Landbus Bregenzerwald

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Logo des Landbus Bregenzerwald seit 2010
Logo Landbus Bregenzerwald
Typischer Schriftzug auf einem Landbus.

Der Landbus Bregenzerwald (auch Wälderbus genannt) ist ein Teil des Vorarlberger Landbussystems und verbindet im Bundesland Vorarlberg das Unterland von Bregenz und Dornbirn mit dem Bregenzerwald. Die längste Verbindung stellt die Buslinie 40 von Dornbirn bis zum Hochtannbergpass nach Warth/Lech am Arlberg dar.

Träger und Besteller des Systems ist die REGIO Bregenzerwald, ein Interessensverband von 24 Gemeinden im Bregenzerwald. Sämtliche Dienstleistungen werden von der REGIO beim Postbus bestellt, dieser wiederum delegiert 40 % der Leistungen an private Subunternehmer weiter. Größtes privates Subunternehmen ist die BregenzerwaldBus GmbH, ein Joint Venture von mehreren privaten Busunternehmen.[1]

Geschichte des Landbus Bregenzerwald[Bearbeiten]

Das Grundkonzept des Wälderbus, eines Bussystems mit Taktverkehr das der anspruchsvollen Topographie (sehr viele Seitentäler) des Bregenzerwald gerecht wurde, erarbeitete 1993 die Schweizer Firma Metron. Ein Jahr später ging das Wälderbussystem in Betrieb.

Im großen und ganzen ist das damalige System noch heute in Betrieb, allerdings kam es zu einem Redesign und Rebranding, analog zu den anderen Buslinien in Vorarlberg, zum Landbus Bregenzerwald. Da mit der Fertigstellung des Achraintunnels zwischen Alberschwende und Schwarzach die Busse nach dem aktuellen Fahrplan gegenüber dem motorisierten Individualverkehr viel Zeit verloren hätten, musste eine Lösung gefunden werden. Das Schweizer Verkehrsplanungsbüro Müller, Romann und Schuppisser erarbeitete ein neues Linienkonzept, nach dem die Busse ab Frühjahr 2009 fahren. Allerdings wurde teilweise das erarbeitete Konzept verworfen. Dennoch gibt es seit dem 11. Juli 2011 schnellere und öftere Verbindungen ins Rheintal. Folgende Änderungen wurden mit diesem Datum umgesetzt:

  • Die Linie 35 fährt bei Dornbirn Nord auf die Autobahn auf und bei Bregenz wieder ab. (Verkehrt jetzt als Linie 37)
  • Die Linie 41 verkehrt Montag-Freitag stündlich zwischen Sibratsgfäll und Dornbirn.

Verkehrsleistung[Bearbeiten]

Der Landbus Bregenzerwald von Damüls über Au (Vorarlberg), Bezau, Alberschwende nach Dornbirn.

Jährlich werden rund 4,5 Millionen Beförderungsfälle gezählt, eine Vielzahl davon sind Wintersportler und Sommertouristen. Das Liniennetz umfasst rund 750 Kilometer und 21 Linien, die größtenteils im Stundentakt bedient werden.

Liniennetz[Bearbeiten]

  • Linie N8 Nachtbus Hinterwald
  • Linie N9 Nachtbus Vorderwald
  • Linie 25 Bregenz - Doren - Hittisau - Egg
  • Linie 26 Langen Hub - Fischanger
  • Linie 27 Fahl - Thal
  • Linie 28 Fahl - Sulzberg (- Doren)
  • Linie 28a Sulzberg Postamt - Gullenbach
  • Linie 28b Doren - Gullenbach - Sulzberg
  • Linie 29 Oberstaufen- Riefensberg - Krumbach - Langenegg (- Egg)
  • Linie 30 Hittisau - Bolgenach - Riefensberg
  • Linie 32 (Egg-) Großdorf - Schetteregg
  • Linie 34 Mellau - Bezau (- Bizau)
  • Linie 35 Bregenz - Alberschwende - Egg - Andelsbuch - Bezau
  • Linie 36 Bezau - Bizau (- Schönenbach)
  • Linie 37 Bregenz - A14 - Wolfurt - Alberschwende - Egg - Bezau - Mellau
  • Linie 38 Dornbirn - Bödele - Schwarzenberg (- Bersbuch - Bezau)
  • Linie 39 Langenegg - Müselbach
  • Linie 40 Dornbirn - Egg - Schwarzenberg - Bezau - Schoppernau - Schröcken - (Warth - Lech am Arlberg)
  • Linie 40a Schoppernau - Warth - Lech am Arlberg
  • Linie 41 Dornbirn - Alberschwende - Hittisau - Sibratsgfäll
  • Linie 43 Au - Damüls

Handhabung von Verspätungen[Bearbeiten]

Es besteht zwischen den Fahrern ein ungeschriebenes Gesetz, dass sie untereinander bis zu 30 Minuten auf den Anschlussbus warten müssen. Bestes Beispiel ist der zentrale Knotenpunkt in Egg, wo sich Busse aus fünf Destinationen begegnen. Zusätzlich sind die Busse mit einem dynamischen Informationssystem ausgestattet, das den Fahrern eventuelle Verspätungen von Anschlussbussen anzeigt. Im Fahrbetrieb werden die Haltestellen und Verspätungsminuten bis zum Erreichen derselben dem Fahrer angezeigt, so dass dieser über die eigene Verspätungszeit immer im Bilde ist.

Ausstattung[Bearbeiten]

Neben der in ganz Vorarlberg üblichen gelben Farbgebung der Busse, wurde 2011 von der REGIO Bregenzerwald eine zusätzliche Bestimmung erlassen, die vorschreibt, dass alle in Betrieb stehenden Linienbusse mit Fahrgastinformationssystemen ausgerüstet werden müssen. Diese Displays informieren den Fahrgast neben den nächsten Haltestellen auch über Änderungen in der Linienführung (zum Beispiel aufgrund Baustellen) sowie über polizeiliche Hinweise, wie Fahndungsausschreibungen. Wie auch auf den Bussen selbst, darf dort keine Werbung, die nicht direkt oder indirekt mit dem VVV zu tun hat, gezeigt werden. Die Systeme sind seit Anfang 2012 in allen Bussen eingebaut. Die Fahrer sind zusätzlich verpflichtet Dienstuniform zu tragen. Diese besteht mindestens aus einem Hemd (meist Blau oder Gelb; bei Postbus weiß). Zusätzlich kann eine Krawatte oder eine Weste getragen werden.

Der Fuhrpark besteht hauptsächlich aus Fahrzeugen der Marken MAN und Mercedes-Benz. Es sind aber auch vereinzelt Busse der Marken Neoplan, Setra, Solaris und Temsa aufzufinden. Die bisher eingesetzten Hochflurbusse werden auf lange Sicht hin durch Niederflur- bzw. Low-Entry-Busse ersetzt, um den Einstieg - vor allem für ältere Personen - zu erleichtern. Momentan (Januar 2013) befinden sich fünf dieser Fahrzeuge in Betrieb.

Anmeldefristen Verstärkungsbus[Bearbeiten]

Linie 40 Richtung Warth in Schoppernau (mit neuer Farbgebung)

Gruppen ab einer Stärke von zehn Personen müssen bis zum Abend des Vortages ihren Fahrtwunsch dem VVV mitteilen. Dieser kann dann bei Bedarf einen sogenannten "Verstärker" (Verstärkungsbus) einsetzen, sinnvoll bei stark frequentierten Linien. Diese Verstärkungsbusse fahren oft einen anderen Linienweg als die regulär eingesetzten Linienbusse. Hintergrund ist die aufgrund der kostenlosen Beförderung von Touristen im Zuge der von den Touristenbüros kostenlos verteilten Bregenzerwald Card starke Frequentierung des Liniennetzes, nicht nur zur Hauptverkehrszeit.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. FBA Öffentlicher Verkehr im Bregenzerwald (PDF; 890 kB), Fabian Dorner