Liaoning

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辽宁省
Liáoníng Shěng
Abkürzung: (Pinyin: Liáo)
Hauptstadt Shenyang
Fläche

 – Gesamt
 – Anteil an der
VR China

Rang 21 von 33

145.900 km²
1,52 %
 

Bevölkerung

 – Gesamt 2020
 – Dichte

Rang 14 von 33

42.591.407 Einwohner
292 Einwohner/km²

Verwaltungstyp Provinz
Gouverneur Tang Yijun
BangladeschBhutanNepalMyanmarLaosVietnamThailandPhilippinenJapanNordkoreaSüdkoreaKirgisistanKasachstanMongoleiAfghanistanUsbekistanTadschikistanPakistanIndienRusslandde-facto Pakistan (von Indien beansprucht)de-facto Indien (von Pakistan beansprucht)de-facto Indien (von China als Teil Tibets beansprucht)Republik China (von China beansprucht)de-facto Provinz Xinjiang, China (von Pakistan beansprucht)de-facto Provinz Tibet, China (von Pakistan beansprucht)MacauHongkongHainanGuangdongGuangxiHunanYunnanFujianShanghaiJiangxiZhejiangJiangsuHubeiAnhuiGuizhouChongqingShaanxiHenanShanxiShandongHebeiPekingTianjinNingxiaLiaoningJilinSichuanAutonomes Gebiet TibetHeilongjiangGansuQinghaiXinjiangInnere MongoleiLage von Liáoníng Shěng in China
Über dieses Bild
ISO-3166-2-Code CN-LN
Bezirksebene 14 Städte
Kreisebene 59 Stadtbezirke, 18 Kreise, 16 Städte, 8 Autonome Kreise
Gemeindeebene 585 Großgemeinden, 526 Straßenviertel, 313 Gemeinden, 78 Nationalitäten-Gemeinden

Liaoning (chinesisch 遼寧 / 辽宁, Pinyin Liáoníng) ist eine Provinz im Nordosten der Volksrepublik China.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liaoning liegt in der Mandschurei, dem südlichen Teil vom Nordosten Chinas. Die Provinz wird im Süden vom Gelben Meer, im Südosten von Nordkorea, im Nordosten von der Provinz Jilin, im Westen von Hebei und im Nordwesten durch die Innere Mongolei begrenzt.

Der Yalu ist der Grenzfluss zwischen Nordkorea und China. Er mündet in die Koreabucht zwischen Dandong (Liaoning) und Sinŭiju (Nordkorea).

Administrativ ist Liaoning in 14 bezirksfreie Städte gegliedert (Stand: Zensus 2020)[1]:

  • Stadt Shenyang (沈阳市), 12.860 km², 9.077.093 Einwohner;
  • Stadt Dalian (大连市), 12.574 km², 7.450.785 Einwohner;
  • Stadt Anshan (鞍山市), 9.252 km², 3.325.372 Einwohner;
  • Stadt Fushun (抚顺市), 11.272 km², 1.854.372 Einwohner;
  • Stadt Benxi (本溪市), 8.420 km², 1.326.018 Einwohner;
  • Stadt Dandong (丹东市), 14.967 km², 2.188.436 Einwohner;
  • Stadt Jinzhou (锦州市), 10.111 km², 2.703.853 Einwohner;
  • Stadt Yingkou (营口市), 5.365 km², 2.328.582 Einwohner;
  • Stadt Fuxin (阜新市), 10.355 km²; 1.647.280 Einwohner;
  • Stadt Liaoyang (辽阳市), 4.736 km², 1.604.580 Einwohner;
  • Stadt Panjin (盘锦市), 4.071 km², 1.389.691 Einwohner;
  • Stadt Tieling (铁岭市), 12.980 km², 2.388.294 Einwohner;
  • Stadt Chaoyang (朝阳市), 19.698 km², 2.872.857 Einwohner;
  • Stadt Huludao (葫芦岛市), 10.415 km²; 2.434.194 Einwohner.

Größte Städte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dalian, second largest city in Liaoning Province

Die zehn größten Städte der Provinz mit Einwohnerzahlen der eigentlichen städtischen Siedlung auf dem Stand der Volkszählung 2010 sind die folgenden:[2]

Rang Stadt Einwohnerzahl Rang Stadt Einwohnerzahl
1 Shenyang 5.718.232 6 Jinzhou 946.098
2 Dalian 3.902.467 7 Yingkou 880.412
3 Anshan 1.504.996 8 Panjin 857.993
4 Fushun 1.318.808 9 Dandong 775.787
5 Benxi 1.000.128 10 Fuxin 750.283

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heutige Provinz Liaoning, die bis 1929 den Namen Fengtian trug, war das Kernland der Mandschu mit Shenyang (mandschurisch: Mukden) als Hauptstadt des Mandschu-Reiches. Nach Gründung der Qing-Dynastie verlegten die Mandschu ihre Hauptstadt von Shenyang nach Peking. Nach dem Niedergang der Qing-Dynastie war die Provinz von Japan und Russland besetzt, die die Region auch industrialisierten. Die Häfen von Dalian und Lüshunkou (vormals als „Port Arthur“ bekannt) waren während der russischen Besetzung wegen ihrer Eisfreiheit ein wichtiger strategischer Punkt für die Russische Fernostflotte.

Demographie und Autonomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rund 84 % der Bevölkerung sind Han-Chinesen. Obwohl der Anteil der Mandschu nur 13 % und der der Mongolen nur 2 % der Bevölkerung der Provinz ausmacht, umfassen die sechs autonomen Kreise der Mandschu über 17 % und die zwei autonomen Kreise der Mongolen fast 6 % der Fläche der Provinz.

2013 lag die durchschnittliche Lebenserwartung bei 76,4 Jahren und damit über dem chinesischen Durchschnitt. Laut dem Zensus von 2010 beträgt die Fertilitätsrate in der Provinz nur 0,7 Kinder pro Frau und zählt damit zu den niedrigsten in China und weltweit.[3]

Bevölkerungsentwicklung

Bevölkerungsentwicklung der Provinz seit dem Jahre 1954.

Jahr Einwohnerzahl[2]
Zensus 1954 18.545.147
Zensus 1964 26.946.200
Zensus 1982 35.721.693
Zensus 1990 39.459.697
Zensus 2000 41.824.412
Zensus 2010 43.746.323
Zensus 2020 42.591.407

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit einem Wirtschaftswachstum von über 13 Prozent besetzte Liaoning von 2008 bis etwa 2012 unter den global vergleichbaren Regionen den ersten Rang. Verglichen werden dabei die Wachstumsraten der acht wirtschaftsstärksten Regionen in den acht wirtschaftsstärksten Ländern, die sogenannten „G8x8“.

Liaoning ist eine traditionelle Schwerindustrieregion. Durch bedeutende Kohle- und Eisenerzvorkommen sind schon in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts große Stahlwerke aufgebaut worden, in deren Umfeld sich später Metallverarbeitung, Maschinenbau, Schiffbau und Fahrzeugbau angesiedelt haben.

Zentren der chinesischen Steinkohleförderung und Stahlindustrie liegen im Nordosten der Provinzhauptstadt Shenyang bei der Stadt Fushun, im Südwesten mit der Stadt Anshan, und im Osten in Benxi. In Dalian befindet sich die größte Schiffswerft Chinas. Die Automobilindustrie konzentriert sich auf Shenyang mit BMW Brilliance Automotive und Dandong mit dem Bushersteller Huanghai. Auch in der landwirtschaftlichen Produktion spielt Liaoning eine bedeutende Rolle.[4]

Seit 2013 kam es im Zuge des Umbaus der chinesischen Industrie zu vielen Unternehmensschließungen und Massenentlassungen vor allem in staatseigenen Betrieben. 2015 befindet sich die Region in einer tiefen Rezession.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtigster Punkt für den Tourismus ist Dalian. In und um die Stadt gibt es Sandstrände und einige Erholungsorte.

Fossilien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liaoning Provinz befinden sich wichtige Fundorte von Fossilien, wie die Jiufotang-Formation, die Yixian-Formation und die Jiufotang-Formation. Bei den Fossilien handelt sich um Vögel und andere gefiederte Theropoden, Flugsauriern (Pterosauriern), Säugetieren, Amphibien und wirbellosen Tieren. Die Fundorte befinden sich z. B. in kleinen Steinbrüche oder Felsen, die von Ackerland umgeben sind. Besonders bekannt ist der Fund von Sinosauropteryx, einen kleinen, gefiederten Dinosaurier. Er zählt zu den Coelurosaurieren, Vorläufer der Vögel. Andere Funde sind Caudipteryx und Protarchaeopteryx. Ein weiterer berühmter Fund ist Microraptor. Der ebenfalls hier ausgegrabene Saurier Liaoningosaurus wurde nach diesem Ort benannt.[5]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Shan Xiaona (* 1983), deutsche Tischtennisspielerin chinesischer Abstammung
  • Han Ying (* 1983), deutsche Tischtennisspielerin chinesischer Abstammung
  • Ma Long (* 1988), chinesischer Tischtennisspieler
  • Zhang Beiwen (* 1990), Badmintonspielerin
  • Li Wenwen (* 1990), chinesische Gewichtheberin

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. citypopulation.de: LIÁONÍNG SHĔNG, Provinz in China, abgerufen am 21. Dezember 2021
  2. a b China: Provinzen und größere Städte - Einwohnerzahlen, Karten, Grafiken, Wetter und Web-Informationen. Abgerufen am 6. Mai 2018.
  3. 中国统计年鉴-2013. Abgerufen am 6. Mai 2018.
  4. Editorial Team of LDRC and GTZ: Are you li@ning yet? V3. (PDF) In: China Liaoning Business Guide. Liaoning Provincial Development and Reform Commission, 22. Februar 2011, abgerufen am 26. Dezember 2021 (englisch).
  5. Darren Naish: Dinopedia. A Brief Compendium of Dinosaur Lore, Princeton: Princeton University Press, 2021. ISBN 978-0-691-22860-0

Koordinaten: 41° 23′ N, 122° 58′ O