Schwarzach (Vorarlberg)

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Schwarzach
Wappen von Schwarzach
Schwarzach (Vorarlberg) (Österreich)
Schwarzach (Vorarlberg)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Vorarlberg
Politischer Bezirk: Bregenz
Kfz-Kennzeichen: B
Fläche: 4,91 km²
Koordinaten: 47° 27′ N, 9° 46′ OKoordinaten: 47° 26′ 41″ N, 9° 45′ 47″ O
Höhe: 433 m ü. A.
Einwohner: 3.913 (1. Jän. 2017)
Bevölkerungsdichte: 797 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6858
Vorwahl: 05572
Gemeindekennziffer: 8 02 35
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Dorfplatz 2
6858 Schwarzach
Website: www.schwarzach.at
Politik
Bürgermeister: Manfred Flatz (FÜR Schwarzach)
Gemeindevertretung: (2015)
(24 Mitglieder)
17
5
2
17 
Von 24 Sitzen entfallen auf:
Lage der Gemeinde Schwarzach im Bezirk Bregenz
Alberschwende Andelsbuch Au Bezau Bildstein Bizau Bregenz Buch Damüls Doren Egg Eichenberg Fußach Gaißau Hard Hittisau Höchst Hörbranz Hohenweiler Kennelbach Krumbach Langen bei Bregenz Langenegg Lauterach Lingenau Lochau Mellau Mittelberg Möggers Reuthe Riefensberg Schnepfau Schoppernau Schröcken Schwarzach Schwarzenberg Sibratsgfäll Sulzberg Warth Wolfurt VorarlbergLage der Gemeinde Schwarzach (Vorarlberg) im Bezirk Bregenz (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Gemeinde Schwarzach
Gemeinde Schwarzach
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Schwarzach ist eine Gemeinde im Bezirk Bregenz im österreichischen Bundesland Vorarlberg mit 3913 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwarzach liegt im westlichsten Bundesland Österreichs, Vorarlberg, im Bezirk Bregenz südlich des Bodensees auf 433 Metern Höhe. 29,1 % der Fläche sind bewaldet. Es existieren keine weiteren Katastralgemeinden in Schwarzach.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Schwarzach ist eine der Gemeinden Vorarlbergs mit den wenigsten Nachbargemeinden. Nur drei andere Gemeinden haben eine gemeinsame Gemeindegrenze mit Schwarzach. Dies sind die Marktgemeinde Wolfurt und die Gemeinde Bildstein im Bezirk Bregenz sowie die Stadt Dornbirn im gleichnamigen Bezirk Dornbirn.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Besiedelung des Bregenzerwaldes erfolgt u.a. über den Steußberg und den Linzenberg in Schwarzach. Als Siedlung wird Schwarzach (als „Swarzahe“) erstmals in einem Schreiben vom 17. September 1249 von Papst Innozenz IV erwähnt, in welchem er die Besitzungen des Klosters Mehrerau bestätigt. Der Ort gehörte zum Niedergericht Hofsteig. Auf den 6. Januar 1330 wird im Kloster Weingarten eine gefälschte Urkunde hergestellt, in welcher „Shwarzahe“ als Grafensitz und Hauptort der Grafschaft Rheingau bezeichnet wird. Graf soll Marquardus sein, ein Sohn von Graf Rudolf von Ems und Irmgard von Calw.[1]

Mit der Teilung der Grafschaft Bregenz am 5. November 1338 wird die Schwarzach zum Grenzfluss zwischen den Grafschaften Montfort-Feldkirch und Montfort-Tettnang-Bregenz. Zusammen mit einem Teil der Herrschaft Bregenz kam der Ort 1451 an Österreich. Die Habsburger regierten die Orte in Vorarlberg wechselnd von Tirol und Vorderösterreich (Freiburg im Breisgau) aus.[2]

1468 wird mit Erlaubnis des Abtes von Mehrerau, Johann III., am Fuße des Linzenberges (auf dem heutigen Friedhof) eine Kapelle gebaut und eine Kaplanei errichtet (die Kapelle wird 1802 abgebrochen und 1803 eine neue gebaut).[3] Durch die Gründung der Pfarre Wolfurt 1512 wird die Bindung zur Pfarre Alberschwende, der Schwarzach seit 1180 angehörte, aufgehoben und kommt Schwarzach (Hofsteig) seelsorgerisch zu dieser Pfarre (bis 1824).

1527 kauft Ritter Max Sittich von Ems von Margarethe Pfannerin den Hof zu Schwarzach.[4]

1640 werden am Linzenberg Schanzarbeiten im Zuge des Dreißigjährigen Krieges durchgeführt und 1647 kommt es zu Kämpfen (Schwedenkrieg).

1774 wird im Ort eine Volksschule gegründet und 1787 ein eigenes Schulhaus gebaut.[5]

1788 wird das bisherige Almende im Ried unter den 52 Schwarzachern Vollbürgern aufgeteilt.[6]

Das 18. Jahrhundert ist für den Ort auch eine Zeit der verkehrsmäßig besseren Erschließung. 1768 wird die Landstraße durch das Ried fertiggestellt, 1768 bis 1771 wird die „gemeine“ Landstraße von Bregenz nach Feldkirch ausgebaut und 1785 die erste Fahrstraße über den Linzenberg nach Alberschwende gebaut. Erst 1837 wird wieder ein Großprojekt im Straßenbau beendet, der Bau der Schwarzachtobelstraße.[7]

Im 19. Jahrhundert und bis etwas über die Mitte des 20. Jahrhunderts war die Erzeugung, der Handel und die Lohnveredelung von Wetzsteinen in Schwarzach ein bedeutender Produktionszweig und wichtiger Arbeitgeber für die überwiegend ländliche Bevölkerung (siehe: Wetzsteinerzeugung im Schwarzachtobel).

Von 1805 bis 1814 gehörte der Ort zu Bayern, dann wieder zu Österreich. Zum österreichischen Bundesland Vorarlberg gehört Schwarzach seit dessen Gründung 1918.

Nach einer Aufzeichnung des Landammann Schneider aus dem Jahr 1808 hatte Schwarzach 281 Einwohner, 73 Häuser und 130 Kühe.[8]

Die Schwarzach war lange Zeit ein Grenzfluss[9] und noch bis 1824 gehörte der linke Teil des Gebietes zur Pfarre Dornbirn und der rechte (seit 1512) zur Pfarre Wolfurt, die Parzelle Ingrüne zu Bildstein.[10] Erst 1824 wird das Gemeindegebiet von Schwarzach eine eigene Pfarrei (der Pfarrhof wurde 1821 neben dem Friedhof gebaut).[11]

1859 wird in Schwarzach ein Postamt im Gasthof Löwen eröffnet, 1868 bis 1869 die heute noch bestehenden Arkaden um den Friedhof gebaut. 1869 findet die erste Vorarlberger Industrieausstellung in Schwarzach statt. Der 1876 eingerichtete Gendarmerieposten wurde 1977 aufgelöst.

Der Ort war 1945 bis 1955 Teil der französischen Besatzungszone in Österreich.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ausländeranteil lag Ende 2002 bei 12,2 Prozent.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung besteht aus 24 Mitgliedern.

Nach der Gemeindevertretungswahl 2015 erreichte die Liste FÜR Schwarzach 17 Mandate, Die Grünen 5 Mandate und die SPÖ 2 Mandate.

Bürgermeister
  • bis 2010 Helmut Leite (Unabhängige Wählergemeinschaft)
  • seit 2010 Manfred Flatz (ÖVP), (FÜR Schwarzach)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde Schwarzach wurde von der Vorarlberger Landesregierung am 20. Oktober 1928 verliehen.[12] Es ist dies ein silberner Schild, der von einem gewellten schwarzen Pfahle durchzogen wird, in dem drei nach links gewendete silberne Barsche übereinander erscheinen. Den Schild umgibt eine ornamentierte bronzefarbene Randeinfassung.[13]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche hl. Sebastian
Hofsteiger Gemeindezentrum
Bad Ingrüne, ehemaliges Schwefelbad, Gasthaus, nun Ferienhaus
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Schwarzach (Vorarlberg)
  • Pfarrkirche Schwarzach: 1468 stand hier eine Sebastianskapelle. 1901 bis 1903 wurde ein neues Kirchengebäude an heutiger Stelle nach Plan von Peter Huter durch Josef Kröner errichtet.
  • Lourdeskapelle: Der neugotische Rechteckbau wurde nach Plänen von Georg Baumeister erbaut.
  • Kapelle Linzenberg, kleine lichte Kapelle am Linzenberg.
  • Heimatmuseum Schwarzach
  • Heilbad Ingrüne: Das Bad Ingrüne in Schwarzach mit Schwefelquellen bestand jedenfalls schon im 18. Jahrhundert und hatte damals seine Hochzeit. Im 19. Jahrhundert sank die Beliebtheit stark ab und es wurde seither vermehrt auf die Sommerfrische und die Bewirtung von Gästen abgestellt.[14] Anlässlich des Verkaufs des Hauses 1957 wurde das Wasser untersucht und festgestellt, dass die Quellen kaum mehr Minerale führen. Der Badebetrieb wurde bereits in der Zwischenkriegszeit eingestellt. Die Quellen sind heute noch gefasst und fließen. Im Kellergeschoss des Hauses sind noch einige Einrichtungen aus der Zeit des Badebetriebs erhalten aber in desolatem Zustand. Das Haus wird heute fallweise für Ferienzwecke vermietet.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2003 gab es am Ort 82 Betriebe der gewerblichen Wirtschaft mit 1.454 Beschäftigten und 78 Lehrlingen. Lohnsteuerpflichtige Erwerbstätige gab es 1.529. Landwirtschaft spielt eine wichtige Rolle. Der Anteil der landwirtschaftlichen Flächen an der Gesamtfläche liegt bei 47 %.

Unternehmen

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Straße: Seit dem Jahr 2009 verläuft die Bregenzerwaldstraße (Bundesstraße 200) durch den zwischen Dornbirn und Alberschwende errichteten Achraintunnel und hat eine direkte Verbindung zur Autobahnauffahrt Dornbirn-Nord und damit zur Rheintal/Walgau Autobahn (A14). Diese neue Straßenführung entlastet Schwarzach und bindet den Bregenzerwald direkter an das Autobahnnetz an.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort gibt es (Stand Januar 2003) 407 Schüler. In Schwarzach gibt es zudem zwei Kindergärten. Ebenfalls gibt es eine Mittelschule mit sprachlichem und technischem Schwerpunkt.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der älteste Verein, der jedoch mehrfache Neugründungen, Namensänderungen und eine Zusammenlegung aufzuweisen hat, ist die heutige Bürgermusik Schwarzach (erste Gründung 1856). Der Verein, der durchwegs die längste Kontinuität aufzuweisen hat, ist die 1877 gegründete Freiwillige Feuerwehr Schwarzach.1898 wurde ein Turnverein gegründet und am 22. Januar 1899 der bis heute bestehende Bienenzuchtverein.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schwarzach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Emil Gmeiner in Heimat Schwarzach, Schwarzach 1990, Eigenverlag der Gemeinde Schwarzach, S. 14, 62.
  2. Emil Gmeiner in Heimat Schwarzach, Schwarzach 1990, Eigenverlag der Gemeinde Schwarzach, S. 14.
  3. Emil Gmeiner in Heimat Schwarzach, Schwarzach 1990, Eigenverlag der Gemeinde Schwarzach, S. 14, 15, 48.
  4. Emil Gmeiner in Heimat Schwarzach, Schwarzach 1990, Eigenverlag der Gemeinde Schwarzach, S. 15, 43.
  5. Emil Gmeiner in Heimat Schwarzach, Schwarzach 1990, Eigenverlag der Gemeinde Schwarzach, S. 15.
  6. Emil Gmeiner in Heimat Schwarzach, Schwarzach 1990, Eigenverlag der Gemeinde Schwarzach, S. 15, 52.
  7. Emil Gmeiner in Heimat Schwarzach, Schwarzach 1990, Eigenverlag der Gemeinde Schwarzach, S. 15
  8. Emil Gmeiner in Heimat Schwarzach, Schwarzach 1990, Eigenverlag der Gemeinde Schwarzach, S. 83.
  9. Josef Amann in Heimat Schwarzach, Schwarzach 1990, Eigenverlag der Gemeinde Schwarzach, S. 44.
  10. Josef Amann in Heimat Schwarzach, Schwarzach 1990, Eigenverlag der Gemeinde Schwarzach, S. 50.
  11. Emil Gmeiner in Heimat Schwarzach, Schwarzach 1990, Eigenverlag der Gemeinde Schwarzach, S. 15.
  12. Bescheid 1928 10 20 AVLReg IIb-1207/1-28.
  13. „Ornamentierte bronzefarbene Randeinfassungen“ wurden 1927 bis 1935 verliehen oder bestätigt (siehe: Vorarlberger Gemeindesymbole, S. 39.; und Vorarlberger Gemeindewappenregistratur, S. 44.)
  14. Christoph Vallaster: Kleines Vorarlberger Heilbäderbuch. Buch Spezial Verlag, Dornbirn 1984, ISBN 3-900496-03-3, S. 67 f.