die Evolutionstheorie Charles Darwins im 19. Jahrhundert ablehnten, nannten sich nicht Kreationisten, der Begriff taucht allenfalls in privater Korrespondenz aus dieser Zeit, als abwertende Zuschreibung, gelegentlich auf[9].

Viele Menschen, die eine Schöpfung vertreten, sehen dies als Teil ihres religiösen Glaubens und als vereinbar mit der Naturwissenschaft oder davon grundsätzlich unabhängig.[10] Darunter fallen viele große Konfessionen, einschließlich der katholischen und vieler protestantischer Kirchen, sowie auch manche islamische Glaubensgemeinschaften. Sie lehnen die durchgängig wörtliche Interpretation der Heiligen Schrift und der darin beschriebenen Schöpfungsgeschichte grundsätzlich ab.[11] Sie wird als Text verstanden, der kritisch im historischen Kontext seiner Verfasser gelesen werden muss (historisch-kritische Methode). Viele religiöse Menschen verstehen sie auch als Metapher, die eine Bedeutung lediglich außerhalb der Naturwissenschaft hat.

Solche Standpunkte werden manchmal in eine breitere Definition des Begriffs Kreationismus mit aufgenommen, werden aber besser unter dem Stichwort theistische Evolution gefasst. Der Kreationismus im engeren Sinn vertritt jedoch die Ansicht, dass wissenschaftliche Aspekte für eine wörtliche Interpretation des im Buch Genesis (bei Christen und Juden) oder im Koran (bei Muslimen) beschriebenen Schöpfungsberichts sprächen. Diese Auffassung der Irrtumslosigkeit und wörtlichen Interpretation der Bibel (evangelikale Exegese, fundamentalistische Hermeneutik) findet sich vorrangig in evangelikalen und in fundamentalistischen Bewegungen des Christentums sowie mitunter im Islam.

Obwohl der hebräische Urtext so ausgelegt werden kann, dass er die Schöpfung aus dem Nichts (creatio ex nihilo) implizit bestreitet, sehen einige Juden und Christen die Genesis als Stütze für den Absolutheitsanspruch ihres Schöpfungsglaubens. Sie gehen davon aus, dass die Schrift faktisch zutreffende Aussagen aus der Perspektive Gottes enthalte und ein Augenzeugenbericht über den Ursprung der Dinge sei.

Naturwissenschaftliche Erkenntnisse (als eine empirische Informationsquelle über die Naturgeschichte) stehen jedoch weitestgehend im Widerspruch zu dieser wörtlichen Interpretation der Bibel. Einige Kreationisten sind daher der Auffassung, dass die Sichtweise der Naturwissenschaft und ihre Grundannahmen unvereinbar mit dem religiösen Glauben seien und sich diesem unterordnen sollten. Kreationisten lehnen oft die Sichtweise der Naturwissenschaft im Allgemeinen und bestimmte wissenschaftliche Theorien im Besonderen ab. Dies bezieht sich vor allem auf die darwinsche Evolutionstheorie und ihre Bedeutung für die moderne Evolutionsbiologie. Die meisten Kreationisten bestreiten auch die naturwissenschaftlichen Theorien über den Ursprung des Lebens und der menschlichen Spezies, die geologische Erdgeschichte, die Evolutionsgeschichte, die Entwicklung des Sonnensystems und den Ursprung des Universums.

Kreationismus im weiteren Sinn durchzieht die gesamte Religionsgeschichte. Im Allgemeinen jedoch wird damit Bezug genommen auf die Zeit ab den ersten Widersprüchen zwischen Erkenntnissen moderner Naturforscher und Vertretern einer wortgetreuen Bibelauslegung bei der Datierung der Größenordnung des Erdalters, in deutlicherer Form dann mit der Aufstellung der Evolutionstheorie durch Charles Darwin. Andere Definitionen beziehen sich dagegen auf die Einführung der Evolutionstheorie im Schulunterricht.

Geschichte

Antike: Die heiligen Bücher

Eine der Wurzeln des Kreationismus liegt in den Kosmogonien, den seit antiken Zeiten aufgeschriebenen Erklärungsmodellen zur Entstehung der Welt. Die Schriften zur Schöpfung in den Buchreligionen wurden in der Tora, der Bibel und im Koran gesammelt und durch die Schriftform fixiert. Alle drei Werke verarbeiten die Ansichten der abrahamitischen Religionen zu Welt- und Naturgeschichte. Arabische bzw. muslimische Gelehrte ergänzten ihre Ansichten zur Schöpfung weiterhin durch Verwendung von griechischen Texten. In der Antike selbst ist eine dem Kreationismus vergleichbare Weltanschauung quasi unbekannt. Die antiken Philosophen der Schulen der Platoniker und Neuplatoniker, der Stoa und der Epikureer betrachteten übereinstimmend die Lehre von den Göttern als dunkles und schwieriges Problem, über das der Mensch kaum sichere Kunde besitze.[12] Aufgabe der Philosophen sei es, durch Nachdenken zum Kern der Probleme vorzudringen. Die mythischen Erzählungen zum Weltursprung und zu den Göttern wurden in unterschiedlichem Maße ernst genommen, meist aber als allegorische Fabeln für das ungebildete Volk abgetan. Auch die auf der Schwelle zum Mittelalter stehenden Kirchenväter lehnten wortinspirierte Lesungen der Bücher weitgehend ab. Der bis in die Neuzeit immens einflussreiche Augustinus besaß eine profunde philosophische Bildung und war stark vom Neuplatonismus Plotins beeinflusst. Seiner Ansicht nach hatte die antike Philosophie durch reines Nachdenken die meisten (wenn auch nicht alle) der Glaubenswahrheiten der Bibel unabhängig von Gottes Offenbarung entdeckt. Für ihn waren die wesentlichen Wahrheiten über den Menschen und die Welt allerdings innerlich. Eine zu starke Beschäftigung mit den Angelegenheiten der Welt galt zwar nicht ausgesprochen als sündhaft, lenke aber doch eher von den Dingen ab, auf die es wirklich ankomme. Augustinus schrieb, in verschiedenem Alter, fünf Abhandlungen über das Buch Genesis, ohne zu einem abschließenden Urteil zu kommen. Er warnt aber davor, die Aussagen der Schrift zu wörtlich zu nehmen und gegen die Texte der Philosophen auszuspielen, da alle Wahrheit in der Natur letztlich ebenfalls von Gott stamme. Der Sinn von vielem in den Texten müsse durch allegorische Auslegung enträtselt werden. Ein direkter, wörtlicher Glaube könne zwar der Seele nie schaden, es sei aber theologischen Denkern erlaubt, darüber hinaus zu forschen.[13][14]

Mittelalter

Im Mittelalter (ca. 600 n. Chr. bis 1500 n. Chr.) galt seit al-Ghazālī (gestorben 1111) im islamischen Kulturraum die Beschäftigung mit den Werken der Philosophen über die Natur als unnötig und tendenziell schädlich, sie wurde in den Medressen nicht mehr gelehrt. In der davor liegenden philosophischen Blütezeit war aber vor allem das Werk des Aristoteles rezipiert und umfassen ausgelegt worden, nur durch islamische (und im islamischen Kulturkreis lebende jüdische) Denker ist dieses im Abendland, das jede Kenntnis davon verloren hatte, wieder zugänglich geworden. Dem frühen Mittelalter im Okzident waren davor nur anekdotische, meist stark allegorisch geprägte im weitesten Sinne naturkundliche Werke zugänglich, die Bestiarien genannt werden. Die hochmittelalterliche Scholastik strebte eine Synthese zwischen dieser nun neu zugänglichen (antiken) Naturphilosophie und der Theologie (die erst jetzt, durch Petrus Abaelardus neu begründet wurde) an. Als maßgeblich an den neu entstehenden Universitäten galt vor allem die Lehre des Thomas von Aquin (gestorben 1274).[15] Im Thomismus besteht zwischen Glauben und Vernunft kein grundlegender Widerspruch. Der Mensch kann, gestützt auf seine Sinne und seine (immer fehlbare) Vernunft in der Schöpfung wie in einem Buch lesen. Gegenüber dem, durch Gott eingegebenen, Glauben handelt es sich um eine geringere Tugend, die trotzdem eine Tugend bleibt. Der Mensch vermag, natürliche, Wahrheiten über die Welt, mittels der Methoden der aristotelischen Logik, zu entdecken, die Vernunft versage allerdings angesichts der übernatürlichen Wahrheiten, die nur der Glauben fassen könne. Trotz des absoluten Vorrangs der Glaubenswahrheiten ermöglichte die scholastische Lehre eine vom offenbarten Wissen unabhängige Naturphilosophie, die letztlich zur Wurzel der modernen Naturwissenschaften wurde. Das Verbot (zumindest außerhalb der abgehobenen akademischen Sphären) über Wahrheiten zu spekulieren, die im Widerspruch zum, als fraglos richtig angesehenen, offenbarten Wissen standen, verhinderte zunächst jeden offenen Konflikt. Jede Bibelstelle musste seit Johannes Cassianus, neben der wörtlichen Aussage (Literalsinn), allerdings bereits im allegorischen, moralischen (oder tropologischen) und anagogischen Sinn ausgelegt und dabei Widersprüche und Mehrdeutigkeiten ausgeräumt werden, wodurch eine naiv-wörtliche Exegese nie gefördert wurde.

Der Schöpfergott scheidet Licht und Finsternis (Sonne und Mond) von Michelangelo. Ein wörtliches Verständnis der Schöpfungsgeschichte hat die Kunst immer wieder inspiriert.
Michelangelos Die Erschaffung Adams wird sehr oft als Sinnbild für die göttliche Schöpfung allgemein und den Kreationismus im Besonderen verwendet.

Frühe Neuzeit

Erst in der Neuzeit entwickelte sich, zunächst ausschließlich im Okzident, aus der mittelalterlichen Naturphilosophie die moderne, empirische Naturwissenschaft. Diese wurde lange Zeit aber nicht als Problem oder gar als Konkurrenz für das religiöse Weltbild aufgefasst. Klassische Autoren wie Newton oder Galilei verwiesen noch, in mittelalterlicher Tradition, darauf, dass die Enträtselung der Mechanismen von Gottes Schöpfung dessen Ehre nur erhöhen würden. Wissenschaftler wie Robert Boyle betrachteten ihre Forschungen als quasi-theologische Erforschung von Gottes Wirken in der Natur, er stiftete aus seinem Nachlass die Mittel für eine Vorlesungsreihe (die Boyle lectures), die speziell aufzeigen sollte, wie die Wissenschaft den Atheismus widerlege und die christlichen Wahrheiten bestätige. Viele philosophische Autoren verwiesen auf die Harmonie und Zweckmäßigkeit der Natur, die für Autoren wie William Paley eine „natürliche Theologie“ begründete. Gott habe die Natur so geschaffen, dass sie auch vom menschlichen Verstand begriffen werden könne. Für die vor allem englischen Deisten verwies die Untersuchung der Natur aus reinen Verstandesgründen, auch ohne jede Offenbarung, notwendig auf das Wirken eines gütigen Schöpfergottes. Konflikte, zum Beispiel über den Atomismus oder das heliozentrische Weltbild, ergaben sich weniger zwischen Glauben und Wissenschaft sondern eher zwischen den modernen, empirischen Methoden und dem aristotelischen, scholastischen Weltbild, das eher auf der Erklärung der Welt durch abstraktes, logisches Denken beruhte. Kirchliche und weltliche Autoritäten betrachteten die Entwicklung zwar mit Misstrauen, weil sie Veränderungen generell ablehnten und eine Verbindung zwischen freiem Denken und sozialen Forderungen befürchteten, die wissenschaftlichen und philosophischen Kontroversen erreichten aber die breitere Öffentlichkeit fast gar nicht. Dies änderte sich erst im frühen 19. Jahrhundert, insbesondere durch die neuen Lehren der Geologie und der Evolutionsforschung innerhalb der Biologie.

18. und 19. Jahrhundert

Geologie

Die britischen Forscher William Smith, James Hutton und Charles Lyell begannen im 18. Jahrhundert mit einer Abschätzung des Erdalters. Sie begründeten eine neue Wissenschaft, die Geologie. Ihre Schlussfolgerungen waren für viele zeitgenössische Theologen, die aufgrund anderer philosophischer und theologischer Elemente die auf wortwörtlicher Auslegung biblischer Texte beruhende Chronologie (berühmt ist die Rückrechnung von Bischof James Ussher, der den Zeitpunkt der Schöpfung auf den 23. Oktober des Jahres 4004 v. Chr. rückrechnete) bereits ablehnten, völlig unproblematisch. Andere Theologen, mehr aber noch die gebildete breite Öffentlichkeit, sahen darin eine Herausforderung der Autorität der Bibel. In den 1790er Jahren warnte die Royal Society ihr Mitglied John Hunter, seine öffentlichen Auslassungen über das hohe Alter der Erde könnten die „verständlichen“ Vorurteile der Öffentlichkeit reizen. Das Drama „Kain“ des Dichters und Freigeists Lord Byron, in dem das Alter der Erde und Fossilien eine prominente Rolle spielen, rief eine Flut verächtlicher Kritiken hervor. Opponenten, die sich selbst als „Geologen der Schrift“ (scriptural) oder „mosaische Geologen“ bezeichneten, opponierten gegenüber den neuartigen Auffassungen, wobei sie in der breiten Öffentlichkeit viele Sympathien hatten. Diese Opponenten bildeten aber keine geschlossene Front, viele schrieben völlig unabhängig voneinander, und bildeten keine in sich vernetzte Schule wie die späteren Kreationisten (die allerdings auf ihren Werken aufbauten). Berühmt wurde die Kontroverse über die biblische Sintflut. Der Geologe und Geistliche William Buckland verwies in seinem Werk Reliquiae Diluvianae darauf, dass seine Forschungen die Wahrheit des biblischen Berichts klar bestätigt habe; die damals entdeckten Fossilien großer, ausgestorbener Wirbeltiere verwiesen auf urzeitliche Bestien, die in der Flut ertrunken seien. Andere, zu ihrer Zeit prominente Autoren wie Granville Penn und Andrew Ure, darunter neben einigen Geistlichen viele traditionelle Amateurforscher aus der Oberschicht (Gentlemen of science) schrieben Werke, die die wörtliche Wahrheit der biblischen Berichte bestätigen sollten.[16][7]

Biologie

Charles Darwins Theorie der Evolution wurde von konservativen Christen seit der Erscheinung seines Hauptwerks Über die Entstehung der Arten im Jahr 1859 sofort und erbittert bekämpft. Während die bisherigen Kontroversen die Welt als Ganzes betrafen, wurde die Evolutionstheorie als frontaler Angriff auf das Wesen und die Würde des Menschen aufgefasst, hier ging es nicht um nebensächliche Einzelheiten, sondern zentral um das Menschenbild, was die Härte des Streits erklärbar macht. Obwohl Darwin selbst, die Kritik vorhersehend, anfangs zögerte, seine Theorie überhaupt auf den Menschen anzuwenden, wurde dieser Punkt von seinen Kritikern von Anfang an klar gesehen und stand immer im Zentrum der Debatte (Darwin erkannte später seinen Fehler und veröffentlichte 1871 Die Abstammung des Menschen und die geschlechtliche Zuchtwahl). Die Evolutionstheorie postuliert einen Aufstieg des Menschen aus tierischen Vorfahren (was auch als Ermöglichung weiteren Fortschritts gelesen werden konnte), während die Theologie klassisch einen Abstieg des ursprünglich vollkommenen Menschen aufgrund der Erbsünde voraussetzte. Der Widerspruch zum Fall Adams, und damit implizit zu Christus als dem „zweiten Adam“ war theologisch schwerer hinzunehmen als die nicht wortwörtliche Interpretation des Buches Genesis, mit dem die meisten aufgeklärteren Kirchenleute auch im 19. Jahrhundert keine Probleme mehr hatten. Außerdem untergrub die Lehre den tiefen Spalt, der bisher den Menschen von den anderen Geschöpfen getrennt hatte. Was war nun mit der unsterblichen Seele, die nur dem Menschen zukam? In welchem Sinne war der Mensch nun noch das Ebenbild Gottes? Worauf beruhten die moralischen Werte, wenn alles im Kampf um´s Dasein entschieden würde? Wo blieb beim Spiel des Zufalls, der die Entwicklung lenkte, der göttliche Plan? Der Widerstand gegen diese als Entwürdigung des Menschen als Krone der Schöpfung empfundene Herausforderung ging weit über kirchliche Kreise hinaus, sie versetzte der natürlichen Theologie und dem Deismus letztlich den Todesstoß. Sie wurde als Grenzüberschreitung wahrgenommen, mit der sich die Wissenschaft in Dinge einmischte, die sie nichts angingen.[17] Obwohl Darwin Zeit seines Lebens in öffentlichen Äußerungen zögerlich blieb, sprachen seine Unterstützer eine offene Sprache. Sein wichtigster Unterstützer, „Darwins Bulldogge“ Thomas Henry Huxley war es, der den Begriff des Agnostizismus prägte. Herbert Spencer wandte den neuen Begriff der Evolution in First Principles (1862) ohne Zögern auch auf die Entwicklung der menschlichen Gesellschaft an und begründete damit den Sozialdarwinismus. (Im 20. Jahrhundert wandten Forscher wie Edward Tylor, später auch Robert N. Bellah den Evolutionsgedanken dann auf die Religion selbst an und begründeten einen Evolutionismus, vor allem in der Religionsethnologie.)

Zu Darwins Gegnern zälten Geistliche wie der anglikanische Bischof Samuel Wilberforce, daneben aber auch zahlreiche eminente Wissenschaftler wie der englische Anatom und Zoologe Richard Owen oder der führende amerikanische Naturforscher Louis Agassiz. Der katholische (später aufgrund unorthodoxer Ansichten exkommunizierte) Zoologe St. George Mivart argumentierte, wenn auch der menschliche Körper natürlichen Ursprungs wäre, so ginge doch seine Seele allein auf Gott zurück. In Genesis of Species argumentierte er für eine Evolution, die unter göttlicher Kontrolle ablief. Selbst Alfred Russel Wallace, der die Evolutionstheorie unabhängig von Darwin entdeckt hatte, nahm noch an, dass ein Eingriff des Schöpfers notwendig blieb, da anders die Sonderstellung des Menschen nicht erklärbar wäre. Einflussreiche Denker wie der Schriftsteller Samuel Butler, aber auch viele Biologen, griffen auf die konkurrierende Evolutionstheorie des Lamarckismus zurück, die ihnen eher mit einem göttlichen Plan in der Natur vereinbar schien. Da Ende des 19. Jahrhunderts insbesondere Darwins Selektionstheorie innerhalb der Wissenschaft scharf angegriffen wurde und zeitweise in die Defensive geriet, konnten sich religiöse Kritiker bestätigt fühlen, dass es sich um eine kurzfristige Verirrung handelte, die bald überwunden wäre.[18] Speziell in Deutschland äußersten sich führende Anthropologen wie Rudolf Virchow und Adolf Bastian ablehnend. Dies könnte teilweise auf die Position führender deutscher Darwinisten wie Ernst Haeckel zurückgehen, die die Abstammung des Menschen als Argument für „niedere“ Menschenrassen und damit Rassismus verwendeten.[19] (Die Evolutionstheorie als Begründung für Rassismus wurde als Ablehnungsgrund später auch von den führenden amerikanischen Kreationisten wie Henry M. Morris herausgestellt.) Mit der Durchsetzung der Evolutionstheorie innerhalb der Wissenschaft bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts schien die Debatte zunächst erledigt. Konservative protestantische Christen, vor allem in den USA, lehnten sie zwar weiterhin ab, fanden aber keine wissenschaftlichen Unterstützer mehr, so dass der Kampf bereits entschieden schien.[20]

20. Jahrhundert

Den letzten Höhepunkt des aufgeworfenen Konflikts bildete der Scopes-Prozess aus dem Jahr 1925 in Dayton, Tennessee (Vereinigte Staaten), bei dem ein Lehrer stellvertretend für aufklärerische Gruppen einen Musterprozess gegen den US-amerikanischen Bundesstaat führte, der kurz zuvor einen Bann gegen Darwins Evolutionstheorie beschlossen hatte. Der Prozess wurde im Ergebnis gegen den Lehrer entschieden, das Urteil jedoch aufgrund von Formfehlern wieder aufgehoben. Beobachter werteten das Verfahren selbst als Niederlage für die Anliegen des Kreationismus. In der Folgezeit kam es in den Vereinigten Staaten meist zu Entscheidungen, die den Verfassungsgrundsatz der Meinungs- und Redefreiheit in den Vordergrund stellten. Darwins Evolutionstheorie wurde in den öffentlichen Schulen der Vereinigten Staaten in der Frage des Ursprungs des Lebens zunehmend zum Unterrichtsgegenstand. Der bisherige Vorrang der Religionsfreiheit vor wissenschaftlichen Erkenntnissen ging schrittweise über in den Vorrang einer Weltanschauungsfreiheit mit gleichzeitiger Einschränkung der christlichen Mission in den Schulen. Es entwickelte sich also einerseits das Recht, Evolution lehren zu dürfen, und andererseits das Verbot, Schüler christlich zu missionieren.

Richtungen

Kurzzeitkreationismus

Hauptartikel: Junge-Erde-Kreationismus
Die Entstehung der Arten laut dem Kurzzeitkreationismus

Der Junge-Erde-Kreationismus (auch „Kurzzeitkreationismus“ oder „24-Stunden-Tag-Theorie“) ist der hauptsächlich von evangelikalen und fundamentalistischen Christen, aber auch von ultraorthodoxen Juden vertretene Glaube, dass die Erde von Gott vor wenigen tausend Jahren erschaffen worden sei. Anhänger vertreten eine wörtliche Auslegung der Bibel und interpretieren den Schöpfungsbericht in der Bibel als Tatsachenschilderung. Aufgrund des vom englischen Erzbischof James Ussher (1581–1656) anhand biblischer Lebensläufe und Stammbäume berechneten Ussher-Lightfoot-Kalenders wird als Zeitpunkt der Schöpfung der 23. Oktober 4004 v. Chr. angenommen. Dies entspricht einem Erdalter von rund 6000 Jahren. In der Regel gehen Junge-Erde-Kreationisten davon aus, dass die Erde bis etwa 10.000 Jahre alt sei (die Auffassungen darüber, ob das Universum das gleiche Alter hat, sind unterschiedlich). Deshalb werden von ihnen wissenschaftliche Methoden wie radiometrische Altersbestimmung, Isochronmethode, Eiskerndatierung und Dendrochronologie (siehe auch Altersbestimmung (Archäologie)) in Frage gestellt. Stattdessen werden die geologischen Belege hauptsächlich als das Resultat einer globalen Flut erklärt. Mitunter werden auch gängige Thesen wie die Kontinuität der Naturgesetze über historische Zeiträume in Frage gestellt; damit werden alternative Datierungen geologischer und astronomischer Ereignisse erzielt.

Die Flache Erde wird manchmal ebenfalls zum Kurzzeitkreationismus gerechnet.[21] Sie ist aber ein Standpunkt, von dem sich Kreationisten selbst im Allgemeinen zu distanzieren versuchen.[22] Sie wird immer wieder in diesem Kontext als Stilmittel zur zynischen Übertreibung, Karikierung und als stereotype Analogie verwendet. Im 20. Jahrhundert wurde die Flache Erde von der Flat Earth Society vertreten, deren letzter Präsident Charles K. Johnson inzwischen verstorben ist.

Moderner Geozentrismus

Hauptartikel: Geozentrisches Weltbild

Als Geozentrismus bezeichnet man die Ansicht, dass Gott eine sphärische Welt erschaffen und sie im Zentrum des Universums platziert habe. Sie werde von der Sonne, den Planeten und allem anderen umkreist. Alle wissenschaftlichen Behauptungen über das Erdalter seien Lügen; Evolution fände nicht statt. Sehr wenige Menschen vertreten heutzutage einen solchen Glauben; beispielsweise tritt die Creation Science Association im Mittleren Westen der Vereinigten Staaten hierfür ein.

Omphalos-Hypothese

Diese Hypothese postuliert, dass Gott die Erde in jüngerer Zeit erschaffen habe, sie aber viel älter habe aussehen lassen. Dieser Glaube wird von einer kleinen Untergruppe der Junge-Erde-Kreationisten vertreten. Das Argument wurde erstmals 1857 von Philip Henry Gosse hervorgebracht. Er hielt daran fest, dass bestimmte physikalische und biologische Prozesse eine ältere Erscheinung benötigten, da die Welt periodisch ablaufe (Henne-Ei-Henne usw.). Es wird Omphalos-Hypothese (Nabelhypothese) genannt, weil es auf der Frage basiert, ob Adam (oder Eva) einen Bauchnabel gehabt hätten (da sie als Erwachsene geschaffen und nicht geboren worden seien, könne davon ausgegangen werden, dass sie nie eine Nabelschnur gehabt hätten). Gosse nahm an, dass Adam einen Nabel gehabt habe, weil er bei allen Menschen vorhanden ist. Es ergebe sich eine scheinbare Vergangenheit (die vom Nabel angedeutet werde), obwohl sie auf diese Weise einfach miterschaffen worden sei. Er nahm an, dass es zum Funktionieren der Erde notwendig gewesen sei, sie älter aussehen zu lassen. Diese Hypothese hat heute jedoch keine nennenswerte Anhängerschaft mehr. Keiner der führenden Kreationisten wendet das Konzept auf den Fossilbericht oder etwaige geschaffene Lichtbrücken (die eine Erklärung dafür liefern könnten, dass die Menschen auf der Erde Licht von weit entfernten Sternen sehen können) an.

Eine ähnliche Hypothese, nach der die Welt vor fünf Minuten geschaffen worden sei, findet sich bei Bertrand Russell als Gedankenspiel im Rahmen des philosophischen Skeptizismus bezüglich Erinnerungen:

“There is no logical impossibility in the hypothesis that the world sprang into being five minutes ago, exactly as it then was, with a population that ‘remembered’ a wholly unreal past. There is no logically necessary connection between events at different times; therefore nothing that is happening now or will happen in the future can disprove the hypothesis that the world began five minutes ago.”

„Es besteht keine logische Unmöglichkeit in der Hypothese, dass die Welt vor fünf Minuten entstand, genauso wie sie war, mit einer Bevölkerung, die sich an eine gänzlich irreale Vergangenheit ‚erinnert‘. Es besteht keine logisch notwendige Verbindung zwischen Ereignissen zu unterschiedlichen Zeiten; daher kann nichts, was jetzt oder in der Zukunft passiert, die Hypothese widerlegen, dass die Welt vor fünf Minuten begann.“

Bertrand Russell: The Analysis of Mind (1921)

Wissenschaftlicher Kreationismus

Der „wissenschaftliche Kreationismus“[23] ist im angelsächsischen Raum die Selbstbezeichnung einer Richtung des Kreationismus, deren Anhänger glauben, dass Gott die Erde in jüngerer Zeit erschaffen habe und dass diese Auffassung durch wissenschaftliche Belege gestützt und somit in Form einer Schöpfungswissenschaft vertreten werden könne. Er beinhaltet Ideen zu einer Schöpfungskosmologie, die auf ein Alter des Universums in der Größenordnung von einigen Tausend Jahren hinausläuft. Der Fossilienbericht wird als Bericht der Zerstörung durch eine globale Flut gedeutet, wie sie in der Genesis beschrieben wird.

In den Vereinigten Staaten wird diese Sichtweise vom Institute for Creation Research und der Creation Research Society befürwortet, in Deutschland in abgewandelter Form von der Studiengemeinschaft Wort und Wissen,[24] in der Schweiz von ProGenesis. Ein amerikanischer Hauptvertreter ist Kent Hovind.

Langzeitkreationismus

Die Befürworter des Langzeitkreationismus (auch genannt Alte-Erde-Kreationismus) versuchen, die wörtliche Interpretation der Genesis in Einklang mit den astronomischen und geologischen Hypothesen zum Alter des Universums und der Erde (mehrere Milliarden Jahre) zu bringen. Im Gegensatz zum evolutionistischen Kreationismus wird dabei jedoch die Theorie der gemeinsamen Abstammung abgelehnt. Es gibt mehrere Schöpfungsthesen, mit denen die Auffassung begründet wird:

Lückentheorie und Konkordanzhypothese

Lückentheorie

Hauptartikel: Lückentheorie

Diese Anschauung (auch Restitutionstheorie genannt) besagt, dass das Leben in einer kurzen Zeit auf der vorher schon existierenden alten Erde geschaffen worden sei, weil eine vorherige Schöpfung durch eine unbestimmte Katastrophe vernichtet worden sei. Der Lücken-Kreationismus hat Genesis 1:2 als Grundlage, und dies besonders in der englischen Bibelübersetzung Scofield Reference Bible (in der Version von 1917). Von Kreationisten, die sich auf den hebräischen Wortlaut der Bibel berufen, erhält dieser Typ des Kreationismus keine Zustimmung.

Konkordanzhypothese

Die Konkordanzhypothese (auch Tag–Alter-Kreationismus, Zeitalter-Tag-Theorie, Theorie der unterschiedlichen Tageslängen oder Vorzeit-Kreationismus) besagt, dass die sechs Tage der biblischen Schöpfungsgeschichte nicht vierundzwanzigstündige Tage darstellen, sondern sehr viel längere Zeiträume – wie Millionen von Jahren. Die Vertreter dieser Richtung berufen sich auf das Wort yôm in der hebräischen Bibel, welches nach ihrer Ansicht im Kontext der Genesis zur Bedeutung „Zeitalter“ gedehnt werden könne. Einige Vertreter sagen, dass die Gegenwart das siebte Alter darstelle, also den siebten Tag der Schöpfung. Gegen den Deutungsansatz der Konkordanzhypothese wird argumentiert, dass die Bedeutung des Wortes aus dem Kontext eindeutig hervorgehe, da das hebräische Wort yôm „Tag“ bedeute und mit der Formulierung „es wurde Abend und wieder Morgen“ nur ein Tag im gängigen Wortsinn gemeint sein könne (z. B. (Mt 25,29 ELB)).

Schöpfung auf Raten

Schöpfung auf Raten

Diese Sicht wird auch Progressiver Kreationismus oder fortdauernde Schöpfung genannt und besagt, dass die Arten sich in einem ständig von Gott begleiteten Vorgang verändert und herausgebildet haben. Dabei gibt es verschiedene Ideen darüber, wie das Ganze ablaufe (es wird oft Platz gelassen für ein direktes göttliches Eingreifen bei Schlüsselzeitpunkten in der Geschichte der Erde und des Lebens). Diese Sicht akzeptiert die meisten Erkenntnisse der modernen Naturwissenschaften, lehnt aber die moderne Evolutionsbiologie ab oder sucht nach Hinweisen darauf, dass die Evolution nur über natürliche Auslese unpassend sei. Dieser Standpunkt kann in Zusammenwirkung mit anderen Alte-Erde-Standpunkten vertreten werden, wie Tag–Alter-Kreationismus oder diverse Sichtweisen über Rahmenbedingungen, Metaphern und Poesie der Schöpfungsgeschichte.

Evolutionistischer Kreationismus

Der Evolutionistische Kreationismus

Der Evolutionistische Kreationismus sieht Gott als Schöpfer, der die Lebensformen mittels Evolution erschaffen habe und weiterentwickle, wobei es unterschiedliche Auffassungen darüber gibt, wie stark er in diesen Prozess eingreife. Dennoch halten seine Anhänger die Evolutionstheorie, wie die Naturwissenschaft sie beschreibt, für unzureichend und sehen das zusätzliche Eingreifen eines Gottes als zwingend notwendig an. Die Richtung stimmt einigen Positionen des Langzeitkreationismus zu (wie der Konkordanzhypothese oder Lückentheorie), unterscheidet sich ansonsten aber deutlich von den übrigen Richtungen des Kreationismus, da ihre Vertreter (insbesondere im Gegensatz zum progressiven Kreationismus) die Theorie der gemeinsamen Abstammung akzeptieren. Deshalb wird sie manchmal nicht als Kreationismus eingeordnet, obwohl sich ihre Vertreter so verstehen. Gemeinsam mit den übrigen Richtungen des Kreationismus ist der Standpunkt, dass die natürliche Selektion nicht die Ursache für die Entstehung neuer Arten ist. Dies soll stattdessen durch das direkte Eingreifen Gottes in den Evolutionsprozess bewirkt werden.

Der Unterschied zwischen dem evolutionistischen Kreationismus und dem Mainstream der christlichen Theologie in Deutschland ist, dass er die Heilige Schrift wörtlich interpretiert und dabei Aussagen über eine gemeinsame Abstammung aus dem Bibeltext herzuleiten versucht. Die Mainstream-Standpunkte stellen sich im Gegensatz zum evolutionistischen Kreationismus auch nicht gegen die natürliche Selektion als Mechanismus für die Entstehung der Arten. Die Trennung zwischen diesen Richtungen ist aber sehr unscharf und es gibt mehrere Zwischenpositionen; meist werden sie alle unter dem Oberbegriff Theistische Evolution zusammengefasst.

Neo-Kreationismus

Neo-Kreationismus

Neo-Kreationisten distanzieren sich selbst betont von anderen Arten des Kreationismus und wollen als vollständig vom Kreationismus getrennt betrachtet werden. Ihr Ziel ist es, den Kreationismus in Begriffen neu zu formulieren, die von der Öffentlichkeit, Bildungspolitik und Wissenschaftsgemeinde besser angenommen werden. Sie beabsichtigen, ohne religiöse Worte und ohne Bezug auf die jeweilige Heilige Schrift eine Debatte über den Ursprung des Lebens in Gang zu setzen und unter die Menschen zu tragen.

Ihre grundlegende Behauptung ist, dass die in ihren Augen nur scheinbar objektive herkömmliche Wissenschaft in Wirklichkeit eine dogmatische atheistische Religion sei. Sie argumentieren, dass die wissenschaftliche Methodik bestimmte Erklärungen von Phänomenen insbesondere dann ausschließe, wenn übernatürliche Elemente eine Rolle spielen. Dies würde im Ergebnis religiöse Aspekte beim Verständnis des Universums ausschließen. Neo-Kreationisten behaupten auch, dass die Naturwissenschaft der Grund für viele gegenwärtige soziale Missstände sei (wie soziale Unruhen und hohe Scheidungsraten).

Im Gegensatz zu den anderen Formen des Kreationismus machen Neo-Kreationisten betont keine Aussagen über das Erdalter oder die wörtliche Auslegung der Bibel, schließen andererseits aber auch betont einen Junge-Erde-Kreationismus nicht aus. Allen Arten des Neo-Kreationismus gemeinsam ist die Ablehnung des Naturalismus, üblicherweise zusammen mit dem stillschweigenden Eingeständnis des Übernatürlichen, sowie eine offene und oft feindlich ausgerichtete Opposition gegen den von ihnen so bezeichneten Darwinismus, womit sie im Allgemeinen die Evolutionstheorie meinen.

Es gibt drei verbreitete Formen des Neo-Kreationismus.[25]

Intelligent Design

Hauptartikel: Intelligent Design

Intelligent Design ist die Auffassung, dass die Entstehung des Universums und des Lebens am besten durch eine Intelligenz als Ursache erklärt werden könne und nicht durch einen von solcher Leitung freien Vorgang wie Mutation und natürliche Selektion. Seine führenden Vertreter, die allesamt dem Discovery Institute angehören, sind der Meinung, dass Intelligent Design eine wissenschaftliche Theorie sei, die mit vorhandenen wissenschaftlichen Theorien zum Ursprung des Lebens auf einer Stufe stehe oder ihnen überlegen sei.

Abrupt Appearance

Ein ursprünglich in der Evolutionsbiologie verwendeter Begriff für das sprunghafte Auftreten (englisch abrupt appearance) von neuen Arten im Fossilienbericht. Vertreter dieser Richtung, unter denen Wendell Bird am bekanntesten ist, haben den Begriff übernommen und sagen, dass dieses Phänomen am besten durch eine direkte Beeinflussung von außen statt durch einen natürlichen Vorgang erklärt werden könne. Das Argument wird begleitet von der ausdrücklichen Behauptung, dass es auf jeden Zeitrahmen anwendbar sei, womit insbesondere auch ein Bereich von 10.000 Jahren nicht ausgeschlossen werden soll.[26]

Evidence against Evolution

Diese Richtung versucht, Beweise gegen die Evolution (engl. evidence against evolution) zu sammeln und bedient sich dazu hauptsächlich der Ergebnisse in wissenschaftlichen Fachzeitschriften. Es wird versucht, diese als Widerlegung der Evolutionstheorie zu deuten. Die Richtung ist mehr oder weniger identisch mit der Evolutionskritik in der „Schöpfungswissenschaft“, jedoch ohne Bezug zur Bibel zu nehmen und ohne der Evolutionstheorie eine Alternative mit wissenschaftlichem Anspruch entgegenzustellen. Die Frage des Ursprungs des Menschen wird stattdessen als Frage des persönlichen Glaubens angesehen.

Gegner-Soziologie

Spätestens seit den 1950er Jahren vertraten sowohl die meisten staatlich anerkannten protestantischen Kirchen als auch die römisch-katholische Kirche die Auffassung, dass die Evolutionstheorie und das Christentum miteinander vereinbar sind.[27] Wesentliche Fortschritte für eine Neuinterpretation der Evolution in Bezug zur christlichen Überlieferung und Heilsbotschaft stammen von Pierre Teilhard de Chardin, einem Jesuiten, Evolutionsforscher und Anthropologen, nach dessen Auffassung die Schöpfung nicht abgeschlossen ist, sondern nach wie vor andauert.

Von einigen Vertretern der liberalen Theologie wird die Genesis als eine Metapher verstanden, die keine wissenschaftlichen Aussagen macht. Eine Reduktion des Schöpfungsberichts der Bibel auf einen reinen Mythos wird etwa von Eugen Drewermann vertreten.[28] Dieser bringe vor allem Grundstrukturen des Menschseins und das Verhältnis des Menschen zu Gott (Gen 1, 26: „Lasst uns Menschen machen als unser Abbild, uns ähnlich“) zum Ausdruck.

Im Mainstream der christlichen Theologie in Deutschland, sowohl der evangelischen und katholischen Kirche, wird nach wie vor systematisch angestrebt, auch in der Nachfolge Rudolf Bultmanns, entsprechend der existentialen Interpretation wie der historisch-kritischen Methode die biblische Botschaft gerade auch an Menschen mit wissenschaftlichem Weltbild zu vermitteln. Dies gilt auch für neuere Interpretationen des Alten Testamentes, inklusive der Schöpfungsberichte.[29]

In einer Studie der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), die Anfang April 2008 veröffentlicht wurde, erteilt die EKD dem Kreationismus eine deutliche Absage.[30]

Politische Kontroversen

Nach säkularem Verständnis bezieht sich der Begriff Kreationismus auf eine politische Doktrin, welche als Kreationismusdebatte bezeichnet wird. Sie macht die Gültigkeit und Überlegenheit eines religiösen Schöpfungsglaubens im Vergleich zu anderen Weltanschauungen geltend, insbesondere einschließlich derjenigen, die auf einer säkularen und wissenschaftlichen Grundlage basieren. Die Bedeutung des Begriffs „Kreationismus“ hängt dabei vom Kontext eines bestimmten Schöpfungsglaubens in einer bestimmten politischen Kultur ab, in dem er benutzt wird.

In den Vereinigten Staaten, mehr als in der übrigen Welt, ist der Kreationismus zentral in einer politischen Kontroverse zur Unterrichtung des Kreationismus in öffentlichen Schulen verankert, die sich um die staatliche Bildung dreht und um die Frage, ob die Unterrichtung der Evolutionstheorie in unfairer Weise mit der kreationistischen Weltanschauung in Konflikt steht. In den letzten Jahren tritt die Kontroverse in Form der Frage in Erscheinung, ob die Unterstützer der Intelligent-Design-Bewegung, die in naturwissenschaftlichen Fächern die Kontroverse unterrichten wollen, damit die Grenzen der Trennung von Staat und Kirche überschreiten würden.

Die wortgetreue biblische Schöpfungslehre soll nach Ansicht von Kreationisten gleichberechtigt zur naturwissenschaftlichen Urknalltheorie und Evolutionstheorie im Schulunterricht behandelt werden. Bislang haben Kreationisten ihre stärksten politischen Erfolge in den Vereinigten Staaten verbucht; sporadisch sind jedoch auch in Europa kreationistische Tendenzen in der Politik zu finden.

Evangelikale Gruppen betreiben seit geraumer Zeit gezielte politische Lobbyarbeit, um zu erreichen, dass der Kreationismus an den Schulen als gleichberechtigte Alternative zur Evolutionstheorie unterrichtet wird. Es gelang ihnen sogar, den US-amerikanischen Präsidenten George W. Bush für diese Forderung zu gewinnen. So hat er sich im August 2005 dafür ausgesprochen, dass die Lehre vom „Intelligent Design“ als gleichwertig mit der Evolutionstheorie in den Schulen im Fach Biologie gelehrt werden solle, da es in öffentlichen Schulen der Vereinigten Staaten aufgrund der in der Verfassung verankerten Trennung von Staat und Kirche keinen Religionsunterricht gibt.[31] Im US-Bundesstaat Kansas hat die Schulbehörde angeordnet, „Intelligent Design“ gleichberechtigt neben der Evolutionslehre in den Schulen zu unterrichten. Daraufhin haben zwei bedeutende Wissenschaftsverbände, die Nationale Wissenschaftsakademie und der Nationale Verband der Lehrer von Naturwissenschaften das Verwertungsrecht für ihre Materialien zur Evolutionstheorie den Behörden in Kansas für die Verwendung in Schulbüchern entzogen. Als weitere Protestreaktion gründete der amerikanische Autor Bobby Henderson 2005 die Religionsparodie des Fliegenden Spaghettimonsters, deren Anhänger wie die Kreationisten staatliche Förderungen und Berücksichtigung im Schulunterricht fordern, sodass alle Gegenargumente sich auch gegen deren Ansprüche richten.[32]

Viele Kreationisten formulieren ihre Sichtweise in Form einer teleologischen Argumentation, setzen dies in Kontrast zu einer eigenen Erklärung auf Basis eines Schöpfers und erheben dafür den Anspruch wissenschaftlicher Aussagekraft. Dabei greifen sie auf ein ideologisches Wissenschaftsverständnis zurück, das mit der wissenschaftlichen Methodik nicht vereinbar und somit pseudowissenschaftlich ist. Kreationisten, die diesen Anspruch erheben, bestreiten diesen Status. Mit der „Schöpfungswissenschaft“ und später Intelligent Design sind vor Gerichten bereits zwei Versuche von Kreationisten gescheitert, diese in den Vereinigten Staaten an öffentlichen Schulen im Biologieunterricht zu verankern. Zwei führende Wissenschaftsorganisationen in den Vereinigten Staaten, die National Academy of Sciences und die American Association for the Advancement of Science, bestätigten, dass es keine wissenschaftliche Basis dafür gebe. Die American Civil Liberties Union begrüßte die Entscheidung im Fall Kitzmiller vs. Dover Area School District, dass Intelligent Design keine wissenschaftliche Theorie und dessen Unterrichtung in öffentlichen Schulen verfassungswidrig ist.

Der Europarat erklärte 2007 zum Thema Kreationismus im Bildungswesen, man müsse aufpassen, dass sich daraus nicht „eine Gefahr für die Menschenrechte“ entwickele.[33]

Internationale Bedeutung

Christentum

Vereinigte Staaten

Hauptstütze des Kreationismus sind die in den Vereinigten Staaten stark vertretenen evangelikalen Christen, die über großen politischen Einfluss verfügten.

Laut einer Umfrage Pew Forums on Religion and Public Life (2005) glauben etwa 26 Prozent der US-amerikanischen Bevölkerung, dass sich das Leben über Jahrmillionen durch natürliche Auslese entwickelt hat. Dass ein höheres Wesen die Entwicklung der Lebewesen gesteuert hat, stimmen 18 Prozent zu. Während insgesamt 48 Prozent an eine Entwicklung der Lebewesen glauben, sind 42 Prozent der Ansicht, dass „die Lebewesen seit Anbeginn der Zeit in ihrer heutigen Form existierten“. Außerdem befürwortet die Mehrheit der US-Amerikaner, dass in den Schulen beides nebeneinander gelehrt werden soll.[34]

Insbesondere die Faktoren Alter und Ausbildung bestimmen dabei die Einstellung der US-Amerikaner. So akzeptieren von den College-Absolventen etwa 40 Prozent die natürliche Auslese im Gegensatz zu 18 Prozent bei den Amerikanern ohne College-Ausbildung. Die Hälfte der Amerikaner mit einem Alter über 65 akzeptiert den Kreationismus, verglichen mit 37 Prozent bei den unter 30-Jährigen.

Die wichtigsten kreationistischen Organisationen haben ihren Sitz in den Vereinigten Staaten, darunter die Creation Research Society.

In Kansas und Pennsylvania sowie einigen anderen Staaten wurden Kreationismus und Intelligent Design in den Lehrplan der Schulen integriert.[35][36]

Europa

In Europa nimmt der Kreationismus allgemein nur eine Nischenstellung ein, findet jedoch verstärkt Zulauf.[37] Dies ist hauptsächlich auf die gesellschaftliche und kulturelle Struktur zurückzuführen, die sich in Verbindung mit der Französischen Revolution und der Aufklärung herausgebildet hat. In Staaten mit großen Teilen an römisch-katholischer Bevölkerung hat die Anerkennung der Evolution von Seiten des Papstes für die meisten Menschen das Thema abgeschlossen. Ähnlich sieht die Situation in Großbritannien aus. Rowan Williams, bis 2012 Oberhaupt der Anglikanischen Kirche, hat deutliche Kritik an den Thesen der Kreationisten geübt und sich klar gegen die Unterrichtung von Intelligent Design an Schulen ausgesprochen.[38] Mehrere bekannte britische Theologen wie Arthur Peacocke und John Polkinghorne haben sich zudem in der Vergangenheit intensiv um den Dialog zwischen Naturwissenschaften und Theologie bemüht und Argumentationen für eine völlige Vereinbarkeit von Religion und Evolutionstheorie vorgelegt (siehe Theistische Evolution).

Den Vereinigten Staaten vergleichbare politische Forderungen nach Gleichstellung des Kreationismus mit der Evolutionstheorie an öffentlichen Schulen werden in Deutschland bisher quasi nicht vertreten. Unter den politischen Parteien wird diese Forderung nur von der Partei Bibeltreuer Christen und einzelnen Politikern der CDU erhoben. So unterstützte Ministerpräsident Roland Koch (CDU) die hessische Kultusministerin Karin Wolff in ihrem umstrittenen Vorstoß, die christliche Schöpfungslehre künftig im Biologieunterricht zu behandeln.[39]

Nach einer vom evangelikalen Factum-Magazin und ProGenesis in Auftrag gegebenen Umfrage des Schweizer Meinungsforschungsinstituts IHA-Gfk nimmt die Interpretation der Bibel, wonach das Universum, die Erde und das Leben vor etwa sechstausend Jahren von Gott erschaffen wurden, jeder Fünfte in Deutschland, Österreich und der Schweiz wörtlich. Etwa genauso viele stimmen der Ansicht zu, dass es zwar die Evolution gebe, dass sie aber von Gott gesteuert werde. Eine Evolution, wie Darwin sie beschrieb, bei der Gott keine Rolle spielt, erkennt in Deutschland mit 46 Prozent fast jeder Zweite an, in Österreich knapp 41 Prozent, in der Schweiz jeder Dritte (33 Prozent).[40] Eine von der naturalistisch-humanistisch orientierten Giordano-Bruno-Stiftung in Auftrag gegebene Umfrage spricht in Deutschland von 12,5 Prozent für eine wörtliche Interpretation der Schöpfungsgeschichte und 60,9 Prozent für die reine Evolutionstheorie.[41] Die Studie setzt theistische Evolution und Intelligent Design gleich und gibt für beides zusammen einen Anteil von 25,2 Prozent an. Eine 2005 vom Magazin „Zeit Wissen“ beauftragte Emnid-Umfrage ergab, dass jeder zweite Deutsche an einen Schöpfergott glaubt.[42]

Australien

Laut einer PBS-Dokumentation[43] über die Evolution haben australische Junge-Erde-Kreationisten behauptet, dass fünf Prozent der australischen Bevölkerung ihre Standpunkte teilen. Die Dokumentation sieht Australien als eine Hochburg dieser Bewegung. Demnach wäre der Junge-Erde-Kreationismus eine sehr kleine Minderheitenposition in der westlichen Welt außerhalb der Vereinigten Staaten.

Judentum

Innerhalb des Judentums gibt es eine große Bandbreite von Ansichten über den Kreationismus. Im Allgemeinen vertreten die meisten jüdischen Richtungen (darunter auch manche orthodoxe Gruppen) die Unabhängigkeit von Glauben und Wissenschaft oder die theistische Evolution. Der heutige Ansatz des Judentums (von orthodoxen Traditionen abgesehen) ist es, die Tora nicht als einen buchstäblich zu verstehenden Text, sondern eher als einen symbolischen anzusehen.

Viele orthodoxe Juden hingegen hinterfragen die Ansicht, dass man die Wissenschaft und die Bibel durch wissenschaftliche Mittel miteinander in Einklang bringen könne. Für diese Gruppen kann Wissenschaft nur so wahr sein wie die Tora, und wenn sich daraus ein anscheinend unauflöslicher Widerspruch ergibt, dann liegt es an dem begrenzten menschlichen Wissen oder Verstehen. Sie verweisen auf diverse Diskrepanzen zwischen dem, was man erwartet und dem, was man wissenschaftlich vorfindet, um zu zeigen, dass Dinge nicht immer so sind, wie sie scheinen. Sie weisen darauf hin, dass sogar die Wurzel des hebräischen Wortes für Welt (עולם – olam) verborgen bedeutet. Sie glauben, dass Gott den Menschen, die Pflanzen und das Licht der Sterne in ihrem „erwachsenen Zustand“ geschaffen habe und dass es keine physikalischen Wege gebe, dies zu verifizieren.

Islam

Auch im Islam gibt es Anhänger des Kreationismus. Dabei werden von den Gegnern nicht nur religiöse Gründe genannt. Die religiösen Gründe sind ähnliche wie im Christentum: Man sieht einen Widerspruch zwischen dem Koran und der Evolutionstheorie. Im Unterschied zur Bibel gibt es im Koran zwar keinen ausformulierten Schöpfungstext wie im Buch Genesis, aber verschiedene Suren (6:2, 15:26–33, 23:12, 37:11, 32:7–9, 55:14) stellen doch eine Erschaffung Adams aus Lehm durch Gott dar. Daraus schließen die islamischen Kreationisten, den christlichen durchaus vergleichbar, auf eine göttliche Erschaffung der Arten. Politisch problematischer ist allerdings die mit dem Kreationismus verbundene „dichotome Weltsicht“.[44] Gottesfürchtige Muslime sehen sich in einem Gegensatz zu den Nicht-Muslimen, die dem „Darwinismus“ anhängen. Es besteht die Gefahr, dass aus diesem Gegensatz Feindbilder entstehen, die eine Abgrenzung zur nicht-islamischen Gesellschaft zur Folge haben.[44] Als einer der bekanntesten Kreationisten der islamischen Welt gilt Harun Yahya.

Südkorea

In Südkorea, in dem 30 % der Bevölkerung christlichen Glaubensrichtungen angehören, erreicht der Prozentanteil der Bevölkerung, die an Kreationismus glaubt, ähnliche Werte wie in den USA. Im Juni 2012 wurde die Streichung von Details der Evolutionstheorie in Schulbüchern diskutiert.[45] Diese Änderung wurde aber verhindert.[46]

Einzelnachweise

  1. Henry M. Morris: Biblical Creationism. What each book of the bible teaches about creation and the flood. Master Books, Green Forest, Arkansas 1993. ISBN 978-0-89051-293-7
  2. Patrick Becker, Ursula Diewald, Georg Gasser (Hrsg.): Zukunftsperspektiven im theologisch-naturwissenschaftlichen Dialog. Vandenhoeck & Ruprecht, 2011, ISBN 3-647-56957-7, S. 170 f.
  3. Jochem Kotthaus: Propheten des Aberglaubens.Der deutsche Kreationismus zwischen Mystizismus und Pseudowissenschaft. Lit Verlag, Münster 2003.
  4. zum Problem der Zuschreibung des Begriffs „Pseudowissenschaft“, insbesondere für die Kritiker des 19. Jahrhunderts vgl. Ronald L. Numbers: The Creationists: The Evolution of Scientific Creationism. Harvard University Press, veränderte Neuauflage 2006 (orig.: Alfred A. Knopf, New York, 1992) auf Seite 12, Ralph O’Connor: Young-Earth Creationists in Early Nineteenth Century Britain? Towards a reassessment of „Scriptural Geology“. History of Science 45 (4), 2007.
  5. http://www.stern.de/wissen/natur/islamischer-kreationismus-mit-allah-gegen-darwin-585813.html
  6. Ronald L.Numbers: Creationism since 1859. Chapter 56 in: Garry B. Ferngren (general editor): The History of Science and Religion in the Western Tradition. An Encyclopedia. Taylor and Fracis, New York, London, 2000. ISBN 0-8153-1656-9.
  7. a b David R. Montgomery (2012): The evolution of creationism. GSA today 22 (11): 4-9.
  8. Abraham C. Flipse (2012): The Origins of Creationism in the Netherlands: The Evolution Debate among Twentieth-Century Dutch Neo-Calvinists. Church History 81 (1): 104–147. doi:10.1017/S000964071100179X
  9. Ronald L. Numbers: Antievolutionists and Creationists. In: Creationism History. Counterbalance Meta-Library. Abgerufen am 15. August 2007.
  10. Oberkirchenrat und Publizist Joachim Schmidt, Leiter Öffentlichkeitsarbeit der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, in Echt Glaube kompakt: Verdrängungswettbewerb (Memento vom 29. März 2008 auf WebCite) gesehen am 29. März 2008
  11. Standpunkt der katholischen Kirche zur historisch-kritischen Methode bei Päpstliche Bibelkommission: Die Interpretation der Bibel in der Kirche (Rom: 15. April 1993); zur evangelischen Theologie siehe Ratsbericht der Synode (PDF; 125 kB).
  12. vgl. etwa Marcus Tullius Cicero: De natura deorum „Vom Wesen der Götter“.
  13. Kurt Flasch: Augustin: Einführung in sein Denken. Reclam Verlag, 2. Auflage 1994.
  14. Kenneth J. Howell: Augustine of Hippo. Chapter 24 in: Garry B. Ferngren (general editor): The History of Science and Religion in the Western Tradition. An Encyclopedia. Taylor and Fracis, New York, London, 2000. ISBN 0-8153-1656-9.
  15. vgl. William A.Wallace: Thomas Aquinas and Thomism. Chapter 25 in: Garry B. Ferngren (general editor): The History of Science and Religion in the Western Tradition. An Encyclopedia. Taylor and Fracis, New York, London, 2000. ISBN 0-8153-1656-9.
  16. Ralph O’Connor (2007): Young-earth creationists in early nineteenth-century Britain? Towards a reassessment of scriptural geology. History of Science 45 (4): 357-402.
  17. John Hedley Brooke: Darwin and Victorian Christianity. Chapter 8 in: Michael Jonathan Sessions Hodge, Gregory Radick (editors): The Cambridge Companion to Darwin. Cambridge University Press, 2003. ISBN 978 0521777308.
  18. Peter J.Bowler: Evolution. Chapter 85 in Garry B. Ferngren (general editor): The History of Science and Religion in the Western Tradition. An Encyclopedia. Taylor and Fracis, New York, London, 2000. ISBN 0-8153-1656-9.
  19. Jonathan Marks (2010): Why Were the First Anthropologists Creationists? Evolutionary Anthropology 19: 222–226.
  20. Ronald L. Numbers: The Creationists: From Scientific Creationism to Intelligent Design. Harvard University Press, 2006. ISBN 978 0674023390. darin v.a. Evolution comes to America, Seite 16 ff.
  21. how stuff works
  22. Ian Taylor, Jeffrey Burton Russell, Paula McKerlie: Who invented the flat earth? In: Creation. Berkeley Cal 16.1994,2 (März), ISSN 0738-6001, S. 48–49.
  23. Ronald Numbers: The Creationists: From Scientific Creationism to Intelligent Design. Expanded Edition. Harvard University Press, ISBN 0-674-02339-0, S. 268–285.
  24. Peter Carstens: „Der Kreationismus ist ein florierendes Business“. In: Geo.de. Abgerufen am 25. Juni 2013.
  25. Robert T. Pennock: Tower of Babel. The Evidence Against the New Creationism. In: Reports of the National Center for Science Education (RNCSE). 19, Nr. 6, 1999, ISSN 1064-2358, S. 40–42.
  26. Paul Nelson: The Whole Question of Metaphysics. In: Origins Research. 15, Nr. 1, 1993.
  27. Christliches Menschenbild und moderne Evolutionstheorien Botschaft von Papst Johannes Paul II. an die Mitglieder der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften anlässlich ihrer Vollversammlung am 22. Oktober 1996.
  28. Eugen Drewermann: Im Anfang … Die moderne Kosmologie und die Frage nach Gott. Walter, Düsseldorf 2002, ISBN 3-530-16900-5, zitiert nach: Peter Tepe (Hrsg.): Politische Mythen. Königshausen & Neumann, Würzburg 2006, ISBN 3-8260-3242-X, S. 366–367.
  29. Überblick in Manfred Oeming: Verstehen und Glauben. Exegetische Bausteine zu einer Theologie des Alten Testaments. Philo, Berlin 2003, ISBN 3-86572-325-X (Bonner biblische Beiträge. 142).
  30. Evangelischer Pressedienst: Absage an den Kreationismus (Memento vom 3. April 2008 im Internet Archive)
  31. Präsident Bush stellt sich hinter die Lehre vom „Intelligent Design“ abgerufen am 25. Februar 2013
  32. Carole M. Cusack: Invented Religions. Imagination, Fiction and Faith. Ashgate Publishing, Farnham 2010, S 132 ff.
  33. Europarat: Bericht The Dangers of creationism in education, Doc. 11297 vom 8. Juni 2007
  34. Public Divided on Origins of Life. Umfrage in den Vereinigten Staaten von Pew Forum on Religion & Public Life (englisch).
  35. Marcia Pally: Die Neuen Evangelikalen. Berlin University Press, Berlin 2010, ISBN 978-3-940432-93-3, S. 86.
  36. vgl. Wo die Erde eine Scheibe ist – Kansas zieht Darwin in Zweifel Bericht bei n-tv, 9. November 2005.
  37. Darwin und Evolution: Kreationismus auf dem Vormarsch in Europa. In: Spektrum, Artikel vom 22. November 2016.
  38. The Guardian: Archbishop: stop teaching creationism, 21. März 2006.
  39. Kreationismus-CSU-Politiker unterstützt Wolffs Bio-Schöpfungslehre welt.de, 7. Juli 2007, abgerufen am 5. Juni 2012.
  40. Gott hat die Hand im Spiel. Umfrage von progenesis.ch
  41. Umfrage der Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland (Memento vom 5. Juli 2007 im Internet Archive) (PDF-Datei)
  42. Umfrage: Jeder zweite Deutsche glaubt an Schöpfergott. In: Spiegel Online, 20. Dezember 2005.
  43. PBS-Dokumentation
  44. a b Martin Riexinger: Wider den Materialismus. In: Bundeszentrale für politische Bildung. 16. Februar 2009. Abgerufen am 2. März 2011.
  45. South Korea outlaws evolution: Publishers remove examples from school textbooks after protests from creationists, Daily Mail, 6. Juni 2012, abgerufen am 4. Juli 2012
  46. Südkorea wehrt Kreationisten ab, Heise Online – Technology Review, 12. September 2012, abgerufen am 4. Februar 2013

Literatur

Weblinks

 Commons: Kreationismus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Kreationismus – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen