Lengfeld (Würzburg)

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Wappen von Lengfeld
Wappen von Würzburg
Lengfeld
Bezirk von Würzburg
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Über dieses Bild
Koordinaten 49° 48′ 37″ N, 9° 59′ 13″ OKoordinaten: 49° 48′ 37″ N, 9° 59′ 13″ O.
Höhe 199 m ü. NHN
Fläche 6,45 km²
Einwohner 10.457 (2011)
Bevölkerungsdichte 1621 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Jan. 1978
Postleitzahl 97076
Vorwahl 0931
Verkehrsanbindung
Bundesstraße B19 B8
Bus 20, 21, 25, 26, 34
Quelle: Würzburg.de

Lengfeld (lokal: Lempfeld[1]) ist ein Stadtbezirk und gleichzeitig ein Stadtteil von Würzburg im Nordosten der Stadt. Die früher eigenständige Gemeinde wurde am 1. Januar 1978 im Zuge der Gemeindegebietsreform in die Stadt Würzburg eingemeindet.[2]

Während Lengfeld 1954 noch eine sehr kleine Siedlung war, die sich südlich und östlich der Sankt-Laurentius-Kirche erstreckte, wurde bis 1977 der Nordhang des Pilziggrunds und ein Gebiet jenseits der Kürnach bebaut. Zuletzt entstanden das Wohngebiet auf dem Greinberg, sowie die Industrieparks entlang der B 19 auf dem Rücken des Greinbergs und entlang der B 8 auf der Wöllrieder Höhe.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben einigen landwirtschaftlichen Betrieben gibt es auch Handwerksbetriebe, mittelständische Unternehmen und Industriebetriebe (Brose, ehem. Siemens VDO). Ebenfalls auf Lengfelder Gebiet befinden sich ein Briefzentrum der Post und die Justizvollzugsanstalt Würzburg, die eine der modernsten Vollzugsanstalten in Deutschland ist. Am Rande von Lengfeld kreuzen sich die Bundesstraßen 19 und 8 im Greinbergknoten.[3]

In Lengfeld siedelten sich viele Gewerbebetriebe rund um die Bundesstraßen an. Zurzeit befinden sich vier Baumärkte, zwei Elektromärkte, mehrere Lebensmittelmärkte und viele weitere Gewerbebetriebe im Gemeinde- und im Industriegebiet. Insbesondere befinden sich die meisten Würzburger Autohäuser in Lengfeld. Für die Erschließung des IKEA-Marktes auf größtenteils Lengfelder Gemarkung wurde eine neue Anschlussstelle an der B 19 gebaut.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1876 wurde der Turn- und Sportverein (TSV) Lengfelds gegründet. Dessen Fußballverein spielte in der Saison 2014/2015 in der Landesliga Nordwest.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Lengfeld befinden sich fünf Kindergärten (der erste des Dorfes wurde am 1. September 1890 als Kleinkinderbewahranstalt eröffnet[4]) sowie eine Grundschule.

Kirchliches Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Lengfelder Pfarrhaus wurde 1811 erbaut. Ab 1958 fanden Sonntagsgottesdienste in der in den 1980er Jahren abgerissenen Rosenmühle statt.[5] Im Dezember 1975 wurde ein ab 1973 errichtetes Ökumenisches Zentrum eingeweiht, in dem jeweils ein katholischer und evangelischer Kirchenraum in einer Gesamtanlage integriert sind.[6][7] Lengfeld war somit Vorreiter einer ökumenischen Entwicklung, die sich unter anderem im 2003 beschlossenen Beitritt der beiden großen Kirchen in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Würzburg fortsetzte.[8][9]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch eine eingeschweifte goldene Spitze, darin ein schwarzes Mühlrad, gespalten von Blau und Rot, vorne eine goldene Lilie, hinten eine silberne Traube.[10]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sybille Grübel: Lengfeld 1814 bis 2004. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände, Band I-III/2, Theiss, Stuttgart 2001–2007; III/1–2: Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert. 2007, ISBN 978-3-8062-1478-9, S. 1177–1193 und 1372–1275.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. mainpost.de
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 734.
  3. Bundesnetzagentur: Detailplan.
  4. Sybille Grübel: Zeittafel zur Geschichte der Stadt von 1814–2006. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände, Band I-III/2, Theiss, Stuttgart 2001–2007; III/1–2: Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert. Band 2, 2007, ISBN 978-3-8062-1478-9, S. 1225–1247; hier: S. 1233.
  5. Sybille Grübel: Lengfeld 1814 bis 2004. 2007, S. 1372 und 1374.
  6. Sybille Grübel: Zeittafel zur Geschichte der Stadt von 1814–2006. 2007, S. 1244.
  7. Klaus Wittstadt: Kirche und Staat im 20. Jahrhundert. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände, Band I-III/2, Theiss, Stuttgart 2001–2007; III/1–2: Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert. 2007, ISBN 978-3-8062-1478-9, S. 453–478 und 1304 f., hier: S. 470–475 (Erneuerung im Geiste des II. Vatikanischen Konzils – Bischof Josef Stangl). S. 472.
  8. Martin Elze: Die Evangelisch-Lutherische Kirche. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände, Band I-III/2, Theiss, Stuttgart 2001–2007; III/1–2: Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert. 2007, ISBN 978-3-8062-1478-9, S. 482–494 und 1305 f., hier: S. 494.
  9. Martin Elze: Weitere christliche Kirchen und andere religiöse Gemeinschaften. ebenda, S. 495–498, hier: S. 495 f. (Die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Würzburg und die evangelischen Freikirchen).
  10. Mitteilungsblatt Gemeinde Lengfeld. Jahrgang 2, Nr. 7, 29. April 1975.
  11. Sybille Grübel: Lengfeld 1814 bis 2004. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände, Band I-III/2, Theiss, Stuttgart 2001–2007; III/1–2: Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert. 2007, ISBN 978-3-8062-1478-9, S. 1177–1193 und 1372–1275; hier: S. 1182 und 1184, Abb. 524, sowie S. 1373, Anm. 35.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]