Landkreis Angerapp

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Angerapp Lage des Landkreises Angerapp in Deutschland 1944/45
Basisdaten (Stand ca. 1945)
Bestandszeitraum: 18181945
Land: Preußen
(Deutschland bis 1945)
Provinz: Ostpreußen
Regierungsbezirk: Gumbinnen
Verwaltungssitz: Angerapp (Darkehmen)
Fläche: 759,54 km²
Einwohner: 31.549 (17. Mai 1939)
Bevölkerungsdichte: 41,5 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: IC
1953 vorgesehen: DAR für Darkehmen
Kreisgliederung: 163 Gemeinden
2 Gutsbezirke
in 34 Amtsbezirken
Lage des Kreises
Lage des Landkreises
Marktplatz der Kreisstadt Darkehmen mit dem Rathaus in der Bildmitte und der Post, alte Postkarte

Der Landkreis Angerapp (bis 1938 Kreis Darkehmen, 1938 umbenannt in Kreis Angerapp, ab 1939 Landkreis Angerapp) in Ostpreußen bestand in der Zeit von 1818 bis 1945.

Verwaltungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Königreich Preußen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ruine eines Gutshauses von 1862 in Dąbrówka (Dombrowken, 1938 bis 1945 Eibenburg), 2010

Mit den preußischen Verwaltungsreformen nach dem Wiener Kongress entstand mit dem 1. September 1818 der Kreis Darkehmen im Regierungsbezirk Gumbinnen in der preußischen Provinz Ostpreußen.

Dieser umfasste die Kirchspiele:

Das Landratsamt war in Darkehmen.

Seit dem 3. Dezember 1829 gehörte der Kreis – nach dem Zusammenschluss der bisherigen Provinzen Preußen und Westpreußen – zur neuen Provinz Preußen mit dem Sitz in Königsberg i. Pr.

Norddeutscher Bund / Deutsches Reich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 1. Juli 1867 gehörte der Kreis zum Norddeutschen Bund und ab 1. Januar 1871 zum Deutschen Reich.

Am 21. Juli 1875 wurde die Landgemeinde Grünheide aus dem Kreis Darkehmen in den Kreis Gumbinnen eingegliedert.

Am 10. August 1876 traten die Landgemeinde Alt- und Neu Gurren und der Gutsbezirk Gurren vom Kreis Darkehmen in den Kreis Angerburg, während der Gutsbezirk Broszeitschen vom Kreis Angerburg zum Kreis Darkehmen wechselte.

Nach der Teilung der Provinz Preußen in die neuen Provinzen Ostpreußen und Westpreußen wurde der Kreis Darkehmen am 1. April 1878 Bestandteil Ostpreußens.

Zum 30. September 1928 fand im Kreis Darkehmen wie im übrigen Preußen eine Gebietsreform statt, bei der nahezu alle bisher selbstständigen Gutsbezirke aufgelöst und benachbarten Landgemeinden zugeteilt wurden.

Am 7. September 1938 änderte sich die Kreisbezeichnung in Angerapp. Zum 1. Januar 1939 führte der Kreis Angerapp entsprechend der jetzt reichseinheitlichen Regelung die Bezeichnung Landkreis.

Durch die polnisch-russische Grenze unterbrochene ehemalige Straße zwischen Rapa (Angerapp, 1938 bis 1945 Kleinangerapp) im polnischen Powiat Gołdapski und Osjorsk (Darkehmen, 1938 Darkeim, 1938 bis 1945: Angerapp) in der russischen Oblast Kaliningrad, 2010

Unter polnischer und sowjetischer Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Mitte Januar 1945 beginnenden Offensive der sowjetischen Truppen in Ostpreußen wurde das Kreisgebiet schrittweise durch die Rote Armee besetzt. Nach der vollständigen Besetzung im Winter 1945 wurde das gesamte Kreisgebiet zunächst der polnischen Zivilverwaltung unterstellt. Kreis und Kreisstadt erhielten den Namen Darkiejmy, die polonisierte (und in Polen auch schon zuvor gebräuchliche) Bezeichnung der Kreisstadt Darkehmen (Angerapp).

Im Spätsommer bzw. Frühherbst des Jahres 1945 revidierte die sowjetische Besatzungsmacht die von ihr zuvor vorgenommene Zonenaufteilung und verschob die Grenze erheblich in Richtung Süden, so dass der deutlich größere Nordteil des Kreises einschließlich der Kreisstadt Darkehmen / Angerapp (Darkiejmy) unter sowjetische Verwaltung kam. Die nach Kriegsende zugewanderten polnischen Migranten, die mit der Verdrängung und Vertreibung der Einheimischen begonnen hatten, wurden einschließlich der polnischen Zivilverwaltung kurzfristig spätestens Anfang 1946 aus dem nunmehr sowjetisch verwalteten Nordteil wieder ausgewiesen.[1]

Nur ein kleinerer Teil des Kreises südlich der Demarkationslinie verblieb unter polnischer Verwaltung und wurde dem Kreis Węgorzewo (Angerburg) angeschlossen.[2] Die ansässige deutsche Bevölkerung wurde, sofern sie nicht bereits geflüchtet war, in der Folgezeit von den örtlichen polnischen Verwaltungsbehörden vertrieben.

Seit der Aufteilung Ostpreußens nach dem Zweiten Weltkrieg in Verwaltungszonen befindet sich die 1946 in Osjorsk (russisch Озёрск für „Stadt am See“) umbenannte frühere Kreisstadt Angerapp (Darkehmen) in der russischen Oblast Kaliningrad.

Landräte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1818–9999: Franz von Buttlar
  • 1824–9999: Gottfried Benjamin Sperber
  • 1849–9999: Arnoldt
  • 1849–1851: Wolff (kommissarisch)
  • 1851–1865: Heinrich von Schirmeister (1817–1892)
  • 1865–1874: Gustav Heinrich Konrad von Goßler (1838–1902)
  • 1876–1890: Max Bergmann (1844–1914)
  • 1890–1891: Hermann von Kruse
  • 1892–9999: August von Saucken(Tarputschen)
  • 1892–1897: Hermann von Busenitz (1860–1917) [3]
  • 1897–1911: Friedrich Eggert
  • 1911–1920: Alexander von Martius
  • 1920–1933: Willi Seroski
  • 1933–9999: von Winterfeld
  • 1933–1937: Günther Nikolaus (* 1899) († nach 1945)
  • 1937–1945: Paul Uschdraweit (1891–1966)

Kommunalverfassung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landkreis Darkehmen gliederte sich zunächst in die Stadtgemeinde Darkehmen (am 3. Juni 1938 in „Darkeim“, am 16. Juli 1938 endgültig in „Angerapp“ umbenannt), in Landgemeinden und – bis zu deren nahezu vollständigem Wegfall – in selbstständige Gutsbezirke.

Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 sowie der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 wurde zum 1. April 1935 das Führerprinzip auf Gemeindeebene durchgesetzt.

Zum 1. April 1941 wurde der neue Heeresgutsbezirk Gudwallen gebildet.

Eine neue Kreisverfassung wurde nicht mehr geschaffen; es galt weiterhin die Kreisordnung für die Provinzen Ost- und Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien und Sachsen vom 19. März 1881.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verwaltungsgliederung 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landkreis Angerapp setzte sich am 1. Januar 1945 aus 163 Gemeinden, darunter die Stadt Angerapp (Darkehmen) sowie zwei Gutsbezirken zusammen:

Amtsbezirke[4] & Gemeinden[5] Bevölkerung (1939)[6] Bemerkung
Stadt Angerapp (bis 1938 Darkehmen)    
1. Angerapp Stadt 4.376 16. Juli 1938 umbenannt, früher Darkehmen
Amtsbezirk Adamsheide    
1. Adamsheide 262  
2. Rogalwalde 214  
3. Schiedelau 146 16. Juli 1938 umbenannt, früher Schidlack
Amtsbezirk Albrechtau    
1. Albrechtau 157  
2. Friedeck 165 16. Juli 1938 umbenannt, früher Jautecken
3. Gutbergen 124 16. Juli 1938 umbenannt, früher Lenkehlischken
4. Karpauen 342 16. Juli 1938 umbenannt, früher Karpowen bzw.Großkarpowen
Amtsbezirk Almental (bis 1938 Abschermeningken)    
1. Almental 256 11. Februar 1932 umbenannt, früher Abschermeningken
2. Gleisgarben 270 16. Juli 1938 umbenannt, früher Jagotschen
3. Krucken 69 16. Juli 1938 umbenannt, früher Krugken
4. Oberhofen (Ostpr.) 82 16. Juli 1938 umbenannt, früher Masutschen
5. Peterkeim 82 16. Juli 1938 umbenannt, früher Petrelskehmen
Amtsbezirk Altheide (bis 1938 Skallischen)    
1. Altheide (Ostpr.) 324 16. Juli 1938 umbenannt, früher Skallischen
2. Altheide, Anteil Kr.Angerapp, Forst, gemeindefreier Gutsbezirk 0 16. Juli 1938 umbenannt, früher Skallischen, Forst
Amtsbezirk Ballethen    
1. Ballethen 447  
2. Ilgenau 185 16. Juli 1938 umbenannt, früher Illgossen
3. Kuppenwiese 114 16. Juli 1938 umbenannt, früher Neu Ragaischen
4. Loppinnen 48  
5. Mentau 81 16. Juli 1938 umbenannt, früher Groß u.Klein Menturren
6. Missen 69  
Amtsbezirk Berglingen (bis 1938 Lingwarowen)    
1. Berglingen 156 16. Juli 1938 umbenannt, früher Lingwarowen
2. Groß Illmen 95  
3. Kermen 250 16. Juli 1938 umbenannt, früher Adlig Kermuschienen
4. Marienwalde 316  
5. Waldkerme 156 16. Juli 1938 umbenannt, früher Piontken
Amtsbezirk Drachenberg (bis 1938 Kallnen)    
1. Bruderhof 155 16. Juli 1938 umbenannt, früher Scherrewischken
2. Drachenberg 89 16. Juli 1938 umbenannt, früher Kallnen
3. Königsgarten 179 16. Juli 1938 umbenannt, früher Schwirgsden
4. Köskeim 74 16. Juli 1938 umbenannt, früher Kossischken/Koszischken
5. Linnemarken 42 16. Juli 1938 umbenannt, früher Schaugsten
6. Meltbach 79 16. Juli 1938 umbenannt, früher Melletschen
Amtsbezirk Eibenburg (bis 1938 Dombrowken)    
1. Eibenburg 296 16. Juli 1938 umbenannt, früher Dombrowken
Amtsbezirk Ernstburg    
1. Dachshausen 208 16. Juli 1938 umbenannt, früher Abscherningken
2. Ernstburg 320  
3. Grieben 198  
4. Rüttelsdorf 147 16. Juli 1938 umbenannt, früher Neu Pillkallen
5. Schönfels 168 16. Juli 1938 umbenannt, früher Escherischken
Amtsbezirk Eschingen (bis 1938 Escherningken)    
1. Brenndenwalde 145 16. Juli 1938 umbenannt, früher Ischdaggen
2. Dingelau 235 16. Juli 1938 umbenannt, früher Grasgirren
3. Eschingen 287 16. Juli 1938 umbenannt, früher Escherningken
4. Großbachrode 112 16. Juli 1938 umbenannt, früher Groß Kolpacken
5. Kleedorf (Ostpr.) 74 16. Juli 1938 umbenannt, früher Karteningken
Amtsbezirk Gahlen (bis 1938 Rogahlen)    
1. Balschdorf 144 16. Juli 1938 umbenannt, früher Matzwolla
2. Gahlen (Ostpr.) 344 16. Juli 1938 umbenannt, früher Rogahlen
3. Groß Jahnen 180  
4. Großsteinau 127 16. Juli 1938 umbenannt, früher Skallischkehmen
5. Gruneiken 78 16. Juli 1938 umbenannt, früher Gruneyken
6. Hilpertswerder 84 16. Juli 1938 umbenannt, früher Audinischken
7. Ostkehmen 67  
8. Wittbach 201 16. Juli 1938 umbenannt, früher Wittgirren
Amtsbezirk Gailboden    
1. Finkenwalde (Ostpr.) 60 16. Juli 1938 umbenannt, früher Muldschählen/Muldszehlen
2. Gembern 257 16. Juli 1938 umbenannt, früher Mallenuppen
3. Groß Grobienen 181  
4. Kamanten 106  
5. Maiden 107 16. Juli 1938 umbenannt, früher Endruschen
6. Menturren 70  
Amtsbezirk Gudwallen    
1. Alt Thalau 63  
2. Auerfluß 374  
3. Gudwallen 560 1. April 1941 aufgelöst, eingegliedert teilweise in Bretten, Menturren und Gudwallen Heeresgutsbezirk
4. Kreuzstein 108 16. Juli 1938 umbenannt, früher Klein Pelledauen
5. Milchbude 19  
6. Neu Thalau 82  
7. Schlieben (Ostpr.) 98 16. Juli 1938 umbenannt, früher Schunkarinn
Amtsbezirk Gudwallen, Heeresgutsbezirk    
1. Gudwallen, Heeresgutsbezirk  ? 1. April 1941 gebildet aus Gudwallen (teilw.), Angerapp, Stadt (teilw.), Auerfluß (teilw.) und Schlieben (teilw.)
Amtsbezirk Jürgenfelde (bis 1938 Jurgaitschen)    
1. Brahetal 210 16. Juli 1938 umbenannt, früher Bratricken
2. Jürgenfelde 290 16. Juli 1938 umbenannt, früher Jurgaitschen
3. Konradshof 216 16. Juli 1938 umbenannt, früher Alt Ragaischen
4. Uhlenhorst 207 16. Juli 1938 umbenannt, früher Lenkimmen
Amtsbezirk Kanden (bis 1938 Kandschen)    
1. Erlenflet 98 16. Juli 1938 umbenannt, früher Tarputschen Kirchspiel Ballethen
2. Golsaue 134 16. Juli 1938 umbenannt, früher Kuinen
3. Kanden 155 16. Juli 1938 umbenannt, früher Kandschen
4. Ragen 57 16. Juli 1938 umbenannt, früher Ragoschen
5. Tiefenhagen 68 16. Juli 1938 umbenannt, früher Lengwetschen
6. Wiesenbrunn (Ostpr.) 93 16. Juli 1938 umbenannt, früher Schuppinnen
Amtsbezirk Karkeim (bis 1938 Kariotkehmen)    
1. Bindemark 63 16. Juli 1938 umbenannt, früher Bindschuhnen/Bindszuhnen
2. Brunshöfen 42 16. Juli 1938 umbenannt, früher Jewonischken
3. Gründann 35  
4. Gudwainen 49  
5. Karkeim 168 16. Juli 1938 umbenannt, früher Kariotkehmen
6. Ramfelde 113 16. Juli 1938 umbenannt, früher Ramoschkehmen
7. Schudau 66 16. Juli 1938 umbenannt, früher Schudischken
8. Wildhorst 99 16. Juli 1938 umbenannt, früher Schakumehlen
Amtsbezirk Kleinangerapp (bis 1938 Angerapp)    
1. Kleinangerapp 388 16. Juli 1938 umbenannt, früher Angerapp (Gemeinde)
Amtsbezirk Kleinbeinuhnen (bis 1938 Klein Beynuhnen)    
1. Aussicht 162  
2. Kleinbeinuhnen 369 16. Juli 1938 umbenannt, früher Klein Beynuhnen
Amtsbezirk Kleschauen (bis 1938 Kleszowen/Kleschowen)    
1. Altentrift 69 16. Juli 1938 umbenannt, früher Tautschillen
2. Jodanen 108 16. Juli 1938 umbenannt, früher Jodschuhnen/Jodszuhnen
3. Kleschauen 163 16. Juli 1938 umbenannt, früher Kleszowen/Kleschowen
4. Kudern 135 16. Juli 1938 umbenannt, früher Kuddern
5. Langenrück 69 16. Juli 1938 umbenannt, früher Uschballen/Uszballen
6. Runden 159 16. Juli 1938 umbenannt, früher Worellen
Amtsbezirk Kreuzhausen (bis 1938 Tarputschen)    
1. Elken 187 16. Juli 1938 umbenannt, früher Elkinehlen
2. Julienfelde 150  
3. Kreuzhausen 203 16. Juli 1938 umbenannt, früher Schallgirren/Szallgirren
4. Sauckenhof 208 16. Juli 1938 umbenannt, früher Tarputschen Kirchspiel Trempen
5. Tatarren 267  
Amtsbezirk Lautersee (bis 1938 Schabienen)    
1. Altlautersee 135 16. Juli 1938 umbenannt, früher Königlich Szabienen, Alt Szabienen/Schabienen
2. Blinkersee 117 16. Juli 1938 umbenannt, früher Uszblenken/Uschblenken
3. Brassen 67  
4. Christiankehmen 222  
5. Großlautersee 53 16. Juli 1938 umbenannt, früher Groß Szabienen/Schabienen
6. Kleinzedmar 69 16. Juli 1938 umbenannt, früher Jaggeln
7. Kleinlautersee 211 16. Juli 1938 umbenannt, früher Klein Schabienen
8. Meßken 93 16. Juli 1938 umbenannt, früher Antmeschken
9. Sausreppen 251 16. Juli 1938 umbenannt, früher Jodszinn/Jodschinn
10. Ursfelde 91 16. Juli 1938 umbenannt, früher Stumbrakehmen
Amtsbezirk Ragauen (bis 1938 Groß Ragauen)    
1. Brettken 103 16. Juli 1938 umbenannt, früher Groß Bretschkehmen
2. Groß Ragauen 204  
3. Hasenbrück 121 16. Juli 1938 umbenannt, früher Oscheningken
4. Klein Ragauen 58  
5. Notrienen 73  
6. Rauben 122 16. Juli 1938 umbenannt, früher Degelgirren
7. Seehügel 88 16. Juli 1938 umbenannt, früher Eschergallen
Amtsbezirk Sanden (bis 1938 Launingken)    
1. Sanden 500 16. Juli 1938 umbenannt, früher Launingken
2. Wehrwalde 102 16. Juli 1938 umbenannt, früher Neu Eschergallen
Amtsbezirk Schanzenhöh (bis 1938 Ballupönen)    
1. Grieswalde 196 16. Juli 1938 umbenannt, früher Griesgirren
2. Kermenau 77 16. Juli 1938 umbenannt, früher Alt u.Neu Kermuschienen
3. Schanzenhöh 124 16. Juli 1938 umbenannt, früher Alt Ballupönen
4. Seehagen (Ostpr.) 50 16. Juli 1938 umbenannt, früher Eszerienen/Escherienen
5. Stillheide 180 16. Juli 1938 umbenannt, früher Stobrigkehlen
Amtsbezirk Sillenfelde (Schillehnen)    
1. Albrechtshof 228  
2. Altlinde 92 16. Juli 1938 umbenannt, früher Kruschinnen
3. Grünblum 73  
4. Kranichfelde 199 16. Juli 1938 umbenannt, früher Dumbeln
5. Kurschen 131  
6. Sillenfelde 234 16. Juli 1938 umbenannt, früher Schillehnen
7. Wiesenhausen 180 16. Juli 1938 umbenannt, früher Karklienen
Amtsbezirk Skirlack    
1. Groß Skirlack 229  
2. Kannen 205 16. Juli 1938 umbenannt, früher Kannehlen
3. Klein Skirlack 189  
4. Puttkammer 54 16. Juli 1938 umbenannt, früher Potkehmen
Amtsbezirk Sobrost    
1. Groß Sobrost 221  
2. Großmedien 280 16. Juli 1938 umbenannt, früher Groß Medunischken
3. Klein Sobrost 139  
Amtsbezirk Sodehnen    
1. Ammerau 176 16. Juli 1938 umbenannt, früher Auxinnen
2. Dittwiese 66 16. Juli 1938 umbenannt, früher Didwischken
3. Großkallwen 104 16. Juli 1938 umbenannt, früher Groß Kallwischken
4. Labonen 184 16. Juli 1938 umbenannt, früher Labowischken
5. Rosenberg 50  
6. Sodehnen 422  
Amtsbezirk Stroppau (bis 1938 Kunigehlen)    
1. Altsauswalde 142 16. Juli 1938 umbenannt, früher Alt Sausköyen
2. Großbeinuhnen 215 16. Juli 1938 umbenannt, früher Groß Beynuhnen
3. Neubeinuhnen 92 16. Juli 1938 umbenannt, früher Neu Beynuhnen
4. Neusauswalde 82 16. Juli 1938 umbenannt, früher Neu Sauskoyen
5. Sandeck 126 16. Juli 1938 umbenannt, früher Kundschicken
6. Stroppau 292 16. Juli 1938 umbenannt, früher Kunigehlen
Amtsbezirk Trempen    
1. Trempen 872  
Amtsbezirk Weedern    
1. Balsken 133 16. Juli 1938 umbenannt, früher Balschkehmen
2. Bidenteich 173 16. Juli 1938 umbenannt, früher Bidschuhnen/Bidszuhnen
3. Hallweg 338 16. Juli 1938 umbenannt, früher Hallwischken
4. Jungferngrund 67 16. Juli 1938 umbenannt, früher Groß Pelledauen
5. Klein Grobienen 69  
6. Schimmelhof 90 16. Juli 1938 umbenannt, früher Klein Darkehmen
7. Schönwall 70 16. Juli 1938 umbenannt, früher Puikwallen
8. Ströpken 259  
Amtsbezirk Wiecken (bis 1938 Wikischken)    
1. Großzedmar 108 16. Juli 1938 umbenannt, früher Astrawischken
2. Grünsiedel 94 16. Juli 1938 umbenannt, früher Wantischken
3. Kleinbachrode 90 16. Juli 1938 umbenannt, früher Klein Kolpacken
4. Roßkamp 111 16. Juli 1938 umbenannt, früher Auxkallen/Augstkallen
5. Wiecken 268 16. Juli 1938 umbenannt, früher Wikischken
Amtsbezirk Wilhelmsberg    
1. Friedrichsberg 310  
2. Fritzenau 132 16. Juli 1938 umbenannt, früher Kermuschienen
3. Grimmen (Ostpr.) 266 16. Juli 1938 umbenannt, früher Pogrimmen
4. Raunen (Ostpr.) 105 16. Juli 1938 umbenannt, früher Raudohnen
5. Wilhelmsberg 578  

Ortsnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 3. Juni 1938 – mit amtlicher Bestätigung vom 16. Juli 1938 – fanden aufgrund einer Anordnung des Gauleiters und Oberpräsidenten Ostpreußens Erich Koch auch im Landkreis Angerapp (bis 1938 Kreis Darkehmen) umfangreiche Umbenennungen von Ortsnamen statt.[7] Das waren meist lautliche Angleichungen, Übersetzungen oder freie Erfindungen. Nicht nur die Stadt Darkehmen erhielt den neuen Namen Angerapp (wenige Wochen noch: Darkeim), sondern auch 117 von 165 Gemeinden des Kreises wurden umbenannt[8].

Umbenannt wurden – neben der Stadt Darkehmen (= Angerapp) – die heute auf russischem bzw. polnischem Staatsgebiet liegenden Orte[9]:

  • Kowarren: Kleinfriedeck
  • Krugken: Krucken
  • Kruschinnen: Altlinde
  • Kuddern: Kudern
  • Kuinen: Golsaue
  • Kundszicken, 1936 = Kundschicken: Sandeck
  • Kunigehlen: Stroppau
  • Labowischken: Labonen
  • Lasdienen: Mühlenau
  • Launingken: Sanden
  • Lenkehlischken: Gutbergen
  • Lenkinnen: Uhlenhorst
  • Lingwarowen: Berglingen
  • Mallenuppen: Gembern
  • Masutschen: Oberhofen (Ostpr.)
  • Matzwolla: Balschdorf
  • Melletschen: Meltbach
  • Muldszählen, 1936 = Muldschählen: Finkenwalde (Ostpr.)
  • Naujeningken: Kleingudwallen
  • Naujoken: Kleinauerfluß
  • Neu Beynuhnen: Neubeinuhnen
  • Neu Eszergallen, = 1936: Neu Eschergallen: Wehrwalde
  • Neu Ragaischen: Kuppenwiese
  • Neu Sauskoyen: Neusauswalde
  • Oszeningken, 1936 = Oscheningken: Hasenbrück
  • Osznagorren, 1936 = Oschnagorren: Adlermark
  • Petrelskehmen: Peterkeim
  • Piontken: Waldkerme
  • Progrimmen: Grimmen
  • Potkehmen: Puttkammer
  • Puikwallen: Schönwall
  • Radtkehmen: Wittrade
  • Ragoszen, 1936 = Ragoschen: Ragen
  • Ramoschkehmen: Ramfelde
  • Rauben: Degelgirren
  • Raudohnen: Raunen
  • Rogahlen: Gahlen (Ostpr.)
  • Röseningken: Rößningen
  • Schakumehlen: Wildhorst
  • Schaugsten: Linnemarken
  • Scherrewischken: Bruderhof
  • Schillehlen: Sillenfelde
  • Schniepseln: Schniepen
  • Schudischken: Schudau
  • Schunkarinn: Schlieben
  • Schuppinnen: Wiesenbrunn
  • Schwirgsden: Königsgarten
  • Skallischen: Altheide (Ostpr.)
  • Skallischkehmen: Großsteinau
  • Stobrigkehlen: Stillheide
  • Stumbrakehmen: Ursfelde
  • Szallgirren, 1936 = Schallgirren: Kreuzhausen
  • Szallutschen, 1936 = Schallutschen: Krebswinkel
  • Szameitschen, Ksp. Darkehmen, 1936 = Schameitschen: Waldhorst
  • Szameitschen, Ksp. Wilhelmsberg, 1936 = Schameitschen: Brahmannsdorf
  • Szidlack, 1936 = Schidlack: Schiedlau
  • Tarputschen, Ksp. Ballethen: Erlenflet
  • Tarputschen, Ksp. Trempen: Sauckenhof
  • Trautschillen: Altentrift
  • Uszballen, 1936 = Uschballen: Langenrück
  • Uszblenken, 1936 = Uschblenken: Blinkersee
  • Wantischken: Grünsiedel
  • Wikischken: Wiecken
  • Wittgirren: Wittbach
  • Worellen: Runden

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gustav Neumann: Geographie des Preußischen Staats. 2. Auflage, Band 2, Berlin 1874, S. 31, Ziffer 9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Landkreis Angerapp – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://historia-wyzynaelblaska.pl/granica-polsko-radziecka-w-b.-prusach-wschodnich.html
  2. siehe Kartenteil des Buches: Ostdeutschland unter fremder Verwaltung I: Ostpreußen 1945 - 1955; Alfred Metzner Verlag Frankfurt/M. Berlin, 1955
  3. Acta Borussica Band 8/II (1890–1900), S. 506 (PDF-Datei; 2,19 MB)
  4. Gemeindelexikon für den Freistaat Preußen, Band 1: Provinz Ostpreußen, Berlin 1931
  5. Amtliches Gemeindeverzeichnis des Deutschen Reiches 1939, 2. Auflage 1941
  6. Amtliches Gemeindeverzeichnis des Deutschen Reiches 1939, 2. Auflage 1941
  7. Andreas Kossert (2003). „'Grenzlandpolitik' und Ostforschung an der Peripherie des Reiches. Das ostpreußische Masuren 1919–1945“. Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, 51. Jahrgang, Heft 2, April 2003, Seite 141 (PDF)
  8. Michael Rademacher, Deutsch-österreichisches Ortsbuch
  9. Liste beim Verein für Computergenealogie