Langenmosen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Langenmosen
Langenmosen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Langenmosen hervorgehoben

Koordinaten: 48° 36′ N, 11° 13′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Neuburg-Schrobenhausen
Verwaltungs­gemeinschaft: Schrobenhausen
Höhe: 403 m ü. NHN
Fläche: 23,9 km2
Einwohner: 1591 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 67 Einwohner je km2
Postleitzahl: 86571
Vorwahl: 08433
Kfz-Kennzeichen: ND, SOB
Gemeindeschlüssel: 09 1 85 143
Gemeindegliederung: 4 Gemeindeteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Herzoganger 1
86529 Schrobenhausen
Website: www.langenmosen.de
Erste Bürgermeisterin: Mathilde Ahle (CSU)
Lage der Gemeinde Langenmosen im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen
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Über dieses Bild

Langenmosen ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Neuburg-Schrobenhausen und deren Hauptort.

Gemeindeteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde hat vier amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern sind der Siedlungstyp und die Einwohnerzahl (Stand: ?) angegeben):[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühbesiedlung 550–650[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Langenmosen ist eine der bedeutendsten und ältesten Siedlungen im Umland von Schrobenhausen. Das agilolfingische Mosa – eine der früheren Bezeichnungen für Langenmosen – war Mittelpunkt einer Urpfarrei, eines Gerichtsbezirkes und einer Gmain. Statt der heutigen drei Ortschaften hatte es einst zehn zu Mosen gehörende Siedlungen gegeben. Sandizell im Süden, bis nach Königslachen im Osten. An die abgegangenen sieben Siedlungen (Ortschaften) erinnern heute nur noch einzelne Flurnamen. Die frühbajuwarischen Reihengräber auf Moosberg-„Fibet“, sind die sichersten Zeugnisse für Langenmosens Frühbesiedlung von 550 bis 650.

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie der Chronist weiter berichtet, ist im Unterdorf innerhalb von vier Jahrhunderten eine starke Siedlung herangewachsen, die der reiche und angesehene Graf Perchtold 1045 bis 1112 mit Stolz sein „Civitas“ nannte. Bruderkriege und dynastische Erbstreitigkeiten haben im 14. Jahrhundert auf lange Zeit das wirtschaftliche Leben im ganzen Gau und in Mosen unterbrochen. Als man an den Aufbau ging, gab es keine Einödbauern, keine Einzelhöfe, keine Burgsitze und keine Edelmannsgüter mehr. Vom „Hill-Eck“ am Höcherberg bis zur Grabmühle reihte man dem Dorfsträßl entlang Hofstatt an Hofstatt. So entstand das lange Dorf und schon vor Ende des 14. Jahrhunderts lesen wir in Überlieferungen da und dort „Lang- oder Lanngnmosen“.

Dreißigjähriger Krieg bis Napoleon[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als 1632 die Schweden unter Gustav Adolf von München kommend über Augsburg nach Nürnberg dem Feldherrn Wallenstein entgegenzogen, wurde Mosen niedergebrannt. Die Bewohner versteckten sich jahrelang vor den Schweden im sumpfigen Donaumoos.

1796 wurde Langenmosen von den Franzosen geplündert. In den darauffolgenden Kriegen von 1805 bis 1815 mussten auch Langenmosener dem 30.000 Mann starken bayerischen Heer zur Unterstützung Napoleons dienen. Am Ende gab es 24 Gefallene und Vermisste aus dem Bereich der heutigen Gemeinde. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinde Langenmosen mit den zugehörigen Orten Ludwigsmoos und Winkelhausen.

Weltkriege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Ersten Weltkrieg mussten 158 Männer aus Langenmosen, 31 aus Winkelhausen und 35 aus Malzhausen ziehen. Es gab 41 Gefallene und Vermisste.

Der Zweite Weltkrieg hatte auch die Gemeinde Langenmosen nicht unverschont gelassen. In den letzten Kriegstagen (27. April 1945) wurde die Ortschaft durch Tiefflieger angegriffen. Dabei starben fünf Menschen. In der Gemeinde gab es insgesamt 78 Tote und vermisste Männer.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. April 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Malzhausen eingegliedert. Ludwigsmoos kam am 1. Januar 1977 zu Königsmoos, im Gegenzug kam Grabmühle von Untermaxfeld.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2019 wuchs die Gemeinde von 1.313 auf 1.591 um 278 Einwohner bzw. um 21,2 %.

Politik und Öffentliche Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche St. Andreas

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Bürgermeisterin ist seit 1. Mai 2014 Mathilde Ahle (CSU);[4] diese wurde bei der Kommunalwahl am 15. März 2020 wieder gewählt. Sie ist die Nachfolgerin von Thomas Hümbs (FW).

Gemeinderat in der Wahlperiode 2014–2020[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den 12 Sitzen entfallen auf:

  • FW: 5 Sitze
  • CSU: 5 Sitze
  • Junge Bürger Langenmosen: 2 Sitze

Gemeinderat in der Wahlperiode 2020–2026[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den 12 Sitzen entfallen auf:

  • CSU: 6 Sitze
  • Freie Wähler Langenmosen: 6 Sitze

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Schrobenhausen.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Gde. Langenmosen
Blasonierung: „Unter von Silber und Rot geschachtem Schildhaupt gespalten von Silber und Blau; vorne ein blaues Andreaskreuz, hinten über einem liegenden goldenen Halbmond eine goldene Marienkrone.“[5]

Wappengeschichte: Der von Silber und Rot geschachte Balken ist das heraldische Zeichen des Zisterzienserordens. Er weist hier auf die bis zur Säkularisation 1803 andauernden engen Beziehungen zum Zisterzienserinnenkloster Niederschönenfeld hin, dem ein Großteil der Anwesen grundherrschaftlich unterstand. Halbmond und Krone gelten als Mariensymbole; sie erinnern an die geschichtlichen Verbindungen mit dem Benediktinerinnenkloster Neuburg. Das Andreaskreuz versinnbildlicht das Patrozinium der Pfarrkirche von Langenmosen. Die Farben des Hauses Wittelsbach, Silber (Weiß) und Blau, unterstreichen die historische Zugehörigkeit zum herzoglichen Amt Schrobenhausen.[6] Dieses Wappen wird seit 1966 geführt.[7]

Gegenwart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Malzhausen (früher selbstständige Gemeinde) wurde durch die Eingemeindung ein Ortsteil von Langenmosen. Ebenso Grabmühle, das zur selbständigen Gemeinde Ludwigsmoos gehörte.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche St. Andreas: Innenraum

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luitgard Müller, ehemalige Gastwirtin, am 13. Juli 2016 mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet.[8]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Langenmosen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Langenmosen in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 12. September 2019.
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 567.
  4. Gemeinderatsmitglieder Langenmosen. Verwaltungsgemeinschaft Schrobenhausen, abgerufen am 10. September 2020.
  5. Eintrag zum Wappen von Langenmosen in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  6. Zitat Eintrag zum Wappen von Langenmosen in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  7. Eintrag zum Wappen von Langenmosen in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte m.w.N.
  8. Ankündigung der Verdienstordens-Verleihung 2016