Liberal-Demokratische Partei Russlands

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Либерально-Демократическая Партия России
Liberal-Demokratische Partei Russlands
Logo der LDPR
Wladimir Schirinowski
Partei­vorsitzender Wladimir Wolfowitsch Schirinowski
Gründung 1989
Haupt­sitz Moskau
Aus­richtung Rechtsextremismus
Rechtspopulismus
Nationalismus[1]
Farbe(n) Blau, Gold
Parlamentssitze
56/450
Stand: 2011
Mitglieder­zahl ca. 600.000 (Parteiangaben)
ca. 185.000 (Justizministerium)
Website www.ldpr.ru

Die Liberal-Demokratische Partei Russlands (LDPR) (russisch Либерально-Демократическая Партия России (ЛДПР)/ Liberalno-Demokratischeskaja Partija Rossii) ist eine extrem nationalistisch-rechtspopulistische Partei in Russland.[2] Der LDPR wird teilweise vorgeworfen, dass sie hinter ihren Positionen offenen Rechtsextremismus versteckt.[3]

Inhaltliches Profil[Bearbeiten]

Flagge der Partei

Die LDPR nennt sich zwar liberal-demokratisch und bezeichnet sich sogar als „Partei der Mitte“, wird aber von nahezu allen Beobachtern der russischen Politik als nationalistisch, rechtspopulistisch und rechtsradikal eingeschätzt. In der praktischen Politik tritt die Partei vorwiegend mit nationalistischen Parolen und Forderungen auf und kaum mit liberalen Gedanken. So widerspricht der offiziell propagierte Grundgedanke der Chancengleichheit zahlreichen Forderungen der Partei nach gewollter Bevorzugung von Russen gegenüber nationalen Minderheiten in der Russischen Föderation. Auch sind antisemitische sowie links- und rechtsextreme Äußerungen von Repräsentanten der Partei an der Tagesordnung (Quelle: Forschungsstelle Osteuropa der Universität Bremen). Schirinowski wird auch als "Russen-Hitler" bezeichnet.[4] Die Partei befürwortet die Todesstrafe für Kriminelle.[5] Während der Krimkrise 2014 schlug die Partei die Teilung der Ukraine vor.[6] Weiterhin werden der Partei mitunter auch panslawistische, neoimperialistische[7], antikommunistische und etatistische Bestrebungen zugeschrieben.

Innere Struktur[Bearbeiten]

Das oberste Organ der Partei ist der einmal in vier Jahren einberufene Parteitag. Zwischen den Parteitagen ist das Spitzengremium der sogenannte „Oberste Rat“, der vom Parteitag gewählt wird.

Geschichte der Partei[Bearbeiten]

Die LDPR wurde 1991 von Kommunisten unter der Regie des KGB als LDPSU gegründet und 1992 in LDPR umbenannt. Gründer und Vorsitzender der Partei ist Wladimir Schirinowski. Sein Führungsstil gilt als extrem populistisch, seine politischen Parolen können sehr leicht von extrem rechten zu extrem linken Inhalten wechseln. Dank seiner provokativen Haltung und Aussagen genießt er geringe, aber konstante Popularität.

Bei der Parlamentswahl 2003 erreichte die Partei 11,6 Prozent der Stimmen und wurde mit 36 von 450 Sitzen drittstärkste Fraktion. Bei der Präsidentschaftswahl 2004 nominierte die Partei den ehemaligen Leibwächter Schirinowskis, Oleg Malyschkin, als Kandidaten. Bei der Parlamentswahl 2007 behauptete sie ihre Position als drittstärkste Fraktion, auch wenn sie an Stimmen verlor.

Wahl Ergebnis
Präsidentschaftswahl 12. Juni 1991 7,81 %
Parlamentswahl 12. Dezember 1993 22,92 %
Parlamentswahl 17. Dezember 1995 11,18 %
Präsidentschaftswahl 16. Juni 1996 5,70 %
Parlamentswahl 19. Dezember 1999 6 % (?)
Präsidentschaftswahl 26. März 2000 2,70 %
Parlamentswahl 7. Dezember 2003 11,7 %
Präsidentschaftswahl 14. März 2004 2 % (?)
Parlamentswahl 2. Dezember 2007 8,14 %
Präsidentschaftswahl 2. März 2008 9,34 %
Parlamentswahl 4. Dezember 2011 11,7 %
Präsidentschaftswahl 4. März 2012 6,22 %

Prominente Mitglieder[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://sputniknews.com/russia/20130221/179612948.html
  2. http://www.parties-and-elections.eu/russia.html
  3. http://www.bpb.de/themen/KRH2T1,0,Die_Opposition_in_Russland.html
  4. http://www.spiegel.de/politik/ausland/duma-wahlen-russlands-parteien-und-ihre-spitzenkandidaten-a-801143-3.html
  5. http://www.bpb.de/themen/KRH2T1,0,Die_Opposition_in_Russland.html
  6. http://de.sputniknews.com/german.ruvr.ru/news/2014_03_24/Liberaldemokratische-Partei-schlagt-Polen-Rumanien-und-Ungarn-Teilung-von-Westukraine-vor-3055/
  7. http://www.vz.ru/politics/2011/7/9/505873.html