Krumbach (Vorarlberg)

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Krumbach
Wappen von Krumbach
Krumbach (Vorarlberg) (Österreich)
Krumbach (Vorarlberg)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Vorarlberg
Politischer Bezirk: Bregenz
Kfz-Kennzeichen: B
Fläche: 8,71 km²
Koordinaten: 47° 29′ N, 9° 56′ OKoordinaten: 47° 28′ 59″ N, 9° 56′ 9″ O
Höhe: 732 m ü. A.
Einwohner: 1.001 (1. Jän. 2016)
Bevölkerungsdichte: 115 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6942
Vorwahl: 05513
Gemeindekennziffer: 8 02 21
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dorf 2
6942 Krumbach
Website: www.krumbach.at
Politik
Bürgermeister: Arnold Hirschbühl
Gemeindevertretung: (2015)
(12 Mitglieder)
12
12 
Von 12 Sitzen entfallen auf:
  • Bürgerliste Krumbach: 12
Lage der Gemeinde Krumbach im Bezirk Bregenz
Alberschwende Andelsbuch Au Bezau Bildstein Bizau Bregenz Buch Damüls Doren Egg Eichenberg Fußach Gaißau Hard Hittisau Höchst Hörbranz Hohenweiler Kennelbach Krumbach Langen bei Bregenz Langenegg Lauterach Lingenau Lochau Mellau Mittelberg Möggers Reuthe Riefensberg Schnepfau Schoppernau Schröcken Schwarzach Schwarzenberg Sibratsgfäll Sulzberg Warth Wolfurt VorarlbergLage der Gemeinde Krumbach (Vorarlberg) im Bezirk Bregenz (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Blick auf Krumbach von Sulzberg aus
Blick auf Krumbach von Sulzberg aus
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Krumbach ist eine Gemeinde mit 1001 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016) im österreichischen Bundesland Vorarlberg.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Krumbach liegt im westlichsten Bundesland Österreichs, Vorarlberg, im Bezirk Bregenz östlich des Bodensees auf 732 m ü. A. Höhe. 34 % der Fläche sind bewaldet. Krumbach ist eine Nachbargemeinde von Langenegg, Hittisau, Riefensberg, Sulzberg und Doren. Der Ort ist Mitglied des deutsch-österreichischen Gemeinschaftprojekts Naturpark Nagelfluhkette. In Krumbach führt die Gießenbrücke über die Bolgenach.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Krumbach grenzt an insgesamt fünf andere Vorarlberger Gemeinden im Bezirk Bregenz. Im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden, liegen um Krumbach herum die Gemeinden Sulzberg, Riefensberg, Hittisau, Langenegg und Doren.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die urkundliche Ersterwähnung Krumbachs datiert vom 17. September 1249. An diesem Tag stellte Papst Innozenz IV. in Lyon dem Benediktinerkloster Mehrerau eine Urkunde aus, in der unter den 65 namentlich genannten Orten auch Krumbach unter den besonderen Schutz des Papstes gestellt wurde. Die Habsburger regierten die Orte in Vorarlberg ab 1278 wechselnd von Tirol und Vorderösterreich (Freiburg im Breisgau) aus. 1490 wurde eine Kapelle zu Ehren des Hl. Martin konsekriert; selbständige Pfarrei ist Krumbach seit 1648. Von 1805 bis 1814 gehörte der Ort 1805 als Folge des Pressburger Friedens zu dem Königreich Bayern, dann wieder zu Österreich. 1807 kam es zu dem sog. „Krumbacher Weiberaufstand“, gegen welchen Karl Ernst von Gravenreuth, bayerischer Generalkommissär der Provinz Schwaben zuerst mit großer Härte vorging, dann aber die Begnadigung der Aufständischen durchsetzte.

Zum österreichischen Bundesland Vorarlberg gehört Krumbach seit der Gründung 1861. Der Ort war 1945 bis 1955 Teil der französischen Besatzungszone in Österreich.

Zur Geschichte des Heilbades siehe Rossbad. Das zweite Heilbad, das Kressbad, war in der Biedermeierzeit ein beleibtes Schwefelbad. Der Badwirt Johann Fink gab 1838 ein Badbüchlein: Nutzen und Gebrauchsweise des Kreßbades zu Krumbach heraus.[1]

Die Bregenzerwälder Stickerinnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts verlegt die Dorfchronik die Anfänge der Stickerei in den Bregenzerwald. Noch vor 1800 hielt die Kettenstickerei etwa in der Gemeinde Krumbach Einzug und wurde bald zu einer wichtigen Erwerbsquelle: der Monatsverdienst einer tüchtigen Stickerin lag etwa beim Wert einer Kuh.

Anfänglich skeptisch beobachtet wurde aus der „Beschäftigung für Krumme und Lahme“ eine kleine lokale Industrie und in keinem Haus fehlte die Stickmaschine, die auch vielfach in der Dichtung beschrieben wurde. Die ersten Aufträge kamen aus dem Schweizer Rheintal, doch schnell verbreitete sich der Ruhm des „Wälderspitz“ in den Ländern der Monarchie und Hotels in Wien, Budapest oder Triest bestellten bei den Bregenzerwäldern.

Die Blütezeit der Stickerei fiel im Jahre nach dem Ersten Weltkrieg, in die Goldenen 20er Jahre, als Einkäufer aus Übersee riesige Bestellungen mitbrachten, die für viele Monate Arbeit und Einkommen der meist kinderreichen Familien sicherten.

Der sozialreformerisch gesinnte Dichter Franz Michael Felder (1839–1869) beschreibt die Arbeit der Stickerinnen in seinem „Wälderspitz“.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Der Ausländeranteil lag Ende 2002 bei 9,1 Prozent.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Krumbach besteht aus 12 Mitgliedern, von denen nach der Gemeindevertretungswahl 2015 alle der Bürgerliste Krumbach angehören. Bürgermeister ist Arnold Hirschbühl.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Krumbach (Vorarlberg)

Im Oktober 2013 wurde das Projekt BUS:STOP vorgestellt:[2] In Krumbach entstehen sieben Bushaltestellenhäuschen ("Bushüsle"). Sie wurden von internationalen Architekturbüros entworfen, Smiljan Radic aus Chile, dvvt-Architecten aus Belgien, Rintala Eggertsson Architects aus Norwegen, Alexander Brodski aus Russland, Amateur Architecture Studio mit Wang Shu und Lu Wenyu aus China, Ensamble Studio aus Spanien und Sou Fujimoto aus Japan, die als Honorar eine Woche Urlaub in der Gegend erhielten. Die Unterstände orientieren sich nicht am herkömmlichen Aussehen, nutzen aber regionale Materialien wie Holz oder Schindeln oder gehen auf örtliche Besonderheiten ein, wie eine Straßenkreuzung, die Aussicht oder Nachbarbauten.[3] Ein vergleichbares Projekt (BUSSTOPS) wurde in den 1990er Jahren in Hannover realisiert.

Zum Naturschutzgebiet siehe Rossbad (Naturschutzgebiet).

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort gab es im Jahr 2003 25 Betriebe der gewerblichen Wirtschaft mit 91 Beschäftigten und 22 Lehrlingen. Lohnsteuerpflichtige Erwerbstätige gab es 404. Tourismus und Fremdenverkehr sind wichtig für die Gemeinde. Im Tourismusjahr 2001/2002 gab es insgesamt 20.492 Übernachtungen. Landwirtschaft spielt eine wichtige Rolle. Der Anteil der landwirtschaftlichen Flächen an der Gesamtfläche liegt bei 59,4 %.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort gibt es (Stand Januar 2003) 62 Schüler. In Krumbach gibt es zudem einen Kindergarten mit 29 Kindern und eine öffentliche Bücherei.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christoph Vallaster: Kleines Vorarlberger Heilbäderbuch, S. 141.
  2. BUS:STOP - Internationale Architekten entwarfen Bregenzerwälder Bushäuschen
  3. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/haltestellen-architektur-in-krumbach-oesterreich-a-927761.html

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Krumbach (Vorarlberg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien