Langenmosen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Langenmosen
Langenmosen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Langenmosen hervorgehoben
Koordinaten: 48° 36′ N, 11° 13′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Neuburg-Schrobenhausen
Verwaltungs­gemeinschaft: Schrobenhausen
Höhe: 403 m ü. NHN
Fläche: 23,9 km2
Einwohner: 1550 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 65 Einwohner je km2
Postleitzahl: 86571
Vorwahl: 08433
Kfz-Kennzeichen: ND, SOB
Gemeindeschlüssel: 09 1 85 143
Gemeindegliederung: 4 Gemeindeteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Herzoganger 1
86529 Schrobenhausen
Webpräsenz: www.langenmosen.de
Erste Bürgermeisterin: Mathilde Ahle (CSU)
Lage der Gemeinde Langenmosen im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen
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Über dieses Bild

Langenmosen ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Neuburg-Schrobenhausen und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Schrobenhausen. Bis 1958 war die offizielle Schreibweise des Gemeindenamens Langenmoosen.[2]

Gemeindeteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Langenmosen (1174 Einwohner)
  • Winkelhausen (151 Einwohner)
  • Malzhausen (146 Einwohner)
  • Grabmühle (8 Einwohner)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühbesiedlung 550–650[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Langenmosen ist eine der bedeutendsten und ältesten Siedlungen im Umland von Schrobenhausen. Das agilofingische Mosa - eine der früheren Bezeichnungen für Langenmosen - war Mittelpunkt einer Urpfarrei, eines Gerichtsbezirkes und einer Gmain. Statt der heutigen drei Ortschaften hatte es einst zehn zu Mosen gehörende Siedlungen gegeben. Sandizell im Süden, bis nach Königslachen im Osten. An die abgegangenen sieben Siedlungen (Ortschaften) erinnern heute nur noch einzelne Flurnamen. Die frühbajuwarischen Reihengräber auf Moosberg-„Fibet“, sind die sichersten Zeugnisse für Langenmosens Frühbesiedlung von 550 bis 650.

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie der Chronist weiter berichtet, ist im Unterdorf innerhalb von vier Jahrhunderten eine starke Siedlung herangewachsen, die der reiche und angesehene Graf Perchtold 1045 bis 1112 mit Stolz sein „Civitas“ nannte. Bruderkriege und dynastische Erbstreitigkeiten haben im 14. Jahrhundert auf lange Zeit das wirtschaftliche Leben im ganzen Gau und in Mosen unterbrochen. Als man an den Aufbau ging, gab es keine Einödbauern, keine Einzelhöfe, keine Burgsitze und keine Edelmannsgüter mehr. Vom „Hill-Eck“ am Höcherberg bis zur Grabmühle reihte man dem Dorfsträßl entlang Hofstatt an Hofstatt. So entstand das lange Dorf und schon vor Ende des 14. Jahrhunderts lesen wir in Überlieferungen da und dort „Lang- oder Lanngnmosen“.

Dreißigjähriger Krieg bis Napoleon[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als 1632 die Schweden unter Gustav Adolf von München kommend über Augsburg nach Nürnberg dem Feldherrn Wallenstein entgegenzogen, wurde Mosen niedergebrannt. Die Bewohner versteckten sich jahrelang vor den Schweden im sumpfigen Donaumoos.

1796 wurde Langenmosen von den Franzosen geplündert. In den darauffolgenden Kriegen von 1805 bis 1815 mussten auch Langenmosener dem 30.000 Mann starken bayerischen Heer zur Unterstützung Napoleons dienen. Am Ende gab es 24 Gefallene und Vermisste aus der Gemeinde.

Weltkriege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Ersten Weltkrieg mussten 158 Männer aus Langenmosen, 31 aus Winkelhausen und 35 aus Malzhausen ziehen. Am Ende gab es insgesamt 41 Gefallene und Vermisste.

Der Zweite Weltkrieg hat auch die Gemeinde Langenmosen nicht unverschont gelassen. In den letzten Kriegstagen (27. April 1945) wurde die Ortschaft durch Tiefflieger angegriffen. Dabei starben fünf Menschen. In der Gemeinde gab es insgesamt 78 Tote und vermisste Männer.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. April 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Malzhausen eingegliedert.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche St. Andreas

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeisterin ist seit 1. Mai 2014 Mathilde Ahle. Sie ist die Nachfolgerin von Thomas Hümbs (FW).

Gemeinderat in der Wahlperiode 2014–2020[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den 12 Sitzen entfallen auf:

  • FW: 5 Sitze
  • CSU: 5 Sitze
  • Junge Bürger Langenmosen: 2 Sitze

Gemeindewappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter von Silber und Rot geschachtem Schildhaupt gespalten von Silber und Blau; vorne ein blaues Andreaskreuz, hinten über einem liegenden goldenen Halbmond eine goldene Marienkrone.

Gegenwart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute ist Langenmosen aufgrund der Gemeindegebietsreform Mitgliedsgemeinde der Verwaltungsgemeinschaft Schrobenhausen. Malzhausen (früher selbstständige Gemeinde) wurde durch die Eingemeindung ein Ortsteil von Langenmosen. Ebenso Grabmühle, das zur selbständigen Gemeinde Ludwigsmoos gehörte.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche St. Andreas: Innenraum

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luitgard Müller, ehemalige Gastwirtin, am 13. Juli 2016 mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Die Gemeinden Bayerns nach dem Gebietsstand 25. Mai 1987. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns und die Änderungen im Bestand und Gebiet von 1840 bis 1987 (Heft 451 der Beiträge zur Statistik Bayerns), hg. vom Bayerischen Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, München 1991, S. 23.
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 567.
  4. Ankündigung der Verdienstordens-Verleihung 2016

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Langenmosen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien